mini|400px|Zeitleiste der Generationen des iMac
Der iMac ist ein vom US-amerikanischen Unternehmen Apple entwickelter und produzierter Computer. Grundsätzliche Idee des iMacs war ein sogenanntes „All-in-one“-Gehäuse mit möglichst einfacher Bedienbarkeit für eine technisch weniger versierte Zielgruppe. Mit diesem Gerät knüpfte Apple an frühere, in den 1980er-Jahren produzierte Rechner an, in denen Rechner und Minibildschirm in einem Gerät integriert waren.
Das „i“ in iMac Das „i“ in iMac hat, laut Keynote von 1998, folgende Bedeutungen: internet, individual, instruct (instruieren, anleiten), inform (informieren) und inspire (inspirieren).Keynote-Ausschnitt auf YouTube, Ausschnitt von der Keynote 1998, auf der der iMac vorgestellt wurde. Es wurde in den folgenden Jahren zum Präfix vieler Apple-Produkte, vom MP3-Player iPod über den Laptop iBook bis zum Smartphone iPhone.
Erste Generation (1998) mini|iMac G3 (1998) Primäres Merkmal der ersten iMac-Generation war das halbdurchsichtige (semitransparente) Gehäuse aus Polycarbonat, in dem Bildschirm und PC samt Lautsprechern integriert waren. Die externe Tastatur und kreisrunde Maus hatten das gleiche Design. Er wurde am 7. Mai 1998 vorgestellt und am 15. August 1998 ausgeliefert. Der Preis in Deutschland betrug bei der Markteinführung 2.999 DM (bzw. in den USA 1.299 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer), was heute, inflationsbereinigt, rund Euro (in den USA Dollar exkl. Steuer) entspräche.
Es wurde auf alle Schnittstellen verzichtet, bis auf das zu dieser Zeit noch nicht weit verbreitete USB in der Version 1.2 mit maximal 12 Mbps. Abgesehen davon war neben Kopfhörer- und Mikrophonbuchse noch ein Modem- und ein FastEthernet-Anschluss eingebaut, womit das Ziel, einen Rechner für das „Surfen im Internet“ anzubieten, erreicht wurde. Ungewöhnlich war der Verzicht auf ein integriertes Diskettenlaufwerk (externe Laufwerke konnten ab dem Jahr 2000 separat erworben werden) und auf die vormals in allen Apple-Modellen vorhandene SCSI-Schnittstelle. Die eingebaute Festplatte und das eingebaute CD-ROM-Laufwerk waren per IDE angeschlossen, zum Datenaustausch gab es Netzwerk und USB-Schnittstelle. Disketten und Peripheriegeräte von vorherigen Macs, wie per ADB angeschlossene Tastaturen und Mäuse oder Drucker über RS-422, konnten nicht mehr genutzt werden und mussten durch USB-Hardware ersetzt werden.
Bei den ersten beiden Revisionen gab es auf der Hauptplatine einen Steckplatz („Mezzanine Slot“), der von Apple nur für Tests der Hauptplatinen vorgesehen war und nicht offiziell propagiert wurde. Die deutsche Firma Formac fand heraus, dass es sich dabei um einen vollwertigen PCI-Steckplatz handelte, und brachte passende Erweiterungskarten (iPro RAID und iPro RAID TV mit SCSI bzw. SCSI + TV-Tuner) heraus. Bei der dritten Revision des iMacs wurde die entsprechende Buchse nicht mehr verbaut, konnte aber laut einem Artikel der Computerzeitschrift c’t nachträglich aufgelötet werden. Grundsätzlich waren die iMacs somit etwas schlechter nachrüstbar als Notebooks. Der Austausch der RAM-Module war einfach, der Einbau einer Festplatte mit größerer Kapazität hingegen schwierig, da das Gehäuse nicht leicht zu öffnen war.
Aufsehen erregte vor allem das Design des iMacs. Das erste Modell kam in der Farbe „Bondi Blue“ auf den Markt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Computer meist in einem neutralen Beige, Grau oder Schwarz produziert worden, fast alle in quaderförmigen, kantigen Gehäusen. Apple präsentierte nun einen „bunten“, kugelartigen und durchsichtigen Computer und erweiterte kurz danach die Palette um weitere Farben bis hin zu einem mit einem Blumendekor bedruckten Gehäuse.
Der iMac-Designer Jonathan Ive löste mit dem bunten und transluzenten (durchscheinenden, halbdurchsichtigen) Gehäuse einen Trend in der Computerindustrie aus. Das halbdurchsichtige Gehäuse des ersten iMacs hat viele Designer inspiriert, ähnliche Entwürfe für eine Vielzahl von Computern und deren Peripheriegeräte zu machen. Bei Komponenten wie Mäusen, Modems und Routern wurde durchsichtig und bunt schick, und das nicht nur für den Mac-Markt. Allerdings sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass es bereits vor dem iMac schon Computer gab, die farbiges, transluzentes Material für das Gehäuse verwendet haben. Beispiele hierfür sind die PC-Server Primergy 300 und Primergy 500 von Siemens-Nixdorf sowie die PC-Familie Scenic Pro, ebenfalls von Siemens-Nixdorf. Die Produkte wurden u. a. wegen des innovativen Materialeinsatzes bereits 1996 mit dem iF product design award „Top Ten – Selection of the 10 best designs“ (Primergy 300) bzw. 1997 mit dem iF product design award 1997 „Best of category“ (Scenic Pro) ausgezeichnet.
