Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im März 2003.
Tagesgeschehen
Samstag, 1. März 2003 Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate: Auf dem Gipfel der Arabischen Liga stellt der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate Zayid bin Sultan Al Nahyan einen Plan vor, um den drohenden Krieg im Irak zu vermeiden. Die irakische Führung um Saddam Hussein solle innerhalb von zwei Wochen das Land verlassen. Ankara/Türkei: Im Parlament stimmen 264 Abgeordnete für die Stationierung von etwa Soldaten der Streitkräfte der Vereinigten Staaten auf türkischem Boden als logistische Voraussetzung für deren Krieg im Irak. Damit fehlen zwölf Stimmen zur erforderlichen absoluten Mehrheit und die Stationierung ist abgelehnt. Bagdad/Irak: Hossam Mohammad Amin, der irakische Verbindungsoffizier für die Vereinten Nationen (UN), empfängt zusammen mit dem Präsidentenberater Amer el Saadi den Planungsdirektor der UN-Mission UNMOVIC Dimitris Perrikos. Am Vormittag zerstört das Land vier der etwa 100 Al-Samoud-2-Raketen. Die Vereinigten Staaten sprechen von Täuschung. Berlin/Deutschland: Der Bundesvorsitzende der FDP Guido Westerwelle fordert die Entmachtung der Gewerkschaftsfunktionäre. DGB-Chef Michael Sommer sagt ein Gespräch mit ihm ab. Genf/Schweiz: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet nach zweieinhalb Jahren zähen Ringens ihre Anti-Tabak-Konvention zum weltweiten Kampf gegen das Rauchen. Köln/Deutschland: Am Morgen gibt es die ersten Warnstreiks bei der Deutschen Bahn im Rheinland. Zur dreistündigen Aktion in Köln erscheinen jedoch weniger Streikende als erwartet. Am Vormittag folgen weitere Streiks in Dortmund. Pakistan: Chalid Scheich Mohammed, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, wird unter offenbarer Mithilfe des amerikanischen Geheimdiensts CIA festgenommen. Pjöngjang/Nordkorea: Das Land wirft den Vereinigten Staaten Spionageflüge vor. Die Nachrichtenagentur Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur berichtet, dass das Land bereit für einen Krieg gegen die Vereinigten Staaten ist und mit einem Atomkrieg rechne. Warschau/Polen: Die Regierungskoalition aus Sozialdemokraten (SLD) und der gemäßigten Bauernpartei (PSL) ist gescheitert. Leszek Miller (SLD), der Ministerpräsident bittet den Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski um die Entlassung von Landwirtschaftsminister Jarosław Kalinowski (PSL). Zagreb/Kroatien: Das Land tritt dem Mitteleuropäischen Freihandelsabkommen CEFTA bei. Chiayi/Republik China: Bei einem Unfall der Alishan-Waldbahn sterben 19 Personen, 100 werden verletzt.
Sonntag, 2. März 2003 Irak: Von Bagdad wird der Fund bisher verschollener biologischer Kampfstoffe gemeldet. 157 Bomben vom Typ R-400 mit Milzbranderregern, Aflatoxin (Pilzgiften) oder dem Gift Botulin würden nach Angaben des wissenschaftlichen Beraters Präsident Saddam Husseins, Generalleutnant Amer el Saadi, zurzeit ausgegraben. Acht wurden bereits geborgen. UN-Inspektoren haben bereits Proben genommen. Bis jetzt seien laut irakischen Angaben 1,5 Tonnen des Nervenkampfstoff VX zerstört worden. Irak: Das Land beginnt mit der Zerstörung sechs weiterer Al-Samoud-2-Raketen. Bagdad will nach UNO-Angaben auch erstmals über angeblich vernichtete biologische Kampfstoffe wie etwa Milzbranderreger berichten. London/Vereinigtes Königreich: Die Zeitung Observer berichtet, dass Mitglieder der UN-Sicherheitsrats durch den US-amerikanischen Geheimdienst NSA bespitzelt werden, um das Abstimmungsverhalten zum Irak-Krieg zu überwachen. Pakistan: Der mutmaßliche Al-Qaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed wird Beamten der USA übergeben und ausgeflogen. Dieser Aussage eines ranghohen pakistanischen Beamten widerspricht der pakistanische Innenminister Faisal Saleh Hayat. Von einer Auslieferung könne keine Rede sein. Beobachter glauben, dass der wirkliche Aufenthaltsort noch lange ungeklärt bleiben wird, damit Scheich Mohammed ungestört verhört werden kann. Schleswig-Holstein/Deutschland: In Schleswig-Holstein finden Kommunalwahlen statt. Etwa 2,25 Millionen Wähler waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die CDU löst die SPD als stärkste Kraft ab und kommt laut Stichprobe auf etwa 50,5 % der Stimmen; die SPD stürzt auf 29,5 % ab. Estland: Bei der Parlamentswahl in Estland wird die Estnische Zentrumspartei stärkste Kraft.
