Ostwestfalen-Lippe 150px|zentriert|Hermannsdenkmal Hermannsdenkmal 140px|Lage des Regierungsbezirkes Detmold in Deutschland Basisdaten Bundesland: Nordrhein-Westfalen Regierungsbezirk: Detmold Fläche: 6.519,97 km² Höchster Punkt: am Totenkopf, bei Bad Wünnenberg, mit Niedrigster Punkt: Wesertal bei Petershagen mit Kfz-Kennzeichen: BI, GT, HF, HX (WAR), LIP (DT, LE), MI (LK), PB (BÜR) Gliederung: 1 kreisfreie Stadt, 6 Kreise Website: www.ostwestfalen-lippe.de Bevölkerung Einwohner: ()Amtliche Einwohnerzahlen NRW Bevölkerungsdichte: 315 Einwohner je km² Arbeitslosenquote: 6,4 % (Mai 2015) Lage in Nordrhein-Westfalen und Gliederung 306px|OWL und seine Kreise in Nordrhein-Westfalen Naturräume, Landschaften und Flüsse in OWL 306px|Naturräume, Landschaften und Flüsse in OWL
Ostwestfalen-Lippe (niederdeutsch: Austwestfaolen-Lippe, Abkürzung: OWL) ist eine Region im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Der Begriff ist zugleich ein Synonym für den gebietsidentischen Regierungsbezirk Detmold. Der Regierungsbezirk wurde 1947 gegründet, nachdem das Land Lippe sich für die Zugehörigkeit zu Nordrhein-Westfalen entschieden hatte. Dabei wurde das Land Lippe mit Ostwestfalen zur Region Ostwestfalen-Lippe verschmolzen. In der Region wohnen etwas mehr als zwei Millionen Einwohner.
Ostwestfalen-Lippe wird im Osten durch das Weserbergland und im Süden durch das Westhessische Bergland begrenzt. Im Westen haben die Kreise Paderborn und Gütersloh Anteil an der Westfälischen Bucht und der Paderborner Hochfläche mit der Senne. Nördlich reicht die Region vom Ravensberger Hügelland über das Wiehengebirge bis in die Norddeutschen Tiefebene hinein.
Die polyzentrische Siedlungsstruktur in Ostwestfalen-Lippe weist zwei Oberzentren auf und wird überwiegend von mehreren mittelgroßen Städten geprägt. Aufgrund dieser Struktur liegt die Bevölkerungsdichte trotz des eher ländlichen Charakters der Region verhältnismäßig hoch. Dies trifft insbesondere auf die zentral liegenden Gebiete im Ravensberger Hügelland zu. Die Region beherbergt (Stand ) zwei Großstädte, Bielefeld mit und Paderborn mit Einwohnern. Dahinter folgt Gütersloh mit Einwohnern. Kulturell und im Selbstverständnis der Bewohner wirken noch oft die historischen politischen und konfessionellen Grenzen in der Region fort, so dass die Region in das lutherische Minden-Ravensberg im Norden, das überwiegend katholische Hochstift Paderborn und das evangelisch-reformierte Lipperland im Osten unterteilt werden kann.
Geographie mini|Blick vom Hermannsdenkmal auf der Grotenburg in Richtung Nordwesten über den Teutoburger Wald mini|Desenberg in der Warburger Börde im Südöstlichen Ostwestfalen an der Landesgrenze zu Hessen mini|Blick von Minden auf die Weser und die Porta Westfalica mini|Teutoburger Wald
Geographische Lage und Aufteilung Ostwestfalen-Lippe umfasst Ostwestfalen und das ehemalige Land Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen am Übergang der Mittelgebirge in die Norddeutsche Tiefebene. Die Region bildet im Wesentlichen eine verwaltungspolitische Einheit; von einer einheitlichen Landschaft beziehungsweise einer homogenen naturräumlichen Einheit kann nur bedingt geredet werden.
Die Abgrenzung erfolgt administrativ, natürliche Grenzen besitzt die Region nur an wenigen Stellen. Im Osten wird die Region teilweise von der Weser begrenzt, die im weiteren Verlauf noch zweimal die Regionsgrenze quert. Im Süden liegt das Westhessische Bergland. Im Westen hat die Region in den Kreisen Paderborn und Gütersloh Anteil an der Westfälischen Bucht und der Emssandebene, wozu auch die Senne bei Paderborn zählt. Im Norden reicht das Mindener Land bis in die Norddeutsche Tiefebene.
