Meppen ist die Kreisstadt des Landkreises Emsland und eine selbständige Gemeinde im Westen des Landes Niedersachsen, nahe der Grenze zu den Niederlanden.
Geografie Geografische Lage mini|Die Höltingmühle markiert die Hasemündung Meppen liegt im Zentrum des Emslandes an der Mündung der Hase in die Ems.
Naturräumlich befindet sich Meppen im Norddeutschen Tiefland in der Dümmer-Geestniederung.
Längs der Flussläufe von Ems und Hase erstrecken sich schmale Talsandgebiete, welche vielerorts überdeckt sind durch Dünen. Diese sind heute größtenteils durch Aufforstung mit Nadelbäumen bewaldet.
Im Nordosten des Stadtgebietes hat Meppen Anteil an Ausläufern des Geestrückens Hümmling, im Südosten am Lingener Land.
Das Stadtzentrum befindet sich 18 Kilometer östlich der niederländischen Grenze. Die Stadt Lingen (Ems) liegt Luftlinie 20 Kilometer südlich, die Stadt Papenburg 45 Kilometer nördlich.
Durch das Gebiet der Stadt Meppen verlaufen in Ost-West-Richtung die Europastraße E 233 – in diesem Streckenabschnitt als Bundesstraße 402, in Nord-Süd-Richtung die Bundesautobahn A 31 und die Bundesstraße 70.
Meppen wird von einer Kulturroute des Europarats, nämlich der Straße der Megalithkultur berührt.
Stadtgliederung mini|Meppen in den Grenzen vom 1. Juli 1967 – Nummerierung der Stadtteile innerhalb der Kernstadt – Grau: Bebaute Fläche (Stand 2006).
Am 1. Juli 1967 schlossen sich die Stadt Meppen und die Gemeinde Vormeppen auf freiwilliger Basis zusammen. Heute sind diese beiden ehemaligen Gemeinden überwiegend zusammengewachsen, eine Abgrenzung ist kaum noch möglich. Die so gebildete „Kernstadt“, also ohne die am 1. März 1974 eingemeindeten Ortsteile, gliedert sich in folgende Stadtteile:
Die Altstadt ist der historische Stadtkern unmittelbar südlich des Zusammenflusses von Ems und Hase. Sie ist umgeben vom Stadtwall, einem Relikt der ehemaligen Stadtbefestigung, heute eine baumbestandene Promenade. Im Zentrum der Altstadt befindet sich der Marktplatz und auf diesem freistehend das historische Rathaus. In unmittelbarer Nähe des Rathauses befindet sich östlich die Gymnasialkirche, etwas weiter entfernt südlich die Propsteikirche. Traditionell ist der Marktplatz und seit den 1980er Jahren zunehmend auch die westliche Altstadt geprägt vom Einzelhandel. Die nördliche Altstadt dominieren Banken und Behörden, am Ostrand befindet sich das Windthorst-Gymnasium, während der Südosten vom Krankenhaus Ludmillenstift eingenommen wird. Direkt an der Ems liegen außerhalb des Stadtwalls ein Campingplatz sowie das Emsbad (Frei- und Hallenbad). Esterfeld liegt im Westen der Kernstadt am linken Emsufer und ist durch rege Bautätigkeit vor allem in den 1960er und 1970er Jahren zum Stadtteil mit den meisten Einwohnern geworden. Feldkamp/Helter Damm ist ein Wohngebiet im Südosten der Kernstadt, das seit Mitte der 1980er-Jahre als Neubaugebiet ausgebaut wird. Die Kuhweide südlich der Altstadt wurde ab Ende der 1950er-Jahre bebaut – nach der Eindeichung des Überschwemmungsgebietes der Ems und dem Bau eines Schöpfwerkes. Die Neustadt liegt am rechten Hase- und Emsufer im Nordosten der Kernstadt. In der Neustadt befinden sich der Bahnhof Meppen und die Kreisverwaltung des Landkreises Emsland. 2013 wurde in der Fußgängerzone Bahnhofstraße die Einkaufspassage MEP eröffnet. Seit 2024 wird sie von der Lindhorst-Gruppe zum Ems-Quartier (EQM) umgebaut, einem gemischt genutzten Stadtquartier mit rund 23.000 Quadratmetern Fläche für Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Fitness sowie Kultur und Bildung. Der Umbau begann im Oktober 2025; im September 2026 wurde Richtfest gefeiert. Die Eröffnung ist für Sommer 2027 vorgesehen. Nödike befindet sich im Süden der Kernstadt links des Dortmund-Ems-Kanals. Hier befindet sich das größte Gewerbegebiet der Stadt. Schleusengruppe im Süden der Kernstadt liegt gegenüber von Nödike rechts des Dortmund-Ems-Kanals. Die Siedlung ist benannt nach der Schleusengruppe aus der Kleinen Schleuse Meppen und der Großen Schleuse Meppen.
