Die Evangelisch-methodistische Kirche (Abkürzung in Deutschland und Österreich: EmK, in der Schweiz: EMK; ) ist eine Kirche in der wesleyanischen Tradition. Sie steht auf dem Boden der Reformation und für ihre Theologie waren anglikanische, lutherische, herrnhutische und gemäßigt-calvinistische Einflüsse bestimmend.Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. Freikirchen, pfingstlich-charismatische Bewegungen und weitere unabhängige Gemeinden, christliche Sekten, Neuoffenbarer, Neuoffenbarungsbewegungen und Neureligionen, esoterische und neugnostische Weltanschauungen und Bewegungen, religiöse Gruppen und Strömungen aus Asien, Anbieter von Lebenshilfen und Psycho-Organisationen. Im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD hrsg. von Hans Krech, Matthias Kleiminger. 6., neu bearb. und erw. Auflage. Gütersloher Verl.-Haus, Gütersloh 2006, ISBN 3-579-03585-1, S. 108. In Deutschland und der Schweiz versteht die EmK sich als Freikirche.EmK in der VEF und EMK im Dachverband Freikirchen und christliche Gemeinschaften Schweiz, beide abgerufen am 25. Oktober 2023. Es besteht volle Kirchengemeinschaft mit den Evangelischen Landeskirchen. Kirchengemeinschaft bedeutet, dass die beteiligten Kirchen die Ämter, Amtshandlungen und Sakramente der jeweils anderen Kirche in vollem Umfang anerkennen.Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Kirchenkanzlei der Evangelischen methodistischen Kirche (Hrsg.): Handreichung zur Kirchengemeinschaft zwischen EKD und EmK. (PDF; 1,7 MB) In: emk.de, März 2017, abgerufen am 16. November 2025. In Gottesdiensten am 20. und 21. Januar 1990 in der evangelisch-methodistischen Friedenskirche in Zwickau und der evangelischen Marienkirche in Berlin wurde die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft gemeinsam öffentlich erklärt und vollzogen.
Sie ist eines von 80 Mitgliedern im Weltrat methodistischer Kirchen, einer Gemeinschaft von eigenständigen Kirchen in der wesleyanischen Tradition. Angehörige der Evangelisch-methodistischen Kirche werden ebenso wie Angehörige anderer methodistischer Kirchen als Methodisten bezeichnet.
Verbreitung Die Evangelisch-methodistische Kirche ist die mitgliederstärkste der methodistisch geprägten Kirchen. Am stärksten vertreten ist sie in den Vereinigten Staaten, wo sie hinter der Southern Baptist Convention die zweitgrößte protestantische Kirche darstellt. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist weltweit sehr unterschiedlich.
Region /Zentralkonferenz Kirchenglieder Veränderung 1998 2008 Nordeuropa und Eurasien 19 110 15 560 −3 550 −19 % Mittel- und Südeuropa 22 218 16 162 −6 056 −27 % Deutschland 39 800 33 364 −6 436 −16 % Philippinen 66 901 201 344 +134 443 +201 % Zentralafrika 128 016 374 090 +246 074 +192 % Kongo 630 697 1 090 863 +460 166 +73 % Westafrika 316 825 1 636 815 +1 319 990 +417 % Vereinigte Staaten 8 363 584 7 774 420 −589 164 −7 % Total 9 587 151 11 142 618 +1 555 467 +16 %
Quelle der Statistik: 2010 State of the Church: Membership
Die Evangelisch-methodistische Kirche unterscheidet zwischen Kirchengliedern (bekennenden Gliedern) und Kirchenangehörigen (getauften Gliedern)The Book of Discipline 2016 of The United Methodist Church. The United Methodist Publishing House. Nashville, TN 2016, Artikel 4.. Kirchenglieder sind getaufte Religionsmündige, die anlässlich ihrer Taufe oder eines Aufnahmegottesdienstes in einer vorgeschriebenen liturgischen Form ihren Glauben vor der Gemeinde bekannt und ihren Zugehörigkeitswillen ausgesprochen haben. Kirchenangehörige sind alle, die getauft wurden, jedoch (noch) kein Aufnahmeritual durchlaufen haben (hauptsächlich Kinder von Kirchengliedern).
mini|hochkant=1.25|Neues Logo (seit dem 22. Nov. 2008) der EmK in Deutschland mini|hochkant=0.833|Logo der EmK in der Schweiz (bis 2008 auch in Deutschland und bis 2013 auch in Österreich In: emk.at (letztes Memento mit dem alten Logo). Das neue Logo ist ab dem nachweisbar. verwendet), intern scherzhaft „Spalt-Tablette“ genannt
In Deutschland zählte im Jahr 2022 die EmK 44.816 Mitglieder und AngehörigeZahlen der Evangelisch-methodistische Kirche (Deutschland). In: emk.de, 31. Dezember 2022, abgerufen am 12. Juni 2024. in 417 Gemeinden mit 304 Pastoren.Evangelisch-methodistische Kirche, 2002-2022, Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, Website fowid.de (2005–2026, abgerufen am 25. Februar 2026) Hauptsächlich vertreten ist die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland vor allem im Raum Stuttgart sowie in Teilen Südwestsachsens (West-, Mittelerzgebirge und Sächsisches Vogtland).
