Der Kreis Gütersloh ist eine Gebietskörperschaft mit  Einwohnern () im Regierungsbezirk Detmold (Region Ostwestfalen-Lippe) im Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach Einwohnern ist der Kreis Gütersloh der größte im Regierungsbezirk Detmold. Kreisstadt ist Gütersloh.

Geografie Naturräume mini|Der Hengeberg in Halle (Westf.) Der Kreis liegt zum größeren Teil in der Emssandebene und damit in der Westfälischen Bucht. Hier herrschen die sandigen Böden entlang der Ems und im Vorland des Teutoburger Waldes vor; bekannt ist die Senne.

Im Norden reicht das Kreisgebiet über den Teutoburger Wald hinaus in die Ravensberger Mulde und hat mit diesen Naturräumen Anteil am Weserbergland.

Haupthöhenzug des Kreises ist der Teutoburger Wald, Hauptgewässer die Ems mit den Emsquellen. Entsprechend ist die höchste Erhebung im Kreisgebiet der Hengeberg im Teutoburger Wald mit , während der niedrigste Punkt bei im Emstal westlich von Harsewinkel liegt.

Wasserläufe mit mehr als 17 km Länge im Kreisgebiet sind: die Ems mit 43,2 km die Hessel mit 39,3 km der Wapelbach mit 30,2 km der Ölbach mit 28,3 km der Welplagebach/Schlangenbach/Reinkebach mit 22,0 km der Sennebach mit 19,6 km die Dalke mit 18,8 km der Rhedaer Bach mit 17,9 km die Lutter mit 17,8 km der Abrocksbach mit 17,4 km

Ausdehnung und Nutzung des Kreisgebiets Der Kreis umfasst eine Fläche von 968,08 km². Der überwiegende Teil besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche und Waldfläche, zusammen etwa 76,5 %, gefolgt von Siedlungs- und Verkehrsfläche, zusammen etwa 21 %. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung beträgt etwa 46,1 km und in Ostwestrichtung etwa 45,5 km. Der nördlichste Punkt liegt nordwestlich des Ortskerns von Borgholzhausen bei etwa , der südlichste Punkt befindet sich bei Mastholte auf dem Gebiet der Gemeinde Rietberg bei .

Die Bodennutzung im Kreisgebiet teilt sich wie folgt auf: Flächenach Nutzungsart¹ Landwirtschafts-fläche Wald-fläche Gebäude-, Frei- und Betriebs-fläche Verkehrs-fläche Erholungs-,Friedhofs-fläche Wasser-fläche Moor, Heide,Unland Abbau-fläche sonstigeNutzung Fläche in km² 609,59 131,03 127,85 58,47 15,84 14,91 1,45 1,87 7,06 Anteil an Gesamtfläche 63,0 % 13,5 % 13,2 % 6,0 % 1,5 % 1,6 % 0,2 % 0,2 % 0,7 % ¹Quelle: Landesdatenbank NRW Kommunalprofil für kreisfreie Städte, Kreise und Gemeinden, Stand November 2010

Nachbarkreise Der Kreis Gütersloh grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Osnabrück (in Niedersachsen), an den Kreis Herford, an die kreisfreie Stadt Bielefeld sowie an die Kreise Lippe, Paderborn, Soest und Warendorf.

Kreisgliederung

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Borgholzhausen  km² kreisangehörige Stadt 05 754 004 Gütersloh  km² große kreisangehörige Stadt 05 754 008 Halle (Westf.)  km² kreisangehörige Stadt 05 754 012 Harsewinkel  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 754 016 Herzebrock-Clarholz  km² kreisangehörige Gemeinde 05 754 020 Langenberg  km² kreisangehörige Gemeinde 05 754 024 Rheda-Wiedenbrück  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 754 028 Rietberg  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 754 032 Schloß Holte-Stukenbrock  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 754 036 Steinhagen  km² kreisangehörige Gemeinde 05 754 040 Verl  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 754 044 Versmold  km² kreisangehörige Stadt 05 754 048 Werther (Westf.)  km² kreisangehörige Stadt 05 754 052    km² Kreis Gütersloh 05 754 (Einwohnerzahlen vom )

Geschichte Verwaltungsgeschichte mini|hochkant=1.1|Teil der ehemaligen Kreisverwaltung in Wiedenbrück (Reckenberg) Der Kreis Gütersloh wurde im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes am 1. Januar 1973 aus den beiden Kreisen Wiedenbrück und Halle (Westf.) gebildet. Die beiden Altkreise waren 1816 gebildet worden, als Preußen seine damaligen Provinzen (hier die Provinz Westfalen) in Regierungsbezirke und Kreise einteilte.