Am 1. Juli 1970 wurde ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Groß Fullen mit damals etwa 20 Einwohnern eingegliedert. Infolge der Gemeindereform gehören seit dem 1. März 1974 die am 1. Juli 1970 aus den bis dahin bestehenden Gemeinden Groß Fullen (teilweise), Klein Fullen, Rühle und Versen neu gebildete Gemeinde Emslage ohne Rühlerfeld und Rühlermoor sowie die Dörfer Apeldorn, Bokeloh, Borken, Helte, Hemsen, Holthausen, Hüntel, Schwefingen und Teglingen zur Stadt Meppen.
mini|Gliederung Meppens – Nummerierung der 1974 eingemeindeten Ortsteile
Apeldorn (745) Bokeloh (1.247) Borken (518) Groß Fullen (1.220) Klein Fullen (351) Helte (619) Hemsen (792) Holthausen (153) Hüntel (267) Rühle (1.343) Schwefingen (387) Teglingen (715) Versen (1.678) (in Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2021)
Nachbargemeinden Meppen grenzt an folgende Städte und Gemeinden: die Stadt Haren (Ems) im Norden, die Gemeinden Stavern und Klein Berßen im Nordosten, die Stadt Haselünne im Osten, die Gemeinde Geeste im Süden und die Gemeinde Twist im Westen.
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Stadtgebiet von Meppen liegt hydrologisch im Flusssystem der Ems.
Die Ems ist der prägende Fluss der Stadt und des Emslandes und zentral für die regionale Hydrologie. Bei Meppen mündet die Hase als bedeutender rechter Nebenfluss in die Ems.
Der Dortmund-Ems-Kanal ist eine Bundeswasserstraße und in Meppen mit der Ems verbunden. Kurz vor der Mündung der Hase nimmt diese den Kanal auf. Südlich von Meppen verläuft er in einem künstlichen Bett, nördlich wird überwiegend der ausgebaute Emslauf genutzt.
Neben Ems und Hase gehören kleinere Fließgewässer, Altarme, Gräben sowie Stillgewässer zur Oberflächenstruktur, darunter Wesuweer Schloot, Goldbach, Papenbuschgraben, Bullerbach sowie Seen wie der Versener Heidesee, Dreiecksee und ehemalige Baggerseen. Weitere Gewässer im Umfeld sind u. a. Nordradde, Helter Beeke und Teglinger See.
Zum Stadtgebiet zählen mehrere Moor- und Feuchtgebiete mit hoher ökologischer Bedeutung: das Naturschutzgebiet Esterfelder Moor (NSG WE 301; FFH-Gebiet), das Naturschutzgebiet Rühler Moor (NSG WE 256), das Wesuweer Moor/Südliche Versener Moor (NSG WE 267) sowie ein Teil des Hochmoors Tinner Dose (NSG WE 177).
Entlang der Emsauen bestehen zudem Auenwälder, Röhrichte und Feuchtgrünland, etwa in Versen, Teglingen, Esterfeld und RühleFFH-Gebiet 293 Esterfelder Moor bei Meppen, abgerufen am 14. Dezember 2025.
Viele Moorflächen wurden seit dem 18. und 19. Jahrhundert durch Entwässerung, Flussbegradigung und Torfabbau stark verändert.
In Meppen entstehen hydrologische und ökologische Herausforderungen vor allem durch Hochwasserereignisse der Flüsse Ems und Hase mit möglichen Gefährdungen für Infrastruktur, Siedlungsbereiche und Anlagen wie Klärwerke, durch Veränderungen der Moor- und Feuchtgebietsökologie, die durch Wasserstandsveränderungen, Trockenphasen und historische Entwässerung beeinflusst werden und durch Belastungen und Schutzbedarf in Auenlandschaften und naturschutzfachlich relevanten Habitaten wie dem Natura-2000-Gebiet der unteren Haseniederung (NSG WE 294). Diese Herausforderungen werden durch lokale, regionale und überregionale Maßnahmen im Hochwasserrisikomanagement sowie im Naturschutz adressiert.
In Meppen wird sowohl direkt vor Ort als auch im weiteren Umland konkret hydrologisch-ökologisch gearbeitet, um Gewässerdynamik zu verbessern, naturnahe Lebensräume wiederherzustellen und Risiken wie Hochwasser zu reduzieren.
