Der Alb-Donau-Kreis ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Sitz der Verwaltung des Landratsamtes ist die kreisfreie Stadt Ulm. Der Landkreis bildet zusammen mit dem Landkreis Biberach und dem Stadtkreis Ulm den baden-württembergischen Teil der Region Donau-Iller im Regierungsbezirk Tübingen. mini|Blick übers Donautal bei Ersingen zur Alb Geographie Lage Der Alb-Donau-Kreis hat im Norden Anteil an der Schwäbischen Alb und im Süden an Oberschwaben. Durch das südliche Kreisgebiet fließt die Donau von Südwesten nach Nordosten. Sie betritt bei Obermarchtal das Kreisgebiet und verlässt es bei Erbach (Donau) in Richtung Ulm. Die Höhenlage erstreckt sich von im Schwäbischen Donaumoos auf der Gemarkung von Asselfingen bis auf der Schwäbischen Alb, Gemarkung Westerheim.Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, 70174 Stuttgart: Gemeindehöhen Baden-Württemberg. Stand: 3. Mai 2021.

Orte Im Alb-Donau-Kreis liegen ungefähr 295 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Einzelhäuser und Häusergruppen).

Nachbarkreise Der Alb-Donau-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Esslingen, Göppingen und Heidenheim (alle in Baden-Württemberg), Günzburg und Neu-Ulm (beide in Bayern), an den Stadtkreis Ulm sowie an die Landkreise Biberach und Reutlingen (beide in Baden-Württemberg).

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015. (PDF; 623 kB) In: Destatis.

Naturschutz Naturschutzgebiete

Der Alb-Donau-Kreis besitzt folgende 33 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 23. Dezember 2024 stehen 1.759,99 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 1,30 Prozent.

Ägenberg-Ofenloch: 19,9 ha, Gemeinde Bernstadt und Stadt Langenau Arnegger Ried: 20,3 ha; Stadt Blaustein Blauer Steinbruch: 5,2 ha; Stadt Ehingen (Donau) Bleich: 9,8 ha; Gemeinde Merklingen Braunsel: 40,2 ha; Gemeinden Emeringen und Rechtenstein Breitinger Schönrain: 7,0 ha; Gemeinde Breitingen Ehinger Galgenberg: 19,3 ha; Stadt Ehingen (Donau) Flusslandschaft Donauwiesen zwischen Zwiefaltendorf und Munderkingen: 582,0 ha (davon 568,0 ha im Alb-Donau-Kreis); Gemeinden Emeringen und Lauterach Galgenberg: 8,5 ha; Stadt Laichingen Gedüngtes Ried: 17,4 ha (davon 8,3 ha im Alb-Donau-Kreis); Stadt Ehingen (Donau) Geißrucken: 10,1 ha; Gemeinde Merklingen Guggenbühl: 10,0 ha; Gemeinde Emeringen Hausener Berg-Büchelesberg: 39,4 ha; Gemeinde Allmendingen und Stadt Ehingen (Donau) Heiden im Langen Tal: 30,7 ha; Stadt Laichingen Heiden in Lonsee und Amstetten: 123,0 ha; Gemeinden Lonsee und Amstetten Heuhofer Weg: 11,8 ha; Stadt Ehingen (Donau) Hungerberg: 12,5 ha; Stadt Ehingen (Donau) Hungerbrunnental: 29,9 ha; Gemeinde Altheim Kleines Lautertal: 278,5 ha; Gemeinde Berghülen, Städte Blaubeuren und Blaustein Kuhberg: 9,0 ha; Stadt Laichingen Laichinger Eichberg: 26,5 ha; Stadt Laichingen Langenauer Ried: 79,6 ha; Stadt Langenau und Gemeinde Rammingen Laushalde: 28,2 ha; Stadt Langenau Mönchsteig: 49,9 ha; Gemeinde Nellingen Oberes Schmiechtal: 121,0 ha; Stadt Schelklingen Pfaffenwert: 10,1 ha; Stadt Ehingen (Donau) Rabensteig: 27,0 ha; Stadt Blaubeuren Salenberg: 28,7 ha; Gemeinde Lonsee Sandburr: 10,9 ha; Gemeinde Merklingen Schmiechener See: 50,6 ha; Gemeinde Allmendingen und Stadt Schelklingen Sulzwiesen-Lüssenschöpfle: 20,5 ha; Stadt Ehingen (Donau) Umenlauh: 36,3 ha; Stadt Ehingen (Donau) und Gemeinde Allmendingen Untere Hellebarten: 29,0 ha; Stadt Blaubeuren

FFH-Gebiete

Der Alb-Donau-Kreis hat Anteil an 9 FFH-Gebieten. Nur eines davon liegt komplett im Landkreis, die übrigen acht Schutzgebiete erstrecken sich über die Landkreisgrenzen hinweg in die Nachbarkreise bzw. den Stadtkreis Ulm hinein.

