Minden ist eine Große kreisangehörige Stadt im Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie ist Verwaltungssitz des ostwestfälischen Kreises Minden-Lübbecke im Regierungsbezirk Detmold. Mit Einwohnern ist Minden die viertgrößte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Mittelstadt liegt an der Weser und bildet das historische und politische Zentrum des Mindener Landes.

Minden wurde um das Jahr 800 gegründet. Bis zum Westfälischen Frieden war die Stadt Bischofssitz des Bistums Minden und Hauptstadt des Hochstifts Minden. Anschließend kam sie unter brandenburgisch-preußische Verwaltung und wurde zu einer Festungsstadt ausgebaut. In preußischer Zeit war Minden Verwaltungssitz des Fürstentums Minden sowie ab 1719 des Verwaltungsverbundes Minden-Ravensberg. Im Jahr 1816 wurde Minden Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirk Minden.

Bekannt ist Minden durch das Wasserstraßenkreuz Minden, an dem sich der Mittellandkanal und die Weser kreuzen. In der Stadt befinden sich mehrere Baudenkmäler der Weserrenaissance sowie der Mindener Dom, der als bedeutendes architektonisches Wahrzeichen gilt. Minden ist Sitz mehrerer überregional tätiger Unternehmen aus Industrie und Handel und verfügt über einen Hochschulstandort.

Geografie Geografische Lage mini|Die Topographie des Stadtgebietes

Minden liegt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen nördlich der Porta Westfalica, einem Durchbruch der Weser durch das Weser- und Wiehengebirge. Hier verlässt die Weser das Weserbergland und fließt in die Norddeutsche Tiefebene. Die Weser spaltet sich nach dem engen Bergdurchbruch auf und wird flach. Die Stadt liegt beiderseits der Weser im Flachland an der Mindener Weserfurt.

Die Stadt reicht mit den Ortsteilen Häverstädt, Dützen und Haddenhausen bis an den Kamm des Wiehengebirges heran. Die Kernstadt liegt rund fünf Kilometer nördlich an der Geländestufe des westlichen Hochufers der Weser, die die Grenze der beiden Naturräume Mittleres Wesertal und Lübbecker Lößland markiert. Diese Stufe zieht sich quer durch das Stadtgebiet und teilt nicht nur die Stadt in die Ober- und Unterstadt, sondern auch die beiden Naturräume.

Minden liegt 40 km nordöstlich von Bielefeld, 55 km westlich von Hannover, 100 km südlich von Bremen und 60 km östlich von Osnabrück und bildet das historische und politische Zentrum des Mindener Lands.

Der Mittellandkanal kreuzt die Stadt von Ost nach West und wird nördlich der Innenstadt am Wasserstraßenkreuz Minden über die von Süd nach Nord fließende Weser geführt. Am südlichen Rand der Innenstadt mündet der Kleinfluss Bastau von Westen kommend in die Weser.

Der niedrigste Punkt findet sich im Ortsteil Leteln mit , der höchste Punkt mit auf dem Gipfel des Häverstädter Berges. Die Höhenlage der Stadt wird mit am Mindener Rathaus angegeben. Die tiefer gelegenen Gebiete der Stadt wurden immer wieder vom Hochwasser der Weser heimgesucht.

Flächen- und BodennutzungBodenartFläche in km² %Landwirtschaftsfläche52,2851,72Waldfläche4,444,39Gebäude-, Frei- und Betriebsfläche26,3726,09Siedlungs- und Verkehrsfläche10,1710,06Wasserfläche4,023,98Sport- und Grünfläche2,462,43sonstige Nutzung1,341,33Quelle:

Minden wird nach dem Landesentwicklungsprogramm als Mittelzentrum im östlichen Ostwestfalen-Lippe definiert und nimmt eine Gesamtfläche von 101,08 km² ein. Dabei dehnt sich das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung maximal bis zu 13,1 km und in Ost-West-Richtung bis zu 14,1 km aus.

Die Flächennutzung ist nebenstehender Tabelle zu entnehmen, wobei Minden einen wesentlich höheren Anteil der Flächen für die Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Städten in Nordrhein-Westfalen wie zum Beispiel Bielefeld (dort 37,71 %) ausweist. Im Durchschnitt ist dies jedoch in Ostwestfalen-Lippe Mittelmaß.

Stadtgliederung Nach § 1 der Hauptsatzung wird das Stadtgebiet von Minden in folgende 19 Stadtbezirke eingeteilt:Hauptsatzung der Stadt Minden vom 20. Dezember 1999. In: minden.de, 6. April 2017, abgerufen am 12. Dezember 2018 (PDF; 160 kB).