Untergrundverhältnisse Meppen liegt im flachen Emsland innerhalb der Norddeutschen Tiefebene und ist geomorphologisch durch die Eiszeiten des Pleistozäns geprägt. Die Landschaft besteht überwiegend aus quartären Lockersedimenten wie Sand, Kies, Schluff und organischen Ablagerungen, die während der Saale- und Weichsel-Kaltzeit durch Schmelzwasser und Wind abgelagert wurden. Gletscher bedeckten das Gebiet nicht vollständig, formten jedoch weite Sand- und Kiesflächen sowie Dünen; in Senken entstanden nach den Eiszeiten Moore und Niedermoore.
Die Flüsse Ems und Hase prägten mit ihrem geringen Gefälle eine Flusslandschaft mit Mäandern, Altwässern und Terrassensanden. Festgestein tritt an der Oberfläche nicht auf. Unter den quartären Schichten folgen ältere Sedimente, unter anderem aus der Kreidezeit, die in großer Tiefe Erdöl- und Erdgasvorkommen enthalten.
Hydrogeologisch gehört Meppen zum norddeutschen Lockergesteinsgebiet. Die eiszeitlichen Sedimente bilden gut durchlässige Porengrundwasserleiter; Niederschläge sind die zentrale Quelle der Grundwasserneubildung im Grundwasserkörper „Hase-Lockergestein Rechts“. Oberflächennahe Aquifere liegen meist 1–5 m unter Gelände, während sandige und kiesige Schichten bis in mehrere zehn Meter Tiefe den Hauptgrundwasserleiter bilden. In der Umgebung wird zudem Grundwasser aus etwa 42–55 m Tiefe gewonnen, das nach unten durch tonige Schichten begrenzt ist.
Nordöstlich des Stadtgebietes von Meppen befindet sich das Wasserschutzgebiet Meppen-Kossentannen (Gebietskennung 03454035101) mit einer Fläche von ca. 12 km².
Klima In Meppen herrscht ein gemäßigtes Seeklima vor, das durch Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusst wird. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur an der Station Meppen 8,9 °C und es fallen etwa 740 mm Niederschlag. Die tiefsten Temperaturen werden zwischen Dezember und Februar, die Höchstwerte werden im Juli und August erreicht.
Geschichte Vorgeschichte mini|Großsteingrab „Der Steinerne Schlüssel“ in Apeldorn Der Wohnplatz von Meppen-Nödike stammt aus der späten Altsteinzeit. In Emslage befindet sich der mesolithische Wohnplatz von Meppen-Emslage. In Apeldorn steht das neolithische Großsteingrab „Der Steinerne Schlüssel“. Es bildet die Station 13 der Straße der Megalithkultur und ist unter der Sprockhoff-Nummer 852 registriert. In Teglingen wurde der Grabhügel von Meppen-Teglingen der jungneolithischen Einzelgrabkultur ausgegraben. Eine Siedlung der vorrömischen Eisenzeit wurde im Ortsteil Esterfeld ausgegraben.
Namensherkunft Es wurde verschiedentlich versucht, den Namen Meppen herzuleiten.
Eine Erklärung führt den Namen Meppen auf das altsächsische Wort Mappe oder Meppe zurück, das Mund und davon abgeleitet auch Mündung bedeutet haben soll. Da bis zum Mittelalter die Hase in drei Armen in die Ems mündete, lag die dortige Ansiedlung „an den Mündungen“. In einer in lateinischer Sprache abgefassten Urkunde vom 30. Mai 946, mit welcher König Otto der Große dem Kloster Corvey für Meppen Markt- und Bannrechte verlieh, ist von Meppiun die Rede. Dies kann im Altsächsischen als Dativ Plural des oben genannten Meppe aufgefasst werden und würde dann (Ort an) den Mündungen bedeuten.Hermann Abels: Zur Abstammung emsländischer Ortsnamen. In: Heimatkalender 1926, Kreis Meppen, Meppen 1926, S. 20.Alexander Geppert: Meppen. Abriß einer Stadtgeschichte. Stadt Meppen, Meppen 1951, S. 14–15.
Eine andere Erklärung leitet den Namen Meppen von Mepelte ab, einer alten niederdeutschen Bezeichnung für den Feldahorn, der im Siedlungsgebiet heimisch gewesen sein könnte.Hermann Wenker: Meppen und seine Bürger in alter Zeit. 3. Auflage, Gels, Meppen 1978, S. 9.
Spätestens seit dem 13. Jahrhundert wird in Urkunden und auf Karten durchgängig der Name Meppen gebraucht.
Der Ort Meppen (Illinois) in den USA wurde nach Meppen benannt.Carola Alge: Kleiner Punkt auf der Landkarte sorgt für Staunen. In: Meppener Tagespost vom 24. September 2011, S. 20.
Mittelalter und Frühe Neuzeit