Geschichte Der Alb-Donau-Kreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 im Wesentlichen durch Vereinigung der Landkreise Ehingen und Ulm, einiger Gemeinden des Landkreises Münsingen sowie der Gemeinden Oberbalzheim und Unterbalzheim des Landkreises Biberach gebildet. Einige Gemeinden des Landkreises Ehingen gingen an den Landkreis Biberach, und zwei Gemeinden des Landkreises Ulm gingen an den Landkreis Göppingen (nachdem sie bereits 1971/72 in die Stadt Geislingen an der Steige eingegliedert worden waren).

Am 1. Mai 1974 (Eggingen), am 1. Juli 1974 (vier Gemeinden) und am 1. Januar 1975 (Lehr) wurden Gemeinden in den Stadtkreis Ulm eingegliedert.

Am 1. Juli 1974 wurde der Ort Sontbergen an den Landkreis Heidenheim abgegeben. Er wurde in die Gemeinde Gerstetten eingegliedert.

Die Altkreise Ehingen und Ulm gehen zurück auf die gleichnamigen württembergischen Oberämter, die nach dem Übergang der Gebiete an Württemberg 1802 bzw. 1810 errichtet, danach mehrmals verändert und 1934 in Landkreise umbenannt worden waren. Das frühere Oberamt Blaubeuren ging 1938 fast ganz im Landkreis Ulm auf. Somit besteht der Alb-Donau-Kreis heute aus Gemeinden der ehemaligen Oberämter Biberach, Blaubeuren, Ehingen, Geislingen, Laupheim, Münsingen, Riedlingen und Ulm, deren Herrschaftszugehörigkeit vor 1800 auf den Seiten des jeweiligen Oberamts ausführlich beschrieben ist.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Alb-Donau-Kreis noch 55 Gemeinden, darunter neun Städte (inklusive der Großen Kreisstadt Ehingen (Donau)), und ist damit der Landkreis mit den meisten Gemeinden in Baden-Württemberg. Größte Stadt des Kreises ist Ehingen (Donau), kleinste Gemeinde ist Emeringen.

Einwohnerstatistik Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner 31. Dez. 1973 155.120 31. Dez. 1975 155.694 31. Dez. 1980 160.377 31. Dez. 1985 159.543 25. Mai 1987¹ 160.244 31. Dez. 1990 168.981 Datum Einwohner 31. Dez. 1995 180.309 31. Dez. 2000 185.929 31. Dez. 2005 190.233 31. Dez. 2010 189.670 31. Dez. 2015 192.104 31. Dez. 2020 198.204

Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelische und katholische Kirchenmitglieder im Kreis sinkt jährlich um einen Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 37,3 % der Einwohner katholisch, 26,9 % evangelisch, und 35,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 ergab folgende Sitzverteilung (63 Sitze, vorher 62 Sitze):

Parteien und Wählergemeinschaften %2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 CDU Christlich Demokratische Union41,926 39,124 46,9 27 46,1 30 47,1 30 49,9 30 44,6 28 48,2 26 FW Freie Wähler im Alb-Donau-Kreis24,515 27,1 17 26,8 16 29,3 17 – – – – – – – – Grüne Bündnis 90/Die Grünen12,28 17,9 11 12,9 8 11,2 7 9,0 5 6,7 4 7,2 4 6,4 3 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands10,47 11,3 7 13,5 8 12,7 8 12,3 7 14,2 8 15,1 9 16,8 9 AfD Alternative für Deutschland8,05 1,8 1 – – – – – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei3,02 2,8 2 – – – – – – – – 2,0 1 1,2 0 Linke Die Linke–– – – – – 0,6 0 – – – – – – – – REP Die Republikaner–– – – – – – – 0,8 0 0,7 0 2,0 1 2,5 1 Sonst. Sonstige–– – – – – – – – – – – 0,4 0 0,4 0 WG Wählervereinigungen–– – – – – – – 30,8 18 28,5 17 28,8 17 24,5 15 Gesamt10063 100 62 100 59 100 62 100 60 100 59 100 60 100 54 Wahlbeteiligung64,1 %62,0 %55,7 %58,0 %58,5 %61,4 %73,4 %68,9 %

mini|hochkant|Begrüßungsschild zu Beginn der Gemarkung des Alb-Donau-Kreises

Landräte Die Landräte des Landkreises Ehingen 1938–1972:

