In der Vierschanzentournee sind vier Skisprung-Weltcupveranstaltungen zusammengefasst, die seit 1953 jährlich um den Jahreswechsel in Deutschland und Österreich stattfinden. Die Tournee zählt neben den Olympischen Spielen, den Nordischen Skiweltmeisterschaften und dem Skisprung-Weltcup zu den prestigeträchtigsten Wettbewerben des Skispringens.

Die 74. Auflage fand vom 28. Dezember 2025 bis 6. Januar 2026 statt.

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] } ] Vorläufer der Vierschanzentournee ist das seit 1921/22 im heutigen Garmisch-Partenkirchen durchgeführte Neujahrsspringen – der erste Sieger sprang dabei 76 Meter weit. Die Idee zu einem Springen auf vier verschiedenen Schanzen an mehreren kurz hintereinander liegenden Tagen wurde im Jahr 1949 von Mitgliedern der Skiclubs Partenkirchen und Innsbruck entwickelt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg noch keine Teilnahme ausländischer Springer in Deutschland und deutscher Springer im Ausland möglich war, musste die Umsetzung der Idee zu einer solchen Tournee jedoch bis ins Jahr 1952 verschoben werden, wobei nur deutsche und österreichische Austragungsorte einbezogen werden konnten.

Am 17. Mai 1952 wurde anlässlich eines Nachtspringens auf der Seegrube oberhalb Innsbrucks die „Deutsch-Österreichische Springertournee“ begründet; Gründungsväter waren Toni Glos, Emmerich Pepeunig (Innsbruck), Beppi Hartl, Franz Rappenglück (Partenkirchen), Andi Mischitz, Fred Triebner (Bischofshofen) sowie Alfons Huber und Xaver Kaiser (Oberstdorf).Beilage zur Vierschanzentournee in der TV Movie vom Dezember 2003/Januar 2004.

Die drei Stationen Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen standen von Anfang an als Austragungsorte fest. Um eine Parität zwischen Deutschland und Österreich zu erreichen, wurde ein zweiter deutscher Austragungsort gewünscht. Der SC Partenkirchen (SCP) wurde daher von den Tournee-Organisationen beauftragt, einen solchen zu finden. Zunächst wurden Berchtesgaden, Füssen und Oberammergau in Betracht gezogen. Diese Städte bzw. Orte hatten bereits Erfahrungen mit der Austragung von Skisprungwettbewerben auf den schon vorhandenen Skisprungschanzen. Das bedeutete, dass dort keine neuen Schanzen nötig wurden und der SCP nicht für die Organisation zuständig gewesen wäre. Andererseits gab es auch große Überschneidungen des Einzugsgebiets der Zuschauer mit dem von Partenkirchen. Der SCP befürchtete daher Einnahmeverluste. Deshalb entschied man sich für Oberstdorf als zweiten deutschen Standort.

Die offizielle Gründung der „Deutsch-Österreichischen Springertournee“ (kurz: die Tournee) erfolgte am 14. Dezember 1952 im Posthotel in Partenkirchen.

1950er Jahre: Die ersten Tourneen Saison Sieger19531953/541954/551955/561956/571957/581958/591959/601960/611961/621962/631963/641964/651965/661966/671967/681968/691969/701970/711971/721972/731973/741974/751975/761976/771977/781978/791979/801980/811981/821982/831983/841984/851985/861986/871987/881988/891989/901990/911991/921992/931993/941994/951995/961996/971997/981998/991999/002000/012001/022002/032003/042004/052005/062006/072007/082008/092009/102010/112011/122012/132013/142014/152015/162016/172017/182018/192019/202020/212021/222022/232023/242024/252025/26

Die erste Tournee ist die Einzige, die innerhalb eines Kalenderjahres ausgetragen wurde. Sie startete am 1. Januar 1953 mit dem Neujahrsspringen in Partenkirchen. 20.000 Zuschauer kamen zum ersten Springen, bei dem insgesamt 50 Springer an den Start gingen: außer vielen Deutschen und Österreichern auch vier Springer aus Jugoslawien, vier aus Schweden, drei aus Norwegen und drei aus der Schweiz.

Sieger des Neujahrsspringens war Asgeir Dølplads aus Norwegen mit Sprüngen von 78,5 und 80 Meter. Am 4. Januar fand dann das zweite Springen in Oberstdorf statt, das von Erling Kroken aus Norwegen gewonnen wurde, bevor es dann am 6. Januar zum Dreikönigsspringen nach Innsbruck ging, wo der Österreicher Sepp Bradl siegte. Das letzte Springen der Tournee 1953 wurde am 11. Januar in Bischofshofen ausgetragen. Mit Halvor Næs siegte erneut ein Norweger. Gesamtsieger der ersten Deutsch-Österreichischen Tournee wurde der Österreicher Sepp Bradl vor den Norwegern Halvor Næs und Asgeir Dølplads.

Der Zuschauerzuspruch war groß, obwohl nicht die gesamte Weltspitze teilnahm und beispielsweise die gesamte starke finnische Mannschaft fehlte. Die Einnahmen für die austragenden Skiclubs waren hoch und das Lob der Athleten über die Organisation enorm. Viele Sportler schwärmten bei den folgenden Großveranstaltungen von der neugeschaffenen Tournee, und so wurden weitere Springer darauf aufmerksam. Nur kurze Zeit nach Beendigung der Tournee 1953 wurde mit der Planung der nächsten begonnen. Der Ablauf sollte diesmal aber geändert werden. Das Neujahrsspringen in Partenkirchen sollte erhalten bleiben, allerdings nicht mehr als Auftaktspringen, sondern als zweites Springen. Das Auftaktspringen wurde nach Oberstdorf verlegt und fand von da an immer am 29. oder 30. Dezember statt. Somit begann die Tournee 1953/54 im alten und endete im neuen Jahr. Das Springen am Bergisel in Innsbruck wurde auf den 3. oder 4. Januar vorgezogen, und das Dreikönigsspringen fand von nun an als Abschluss der Tournee in Bischofshofen statt.

