Der Panama-Nachtaffe (Aotus zonalis) ist eine Primatenart aus der Gruppe der Nachtaffen (Aotidae). Häufig gilt er als Unterart des Kolumbianischen Nachtaffen.
mini|Das Verbreitungsgebiet des Panama-Nachtaffen Merkmale Panama-Nachtaffen sind wie alle Nachtaffen relativ kleine Primaten mit großen Augen und einem langen Schwanz. Sie erreichen ein Gewicht von rund 0,9 Kilogramm, ein Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Größe ist, wenn überhaupt, nur sehr schwach ausgeprägt. Ihr Fell ist an der Oberseite graubraun gefärbt, der Bauch ist orange-braun, die Hände und Füße sind mit schwarzen Haaren versehen. Der Kopf ist rundlich, die großen Augen sind braun. Sie sind von weißen Feldern umgeben, entlang des Kopfes ziehen sich drei dunkle Streifen, jeweils einer außerhalb eines jeden Auges und einer über die Stirn bis zur Nase. Von anderen, nahe verwandten Arten unterscheiden sie sich in den schwarzen Pfoten und in der Chromosomenzahl.
Verbreitung und Lebensraum Panama-Nachtaffen haben das nordwestlichste Verbreitungsgebiet aller Nachtaffen, es umfasst möglicherweise den äußersten Osten Costa Ricas, Panama und den Westen Kolumbiens westlich der Anden. Die genauen Ausmaße sind aber unklar, da der 2007 neu beschriebene Hernández-Camacho-Nachtaffe innerhalb des Verbreitungsgebietes des Panama-Nachtaffen gefunden wurde. Lebensraum dieser Art sind Wälder bis 1000 Meter Seehöhe, wobei sie auch in Sekundärwäldern und Plantagen vorkommen können.
Lebensweise Über die Lebensweise dieser Tiere ist wenig bekannt, vermutlich stimmt sie mit der der übrigen Nachtaffen überein. Demzufolge sind sie nachtaktive Baumbewohner, die tagsüber in Baumhöhlen oder im Pflanzendickicht schlafen. Sie bewegen sich springend oder auf allen vieren durch das Geäst. Nachtaffen leben in monogamen Familiengruppen von zwei bis fünf Tieren und bewohnen feste Reviere, die sie gegenüber Artgenossen verteidigen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Früchten, daneben fressen sie auch Blätter und Insekten. Durch ihre nachtaktive Lebensweise vermeiden sie Konkurrenz zu tagaktiven, dominanteren Arten.
Gefährdung Der Panama-Nachtaffe wird von der IUCN seit 2021 als „Potentiell gefährdete Art“ (Near Threatened, NT) eingestuft. Zuvor war die Art aufgrund unzureichender Daten als „zuwenig Daten vorhanden“ (Data Deficient, DD) geführt worden. Grundlage der Neubewertung sind neuere Untersuchungen, die auf einen deutlichen Bestandsrückgang sowie das lokale Verschwinden von Populationen infolge der Zerstörung ihres Lebensraums hinweisen, auch innerhalb einiger Schutzgebiete. Weitere Gefährdungsfaktoren sind der illegale Fang für den Heimtierhandel, gezielte Tötungen sowie zunehmende Beeinträchtigungen durch den Tourismus. Insgesamt wird ein Bestandsrückgang von annähernd 30 % innerhalb von drei Generationen (etwa 25 Jahren) angenommen, wodurch die Art die Schwelle zur Einstufung als „Gefährdete Art“ (Vulnerable, VU) nahezu erreicht.
Einzelnachweise
Literatur Thomas R. Defler, Marta L. Bueno: Aotus Diversity and the Species Problem. In: Primate Conservation. 22, 2007, , S. 55–70, . Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-43645-6.
Weblinks K. A. Cawthon Lang: Primate Factsheets: Owl monkey (Aotus) [ IUCN-Eintrag]
Kategorie:Nachtaffen