Weikersdorf am Steinfelde ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich.

Geografie Weikersdorf am Steinfelde liegt im Süden des Industrieviertels in Niederösterreich. Wie schon der Name sagt, erstreckt sich die Gemeinde in der Ebene des Steinfeldes am Fuße der Hohen Wand. Ihre Fläche umfasst 14,22 Quadratkilometer. 44,84 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden An Weikersdorf grenzen im Norden Bad Fischau-Brunn, im Osten Wiener Neustadt, im Süden St. Egyden am Steinfeld und im Westen Winzendorf-Muthmannsdorf.

Geschichte Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg, die Hauptort für das ganze Nord-Ost-Norikum war.

Später unter den Römern lag das heutige Weikersdorf dann in der Provinz Pannonia.

Weikersdorf wurde 1146 als „Wikkersdorf“ bzw. „Wicherisdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bezeichnung weist auf den althochdeutschen Namen „Wigheri“ (Kampfgenosse) hin, vermutlich der Name des Gründers, Besitzers oder Rodungsführers.Chronik. Auf: Weikersdorf.at. Abgerufen 2. Juli 2011.

Am 1. April 1945 standen russischen Stoßtruppen der 99. Garde-Schützen-Division unmittelbar vor Weikersdorf am Steinfelde. Ein sowjetischer Panzervorstoß wurde von den deutschen Verteidigern abgewehrt. Danach erfolgt sowjetischer Artilleriebeschuss auf die Ortschaft. Dem damaligen Bürgermeister Hermann Laferl gelang die Kontaktaufnahme zu den Russen und er vereinbarte die kampflose Übergabe des Ortes am 2. April 1945.Hans Egger und Franz Jordan: Brände an der Donau. Leopold Stocker Verlag, ISBN 3-7020-1053-X, Seite 184.Friedrich Brettner: Die letzten Kämpfe des II. Weltkrieges im südlichen Niederösterreich. Eigenverlag 1999, ISBN 3-9500669-2-6, Seite 90–91.

Bevölkerungsentwicklung

Durch den Neubau von Genossenschaftswohnungen und Viertelhäusern konnte der Zuzug in den letzten Jahren forciert werden – somit sind im Jahr 2008 rund 1000 Einwohner in dieser schönen Gemeinde beheimatet.

Religion Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 89,7 % der Einwohner römisch-katholisch und 1,2 % evangelisch, 2,7 % sind Muslime, 0,9 % gehören orthodoxen Kirchen an. 4,8 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Weikersdorf am Steinfelde mini|Steinfeldhof

Pfarrkirche Weikersdorf am Steinfelde hl. Jakobus der Ältere: Ursprünglich eine romanische Chorquadratkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, deren Kernsubstanz noch vorhanden ist. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts Bau des Turmes über dem Chorquadrat. Im 15./16. Jahrhundert wurde die Annenkapelle errichtet, die seit 1753 als Sakristei dient. Unter dem Wiener Domherr Franz Zeißler erfolgte 1753 ein Um- und teilweiser Neubau. So wurden unter anderem das dreijochige Langhaus errichtet, der Chor erhöht und der Turm um eine Glockenstube aufgestockt sowie ein barocker Turmhelm aufgesetzt.Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau. Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 2568 f. ISBN 3-85028-365-8. Steinfeldhof: Die Grundkonzeption stammt aus dem Jahre 1146.

Wirtschaft Im Jahr 2001 gab es 32 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und 75 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Nach der Volkszählung 2001 gab es 467 Erwerbstätige am Wohnort, die Erwerbsquote lag bei 49,63 Prozent.

Weikersdorf hat sich zum Zentrum für Betriebsansiedlungen in dieser Region entwickelt. Die ideale Lage am Ortsrand und mit direktem Autobahnanschluss zur A2 (Südautobahn) zeichnen das Industriegebiet der Gemeinde aus.

Öffentliche Einrichtungen In Weikersdorf befindet sich eine Volksschule.

Sport, Freizeit und Tourismus Weikersdorf am Steinfelde hat sich mit vielen Einrichtungen immer mehr als Naherholungszentrum profiliert. Die Gemeinde ist auch für die gemütlichen Heurigenschenken und Gasthöfe bekannt. Weinwanderweg: Als südlichste Weinbaugemeinde von Niederösterreich und letzte Weinbaugemeinde in der Thermenregion NÖ Süd, die entlang der ehemaligen römischen Verbindungsstraße liegt, ist der Weinwanderweg ein besonderes Angebot. markierte Wanderwege im angrenzenden Föhrenwald markierte Radwege markierte Reitwege sportliche Angebote wie beispielsweise Laufstrecke Steinfeld Reitstall Fußballplatz Tennisplätze Rollerbladesbahn Eislaufplatz

Politik

Gemeinderat Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2010: 12 ÖVP, und 3 SPÖ. (15 Mitglieder) 2015: 15 ÖVP, und 4 Unabhängige Liste Weikersdorf. (19 Mitglieder) 2020: 15 ÖVP, 3 Unabhängige Liste Weikersdorf und 1 SPÖ. 2025: 14 ÖVP und 5 Unabhängige Liste Weikersdorf.

Bürgermeister mini|150px|Bürgermeister Manfred Rottensteiner

1945–1980 Hermann Laferl 1980–2005 Franz Laferl (ÖVP, † 2026) seit 2005 Manfred Rottensteiner (ÖVP)

Wappen 150px|links Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In einem grünen Feld, das oben von einem mit einem grünen Föhrenzweig belegten goldenen Schildeshaupt und unten von einem schwarzen mit einem goldenen Kreuz belegten Schildesfuß begrenzt wird, ein goldener Zwerchhof mit geschlossenem Tor.“ Die aus dem Gemeindewappen abzuleitenden Farben der Gemeindefahne sind: Schwarz-Gelb-Grün.

Das Recht zur Führung eines Gemeindewappens wurde der Gemeinde Weikersdorf am Steinfelde vom niederösterreichischen Landtag am 3. Juli 1984 verliehen.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Farnleitner (* 1939), Politiker Greta Freist (1904–1993), österreichische Malerin Elisabeth Markus (1895–1970), Bühnen- und Filmschauspielerin, Hörspielsprecherin Josef Pürzl (1852–1930), Architekt

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Steinfeld Kategorie:Ersterwähnung 1146