In der Schweiz waren es zur gleichen Zeit etwa 4.500Die EMK in der Schweiz. In: umc-cse.org, August 2022, abgerufen am 12. Juni 2024. und in Österreich knapp 1.500 Mitglieder.Basisinformationen. In: emk.at, abgerufen am 12. Juni 2024. Der Anteil der EmK-Mitglieder an der Schweizer Gesamtbevölkerung betrug 0,17 % (1970), 0,09 % (1980), 0,15 % (1990), 0,12 % (2000)Stefan Schweyer: Kontextuelle Kirchentheorie. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2007, ISBN 978-3-290-17439-2, S. 35. und 0,06 % (2019). In der Schweiz ist die EmK überwiegend in den Kantonen mit reformierter Tradition vertreten, mit Schwerpunkten im Raum Basel, Aargau, Zürich, Bern, Berner Oberland, Biel und Lausanne. Die Mitgliederzahl nahm im Laufe der Jahrzehnte stark ab: Von zwanzigtausend Mitgliedern im Jahr 1970Jörg Stolz u. a. (Hrsg.): Phänomen Freikirchen. Analysen eines wettbewerbsstarken Milieus (= CULTuREL. Band 5). Pano-Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-290-22025-9, S. 40. auf fünftausend im Jahr 2019.
Organisation Die Evangelisch-methodistische Kirche ist lokal und weltweit stark in einem Verbundsystem vernetzt (Konnexionalismus, englisch Connection), im Gegensatz zu anderen Freikirchen, die die Leitung durch Älteste (Presbyterianismus) oder die Selbständigkeit der Gemeinden (Kongregationalismus) betonen.
Die Legislative der internationalen Kirche üben die so genannten Konferenzen aus, die über Glaubens- und Verwaltungsfragen bis hin zur Kirchenverfassung und Kirchenordnung der Gesamtkirche entscheiden. Das Wort „Konferenz“ wird sowohl in seinem engeren Sinn (Zusammenkunft zum Besprechen von Angelegenheiten, ähnlich einer Synode) als auch in der Bedeutung als ständige Einrichtung und in einer räumlichen Bedeutung verwendet.
Das oberste Gremium bildet die Generalkonferenz (GK), die alle vier Jahre tagt. Sie ist für alle ausgesprochen gesamtkirchlichen Angelegenheiten zuständig. Die Zentralkonferenzen (ZK), die meist das Gebiet mehrerer (Jährlicher) Konferenzen umfassen, wurden im 20. Jahrhundert außerhalb der Vereinigten Staaten eingeführt. Zentralkonferenzen haben das Recht, die Kirchenordnung in einem gewissen Rahmen lokalen Gegebenheiten anzupassen. (Die Kirchenverfassung gilt überall in gleicher Weise.) Die Vereinigten Staaten sind in Jurisdiktionen aufgeteilt, die auf der gleichen Ebene wie die Zentralkonferenzen stehen. Die geographische Aufteilung der Länder auf Zentralkonferenzen ist historisch gewachsen. Die territorialen Gebiete der Jährlichen Konferenzen (JK) umfassen Distrikte mit jeweils einer größeren Anzahl von Bezirken. Stimmrecht in einer JK haben wenige Delegierte. Die JK sind die grundlegenden Körperschaften in der Kirche. Den Distrikten stehen Superintendenten vor.Karl Steckel, C. Ernst Sommer (Hrsg.): Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Weg, Wesen und Auftrag des Methodismus unter besonderer Berücksichtigung der deutschsprachigen Länder Europas. Christliches Verlagshaus, Stuttgart 1982, ISBN 3-7675-7496-9, S. 280, 285. Die unterste Ebene besteht aus den Bezirkskonferenzen (BK), die je nach Gemeindegröße eine oder mehrere Gemeinden umfassen. Sie sind für die gesamte kirchliche Arbeit und alle kirchlichen Einrichtungen ihres Bezirks verantwortlich. Die Zusammensetzung der Bezirkskonferenzen (BK) ist in den Zentralkonferenzen von Deutschland und von Mittel- und Südeuropa unterschiedlich geregelt; Stimmrecht haben in den BK nicht alle Glieder des Bezirks, sondern einige gewählte Glieder.