500px|links|Stadtbezirke von Minden (Westf.) Bezirk Einwohner (PDF; 28 kB) Pressemitteilungen. In: minden.de. 21. Januar 2021, abgerufen am 12. Juli 2021. (31. Dezember 2020)Bärenkämpen7.102Bölhorst918Dankersen5.077Dützen3.723Haddenhausen1.539Hahlen3.850Häverstädt3.484Innenstadt10.865Königstor8.822Kutenhausen1.829Leteln-Aminghausen3.120Meißen3.334Minderheide4.121Nordstadt7.165Päpinghausen381Rechtes Weserufer4.872Rodenbeck9.000Stemmer1.680Todtenhausen3.297Minden84.188

Nachbargemeinden Minden grenzt im Osten mit seinen Stadtteilen Meißen, Päpinghausen und Dankersen an die Stadt Bückeburg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. Im Norden grenzt Minden an die Stadt Petershagen, im Westen an die Gemeinde Hille und im Süden an die Städte Bad Oeynhausen und Porta Westfalica (alle im Kreis Minden-Lübbecke gelegen).

Geologie und Böden Das Gebiet wird vor allem von den Lockergesteinen des Eiszeitalters bestimmt. Dazu zählen Kies, Sand und Geschiebelehm. In manchen Gebieten finden sich vereinzelt Schmelzwassersand und der fruchtbare Löss.

Die Böden bestehen im Stadtgebiet hauptsächlich aus Parabraunerden auf Löss. Im Nordosten des Gebietes finden sich für den Ackerbau geeignete Braunerden mit überwiegend lehmig-sandigem Charakter, im Nordwesten außerdem staunasse Böden (Pseudogley) auf tonreichem, dichtgelagertem Geschiebemergel. Hier wird das Land meist als Grünland extensiv genutzt. Ackerbau ist nur nach entsprechender Entwässerung möglich. In den tiefer gelegenen Flussauen von Weser und Bastau findet sich Gleye. Hier ist durch die Grundwasserbeeinflussung beziehungsweise regelmäßige Überschwemmung nur eine Nutzung als Grünland möglich. Im Wiehen- und Wesergebirge finden sich steinige und flach- bis mittelgründige Böden (Rendzina-Braunerden) aus Kalkmergelstein und stellenweisen Lössbeimengungen. Die Sedimente im Wesertal wurden in den nacheiszeitlichen Talböden und Auen der Weser und Bastau abgelagert.

mini|Geothermische Karte von Minden In tieferen Schichten besteht der Untergrund aus Ton, Tonmergel, Kalk- und Sandsteinen. Diese Gesteine stammen aus dem Trias, Jura und der Unterkreide. Im Süden, wo das Stadtgebiet das Wiehengebirge berührt, treten die Schichten des Erdmittelalters (Oberer Jura, Unterkreide) zutage. Im Jahre 1998 wurden im Mindener Teil des Wiehengebirges bei Haddenhausen Überreste der Dinosauriergattung Wiehenvenator gefunden.Oliver W. M. Rauhut, Tom R. Hübner, Klaus-Peter Lanser: A new megalosaurid theropod dinosaur from the late Middle Jurassic (Callovian) of north-western Germany: Implications for theropod evolution and faunal turnover in the Jurassic. In: Palaeontologia Electronica. Artikel-Nr. 19.2.29A: 1-65, 2016, doi:10.26879/654. Dieser Fund wurde in der Presse Monster von Minden genannt und als Sensation gefeiert.chs/AFP: „Raubmonster von Minden“ war eine eigene Art. Raubsaurier in Deutschland. Das Monster von Minden. In: Spiegel Online. 1. September 2016, abgerufen am 4. Januar 2017.

In den Stadtbezirken Bölhorst, Zollern und Meißen (Kohlenbergwerk Minden) wurde rund 370 Jahre lang im Mindener Revier Steinkohle gefördert. Im ehemaligen Schacht Bölhorst des Steinkohlenbergwerk Bölhorst wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine rund zehnprozentige Sole zu Kuranwendungen gefördert. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist entlang des Wiehengebirges Eisenerz im Bergbau abgebaut worden, so z. B. in der bis 1967 existierenden Eisenerzgrube Porta in Dützen, deren Außengebäude heute noch auf dem Gelände des Potts-Freizeitparks sichtbar sind. Im tiefen Untergrund sind die Gesteine des Erdaltertums (Devon, Karbon, Perm) anzutreffen.

