Edinburgh Eintrag auf Merriam-Webster.com ( []; ; amtlich City of Edinburgh) ist seit dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt von Schottland. Seit 1999 ist Edinburgh außerdem Sitz des Schottischen Parlaments. Die Stadt ist mit etwa 525.000 Einwohnern nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands und seit 1996 eine der 32 schottischen Council Areas. Die Stadt liegt in Lothian an Schottlands Ostküste auf der Südseite des Firth of Forth gegenüber von Fife.

Name Das Vorderglied im Namen Edinburgh ist das kumbrische Wort Eydin, der frühmittelalterliche Name der Region, in der heute Edinburgh liegt. Als ursprünglicher Stadtname ist damit kumbrisch Din Eydin „Burg von Eydin“ zu erschließen. Die Bedeutung des Landschaftsnamens Eydin ist unbekannt. Die im nachmaligen Südschottland eindringenden Angelsachsen übersetzten kumbrisch din mit ihrem gleichbedeutenden burh, woraus sich das heutige Edinburgh entwickelte.Margaret Gelling, W. F. H. Nicolaisen. Melville Richards: The Names of Towns and Cities in Britain. Batsford, London 1970, ISBN 978-0-7134-5235-8, S. 88 f.

Oft wird die Stadt auch „Athen des Nordens“ (nach einem Zitat von Theodor Fontane), „Stadt der sieben Hügel“ oder „Festival-Stadt“ genannt. Sir Walter Scott nannte sie „My own romantic town“. Überholt ist der Beiname Auld Reekie „Alte Verräucherte“, den Edinburgh seinen früher beständig rauchenden Fabrikschornsteinen verdankte. Schottische Auswanderer haben den Namen Edinburghs in die Welt getragen. Heute findet er sich in Indiana und – mit dem gälischen Namen Dunedin – in Neuseeland und Florida.

Weitere Beispiele sind hier aufgeführt.

Geografie

Umgebung Edinburghs Etwa 15 km nordwestlich überspannt die Forth Bridge den Firth of Forth. 10 km östlich der Stadt ist der Strand von Portobello. Vor den Pentland Hills liegt Fairmilehead, der südlichste und höchstgelegene Stadtteil Edinburghs.

Klima

Geschichte mini|Blick vom Calton Hill auf das Stadtzentrum von Edinburgh (Gemälde von David Roberts, 1858) mini|Princes Street Es gibt zahlreiche vorgeschichtliche Relikte im Edinburgher Stadtgebiet. Vor der Trockenlegung des Bereichs gab es Seen und Sümpfe zwischen den Hügeln, auf denen die Wohnplätze und Siedlungen lagen. Während der letzten zwei Jahrhunderte wurden prähistorische Grabstätten (Arthur’s Seat) und Horte mit Bronzeartefakten entdeckt. In der Straße Caiystane View steht in Richtung auf die Oxgangs Road ein großer Menhir (englisch Standing stone) mit Schälchen (englisch cup marks). Neben dem Newbridge Kreisverkehr, auf der Westseite der Stadt, liegt das bronzezeitliche Ritualzentrum am Huly Hill Cairn. Es gibt eisenzeitliche Befestigungen aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. auf dem Wester Craiglockhart Hill und auf dem Hillend, dem nächstgelegenen der Pentland Hills. Mesolithische Spuren und die eines römischen Kastells liegen in Cramond, einem Dorf am Rande von Edinburgh. Die Statue einer Löwin, die einen Mann verschlingt, wurde in der Mündung des Almond (Firth of Forth) gefunden. Ein Piktischer Symbolstein wurde in den Princes Street Gardens als Teil einer Clapper bridge verwendet wiedergefunden.

Zum Ende des 1. Jahrhunderts landeten die Römer in Lothian und entdeckten einen keltisch-britannischen Stamm, den sie Votadini nannten. Irgendwann vor dem 7. Jahrhundert n. Chr. errichten die Gododdin, die wahrscheinlich Nachkommen der Votadini waren, die Hügelfestung Din Eidyn („Burg von Eydin“). Obwohl die genaue Position nicht bekannt ist, ist anzunehmen, dass sie einen die Umgebung überragenden Standort wie Castle Rock, Arthur’s Seat oder Calton Hill gewählt haben.

Zunächst war Scone (heute Old Scone) das Zentrum des vereinigten Königreichs von Alba (→ Königreich Schottland). Es verlor im späteren Mittelalter an Bedeutung, und das nur 1½ km flussabwärts gelegene Perth übernahm seine Rolle. Auch andere burghs (Freistädte) wie Stirling spielten für die schottische Geschichte eine bedeutende Rolle. Nach der Ermordung Jakobs I. 1437 fiel die Rolle der Hauptstadt Schottlands dann Edinburgh zu. Die Hauptstadtfunktion im Mittelalter ergab sich aus der häufigen, lange dauernden Anwesenheit des königlichen Hofes, der an verschiedenen Orten Station machte. Das historische Parlament von Schottland tagte ebenfalls an unterschiedlichen Orten.