Montag, 3. März 2003 Gazastreifen/Palästinensische Autonomiegebiete: Israelische Truppen nehmen bei einer Militäroffensive im Flüchtlingslager Bureidsch im Gazastreifen Mohammed Taha fest, einen der beiden Gründer der Terrororganisation Hamas. Dabei werden acht Palästinenser getötet, darunter zwei Jugendliche und eine schwangere Frau. Indien: Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau ist zu einem sechstägigen Besuch in Indien eingetroffen. Dabei steht der kulturelle und wissenschaftliche Austausch im Mittelpunkt der Reise. London/Vereinigtes Königreich: Die Zeitung The Guardian veröffentlicht einen Bericht, nachdem die USA und Großbritannien ihre Luftangriffe in den Flugverbotszonen des Iraks „dramatisch ausgeweitet“ haben. Die Ziele sollen vor allem Raketensysteme sein, die bei Ausbruch eines Krieges zur Verteidigung des Iraks eingesetzt werden könnten. Niederlande: In 13 Betrieben wird die Geflügelpest nachgewiesen. Die Behörden haben mit der Tötung Zehntausender Haushühner begonnen. Philippinen: Nach Angaben des philippinischen Geheimdienstes war der in Pakistan festgenommene Chalid Scheich Mohammed auch in die Pläne für ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. 1995 bei seinem Besuch der Philippinen verwickelt. Koko/Besse/Nigeria: Auf dem Niger sinkt eine Flussfähre nach einer Fels-Kollision. Bei dem Schiffsunfall starben 89 der über 100 Passagiere.
Dienstag, 4. März 2003 Bayern/Deutschland: Die Gewerkschaften setzen die Warnstreiks bei der Bahn im Freistaat Bayern fort. Vor allem München, Nürnberg und Regensburg waren betroffen. Am Donnerstag sollen die Streiks auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Morgens sollen alle Züge 45 Minuten stehen bleiben. Davao City/Philippinen: Bei der Explosion eines Sprengkörpers auf dem Flughafen der Stadt auf der Insel Mindanao sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Kurze Zeit später kostet in der Nachbarstadt Tagum eine weitere Bombe das Leben eines Menschen. Hannover/Deutschland: Der Niedersächsische Landtag wählt Christian Wulff (CDU) mit 105 von 183 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten. Japanisches Meer: Am Wochenende wurde erstmals seit 1969 ein US-Spionageflugzeug über dem Japanischen Meer von nordkoreanischen MiG-Kampfflugzeugen bedrängt, nachdem es kurzzeitig nordkoreanischen Luftraum verletzt hatte, wie CNN berichtet. Die Kampfflieger kamen bis auf 15 m an den US-Flieger heran. Kinshasa/DR Kongo: In Kongo tritt eine Übergangsverfassung in Kraft. London/Vereinigtes Königreich: Nach Informationen des Daily Telegraphs operieren bereits mehrere tausend britische und US-amerikanische Elitesoldaten im Irak.
Mittwoch, 5. März 2003 Belmopan/Belize: Die Parlamentswahlen finden statt. Cúcuta/Kolumbien: Bei der Explosion einer Autobombe in Cúcuta sterben sieben Menschen. Deutschland: Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) teilt mit, dass am Donnerstag zwischen 6.00 Uhr und 6.45 Uhr alle Lokführer im ganzen Land die Arbeit niederlegen. Die Züge sollen dabei hauptsächlich in Bahnhöfen halten, es könnte aber auch zu einem Stopp auf offener Strecke kommen. Die Züge sollen nicht in Tunneln oder auf Brücken halten. Deutschland: Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder berichtet von einem mit knapp drei Milliarden Euro weit höheren Defizit bei der gesetzlichen Krankenversicherung als erwartet. Guam: Auf dem US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Guam treffen auf Bitten des südkoreanischen Ministerpräsidenten Goh Kun 24 weitere Bomber ein. Israel: In der Stadt Haifa sind bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus mindestens 16 Menschen getötet worden. Katar: Die Organisation der Islamischen Konferenz kommt in Katar zusammen, kann sich jedoch nicht auf eine Entscheidung in Bezug auf die Irak-Krise einigen. Kuwait: Saudi-Arabien verlegt 3.300 Truppen nach Kuwait. Kopenhagen/Dänemark: 37 Regierungen unterzeichnen die „Erklärung von Kopenhagen“ zum Abschluss der Welt-Anti-Doping-Konferenz. Nur diejenigen Länder, die unterschrieben haben, werden in Zukunft bei der Vergabe der Olympischen Spiele berücksichtigt. Philippinen: Die Polizei nimmt neun Verdächtige wegen der Bombenanschläge vom Vortag fest. Vereinigte Staaten: Künstler, die eine kritische Haltung zum drohenden Irak-Krieg vertreten, warnen vor einer „Hexenjagd“ wie zur McCarthy-Ära in den 50er Jahren. Die Schauspielergewerkschaft spricht von einer steigenden Anzahl von Anfeindungen gegenüber bekannten Schauspielern, die sich gegen den Krieg ausgesprochen haben.