Auf der Apple Expo, der hauseigenen Messe des Herstellers, wurde der iMac immer wieder ein Überraschungsprodukt. Mit der Idee einer einfachen Installation des Rechners und der benutzerfreundlichen Möglichkeit, das Internet auf einfache Weise zu nutzen, meldete sich Apple – mit großem Erfolg – zurück auf dem Konsumentenmarkt, den das Unternehmen lange vernachlässigt hatte. Der iMac war der Beginn des kommerziellen Comebacks der Firma Apple.
Der Journalist und Autor Steven Levy beschrieb den neuen iMac in Newsweek, Ausgabe 131/1998: Ein Stück Hardware, der Science-Fiction-Schimmer mit dem kitschigen Spleen eines Cocktailschirmes vermischt (A piece of hardware that blends sci-fi shimmer with the kitsch whimsy of a cocktail umbrella).Walter Isaacson, Great Innovators: Benjamin Franklin, Einstein Steve Jobs. ISBN 978-1-4516-7760-7, Simon and Schuster, 2011, S. 355. In Englisch
Revision A Der erste iMac, erhältlich ab dem 15. August 1998, wurde anfangs nur in der Farbe „Bondi Blue“ angeboten. Wie auch Revision B wird er, weil später diese Farbe durch andere ersetzt wurde, auch so bezeichnet. Er hatte einen G3-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 233 MHz, einen 15-Zoll-Röhrenmonitor (CRT), eine ATI-Rage-IIc-Grafikkarte mit 2 MB SDRAM-Grafikspeicher, ein CD-Laufwerk, zwei USB-Schnittstellen, ein Modem, Ethernet 10/100, eine Festplatte mit einer Kapazität von 4 GB und ab Werk 32 MB PC-100-SDRAM. Die Auflösung des Bildschirms betrug maximal 1024×768, wobei die Bildschärfe bei dieser Auflösung oftmals kritisiert wurde.
Auf der Hauptplatine befand sich ein „Mezzanine Slot“ genannter PCI-Slot; das CD-Laufwerk war ein Schubladenlaufwerk, wie es in Notebooks zu finden war. Außerdem verfügte der iMac noch über eine Infrarot-Schnittstelle.
Modellpflege (Revision B) Am 17. Oktober 1998 erschien die erste überarbeitete Version des iMac, die sich nur durch eine bessere Grafikkarte, einer ATI Rage Pro mit 6 MB RAM, vom Vorgängermodell unterschied.
Modellpflege (Revision C) Mit der am 5. Januar 1999 erschienenen Version wurde ein deutlicher Schritt vollzogen. Der iMac hatte nun einen mit 266 MHz getakteten G3-Prozessor und eine ATI Rage Pro Turbo mit 6 MB RAM. Der „Mezzanine Slot“ war nicht mehr aufgelötet und die Infrarotschnittstelle wurde weggelassen. Der iMac war nun in fünf verschiedenen, neuen Farben erhältlich: „Strawberry“ (Rosa), „Blueberry“ (Blau), „Lime“ (Tiefgrün), „Grape“ (Violett) und „Tangerine“ (Orange).
Modellpflege (Revision D) Am 14. April 1999 wurde mit Revision D die Taktfrequenz des G3-Prozessors auf 333 MHz angehoben.
Modellpflege (iMac DV) mini|iMac G3 mit Slot-In-CD-Laufwerk Mit dem iMac DV („Digital Video“) ab dem 5. Oktober 1999 wurde ein weiterer großer Schritt vollzogen. Dies war nun das erste Modell mit einer FireWire-Schnittstelle, einem DVD-Laufwerk und dem neuen iMovie von Apple, geeignet zur Bearbeitung digitaler Videos von Videokameras beziehungsweise Geräten basierend auf dem MiniDV-Standard. Ferner wich das alte Schubladenlaufwerk einem Slot-In-Laufwerk. Außerdem konnte man erstmals eine WLAN-Karte von Apple nachrüsten. Das neue Hardwaredesign konnte durch Ausnutzen der freien Konvektion nun auf Lüfter verzichten, die Prozessoren wurden passiv über Kühlkörper gekühlt.
