Dies ist eine Liste bedeutender Soziologen, die als Repräsentanten das Fach Soziologie vertreten und durch originelle Beiträge bereichert haben.

A Theodor W. Adorno (1903–1969), herausragender Vertreter der Kritischen Theorie, von 1963 bis 1967 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Jens Alber (* 1947), betreibt empirische Forschung über Sozialpolitik und Sozialstrukturen. Hans Albert (1921–2023), führender Vertreter des Kritischen Rationalismus. Jutta Allmendinger (* 1956), Bildungs- und Arbeitsmarktforscherin, als erste Frau von 1999 bis 2002 Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Margaret S. Archer (1943–2023), britische Kultursoziologin mit internationalem Renommee, von 1986 bis 1990 Präsidentin der International Sociological Association. Raymond Aron (1905–1983), wichtigster französischer Soziologe in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

B

Dirk Baecker (* 1955), Wirtschafts-, Organisations- und Kultursoziologe in der Tradition der Luhmannschen Systemtheorie mit originären Arbeiten zur Management- und Kulturtheorie Hans Paul Bahrdt (1918–1994), Vertreter der ersten Generation der westdeutschen Nachkriegssoziologie mit Forschungsschwerpunkten in der Industrie- und Stadtsoziologie Jean Baudrillard (1929–2007), international angesehener Vertreter des postmodernen Denkens Zygmunt Bauman (1925–2017), mit hohen Preisen ausgezeichneter Theoretiker der Postmoderne Ulrich Beck (1944–2015), Analytiker der Risikogesellschaft und Theoretiker der Zweiten Moderne Howard S. Becker (1928–2023), international anerkannter Kriminal- und Kunstsoziologe Regina Becker-Schmidt (1937–2024), Adorno-Schülerin mit den Arbeitsschwerpunkten kritische Gesellschaftstheorie und Geschlechterforschung Jens Beckert (* 1967), wirtschaftssoziologisch orientierter Theoretiker der gesellschaftlichen Einbettung von Märkten, ökonomischen Handlungen und Institutionen und Träger des Leibniz-Preises. Daniel Bell (1919–2011), führender Theoretiker der postindustriellen Gesellschaft Reinhard Bendix (1916–1991), deutsch-amerikanischer Soziologe in der Tradition Max Webers Johannes Berger, Wirtschaftssoziologe mit originellen Beiträgen zur Moralischen und Politischen Ökonomie Peter L. Berger (1929–2017), führender Vertreter des Sozialkonstruktivismus Peter Blau (1918–2002), Organisationssoziologe und bekanntester Vertreter der Theorie des Tausches (Exchange Theory) Herbert Blumer (1900–1987), prägte den Begriff des symbolischen Interaktionismus Luc Boltanski (* 1940), französischer Soziologe und Sozialkritiker, der eine einflussreiche Untersuchung zum „neuen Geist des Kapitalismus“ vorlegte Karl Martin Bolte (1925–2011), einflussreicher Soziologe der deutschen Nachkriegsgeneration, Analytiker von Gesellschafts- und Arbeitsmarktstrukturen, von 1974 bis 1978 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Tom B. Bottomore (1920–1992), Klassen- und Gesellschaftstheoretiker in der Tradition des westlichen Marxismus, von 1974 bis 1978 Präsident der International Sociological Association Raymond Boudon (1934–2013), Vertreter des methodologischen Individualismus Célestin Bouglé (1870–1940), französischer Soziologe und enger Mitarbeiter Emile Durkheims; verknüpfte in seinem Klassiker Les idées égalitaires Georg Simmels Analysen zur sozialen Differenzierung mit Durkheims sozialer Morphologie. Pierre Bourdieu (1930–2002), herausragender Vertreter einer Soziologie der Praxis und des sozialen Habitus Gerhard Brandt (1929–1987), war von 1974 bis 1982 Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Heinz Bude (* 1954), einer der führenden Vertreter der zeitgenössischen deutschen Soziologie mit öffentlicher Wirksamkeit Michael Burawoy (1947–2025), einer der führenden Theoretiker in der marxistischen Labour Process Debate, seit 2010 Präsident der International Sociological Association Nicole Burzan (* 1971), war von 2017 bis 2019 Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