In den folgenden Jahren stieg die Bedeutung der Tournee als wichtigste Veranstaltung im Skisprungkalender. Das Teilnehmerfeld wurde immer stärker und das Zuschauer- und Medieninteresse nahm stetig zu. So wurde das Neujahrsspringen bereits im Jahr 1956 in der ARD übertragen. Ein Jahr später übertrug die ARD alle Springen der Tournee, was wiederum den Bekanntheitsgrad in Deutschland weiter steigerte. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete auch der erste Podestplatz eines deutschen Springers bei der Tournee 1956/57, als Max Bolkart den dritten Platz belegte.

Die 6. Tournee 1957/58 wurde in Abwesenheit der starken Norweger (Trainingsprobleme im Vorfeld der Tournee) und Finnen (Vorbereitung auf die Nordischen Skiweltmeisterschaften 1958 in Lahti) von Helmut Recknagel aus Steinbach-Hallenberg (DDR) vor zwei Springern aus der UdSSR gewonnen. Es war der erste Gesamtsieg für einen Springer aus Deutschland. Recknagel wiederholte den Sieg bei der Tournee 1959 und der Tournee 1961. Bei der Tournee 1959/60 konnte mit Max Bolkart auch der erste Bundesdeutsche einen Gesamtsieg feiern, abwesend waren die Springer der DDR, aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Norwegen und Finnland.

Flaggenstreit Bei der achten Auflage 1959/60 kam es zum ersten großen Eklat in der noch jungen Geschichte der Tournee. Die Bundesrepublik Deutschland erkannte die ab dem 1. Oktober 1959 von DDR-Sportlern verwendete, auch als „Spalterflagge“ bezeichnete Flagge der Deutschen Demokratischen Republik nicht an und verbot ihnen den Start unter diesem Staatsemblem. Die Springer und Betreuer des Nationalteams der DDR bestanden jedoch auf dem Hissen ihrer Nationalflagge bei sportlichen Veranstaltungen. Da dies nicht zugelassen wurde, nahmen die DDR-Springer zunächst an den Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen nicht teil. Ein Start auf den Schanzen in Innsbruck und Bischofshofen war zunächst geplant, da die Österreicher keine Veranlassung zu einem Flaggenverbot sahen. Auf bundesdeutschen diplomatischen Druck hin wurde das Verbot allerdings kurz vor Beginn des Springens in Innsbruck auch für beide in Österreich stattfindenden Springen ausgesprochen. Daraufhin erklärten auch die Mannschaften aus Polen, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei aus Solidarität ihren Verzicht auf die Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sowie, der Entwicklung folgend, später auch für Innsbruck und Bischofshofen. Da zudem die Norweger aufgrund der Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 1960 in Squaw Valley fehlten, war diese Tournee recht schwach besetzt. Es siegte Max Bolkart.

Der Streit um die Flagge der DDR setzte sich im Sommer 1960 fort. Die Organisatoren der Tournee überlegten, wie sie das Problem lösen könnten, da sie nicht erneut eine Veranstaltung ohne die starken Springer aus der DDR durchführen wollten. Da aufgrund der politischen Umstände keine Möglichkeit gesehen wurde, das Hissen der DDR-Flagge zu erlauben, kamen sie zu dem Entschluss, statt der Nationalflagge die Fahne des Skiclubs, für den der Springer startete, zu hissen. Mit diesem Kompromiss war das DDR-Team einverstanden und so reiste es in Bestbesetzung zur Tournee an. Es siegte wie vor dem Flaggenstreit Helmut Recknagel; dies war der vorerst letzte deutsche Tourneesieg.

Im selben Jahr kam es darüber hinaus zu einem einmaligen Ereignis in der Tournee: Da Innsbruck den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 1964 bekommen hatte, wurde die Schanze am Bergisel umgebaut. Da die Bauarbeiten auch während der Tournee andauerten, trugen die Springer ihren Wettkampf auf einer Baustelle aus.

1960er Jahre: Düsseldorfer Beschlüsse und skandinavische Dominanz Auch die Jubiläumstournee 1961/62 stand wieder im Zeichen der deutsch-deutschen Sportpolitik. Nach dem Bau der Berliner Mauer nahmen das bundesdeutsche NOK und der DSB am 16. August 1961 die so genannten Düsseldorfer Beschlüsse an. Diese bedeuteten eine „generelle Sperre des gesamten Sportverkehrs“ zwischen der Bundesrepublik und der DDR; sie untersagten in der Bundesrepublik jegliche Sportveranstaltungen mit DDR-Teilnehmern. Somit konnten die Springer aus der DDR bis zur Tournee 1965/66 nicht an den beiden Tourneespringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen teilnehmen. Es bleibt müßig, darüber zu spekulieren, ob Helmut Recknagel ohne diese sportpolitischen Querelen seinen bis dahin errungenen drei Tourneesiegen noch weitere hätte hinzufügen können. Die 10. Tournee 1961/62 läutete auch gleichzeitig eine lange Erfolgsserie der Springer aus Finnland und Norwegen ein, Springer aus diesen beiden Ländern gewannen achtmal in Folge.