Dem neuen Kreis wurden außerdem die aus den drei Gemeinden Greffen, Harsewinkel und Marienfeld (Kreis Warendorf) neugebildete Stadt Harsewinkel sowie die Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock aus dem ebenfalls zu diesem Zeitpunkt aufgelösten Kreis Bielefeld zugeordnet. Letztere war 1970 durch Zusammenschluss der Gemeinden Schloß Holte, Sende (beide Kreis Wiedenbrück) und Stukenbrock (Kreis Paderborn) gebildet und zunächst dem Kreis Bielefeld zugeordnet worden. Aus dem ehemaligen Kreis Beckum wurde die Gemeinde Benteler der Gemeinde Langenberg und somit dem Kreis Gütersloh zugeordnet.

Der Kreis Gütersloh besteht seit der Gebietsreform somit aus 13 Städten und Gemeinden. Er hatte seinen Sitz zunächst in Rheda-Wiedenbrück. 1997 zog die Kreisverwaltung nach Gütersloh um.

Einwohnerstatistik Während der Kreis Gütersloh bei seiner Gründung etwa 280.000 Einwohner hatte, wuchs die Bevölkerung in den nächsten drei Jahrzehnten um rund 25 % auf über 350.000 Einwohner. mini|hochkant=2.2|links|Bevölkerungsentwicklung im Kreis Gütersloh von 1939 bis 2007mini|300px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Gütersloh (Datenquelle: Zensus 2011)

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des Kreises Gütersloh. Die Zahlen bis 1970 beziehen sich auf das Gebiet des 1973 gegründeten Kreises. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um VolkszählungsergebnisseLandesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110. und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik.Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich vor 1985 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Jahr Einwohner 1939 (17. Mai) 141.826 1950 (13. Sep.) 201.752 1961 (6. Juni) 233.459 1970 (27. Mai) 264.188 1975 (31. Dez.) 278.685 Jahr Einwohner 1980 (31. Dez.) 287.027 1985 (31. Dez.) 286.504 1987 (25. Mai) 287.883 1990 (31. Dez.) 303.829 1995 (31. Dez.) 329.043 Jahr Einwohner 2000 (31. Dez.) 345.379 2005 (31. Dez.) 353.250 2010 (31. Dez.) 353.766 2011 (9. Mai) 350.420 2013 (31. Dez.) 352.334 Jahr Einwohner 2015 (31. Dez.) 360.642 2016 (31. Dez.) 361.828 2020 (31. Dez.) 364.818 2022 (31. Dez.) 371.309

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 38,8 % der Einwohner römisch-katholisch, 31,4 % evangelisch und 29,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand 1. Januar 2019 waren von den Einwohnern 34 % katholisch, 30 % evangelisch und 36 % gehörten entweder einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Kreis Gütersloh Unsere Region Zahlen Daten Fakten Seite 6, abgerufen am 18. April 2020 Mit Stand 1. Januar 2025 waren 29 % katholisch, 25 % evangelisch und 46 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Kreis Gütersloh Unsere Region Zahlen Daten Fakten 2024 Seite 6, abgerufen am 13. Juli 2025

Die Zahl der Kirchenaustritte ist in Kreis Gütersloh auf Rekordniveau geklettert. Rund 3970 Menschen (1 % der Gesamtbevölkerung) kehrten 2022 der Kirche den Rücken.

Politik Kreistag

Der Kreistag hat 70 Mitglieder, die sich gemäß dem Ergebnis der Kommunalwahl vom 14. September 2025 auf die einzelnen Fraktionen wie folgt verteilen (Stand September 2025):

Im Kreistag hatten sich entsprechend der Sitzverteilung 2025 sieben Fraktionen gebildet.

Landrat mini|hochkant=2.1|Das Kreishaus an der Herzebrocker Straße Jahr Landrat 1973–1983 Paul Lakämper (CDU) ehrenamtlich 1983–1988 Fritz Ostmeyer (CDU) ehrenamtlich 1988–1994 Franz-Josef Balke (CDU) ehrenamtlich 1994–1997 Ursula Bolte (SPD) ehrenamtlich 1997–1999 hauptamtlich 1999–2025 Sven-Georg Adenauer (CDU) hauptamtlich 2025–heute Ina Laukötter (CDU) hauptamtlich

Finanzen Der Verwaltungshaushalt des Kreises betrug 2006 rund 268,2 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt rund 24,5 Millionen Euro.