Im Jahr 1093 wird eine Burg in Edinburgh erwähnt, aus der sich das die Stadt dominierende Edinburgh Castle entwickelte.

Die Kirche des heiligen Ägidius, englisch St Giles’ Cathedral, wurde zum Mittelpunkt der wachsenden Ortschaft. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 854, das noch heute existierende Gebäude wurde etwa seit dem Jahr 1120 gebaut. Im 16. Jahrhundert predigte John Knox in St Giles, die heute die High Kirk of Edinburgh der Church of Scotland ist.

1128 wurde das Chorherrenstift Holyrood Abbey von König David I. errichtet, allerdings weit außerhalb der damaligen Stadt. Zwischen Edinburgh und der Abtei des Heiligen Kreuzes (holy rood) lag auch noch die Stadt Canongate (canon bedeutet Kanoniker). Neben Holyrood Abbey, von der heute nur noch Ruinen zeugen, wurde in der Folge Holyrood Palace erbaut, dieser ist als Palace of Holyroodhouse offizielle Residenz des britischen Monarchen und bildet den östlichen Abschluss der „Royal Mile“.

Nach Jahren der Auseinandersetzung wurde die Burg sowie die Stadt von Unterstützern von Queen Mary gehalten. Diese widersetzten sich dem Earl of Lennox, der als Regent für James VI tätig war. Die daraus folgende Belagerung wurde als der Lang Siege bekannt. Die Belagerung endete mit der Einnahme der Brug und damit, dass einige Unterstützer von Mary gehängt wurden.

1583 wurde in Edinburgh eine Universität gegründet, die allerdings in der geschichtlichen Folge erst die vierte in Schottland ist; die University of St Andrews geht auf das Jahr 1413 zurück.

Zur wechselvollen Geschichte der Stadt gehört auch der sogenannte Bischofskrieg von 1639. König Karl I. von England und Schottland versuchte, seinen Willen der Kirche von Schottland durch ihm genehme Bischöfe aufzuzwingen und auch ein nach der englischen Liturgie geschaffenes Gebetbuch einzuführen. Es kam zu Aufständen, als deren Initiatorin die Marktfrau Jenny Geddes genannt wird, die in der Kathedrale von St. Giles einen Stuhl nach dem Pfarrer warf.

Zu den wichtigsten Daten der Geschichte Edinburghs und ganz Schottlands gehört das am 1. Mai 1707 in Kraft getretene Vereinigungsgesetz, der Act of Union. Dieses Gesetz schuf die Grundlage für die Vereinigung des Königreichs England und des Königreichs Schottland.

Im Ersten Weltkrieg wurde Edinburgh am 2. April 1916 von zwei deutschen Zeppelinen bombardiert, wobei durch 24 abgeworfene Bomben, die über der Stadt niedergingen, 13 Menschen getötet und 24 verletzt wurden. Unter anderem wurden zwei Hotels und Wohnhäuser von Bomben getroffen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Edinburgh zwischen dem 18. Juli 1940 (erster Luftangriff) und dem 6. August 1941 mehrmals von deutschen Bomben getroffen, wobei 20 Zivilisten ums Leben kamen und 210 verletzt wurden. Allein bei dem schwersten Angriff am 7. April 1941 wurden drei Kirchen und 270 Häuser beschädigt.https://www.scotsman.com/lifestyle-2-15039/they-say-leith-got-off-lightly-they-re-wrong-1-1061209

Das wieder errichtete Schottische Parlament konstituierte sich nach fast 300 Jahren am 12. Mai 1999 in Edinburgh.

Bevölkerung + Bevölkerungsentwicklung Edinburghs Stichtag 5. April 1991 29. April 2001 30. Juni 2011 30. Juni 2021 Einwohnerzahl 400.632 430.082 476.626scotlandscensus.gov 526.470Edinburgh by numbers 2023 – Schätzung

Die meisten Einwohner Edinburghs sind Schotten, daneben gibt es viele Iren und auch Deutsche, Polen, Italiener, Ukrainer, Pakistaner, Sikhs, Bengalen, Chinesen und Engländer. Es gibt Schulen für katholische und protestantische Kinder. Im Juli findet in Edinburgh jedes Jahr einer der größten Orange Walks außerhalb Nordirlands statt (zum Gedenken an den protestantischen Sieg in der Schlacht am Boyne).