Zentrale Bereiche sind das Lipper Bergland und das Ravensberger Hügelland zwischen den Mittelgebirgen Wiehengebirge und Teutoburger Wald. Der Teutoburger Wald wird südlich durch das Eggegebirge fortgesetzt. Östlich davon liegen die Warburger Börde und das Oberwälder Land, westlich davon die Paderborner Hochfläche und das Sintfeld. Diese Mittelgebirgsgegenden sind Teil des Unteren und Oberen Weserberglandes.
Der Köterberg in der Nähe von Lügde ist mit die höchste Erhebung im Regierungsbezirk. An einer Flanke des bereits zum Sauerland gehörenden Totenkopfs bei Bad Wünnenberg erreicht Ostwestfalen-Lippe mit seinen höchsten Punkt. Der niedrigste Punkt liegt bei Petershagen im äußersten Nordosten mit rund im Wesertal. Ostwestfalen-Lippe hat eine Fläche von 6520 km², eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von 118 km und eine maximale West-Ost-Ausdehnung von rund 82 km.
Historisch befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Ostwestfalen-Lippe mehrere Vorgängerstaaten. Im heutigen Kernbereich der Region befanden sich die Grafschaft Ravensberg sowie das Fürstentum Lippe. Der Norden der Region wurde komplett vom Fürstentum Minden abgedeckt. Den südöstlichen Teil von Ostwestfalen-Lippe bildete das Hochstift Paderborn. Im Südwesten grenzten die Grafschaft Rietberg sowie die Herrschaft Rheda an dieses an. 1815 gingen bis auf das Fürstentum Lippe alle diese Gebiete im Staate Preußen auf und bildeten dort den Regierungsbezirk Minden in der preußischen Provinz Westfalen. Er wurde häufig als Synonym für Ostwestfalen benutzt.
Angrenzende Gebiete Ostwestfalen-Lippe ist im Nordwesten, Norden und Osten von den niedersächsischen Landkreisen Osnabrück, Diepholz, Nienburg/Weser, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Northeim umschlossen. Im Süden grenzt Ostwestfalen-Lippe an die hessischen Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg (beide Regierungsbezirk Kassel). Im Westen grenzt die Region an die nordrhein-westfälischen Kreise Soest, Hochsauerlandkreis (beide Regierungsbezirk Arnsberg) und Warendorf (Regierungsbezirk Münster).
Gewässer Ostwestfalen-Lippe wird überwiegend durch die Weser im Osten und die Ems im Westen nach Norden in die Nordsee entwässert. Dazwischen bildet sich in Höhe des Teutoburger Waldes die Weser-Ems-Wasserscheide zwischen diesen beiden Flusssystemen aus und setzt sich nach Norden hin über das Wiehengebirge fort. Die Weser durchbricht bei Porta Westfalica das Wiehengebirge. Größere Wesernebenflüsse sind die Werre, Nethe, Diemel und Emmer. Die Else und die Bega im Ravensberger Hügelland bzw. im Lipper Bergland entwässern in die Werre. Neben der Ems entspringt in der Senne auch die Lippe, die den Südwesten bei Paderborn zum Rhein hin entwässert und somit ein drittes Einzugsgebiet neben denen von Ems und Weser darstellt.
Geologie mini|Geologische Karte von OWL Ostwestfalen-Lippes Mittelgebirgsregionen bestehen überwiegend aus Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen aus der Trias, dem Jura und der Kreidezeit. Der Ton ist Rohstoff zur Ziegelherstellung. Bekannteste Steinarten sind der Porta-Sandstein und der Osning-Sandstein. Diese Schichten wurden durch Erdfaltung aufgefaltet und bei der Bildung von Wiehengebirge, Teutoburger Wald und Eggegebirge in viele Sättel, Mulden, Horste und Gräben zerlegt. Die Gebirge werden als Bruchfaltengebirge beschrieben. Die einzelnen Schichten sind aus ihrer ursprünglich horizontal übereinanderliegenden Lage in eine nebeneinander oder gar in überkippter Lagerung gefaltet worden. In Ostwestfalen-Lippe beschreibt man die daraus entstehende Gebirgsform auch als Egge, die durch Dören bzw. Siepen voneinander getrennt sind. In den Beckenlagen wie Ravensberger Hügelland und Westfälische Bucht und im Wesertal wurden in der Eiszeit Lockergesteine wie Sand, Kies, Löß, Geschiebemergel abgelagert. Die mächtigsten Schichten des fruchtbaren Lößbodens aus dem Quartär finden sich vor allem in den Übergangsbereichen zur Westfälischen Bucht, zur Norddeutschen Tiefebene und in den Tälern.Geologischer Dienst NRW
Der Löss als bester Boden kennzeichnet vor allem die Warburger, die Steinheimer, die Blomberger und die Lemgo-Detmolder Mulde, das Ravensberger Hügelland, den Nordsaum des Wiehengebirges (Lübbecker Lößland) und Teile der Paderborner Hochfläche. Somit befinden sich, von der Paderborner Hochfläche und kleineren Partien im Mindener Land abgesehen, von guten Böden begünstigte Landstriche im gebirgigen Teil Ostwestfalen-Lippes und hier vornehmlich in den Niederungen. Eingetieft in die Landschaft reihen sich von Süden nach Norden mehrere Bördelandschaften hintereinander: Die Warburger, die Steinheimer und die Ravensberger Börde.Hans Riepenhausen: Die Landschaft – Natur und Kulturraum. In: Ostwestfalen-Lippe, Monographien deutscher Wirtschaftsgebiete. Band 4, 1957, S. 14 ff.