Partner- und Patenschaften Der Kreis Gütersloh unterhält eine Kreispartnerschaft mit dem Kreis Valmiera in Lettland. Für den Kreis Frankenstein in Schlesien und den Kreis Rosenberg in Westpreußen hat er Patenschaften übernommen. In fast allen Städten und Gemeinden des Kreises bestehen Städtepartnerschaften, -patenschaften und/oder partnerschaftliche Beziehungen zu anderen Städten im In- und Ausland.

Partnerschaften Kreis Gütersloh – Kreis Frankenstein (Schlesien); Kreis Gütersloh – Kreis Rosenberg (Westpreußen); Stadt Rheda-Wiedenbrück – Stadt Frankenstein und Stadt Reichenstein (Schlesien); Stadt Gütersloh – Weinpatenschaft über die Weinstadt Lorch im Rheingau

Partnerschaften (im europäischen Ausland und in Übersee) Kreis Gütersloh – Kreis Valmiera (Lettland) Stadt Borgholzhausen – New Haven / Missouri (USA) Stadt Gütersloh – Châteauroux (Frankreich), Broxtowe (Großbritannien), Grudziądz / Graudenz (Polen), Falun (Schweden) und Rschew (Russland) Stadt Halle (Westf.) – Ronchin (Frankreich) und Valmiera (Lettland) Stadt Harsewinkel – Les Andelys (Frankreich) Gemeinde Herzebrock-Clarholz – Le Chambon-Feugerolles (Frankreich), Steenwijk (Niederlande) Stadt Rheda-Wiedenbrück – Oldenzaal (Niederlande), Palamos (Spanien), Canton Aouda und Canton Adjengré (Togo) Stadt Rietberg – Ribérac (Frankreich) und Glogowek/Oberglogau (Polen) Gemeinde Steinhagen – Woerden (Niederlande), Fivizzano, (Italien) Stadt Verl – Delphos/Ohio (USA) Stadt Versmold – Dobczyce (Polen)

Partnerschaftliche Beziehungen zu ostdeutschen Städten Stadt Borgholzhausen – Lößnitz (Erzgebirge) Gemeinde Langenberg – Neuzelle (Brandenburg) Stadt Rheda-Wiedenbrück – Heiligenstadt (Thüringen) Stadt Schloß Holte-Stukenbrock – Ostritz (Sachsen) Stadt Verl – Annaburg (Sachsen-Anhalt) Stadt Werther (Westf.) – Werther (Thüringen)

Wappen Dem Kreis Gütersloh ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Detmold vom 12. September 1974 das Recht verliehen worden, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke und Parks mini|Schloss Holte Die Burg Ravensberg in Borgholzhausen wurde 1080 von Hermann II. von Calvelage, Graf von Ravensberg, als militärischer Stützpunkt gebaut.

Das Schloss Rheda ist eine der ältesten Wasserburgen Westfalens und liegt mitten in einem historischen Schlossgarten im Flora-Westfalica-Park in Rheda-Wiedenbrück. Weitere Schlösser im Kreis Gütersloh sind das Wasserschloss Tatenhausen, das Wasserschloss Holtfeld, das Jagdschloss Holte und das Schloss Möhler.

Das Peter-August-Böckstiegel-Haus in Werther (Westf.) ist ein authentisch erhaltenes Künstlerhaus, in dem sich das künstlerische Schaffen des Expressionisten Peter August Böckstiegel, seine Natur- und Heimatverbundenheit und seine außergewöhnlich vielfältige Schaffenskraft widerspiegeln.

Außerdem befinden sich im Kreisgebiet viele sehenswerte Parks: der Gartenschaupark Rietberg, der Botanische Garten Gütersloh, die Klosteranlagen in Herzebrock und Clarholz sowie die Flora Westfalica in Rheda-Wiedenbrück.

Theater, Museen und Kunst mini|Theater Gütersloh Neben verschiedenen Heimatmuseen gibt es weitere Museen in der Liste der Museen im Kreis Gütersloh. Das Miele-Museum in Gütersloh widmet sich unter anderem der Geschichte der Waschmaschine, das Stadtmuseum Gütersloh hat neben der stadtgeschichtlichen auch Abteilungen zur Technik- und zur Medizingeschichte, im Westfälischen Kleinbahn- und Dampflokmuseum – vor Ort besser bekannt als „Mühlenstroth“ – sind historische Lokomotiven zu bestaunen. Im Wiedenbrücker Schule Museum wird Kunsthandwerk gezeigt.