Donnerstag, 6. März 2003 Algerien: Bei einem Absturz einer Boeing 737 nach dem Start in Tamanrasset kommen 96 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder ums Leben; ein Passagier überlebt die Katastrophe. Deutschland: Die Gewerkschaft der Lokführer hat den Zugverkehr am Morgen ab 6:00 für 45 Minuten lahmgelegt. Insgesamt waren etwa Züge betroffen und erst nach Stunden waren die Verspätungen wieder eingeholt. Dschabaliya/Palästinensische Autonomiegebiete: Bei einer israelischen Militäraktion im Flüchtlingslager Dschabaliya im Gazastreifen werden mindestens elf Palästinenser getötet. Frankfurt am Main/Deutschland: Die Europäische Zentralbank senkt die Leitzinsen um 0,25 %. Havanna/Kuba: Fidel Castro wird zum sechsten Mal als kubanischer Staatspräsident bestätigt. Nürnberg/Deutschland: Die Bundesanstalt für Arbeit gibt einen weiteren Anstieg der Arbeitslosen bekannt. Insgesamt waren im Februar 4,7 Millionen arbeitslos, 83.100 mehr als im Januar. Peking/China: Beim Nationalen Volkskongress werden weit reichende Reformen angekündigt. Die Planungskommission, die für die Umsetzung der Fünfjahrespläne verantwortlich ist, soll abgeschafft werden. Eine Kommission zur Regulierung des Bankenwesens soll eingerichtet werden. Die Familienplanungskommission soll Strategien zur weiteren Bevölkerungsentwicklung erforschen. Rio de Janeiro/Brasilien: Während des Karnevals zwischen Samstag und Dienstag wurden auf den Straßen von Rio de Janeiro 90 Morde gezählt. Vereinigtes Königreich: Laut der Zeitung Daily Express soll es ab 13. März einen heftigen Luftangriff auf den Irak geben. Der 17. März wird als Termin für die Invasion von Bodentruppen genannt.
Freitag, 7. März 2003 New York/Vereinigte Staaten: Im UN-Sicherheitsrat äußert sich Hans Blix grundsätzlich positiv über den Verlauf der Inspektionen im Irak. Die USA, das Vereinigte Königreich und Spanien wollen eine letzte Frist bis zum 17. März einräumen. Prag/Tschechische Republik: Václav Klaus tritt eine Woche nach seiner Wahl sein Amt als neuer Präsident an. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die US-Regierung fordert von einer Reihe von Ländern, darunter Deutschland und Schweden, die Ausweisung irakischer Diplomaten. Als Grund gibt sie Spionage an. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: In einem Gutachten des Kongresses der Vereinigten Staaten wird eine Summe von 24 Milliarden US-Dollar für einen Angriff auf den Irak genannt. Palermo/Italien: Die Carabinieri konnte das Versteck von Salvatore Rinella, einem ranghohen Mitglied der Cosa Nostra ausfindig machen und ihn verhaften.
Samstag, 8. März 2003 Gaza/Palästinensische Autonomiegebiete: Ibrahim Makadma, einer der führenden Mitgliedern der radikalen Hamas-Organisation wird zusammen mit drei Begleitern in einem Auto von der israelischen Armee mit einem Hubschrauberangriff durch Raketenbeschuss getötet. Dabei wurden mindestens sechs weitere verletzt. Indien: Wie die indische Nachrichtenagentur UNI berichtet, haben Separatisten der Befreiungsfront von Assam im Nordosten des Landes den Tank einer Ölraffinerie und eine Pipeline in die Luft gesprengt.