Die Jährlichen Konferenzen, die Zentralkonferenzen sowie die Generalkonferenz sind paritätisch, das heißt zu gleichen Teilen aus Laiendelegierten und hauptamtlichen Geistlichen, zusammengesetzt, wobei die Laiendelegierten jeweils von der nächst unteren Ebene gewählt werden. Die Bischöfe haben in den jeweiligen Konferenzen immer nur ein einfaches Stimmrecht, leiten diese eher moderierend und können in ihrer Funktion als Repräsentanten der Kirche nur die von den Konferenzen demokratisch erarbeiteten Standpunkte vertreten.
Die Pastorinnen/Pastoren (in der Schweiz Pfarrerinnen/Pfarrer) sind nicht von der Gemeinde, sondern von der übergeordneten Konferenz angestellt. Sie erhalten vom jeweiligen Bischof/Bischöfin jährlich eine Dienstzuweisung auf einen Gemeindebezirk, den sie dementsprechend in unregelmäßigen, meist mehrjährigen Abständen wechseln. Im deutschsprachigen Raum erfolgt ihre Ausbildung in der Regel an der Theologischen Hochschule Reutlingen.
Die Evangelisch-methodistische Kirche verzichtet auf den Einzug von Kirchensteuern. Sie finanziert sich allein durch freiwillige Beiträge ihrer Mitglieder.
Die Jurisdiktional- und Zentralkonferenzen mini|hochkant=1|Ein Gebäude der EmK in Zürich Die Kirche ist in den USA in fünf Jurisdiktionalkonferenzen organisiert: Northeastern, Southeastern, North Central, South Central and Western.
Außerhalb der Vereinigten Staaten ist die Kirche in Zentralkonferenzen (ZK) gegliedert, die organisatorisch auf der gleichen Ebene wie die Jurisdiktionalkonferenzen stehen. ZK Afrika: Angola, Botswana, Burundi, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Südsudan, Uganda ZK Deutschland: Deutschland ZK Kongo: Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Sambia, Tansania ZK Mittel- und Südeuropa: Albanien, Algerien, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Tschechien, Tunesien, Ungarn ZK Nordeuropa und Eurasien: Dänemark, Estland, Finnland, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, Moldau, Norwegen, Russland, Schweden, Tadschikistan, Ukraine, Usbekistan, Belarus ZK Philippinen: Philippinen ZK Westafrika: Elfenbeinküste, Guinea, Liberia, Nigeria, Senegal, Sierra Leone
Jährliche Konferenzen im deutschen Sprachraum Zentralkonferenz Deutschland, amtierender Bischof ist Werner PhilippBischof Werner Philipp D.Min. Werner Philipp wurde am 13. Februar 2025 bei der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Würzburg-Himmelspforten zum Bischof gewählt. In: emk.de, abgerufen am 7. März 2026. Norddeutsche Jährliche Konferenz mit den Distrikten Berlin, Essen und Hamburg in den Bundesländern Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie teilweise Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (96 Gemeinden) Ostdeutsche Jährliche Konferenz mit den Distrikten Dresden und Zwickau in den Bundesländern Sachsen sowie teilweise Sachsen-Anhalt und Thüringen (116 Gemeinden) Süddeutsche Jährliche Konferenz mit den Distrikten Nürnberg, Reutlingen, Stuttgart, Heidelberg in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie teilweise Hessen und Nordrhein-Westfalen (242 Gemeinden)
Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa,Evangelisch-methodistische Kirche in Mittel- und Südeuropa. In: umc-cse.org, abgerufen am 12. Juni 2024. amtierender Bischof ist Stefan ZürcherKirchenleitung. Evangelisch-methodistische Kirche Schweiz, abgerufen am 12. Juni 2024.. Jährliche Konferenz Ungarn (45 Gemeinden) Jährliche Konferenz Österreich (9 Gemeinden) Jährliche Konferenz Tschechien (27 Gemeinden) und Slowakei (15 Gemeinden) Jährliche Konferenz Polen (37 Gemeinden) Jährliche Konferenz Schweiz/Frankreich mit Frankreich (20 Gemeinden), Schweiz (133 Gemeinden) und Nordafrika Jährliche Konferenz Bulgarien (37 Gemeinden) Jährliche Konferenz Serbien und Montenegro (18 Gemeinden) und Makedonien (13 Gemeinden) Strukturell direkt dem Bischof unterstellt sind: