mini|Flagge von Mecklenburg mini|Karte von Mecklenburg (1815–1934)

Mecklenburg [], mecklenburgisch Mäkel(n)borg [], ist ein Landesteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Jahrhundertelang war Mecklenburg eine reichsunmittelbare Herrschaft mit eigener Geschichte und Kultur. Die größten Städte Mecklenburgs sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Wismar und Güstrow. Der in Mecklenburg gelegene Müritz-Nationalpark ist der größte im Binnenland gelegene Nationalpark Deutschlands.

Name Im Altsächsischen bedeutete mikil „groß“, im 10./11. Jahrhundert war das Wort Mikilinborg („große Burg“) gebräuchlich. Der Name bezieht sich auf die Burg Mecklenburg. Im Mittelalter wurde daraus mittelniederdeutsch Mekelenborch, später deutsch Mecklenburg. Im Renaissance-Humanismus wurde entsprechend der an eine griechische Übersetzung angelehnte Name Megalopolis für Mecklenburg gebildet, das entsprechende Adjektiv war Megapolitanus für „mecklenburgisch“.

Das Wort Mecklenburg wird in der Umgangssprache der meisten Regionen wie [] oder Meeklenburch ausgesprochen. Das „e“ wird lang gesprochen (dies ist als deutschlandweite korrekte Aussprache des e zu verstehen; siehe: das CK im Norden) und das „g“ wie ein palatales „ch“. Die Veränderung des g im Auslaut ist ein Überrest niederdeutscher Phonologie.

Im mecklenburgischen Platt gebraucht man hingegen den alten sächsischen Namen Mękelnborg.

Geographische Lage mini|hochkant|Lage Mecklenburgs im heutigen Deutschland anhand der bis 2012 bestehenden Landeskirche Mecklenburgs

Mecklenburg grenzt im Westen an Schleswig-Holstein, im Süden an Niedersachsen und Brandenburg und im Osten an Vorpommern. Natürliche Grenzen bilden im Norden die Mecklenburger Bucht, im Westen die Lübecker Bucht und zum Teil Trave mit Dassower See, Wakenitz, Ratzeburger See und Schaalsee, im Südwesten die Elbe und im Osten die drei Flüsse Recknitz, Trebel und Peene sowie Großer und Kleiner Landgraben.

Politische Grenzen mini|Mecklenburg und Vorpommern mit den heutigen Kreisgrenzen

Für die Kreisgebietsreform 1994 gab es Planungen, die alte Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern mit den neuen Landkreisen möglichst exakt wiederherzustellen; sie wurden aber nicht umgesetzt. Mit der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 näherte man sich wieder etwas stärker den historischen Grenzen an, ohne den genauen Verlauf nachzubilden.

Der Landesteil Mecklenburg wird heute durch folgende Verwaltungseinheiten abgebildet: Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Rostock Kreisfreie Stadt Rostock Kreisfreie Stadt Schwerin

Auch der Landkreis Vorpommern-Rügen hat einen Anteil an Mecklenburg. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befinden sich Teile Vorpommerns. So verläuft die regionale Grenze heute durch Vorpommern-Rügen, dessen westlicher kleinerer Teil inklusive des Stadtteils Ribnitz von Ribnitz-Damgarten historisch zu Mecklenburg gehört. Und sie teilt den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in etwa ein Viertel vorpommersches Gebiet (südlicher Teil des früheren Landkreises Demmin) und drei Viertel mecklenburgisches Gebiet (größter Teil der Altkreise Müritz, Mecklenburg-Strelitz und die vormals kreisfreie Stadt Neubrandenburg).

Wappen mini|Siebenfeldriges mecklenburgisches Wappen. Jedes Feld symbolisiert einen Hauptherrschaftsteil des mecklenburgischen Staates: das Herzogtum Mecklenburg, die Fürstentümer (ehemaligen Bistümer) Schwerin und Ratzeburg, die Grafschaft Schwerin sowie die Herrschaften Rostock, Werle und Stargard. mini|Mecklenburger Wappen, Bleiglasfenster in der ehemaligen Reichsbahndirektion Schwerin

Blasonierung:

Herzogtum Mecklenburg: Auf goldenem Grunde ein schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maule und ausgestreckter roter Zunge; auf dem Kopfe silberne Hörner und eine goldene Lilienkrone. Herrschaft Rostock: Auf blauem Grunde schreitend ein goldener Greif mit ausgestreckter Zunge und aufgehobener rechter Vorderklaue. Fürstentum Schwerin/Bistum Schwerin: Ein quer geteiltes Feld; in der oberen blauen Hälfte ein goldener Greif, in der unteren silbernen Hälfte ein grünes Viereck. Fürstentum Ratzeburg/Bistum Ratzeburg: Auf rotem Grunde stehend ein silbernes Kreuz mit goldener Krone. Herrschaft Stargard: Auf rotem Grunde ein silberner weiblicher Arm mit goldenem Ringe zwischen Daumen und Zeigefinger. Fürstentum Wenden/Herrschaft Werle: Auf goldenem Grunde ein schrägliegender Stierkopf mit silbernen Hörnern und goldener Lilienkrone, aber mit geschlossenem Maule. Grafschaft Schwerin: Der quer geteilte Mittelschild; die obere Hälfte rot, die untere golden. Das Wappen wird von einem Stier und einem Greif gehalten und ist mit der Königskrone geschmückt. Der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz führt Wappen und Titel mit dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin gemeinschaftlich.

Die mecklenburgischen Landesfarben sind blau, gelb, rot oder alternativ blau, weiß, rot und gelb/gold.

Bevölkerung und Fläche Mecklenburg hat eine Fläche von 15.721 Quadratkilometer. Es gehörte bis 1945 zu den am dünnsten besiedelten deutschen Landschaften. Im Mai 1939 lebten dort 910.826 Einwohner (58 Einwohner je Quadratkilometer). Im Jahr 2012 lebten auf dem Gebiet des heutigen Landesteils Mecklenburg insgesamt ca. 1,16 Millionen Menschen (Rostock und Schwerin sowie die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Ludwigslust-Parchim, Rostock und Nordwestmecklenburg zusammen).

Größte Städte:

mini|Am Strand von Warnemünde, Stadtteil von Rostock, der größten Stadt und Regiopole Mecklenburgs Stadt/Gemeinde Landkreis Einwohner Rostock kreisfreie Stadt Schwerin kreisfreie Stadt Neubrandenburg Mecklenburgische Seenplatte Wismar Nordwestmecklenburg Güstrow Rostock Waren (Müritz) Mecklenburgische Seenplatte Neustrelitz Mecklenburgische Seenplatte Parchim Ludwigslust-Parchim Bad Doberan Rostock Ludwigslust Ludwigslust-Parchim Hagenow Ludwigslust-Parchim Boizenburg/Elbe Ludwigslust-Parchim Grevesmühlen Nordwestmecklenburg Teterow Rostock Bützow Rostock Kühlungsborn Rostock Malchin Mecklenburgische Seenplatte Neustadt-Glewe Ludwigslust-Parchim Malchow Mecklenburgische Seenplatte Friedland Mecklenburgische Seenplatte

Landschaft Winter bei Burg Schlitz|mini mini|Südmecklenburg

Mecklenburg gehört zur Norddeutschen Tiefebene, die in zwei aufeinander folgenden Eiszeiten durch Bewegung der bis zu 1000 Meter dicken Gletscher geformt wurde, und hat Anteil an der Ostseeküste. Vorgelagert sind die Insel Poel und die Halbinsel Fischland, deren Fortsetzungen Darß und Zingst zu Vorpommern gehören. Entsprechend seiner großräumlichen Zugehörigkeit besteht Mecklenburg zu weiten Teilen aus Flachland. Dieses Flachland gestaltet sich durch viele Moränenzüge und Seen. Die Müritz ist der größte vollständig in Deutschland liegende See. Weitere große Seen sind der Plauer See und der Schweriner See. Wichtige Flüsse in Mecklenburg sind die Warnow, die Recknitz, die Tollense und die Elde, bei Boizenburg und bei Dömitz grenzt Mecklenburg an die Elbe. In Richtung der Baltischen Seenplatte verläuft ein schwach ausgeprägter Höhenzug, der die Wasserscheide zwischen Elbe und Ostsee bildet.