Religion In Edinburgh befindet sich der Sitz der presbyterianischen (reformierten) Church of Scotland, deren Hauptkirche die St Giles’ Cathedral ist. Die Scottish Episcopal Church, eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft, ist in Edinburgh vertreten durch die Diözese von Edinburgh, deren Kathedrale die anglikanische St Mary’s Cathedral ist. In der Stadt befindet sich schließlich auch der Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Saint Andrews und Edinburgh, dessen Hauptkirche ebenfalls eine Marienkathedrale ist. Ferner sind verschiedene orthodoxe Kirchen und protestantische Freikirchen vertreten.

Muslimen stehen mehrere Moscheen zur Verfügung. Die größte ist die Edinburgh Central Mosque. Neben der jüdischen orthodoxen Gemeinde besteht in der Stadt auch eine liberale jüdische Gemeinde.

Ungefähr 33 % der Bevölkerung gehören einer christlichen Glaubensgemeinschaft an. 3 % gehören einem muslimischen Glauben an. Zudem gibt es ungefähr 3000 Buddhisten, 4000 Hinduisten und 2000 Juden in der Stadt. Während der Anteil der christlichen Bevölkerung der Stadt abnimmt, steigen die Zahlen bei nicht-christlichen Religionen im Verlauf der letzten Jahre stark an.

Politik und Verwaltung

Übergeordnete Verwaltung Edinburgh ist die historische Hauptstadt von Schottland und der früheren Grafschaft Edinburghshire, die heute Midlothian heißt. Neben Glasgow, Dundee und Aberdeen war Edinburgh seit 1890 eines der vier Counties of cities in Schottland. 1975 wurde Edinburgh zu einem District der Region Lothian und 1996 wurde die Stadt im Rahmen der Einführung einer einstufigen Verwaltungsstruktur zur Council Area City of Edinburgh. Edinburgh ist auch eine der Lieutenancy Areas von Schottland.

Der Edinburgh City Council umfasst 63 Sitze. Seit der Kommunalwahl 2017 besitzt die Scottish National Party die Mehrheit. Bei der Wahl 2022 konnte sie ihre 19 Sitze verteidigen.

Oberbürgermeister (Lord Provost) ist seit der Wahl 2022 Robert Aldridge (Scottish Liberal Democrats).

Stadtwappen mini|links|Edinburghs Fahne, identisch mit dem Stadtwappen Edinburgh hatte schon seit dem 14. Jahrhundert ein Stadtwappen, es wurde aber erst 1732 vom Lord Lyon King of Arms offiziell erwähnt. Nach der Verwaltungsreform 1975 gab der City of Edinburgh District Council nach historischer Vorlage ein neues Wappen in Auftrag: Im Schild, über dem die schottische Krone und ein Admiralitätsanker prangen, ist der schwarze Basaltfelsen mit der Burg zu erkennen, deren Türme rote Fahnen tragen. Das Stadtmotto „Nisi Dominus Frustra“, dem 127. Psalm entnommen, proklamiert, dass ohne die Hilfe Gottes nichts von Dauer sein kann. Schildhalter sind ein Mädchen und eine Hirschkuh, das Symbol des heiligen Ägidius, des Schutzpatrons der Stadt. Die Burg war im Mittelalter als Castrum Puellarum – Burg der Mädchen – bekannt, der Überlieferung nach ein sicherer Hort für Prinzessinnen.Das Stadtwappen von Edinburgh

+ Die elf Gemeindepartnerschaften EdinburghsStadtLandTypseitAalborgTwin City1991DunedinTwin City1974FlorenzTwin City1964KiewTwin City1989KrakauPartner City1995Präfektur KyōtoFriendship Link1994MünchenTwin City1954NizzaTwin City1958San DiegoTwin City1977VancouverTwin City1977Xi’anTwin City1985

Städtepartnerschaften Edinburgh unterhält offizielle bilaterale Beziehungen mit anderen Städten. Diese Kooperationen haben zum Ziel, den Austausch von Informationen und Fachwissen in Bereichen von gemeinsamem Interesse zu ermöglichen.

Die Partnerschaft mit München hat dynastische Gründe. Als Urenkel von Maria Theresia von Modena, einer Nachfahrin der Stuarts, könnte Herzog Franz von Bayern Ansprüche auf den schottischen Thron erheben.

Wirtschaft und Infrastruktur Dienstleistungen und Handel mini|Hauptverwaltung Standard Life mini|Kaufhaus Jenners Traditionell ist Edinburgh ein wichtiges Handelszentrum, das Schottland mit Skandinavien und Kontinentaleuropa verbindet. Die Bedeutung des Hafens von Leith hat allerdings in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen.