mini|300px|Die Befreiungshalle ist ein Denkmal auf dem Michelsberg oberhalb der Stadt Kelheim mini|300px|Riedenburg an der Altmühl Der Landkreis Kelheim ist der westlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. In seiner heutigen Form entstand er im Rahmen der bayerischen Landkreisreform am 1. Juli 1972.

Geographie Lage Das Kreisgebiet Kelheim wird von Südwesten nach Nordosten von der Donau durchflossen. Sie teilt es in zwei unterschiedlich große Teile. Der kleinere nördliche Teil, links der Donau, wird als Altmühlalb bezeichnet, benannt nach der Altmühl, die im Nordwesten das Kreisgebiet erreicht und dann in südöstlicher Richtung fließt, um bei Kelheim in die Donau zu münden. Die Altmühl ist im gesamten Kreisgebiet kanalisiert und damit Teil des Main-Donau-Kanals, über den die Schiffe bei Kelheim in die Donau einfahren können. Der südliche Teil des Kreisgebiets, rechts der Donau, ist die Hügellandschaft der Hallertau, das vor allem landwirtschaftlich genutzt wird.

Nachbarkreise Nachbarlandkreise sind im Norden und Osten der Landkreis Regensburg, im Südosten der Landkreis Landshut, im Süden der Landkreis Freising, im Westen die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm und Eichstätt und im Nordwesten der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Zugehörigkeit zu Planungsregionen Der Landkreis Kelheim ist neben dem Landkreis Tirschenreuth der einzige Landkreis in Bayern, durch den eine Regionsgrenze verläuft. Er gehört größtenteils zur Planungsregion Regensburg, nur das Mittelzentrum Mainburg im Süden des Landkreises mit den fünf Gemeinden Aiglsbach, Attenhofen, Elsendorf, Mainburg und Volkenschwand gehört zur Planungsregion Landshut.

Geschichte Landgerichte Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Kelheim wurden 1803 die Landgerichte Abensberg, Kelheim und Riedenburg gebildet. Die beiden ersten gehörten zum Regenkreis, das Landgericht Riedenburg zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 ebenfalls zum Regenkreis. 1838 kamen die Landgerichte Abensberg und Kelheim zu Niederbayern, das bis dahin Unterdonaukreis hieß. Riedenburg verblieb beim Regenkreis, der dann als Oberpfalz bezeichnet wurde. 1854 gab das Landgericht Kelheim einige Gemeinden an die Gerichte Stadtamhof und Regensburg (beide Oberpfalz) ab. 1857 wurde aus 17 Gemeinden des Landgerichts Abensberg sowie einigen Gemeinden der benachbarten Landgerichte Moosburg und Pfaffenhofen ein eigenes Landgericht Mainburg gebildet.

Bezirksämter Dieses Landgericht Mainburg bildete 1862 mit dem 1838 eingerichteten Landgericht Rottenburg an der Laaber das Bezirksamt Rottenburg an der Laaber. Das Landgericht Riedenburg kam zum Bezirksamt Hemau. Die beiden Landgerichte Abensberg und Kelheim bildeten fortan das Bezirksamt Kelheim. 1879 wurde das Gebiet um Riedenburg dem Bezirksamt Beilngries zugeteilt. 1901 wurde das Gebiet um Mainburg aus dem Bezirksamt Rottenburg an der Laaber herausgelöst und ein eigenes Bezirksamt Mainburg errichtet. 1908 wurde schließlich auch in Riedenburg ein eigenes Bezirksamt gebildet.

Am 1. April 1927 gab das Bezirksamt Kelheim die Gemeinden Laaberberg, Obereulenbach und Rohr in Niederbayern an das Bezirksamt Rottenburg an der Laaber ab.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Kelheim, Mainburg, Riedenburg und Rottenburg an der Laaber.

Landkreis Kelheim Im Rahmen der bayerischen Landkreisreform wurde am 1. Juli 1972 der heutige Landkreis Kelheim gebildet. Zum alten Landkreis Kelheim hinzu traten die Stadt Mainburg sowie die Gemeinden Aiglsbach, Appersdorf, Attenhofen, Berghausen, Ebrantshausen, Großgundertshausen, Holzmannshausen, Leibersdorf, Lindkirchen, Meilenhofen, Mitterstetten, Oberempfenbach, Oberpindhart, Oberwangenbach, Pötzmes, Ratzenhofen, Sandelzhausen, Steinbach, Volkenschwand und Walkertshofen aus dem aufgelösten Landkreis Mainburg die Gemeinden Neulohe und Painten aus dem aufgelösten Landkreis Parsberg die Stadt Riedenburg sowie die Gemeinden Baiersdorf, Buch, Eggersberg, Hattenhausen, Jachenhausen, Meihern, Otterzhofen, Perletzhofen, Prunn, Schaitdorf und Thann aus dem aufgelösten Landkreis Riedenburg die Gemeinden Adlhausen, Herrngiersdorf, Laaberberg, Langquaid, Leitenhausen, Niederleierndorf, Obereulenbach, Oberleierndorf, Paring, Rohr in Niederbayern, Sandsbach, Semerskirchen, Sittelsdorf und Wildenberg aus dem aufgelösten Landkreis Rottenburg an der Laaber. Der Landkreis Kelheim gab seinerseits die Gemeinde Bergmatting an den Landkreis Regensburg ab.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Einwohnerentwicklung 400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Kelheim (Datenquelle: Zensus 2011)