Amtszeit Name 1938–1945 Albert Bothner 1945–1946 August Renz (kommissarisch) 1946–1954 Vinzenz Gnann 1955–1972 Wilhelm Tauscher

Die Landräte des Landkreises Ulm 1938–1972:

Amtszeit Name 1933–1945 Otto Barth 1945–1953 Ernst Sindlinger 1953–1966 Wilhelm Dambacher 1967–1972 Wilhelm Bühler

Die Landräte des Alb-Donau-Kreises seit 1973:

Amtszeit Name 1973–1989 Wilhelm Bühler 1989–2005 Wolfgang Schürle 2005–2016 Heinz Seiffert seit 2016 Heiner Scheffold

Kreisfinanzen Der Alb-Donau-Kreis war zum Stichtag 31. Dezember 2016 mit 8,940 Millionen Euro verschuldet (Stand 31. Dezember 2006: 34,3535 Millionen Euro). Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 47 Euro pro Einwohner des Landkreises.Datenquelle: Schuldenstatistik zum 31. Dezember 2016. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2017.

Wappen und Flagge

Die Flaggenfarben des Alb-Donau-Kreises sind Schwarz-Gelb.

Wirtschaft und Infrastruktur Im sogenannten Zukunftsatlas 2016 belegte der Alb-Donau-Kreis Platz 159 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“.

Verkehr Schiene mini|Regional-Express im Bahnhof Munderkingen mini|Das Albbähnle und die Bahnstrecke Amstetten–Gerstetten sind heute Museumsbahnen. Das Kreisgebiet wird durch sechs aktive und zwei im Regelbetrieb stillgelegte Eisenbahnstrecken erschlossen. Im Einzelnen sind dies: die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen, die das Kreisgebiet am längsten durchzieht, im Abschnitt Ulm–Blaubeuren–Schelklingen–Ehingen–Munderkingen–Rechtenstein die Filstalbahn im Abschnitt Ulm–Amstetten die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm im Abschnitt Merklingen–Ulm die Bahnstrecke Aalen–Ulm im Abschnitt Ulm–Langenau–Rammingen (Württemberg) die Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen im Abschnitt Ulm–Erbach die Bahnstrecke Reutlingen–Schelklingen im Abschnitt Schelklingen–Hütten die Bahnstrecke Amstetten–Gerstetten im Abschnitt Amstetten–Schalkstetten, nur Ausflugs- und Museumsverkehr die Bahnstrecke Amstetten–Laichingen in ihrer ganzen Länge von Amstetten (Württemberg) nach Laichingen, im Abschnitt Amstetten-Oppingen nur Museumsverkehr, die Reststrecke bis Laichingen ist abgebaut

Das Kreisgebiet ist in den Verkehrsverbund DING eingegliedert. Von besonderer Bedeutung ist der Anschluss an den Eisenbahnknoten Ulm Hbf, wo ICE-, IC-, EC- und seit 2007 TGV-Verbindungen zu Städten wie Berlin, München, Paris oder Amsterdam abfahren.

Zusammen mit den Nachbarkreisen Biberach, Heidenheim und Stadt Ulm ist die Regio-S-Bahn Donau-Iller in Planung, die einheitliche Bedienstandards und abgestimmte Anschlüsse bieten soll. Die Fertigstellung ist bis 2030 geplant.

Straße mini|hochkant|Der Alb-Donau-Kreis liegt verkehrsgünstig an der A 8, die Alblandschaft entlang der Autobahn wurde bereits im Jahr 1940 vom damaligen Kultusministerium unter Schutz gestellt.

Das nördliche Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 8 Stuttgart–Ulm–München berührt. Durch das nordöstliche Kreisgebiet verläuft die Bundesautobahn 7 Würzburg-Ulm-Kempten. Das Kreisgebiet wird ferner durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die B 10 Stuttgart–Ulm, die B 28 Reutlingen–Ulm und die B 311 Tuttlingen–Ulm.

Radverkehr Durch den Landkreis verlaufen einige Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de: Von Ulm kommend über Dellmensingen Richtung Laupheim