Die Eignung des Mindener Untergrunds als geothermische Wärmequelle mittels Erdwärmesonde und zur Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen ist standortabhängig sehr unterschiedlich, es gibt ungeeignete wie auch sehr gut geeignete Lagen. Generell verbessert sich die Nutzbarkeit von Norden in Richtung Süden des Stadtgebietes.

Klima mini|Niederschlag in Minden-Hahlen (blaue Linie) im Vergleich zum NRW-Landesschnitt (graue-weiße Schattierungen)

Minden liegt wie ganz Ostwestfalen im Übergangsbereich vom überwiegend vorherrschenden maritimen Klima sowie dem schwächer und in dieser Gegend nur temporär ausgeprägten Kontinentalklima. Daher sind die Temperaturen und Niederschläge im Jahresverlauf relativ ausgeglichen. Die Sommer sind im Vergleich zum hochkontinentalen Klima eher kühl, die Winter eher warm. Minden wird weiterhin von der Leelage am nördlichen Wiehengebirge beeinflusst. Der Teutoburger Wald sowie das Wiehengebirge schirmen die Stadt vor den vorherrschenden Winden aus Südwest ab, die Niederschläge vom Atlantik heranführen. Minden ist daher ein relativ – im Vergleich zum übrigen Ostwestfalen – niederschlagsarmes Gebiet. Im Norden des Stadtgebiets liegen die mittleren Jahresniederschläge zwischen 600 und 650 mm. Weiter im Süden liegen diese Werte leicht darüber zwischen 650 und 700 mm. Die Temperatur wird vor allem durch die relativ niedrige Lage in der Norddeutschen Tiefebene sowie der Wesertalung bestimmt. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 9 und 9,5 °C und ist damit vergleichbar mit den Jahresmitteltemperaturen in der Westfälischen Bucht.. In: stadtdetmold.de, abgerufen am 12. Juli 2018.

Einen Überblick über die Niederschläge in Minden-Hahlen gibt folgende Tabelle.

Geschichte

Von den Anfängen bis zum Mittelalter mini|Kupferstich von Matthäus Merian mini|hochkant|Der Mindener Dom, ursprünglich romanisch, heute großteils gotisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er neu aufgebaut werden. Siedlungsfunde an mehreren Stellen des gegenwärtigen Stadtgebietes lassen vermuten, dass Minden bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt ist. Der Mindener Raum lässt vom 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung erkennen. Er gehörte während dieser Zeit dem rhein-weser-germanischen Formenkreis an. Dies wird in den Gräberfeldern aus der Römischen Kaiserzeit Minden-Römerring, Porta Westfalica-Costedt deutlich.

Auf Grund der Lage am Übergang vom Niedersächsischen Bergland in die Norddeutschen Tiefebene kreuzten sich schon in prähistorischer Zeit an der Furt über die Weser bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Der alte Handelsweg Hellweg vor dem Santforde schloss sich hier östlich an den Westfälischen Hellweg an, die Weser ermöglichte Transport und Verkehr zur Nordsee.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Minden („Minda“) im Jahre 798 in den so genannten Reichsannalen, einer fränkischen Chronik, als Ort einer Reichsversammlung Karls des Großen. Um 800 gründete er in Minden ein Bistum. Im Jahr 977 wurden der Stadt das Marktrecht, das Münzrecht und das Zollrecht verliehen.Leopold Kulke: Zur Geschichte des Mindener Marktwesens. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins. Jg. 47 (1975), , S. 69–129 (ulb.uni-muenster.de [PDF; 17,7 MB]).Hans Nordsiek: Die Regalienverleihung an die Mindener Kirche im Jahre 977 und die Entwicklung Mindens von der Marktsiedlung zur Stadt. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins. Jg. 49 (1977), S. 13–34 (ulb.uni-muenster.de [PDF; 6,2 MB]).Manfred Groten: Zur Verunechtung des Privilegs Ottos II. für das Bistum Minden von 977. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins. Jg. 51 (1979), S. 109–110 (ulb.uni-muenster.de [PDF; 725 kB]).

Am 1. Februar 1168 traute Bischof Werner von Bückeburg im Mindener Dom den welfischen Herzog von Sachsen und Bayern, Heinrich den Löwen, und die elf- oder zwölfjährige Mathilde von England. Aus diesem Anlass schenkte Heinrich der Löwe, der über eine Anhäufung von Besitz und Besitzrechten im Gebiet des Bistums verfügte, der Kathedralkirche einen Hof und Güter in Lahde. Die eigentliche Hochzeitsfeier wurde erst später am Residenzort Heinrichs in Braunschweig gefeiert.

Bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts war der vom Bischof eingesetzte Wichgraf Oberhaupt und Verwaltungsleiter der Stadt.