Der Landkreis Kelheim gewann von 1988 bis 2008 knapp 22.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 24 %. Er profitierte von der Nähe zu den Wachstumsregionen Ingolstadt und Regensburg. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 91.274 auf 122.258 um 30.984 Einwohner bzw. um 34 %.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 EinwohnerzahlStatistik für den Landkreis (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 7. Januar 2011. 40.961 48.563 53.522 58.474 61.456 87.187 79.373 85.370 90.040 96.999 104.063 109.510 113.237 113.147 118.965

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 26,7 16 34,1 20 34,3 21 32,8 21 39,1 24 37,1 23 FW Freie Wähler Bayern 18,0 11 15,0 9 16,3 10 17,8 10 17,4 10 15,6 9 AfD AfD Bayern 14,1 8 5,4 3 – – – – – – – – SLU Stadt–Land–Union 9,3 6 7,8 5 8,5 5 8,6 5 10,2 6 9,3 6 SPD SPD Bayern 8,8 5 11,1 7 15,9 9 17,9 11 21,1 13 23,5 15 Grüne Grüne Bayern 8,5 5 10,4 6 7,3 4 5,8 4 4,6 3 5,8 3 ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 5,7 3 6,3 4 6,6 4 5,6 3 – – – – JL Junge Liste 4,3 3 4,3 3 5,2 3 6,2 3 – – – – FDP FDP Bayern 3,3 2 3,4 2 3,3 2 5,3 3 2,7 1 2,1 1 BP Bayernpartei 1,2 1 2,2 1 2,6 2 – – – – – – ÖDP/PU Ökologisch–Demokratische Partei/Parteifreie Umweltschützer – – – – – – – – 4,8 3 3,8 2 REP Die Republikaner – – – – – – – – – – 2,8 1 gesamt 100,0 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 99,9 60 100,0 60 Wahlbeteiligung 65,6 % 61,5 % 59,7 % 63,4 % 66,5 % 71,7 %

Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939) Jahr/Datum Amtszeit Name 1917–1922 Ludwig Osthelder 1922–1925 Richard Hönig 1925–1930 Michael Freudensberger 1930–1945 Friedrich Abert 14. Mai 1945–1946 Franz Klenner 6. Juni 1946–1958 Ludwig Berger (CSU) 1. Mai 1958–1966 Josef Bauer (CWG) 8. März 1967–1978 Rudolf Faltermeier (SPD) 1. Mai 1978–1986 Ludwig Kreitmeyr (CSU) 17. Dezember 1986–1992 Manfred Kreitczick (CSU) 1. November 1992–2016 Hubert Faltermeier (FW) 1. November 2016–2026 Martin Neumeyer (CSU) seit 1. Mai 2026 Christian Nerb (FW)

Bei der Wahl am 15. März 2020 wurde Martin Neumeyer mit 70,9 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.Bayerisches Landesamt für Statistik: Ergebnis der Wahl zum Landrat im Landkreis Kelheim 2020, abgerufen am 23. September 2020. Bei der Kommunalwahl 2026 musste er sich seinem Herausforderer Christian Nerb von den Freien Wählern geschlagen geben, der in der Stichwahl 66,6 % der Stimmen erhielt.Martin Rutrecht: Christian Nerb feiert klaren Wahlsieg in: Mittelbayerische Zeitung vom 23. März 2026, Regionalausgabe Kelheim, Seite 19

Wappen und Flagge mini|Offizielle Flagge des Landkreises Kelheim

Als inoffizielle Landkreisfahne wird eine weiß-blaue Flagge mit dem Landkreiswappen verwendet; die 1975 angenommene und von der Regierung von Niederbayern genehmigte blau-weiß-blaue Flagge wird nicht verwendet.Eintrag zum Landkreis Kelheim auf der Seite kommunalflaggen.eu

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Landkreis Platz 201 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit einem ausgeglichenen Chancen/Risiko-Verhältnis.