Die höchsten Erhebungen sind die Helpter Berge (ca. 179,2 m ü. NHN) und die Ruhner Berge (176,8 m ü. NHN). Der Müritz-Nationalpark liegt im Gebiet von Mecklenburg und ist Deutschlands größter Nationalpark im Binnenland.

Besondere Landschaften Feldberger Seenlandschaft Lewitz Mecklenburgische Seenplatte Müritz Nebel (Fluss) Sternberger Seengebiet

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte Der Name Mecklenburg („Mikelenburg“) taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Er bezeichnete damals die slawische Burg Mecklenburg (Wiligrad) im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar und bedeutet so viel wie „Große Burg“. Der Name übertrug sich in der Folgezeit auf ein hier beheimatetes Geschlecht slawischer Fürsten (Könige), dann auf das von ihnen beherrschte Gebiet.

Mittelalter mini|Landesgrenzen von Mecklenburg um 1300 (grün: Fürstentum Werle von 1314–1316)

Im frühen Mittelalter war Mecklenburg von Slawen besiedelt. Das Herrschaftsgebiet der slawischen Fürsten (Könige) zu Mecklenburg geriet ab 1160 (zunächst unter den Sachsen) in deutschrechtliche Lehnsabhängigkeit, und es begann die dauerhafte Eingliederung Mecklenburgs in das Heilige Römische Reich, die nur durch die Zeit dänischer Besetzung von 1180 bis 1227 unterbrochen wurde. So erhielt Obodritenfürst Pribislav 1167 die Terra Obodritorum (außer Grafschaft Schwerin) als Vasall des sächsischen Herzogs Heinrich des Löwen zurück und nahm den christlichen Glauben an.

Ab 1200 zogen deutsche Siedler aus Westfalen, Niedersachsen, Friesland und Holstein ins Land. Um 1219 tritt erstmals der Stierkopf als mecklenburgisches Wappen auf. Von den 56 in Mecklenburg existierenden Städten wurden 45 in der Zeit der deutschen Ostsiedlung gegründet.

Heinrich Borwin II. konnte im Konflikt mit den dänischen König Waldemar II. nach der gewonnenen Schlacht bei Mölln im Jahr 1225 und den resultierenden Vertrag von Bardowick Mecklenburg von der dänischen Vorherrschaft befreien.

Die Erste Mecklenburgische Hauptlandesteilung erfolgte nach dem Tode Heinrich Borwins II. im Jahre 1226. Es entstanden die Fürstentümer Mecklenburg, Werle, Parchim-Richenberg und Rostock. Das Fürstentum Werle wurde im Jahr 1436 nach mehreren Teilungen als letztes Teilfürstentum aufgelöst. Die Auflösung der beiden anderen Fürstentümer erfolgte bereits 1256 (Parchim) bzw. 1312 (Rostock). Nach dem Tod Heinrichs II. von Mecklenburg im Jahr 1329 wurde das Fürstentum Mecklenburg im Jahr 1352 unter seinen Söhnen in die Linien Mecklenburg-Stargard und Mecklenburg-Schwerin geteilt. Ab dem Jahr 1348 wurde Mecklenburg unter Albrecht II. als Herzogtum reichsunmittelbares Territorium. Unter Heinrich dem Dicken wurde Mecklenburg 1471 nochmals ein einheitliches Herzogtum. Durch neue Teilungen erfolgte die Trennung in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow. Zwischen 1276 und 1375 gab es Änderungen der äußeren Landesgrenzen. Von 1276 bis 1292 kam Wesenberg an die Mark Brandenburg, dafür gelangte um 1300 die Herrschaft Stargard in die Hand der Mecklenburger. Stadt und Land Grabow fielen 1320 an Mecklenburg und 1375 kam Dömitz zu Mecklenburg.

Im hohen Mittelalter lag Mecklenburg im Einflussbereich der Hanse. Nachdem unter Führung Lübecks Ende des 13. Jahrhunderts die deutsche Hanse entstanden war, schlossen sich schon bald die mecklenburgischen Städte Rostock und Wismar dem mächtigen Handelsbündnis an. Zusammen mit Lübeck und den pommerschen Städten Stralsund und Greifswald sowie einigen kleineren Städten bildeten sie das so genannte Wendische Quartier der Hanse.