Im Westen Ostwestfalen-Lippes erstreckt sich auf etwa 250 km² südwestlich des Übergangs vom Teutoburger Wald zum Eggegebirge bis zur Paderborner Hochfläche die von Sandboden geprägte Senne. Sie umfasst Teile der Kreise Gütersloh, Paderborn und Lippe sowie der Stadt Bielefeld.
Flächennutzung mini|Flächennutzung in OWL (2005) Durch die fruchtbaren Böden gehören weite Teile Ostwestfalen-Lippes, insbesondere der Raum Minden-Ravensberg zum Altsiedelland. Durch intensive, jahrhundertelange menschliche Nutzung ist das Gebiet zu einer vergleichsweise dicht besiedelten, kleinräumigen, sowie auch im Vergleich zum restlichen Nordrhein-Westfalen relativ waldarmen Kulturlandschaft umgewandelt worden. Größere Waldgebiete finden sich im Wesentlichen nur auf den Höhenzügen der Mittelgebirge und machen nur rund 21 % der Fläche aus, was im Landes- und vor allem Bundesvergleich ein niedriger Wert ist. Obwohl im Bundesvergleich dicht besiedelt, hat Ostwestfalen-Lippe im Vergleich zu anderen nordrhein-westfälischen Gebieten einen recht ländlich geprägten Charakter, der sich aus der intensiven und vor allem flächenanteilig großen landwirtschaftlichen Nutzung ergibt. Über zwei Drittel der Fläche sind Äcker oder Weiden., HTML, Abrufdatum: Oktober 2007.
Klima
Ostwestfalen-Lippe befindet sich nach der geographischen Lage im atlantischen Klimabereich mit milden Wintern und kühlen Sommern, niederschlagsreich und von den Temperaturen her verhältnismäßig ausgeglichen. Die Beckenlandschaft des Berglandes und der Wesertalung ist wärmer als die Hochflächen und Randgebiete, in denen das Frühjahr bis zu zwei Wochen später seinen Einzug hält. Die vorherrschende Windrichtung aus Südwest führt teilweise zu Austrocknung der Böden, vor allem auf der Paderborner Hochfläche, aber auch Teilen der Senne. Der Teutoburger Wald und das Eggegebirge sind Riegel in dieser Windrichtung und daher Regenfänger: Hier liegt die Niederschlagsmenge bei bis zu 1000 mm, östlich davon sind niederschlagsarme Gegenden wie die Warburger Börde zu finden – mit Niederschlägen von 750 mm.
Bevölkerung mini|Bevölkerungsdichte in OWL (2008) mini|Städte und Einzugsbereiche
Bevölkerungsdichte und Bevölkerungsverteilung Ostwestfalen-Lippe hat rund 2,06 Millionen Einwohner und umschließt eine Fläche von etwa 6500 Quadratkilometern. Dies entspricht etwas über zehn Prozent der Einwohner, aber rund einem Fünftel der Fläche Nordrhein-Westfalens. Ostwestfalen-Lippe weist damit die geringste Bevölkerungsdichte im Vergleich zu den übrigen Regierungsbezirken in NRW auf, hat aber eine annähernd doppelt so hohe Bevölkerungsdichte im Vergleich zum angrenzenden Niedersachsen und liegt auch oberhalb der Bevölkerungsdichte des Bundes.