Verkehr Straßenverkehr Durch das Kreisgebiet führt von Südwesten nach Nordosten die A 93 (München-Regensburg). Bei Saalhaupt zweigt außerdem mit der B 15n eine autobahnähnliche Bundesstraße ab, die im Endausbau über Landshut bis Rosenheim führen soll. Folgende Bundesstraßen durchqueren den Landkreis: B 16 in Südwest-Nordost-Richtung und nahezu parallel zur A 93, B 299 in Nordwest-Südost-Richtung und B 301 von Süden kommend.

Der Flughafen München ist 25 km Luftlinie von der Kreisgrenze entfernt. In Kelheim befindet sich der Binnenhafen Kelheim/Saal.

Schienenverkehr Die Bayerischen Staatseisenbahnen eröffneten 1874 die dem Donautal folgende Bahnstrecke Regensburg–Ingolstadt, von der ab 1875 in Saal eine Stichbahn nach der Kreisstadt Kelheim abzweigte.

Aus der Nachbarschaft führten folgende Lokalbahnstrecken ins Kreisgebiet herein: 1895: Wolnzach Bahnhof–Enzelhausen–Mainburg 1903: Eggmühl–Langquaid 1904: Ingolstadt Nord–Riedenburg

Alle diese Lokalbahnen und die Stichbahn nach Kelheim wurden für den Personenverkehr stillgelegt, sodass von den ursprünglich 79 Schienenkilometern nur noch 40 km mit Personenzügen befahren werden. Einige der Nebenstrecken werden jedoch auch heute (2006) noch für den Güterverkehr verwendet.

1968: Eggmühl–Niederleierndorf–Langquaid (6 km), nur noch Güterverkehr 1969: Wolnzach Bahnhof–Puttenhausen–Mainburg (23 km), Güterverkehr auf einer Teilstrecke 1972: Ingolstadt Nord–Schambach–Riedenburg (4 km), abgebaut 1988: Saal–Kelheim (6 km)

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Streckenlänge im Kreisgebiet.

Gemarkungen

Im Landkreis gibt es 128 Gemarkungen mit 135 Gemarkungsteilen.

Gemeinden

(Einwohner am ) Städte Abensberg () Kelheim () Mainburg () Neustadt a.d.Donau () Riedenburg ()

Märkte Bad Abbach () Essing () Langquaid () Painten () Rohr i.NB () Siegenburg ()

Weitere Gemeinden Aiglsbach () Attenhofen () Biburg () Elsendorf () Hausen () Herrngiersdorf () Ihrlerstein () Kirchdorf () Saal a.d.Donau () Teugn () Train () Volkenschwand () Wildenberg ()

Gemeindefreie Gebiete (45,87 km²) Dürnbucher Forst (45,30 km²) Hacklberg (0,57 km²)Verwaltungsgemeinschaften Ihrlerstein (Markt Essing und Gemeinde Ihrlerstein) Langquaid (Markt Langquaid und Gemeinden Hausen und Herrngiersdorf) Mainburg (mit Sitz in Mainburg; Mitgliedsgemeinden: Aiglsbach, Attenhofen, Elsendorf und Volkenschwand) Saal a.d.Donau (Gemeinden Saal a.d.Donau und Teugn) Siegenburg (Markt Siegenburg und Gemeinden Biburg, Kirchdorf, Train und Wildenberg)

Gemeinden des Altlandkreises Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis Kelheim in den 1960er Jahren 56 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Kelheim, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Abensberg (Stadt) Altdürnbuch, heute zu Biburg Arnhofen, heute zu Abensberg Arresting, heute zu Neustadt an der Donau Bachl, heute zu Rohr in Niederbayern Bad Abbach (Markt) Bad Gögging, heute zu Neustadt an der Donau Bergmatting, heute zu Sinzing Biburg Dünzling, heute zu Bad Abbach Eining, heute zu Neustadt an der Donau Einmuß, heute zu Saal an der Donau Essing (Markt) Geibenstetten, heute zu Neustadt an der Donau Großmuß, heute zu Hausen Hausen Helchenbach, heute zu Rohr in Niederbayern Herrnsaal, heute zu Kelheim Herrnwahlthann, heute zu Hausen Hienheim, heute zu Neustadt an der Donau Hörlbach, heute zu Abensberg Holzharlanden, heute zu Abensberg Ihrlerstein Irnsing, heute zu Neustadt an der Donau Kapfelberg, heute zu Kelheim Kelheim (Stadt) Kelheimwinzer, heute zu Kelheim Kirchdorf Lengfeld, heute zu Bad Abbach Lohstadt, heute zu Kelheim Marching, heute zu Neustadt an der Donau Mitterfecking, heute zu Saal an der Donau Mühlhausen, heute zu Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau (Stadt) Niederumelsdorf, heute zu Siegenburg