C Roger Caillois (1913–1978), französischer Soziologe, Mitbegründer des Collège de Sociologie. Robert Castel (1933–2013), Vertreter der soziologischen Exklusionsforschung. Aaron Victor Cicourel (1928–2023), einer der Hauptvertreter der Ethnomethodologie mit einem grundlegenden Werk (Method and Measurement in Sociology) für die sozialwissenschaftliche Methodenlehre. Dieter Claessens (1921–1997), Vertreter einer anthropologisch orientierten Soziologie. Lars Clausen (1935–2010), Pionier der deutschen Katastrophensoziologie, von 1993 bis 1994 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Albert K. Cohen (1918–2014), Begründer der kriminalsoziologischen Subkultur-Theorie. James Samuel Coleman (1926–1995), herausragender Theoretiker der nordamerikanischen Soziologie. Auguste Comte (1798–1857), Mitbegründer und Namensgeber der Soziologie. Charles Cooley (1864–1929), Pionier der nordamerikanischen Soziologie, der das Konzept „The Looking Glass Self“ entwickelte. Lewis Coser (1913–2003), Konfliktsoziologe mit strukturfunktionalistischem Theorieansatz. Colin Crouch (* 1944), Analytiker und Kritiker des Neoliberalismus und der Postdemokratie. Michel Crozier (1922–2013), bekanntester französischer Vertreter der Organisationssoziologie.

D Ralf Dahrendorf (1929–2009), herausragender Vertreter der ersten Generation deutscher Nachkriegssoziologie, von 1967 bis 1970 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Kingsley Davis (1908–1997), Klassiker der Demografie, prägte den Begriff Bevölkerungsexplosion. Georges Davy (1883–1976), französischer Soziologe, Arbeiten zu archaischen Vertragsformen Christoph Deutschmann (1946), Wirtschaftssoziologe mit originären Beiträgen zur neueren Kapitalismusdiskussion. Klaus Dörre (* 1957), kapitalismuskritischer Prekaritätsforscher und Gewerkschaftssoziologe. Émile Durkheim (1858–1917), erster französischer Lehrstuhl-Inhaber für das Fach Soziologie, Begründer der empirischen Soziologie und der Durkheim-Schule.

E Shmuel N. Eisenstadt (1923–2010), israelischer Soziologe mit bedeutenden Beiträgen zur Kultur- und Modernisierungstheorie. Norbert Elias (1897–1990), Begründer der Figurationssoziologie. Jon Elster (* 1940), einer der wichtigsten Vertreter der Theorie der rationalen Entscheidung (Rational Choice-Theorie). Friedrich Engels (1820–1895), entwickelte gemeinsam mit Karl Marx die heute als Marxismus bezeichnete soziale Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie. Gøsta Esping-Andersen (* 1947), hervorgetreten durch international vergleichende Forschungen zum Wohlfahrtsstaat. Hartmut Esser (* 1943), Vertreter deutscher Gegenwartssoziologie mit theoretischen Arbeiten in der Tradition des Kritischen Rationalismus. Amitai Etzioni (1929–2023), amerikanischer Gesellschaftstheoretiker deutscher Herkunft mit wichtigen Arbeiten über den Kommunitarismus. Martin Endreß (*1960), deutscher Pionier in der soziologischen Resilienzforschung, Themenschwerpunkt politische Soziologie und Wissenssoziologie

F Orlando Fals Borda (1925–2008), kolumbianischer Soziologe, Mitbegründer der ersten soziologische Fakultät Lateinamerikas. Thomas Faist (* 1959), Bielefelder Soziologe mit originären Beiträgen zur transnationalen Migration. Adam Ferguson (1723–1816), Mitbegründer der Soziologie, der die Klassenunterschiede aus den Eigentumsverhältnissen der bürgerlichen Gesellschaft begründete. Michel Foucault (1926–1984), dem Poststrukturalismus zuzurechnender Philosoph und Soziologe mit weltweiter Rezeption seiner Werke. Hans Freyer (1887–1969), führender Vertreter der gleichgeschalteten Soziologie im Nationalsozialismus, von 1933 bis 1946 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Gilberto Freyre (1900–1987), bedeutendster Soziologe Südamerikas. Ludwig von Friedeburg (1924–2010), Industrie- und Bildungssoziologe, Direktor des Instituts für Sozialforschung, von 1969 bis 1975 Hessischer Kultusminister. Georges Friedmann (1902–1977), international anerkannter französischer Arbeitssoziologe, von 1956 bis 1959 Präsident der International Sociological Association. Friedrich Fürstenberg (1930–2023), vornehmlich mit vielfach rezipierten Arbeiten zur Industrie- und Religionssoziologie hervorgetreten.