Neben dem iMac DV gab es eine ähnliche, aber billigere Variante, die nur in der Farbe „Blueberry“ erhältlich war. Der G3-Prozessor war statt mit 400 MHz mit 350 MHz getaktet, zudem fehlte die FireWire-Schnittstelle und es war ein Slot-In-CD-ROM-Laufwerk verbaut. Beide hatten als Grafikkarte eine ATI Rage 128 VR mit 8 MB RAM. Der Arbeitsspeicher wurde auf 64 beziehungsweise 128 MB erhöht. Zu den bisherigen Farben kam eine „Special Edition“ des iMac DV in „Graphite“ genanntem Grau.
Modellpflege (2000/2001) Die am 19. Juli 2000 erschienenen iMacs hatten nun alle ein DVD-ROM-Laufwerk, eine neuere ATI Rage 128 Pro mit 8 MB RAM und bis auf das billigste Modell einen FireWire-Anschluss und nachrüstbares WLAN. Außerdem wurden die verfügbaren Gehäusefarben geändert in „Graphite“ (Grau), „Ruby“ (Rubinrot), „Snow“ (undurchsichtiges Weiß), „Indigo“ (Dunkelblau) und „Sage“ (Hellgrün). Das billigste Modell mit 350 MHz gab es nur in der Farbe „Indigo“, die anderen hatten einen 400, 450 und 500 MHz getakteten G3.
Mit den ab dem 22. Februar 2001 angebotenen Modellen wurden die Gehäusefarben wieder geändert. Neben den bewährten „Graphite“ und „Indigo“ wurden nun mit den Mustern „Blue Dalmatian“ und „Flower Power“ bedruckte iMacs angeboten. Die CPU-Taktfrequenz wurde auf 400, 500 und 600 MHz erhöht, bei allen Modellen wurde allerdings statt des DVD-ROM-Laufwerks nun ein CD-Brenner eingebaut, das billigste Modell wiederum ausschließlich in Indigo bekam sogar nur ein CD-ROM-Laufwerk. Alle Modelle ab 500 MHz hatten zudem nun eine ATI Rage 128 Ultra mit 16 MB als Grafikkarte.
Am 18. Juli 2001 erschien dann die letzte Revision der ersten Generation, mit dem gleichen Röhrenmonitor und Abmessungen wie Revision A. Die G3-Prozessoren waren nun mit 500, 600 und 700 MHz getaktet, die Grafik bei allen die ATI Rage 128 Ultra und der Arbeitsspeicher 64, 128 oder 256 MB. Das teuerste Modell wurde bereits im Januar 2002 zugunsten der neuen iMac-Generation eingestellt, die anderen Modelle waren noch als billige Alternative bis März 2003 erhältlich.
Zweite Generation (2002, PowerMac4,x/6,x) mini|iMac G4 (2002)
Das erfolgreiche Design wurde im Januar 2002 komplett ersetzt. Die Vielfarbigkeit wich einem schlichten Weiß. Der Röhrenmonitor wurde durch einen an einem dreifach beweglichen Arm (Goose Neck) befestigten Flüssigkristallbildschirm (LCD) ersetzt, in dessen halbkugelförmigem Fuß sich der gesamte Computer samt Netzteil, Festplatte, Schnittstellen und optischem Laufwerk befindet. Vorher erdachte Ideen, den gesamten Rechner in der Vertikalen im Gehäuse eines Flachbildschirms unterzubringen, wurden beim iMac G4 aus technischen Gründen verworfen, beim iMac G5 letztendlich aber trotzdem umgesetzt. Das ursprüngliche iMac-Design wurde im eMac fortgeführt. Die zweite Generation wurde mit Prozessorgeschwindigkeiten zwischen 700 MHz und 1,25 GHz angeboten. Die Größen der LC-Bildschirme begannen bei 15 Zoll und endeten mit für damalige Verhältnisse sehr großen 20 Zoll.
Dritte Generation (2004/2005) Seit der dritten Generation befindet sich der eigentliche Rechner komplett hinter dem Flachbildschirm.
Revision A (PowerMac8,1) Am 31. August 2004 wurde der neue „iMac G5“ (später als Rev A bezeichnet) auf der Messe „Apple Expo“ in Paris vorgestellt. Ab Mitte September desselben Jahres wurde das Gerät ausgeliefert. Das Design wurde erneut völlig verändert: Der Computer befindet sich nun zusammen mit dem LC-Display (17″ und 20″) in einem Gehäuse und ist mit jeweils einem 64-Bit-G5 bestückt. Obwohl auch das optische Laufwerk und das Netzteil integriert sind, ist dieser neue iMac nur 5,5 cm dünn.
Technisch basiert der iMac G5 (Rev A) auf dem damals neuen U3lite/Shasta-Chipsatz, der auch im (Basismodell) Power Mac G5 „Late 2004“ mit Einzelprozessor eingesetzt wurde. Die Revision A ist bekannt für etwas lautere Lüfter, die Apple allerdings im Rahmen der Garantiefrist ersetzte (Lüfter und/oder Platine). Es wurden Festplatten mit 80 GB oder 160 GB verbaut. Als Grafikausgang wurde Mini-VGA eingesetzt.