G Harold Garfinkel (1917–2011), Begründer der Ethnomethodologie. Arnold Gehlen (1904–1976), Hauptvertreter der Philosophischen Anthropologie. Theodor Geiger (1891–1952), Begründer der Soziologe (Schichtungssoziologie) in Deutschland. Anthony Giddens (* 1938), als Begründer der Strukturationstheorie einer der namhaftesten zeitgenössischen Theoretiker in der Soziologie. Roland Girtler (* 1941), Vertreter der Kultursoziologie und der „freien Feldforschung“ (teilnehmende Beobachtung und ero-episches Gespräch) Erving Goffman (1922–1982), herausragender Vertreter der Interaktions-Theorie. John Harry Goldthorpe (1935), britischer Gesellschaftsanalytiker und Klassentheoretiker. Johan Goudsblom (1932–2020), Vertreter der Figurationssoziologie in der Nachfolge Norbert Elias’. Alvin W. Gouldner (1920–1980), einflussreicher amerikanischer Vertreter einer kritischen Soziologie in der Tradition von C. Wright Mills und der Frankfurter Schule. Mark Granovetter (* 1943), gilt als einer der Begründer soziologischer Netzwerktheorie; sein Aufsatz zur Bedeutung schwacher Verbindungen in Netzwerken gehört zu den meistzitierten Aufsätzen der Soziologie. Matthias Grundmann (* 1959) Soziologie der Sozialisation, Bildungssoziologie, Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung. Ludwig Gumplowicz (1838–1909), einer der Gründerväter der Soziologie.

H Jürgen Habermas (1929–2026), international bekanntester zeitgenössischer deutscher Soziologe und Philosoph. Alois Hahn (* 1941), namhafter Vertreter der Kultursoziologie. Maurice Halbwachs (1877–1945), mit Marcel Mauss bekanntester Vertreter der Durkheim-Schule. Hartmut Häußermann (1943–2011), führender deutscher Stadtsoziologe. Michael Hartmann (* 1952), führender deutscher Elitesoziologe Frigga Haug (* 1937), Vertreterin der feministischen Soziologie in Deutschland. Arnold Hauser (1892–1978), international anerkannter Vertreter der Kunstsoziologie in der Tradition von Georg Lukács. Eduard Heimann (1889–1967), wichtiger Vertreter der Wirtschaftssoziologie. George C. Homans (1910–1989), Begründer der Rational Choice-Theorie. Axel Honneth (*1949), führender Sozialphilosoph Deutschlands, Vertreter der dritten Generation der Frankfurter Schule. Max Horkheimer (1895–1973), herausragender Vertreter der Kritischen Theorie. Stefan Hradil (* 1946), namhafter Vertreter der Sozialstrukturforschung, von 1995 bis 1998 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Klaus Hurrelmann (* 1944), führender zeitgenössischer Vertreter der Sozialisationsforschung in Deutschland.

I Eva Illouz (1961), französisch-israelische Soziologin mit wegweisenden Forschungen zur Soziologie der Gefühle. Ronald Inglehart (1934–2021), entwickelte eine Theorie des Wertewandels und Gründer des World Values Surveys. Gunther Ipsen (1899–1984), Vertreter der gleichgeschalteten Soziologie im Nationalsozialismus. Joachim Israel (1920–2001), international beachteter Theoretiker einer philosophisch fundierten Soziologie.

J Marie Jahoda (1907–2001), eigentlich Sozialpsychologin, mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnete Mitautorin des soziologischen Klassikers Die Arbeitslosen von Marienthal. Hans Joas (* 1948), erwarb sich internationales Renommee mit seinen Arbeiten zum amerikanischen Pragmatismus und der Soziologie des Krieges.

K Dirk Kaesler (* 1944), zeitgenössischer deutscher Soziologe, mit Arbeiten zur Theoriegeschichte der Soziologie und ihren Klassikern hervorgetreten. Erich von Kahler (1885–1970), bedeutender Kultursoziologe. Franz-Xaver Kaufmann (1932–2024), führender Analyst und Empiriker der Sozialpolitik und des Sozialstaates. Jean-Claude Kaufmann (* 1948), bedeutender Vertreter einer verstehenden Soziologie der Alltagserscheinungen.