Eschborn ist eine Stadt mit  Einwohnern () im südhessischen Main-Taunus-Kreis. Sie gehört zur Region Frankfurt am Main und grenzt im Süden unmittelbar an die Stadt Frankfurt am Main.

Geographie Geographische Lage Eschborn liegt im Rhein-Main-Gebiet am östlichen Rand des Main-Taunus-Kreises. Es ist mit den Frankfurter Stadtteilen Sossenheim und Rödelheim benachbart und gehört zur Region Frankfurt am Main. Die Frankfurter Innenstadt ist 7 km, der Flughafen Frankfurt Main 15 km entfernt. Zu Eschborn gehört der Stadtteil Niederhöchstadt, der im Norden an Eschborn grenzt. mini|Westerbach in Eschborn

Nachbargemeinden Eschborn grenzt im Norden an Kronberg im Taunus und im Osten an Steinbach (Taunus) (beide Hochtaunuskreis), im Süden und Südosten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Stadt Schwalbach am Taunus (Main-Taunus-Kreis).

Geschichte mini|Schlacht bei Eschborn im Jahr 1389 mini|Der zentrale Dorfbrunnen erinnert an die über 1200 Jahre zurückliegende Ersterwähnung von Eschborn mini|Fachwerkhaus an der Hauptstraße 200px|links|Der „Schiefer Wald“, der an die Schlacht bei Eschborn erinnern soll mini|Der Eschborner Bahnhof im Jahr 2000

Im Jahr 770 wurde Eschborn als Aschenbrunne in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erstmals urkundlich erwähnt:

770. 12. Juni. In Gottes Namen schenke ich, Risolf, und mein Bruder Hadalmar, für den heiligen Märtyrer Nazarius, zu der Zeit, da der verehrungswürdige Abt Gunduland dem Kloster vorsteht, unter der Versicherung, dass es für alle Zeiten gilt, durch Kontrakt gestützt, in Aschenbrunne im Niddagau eine Hufe Landes und 44 Leibeigene und einen Weinberg. Geschehen im Kloster Lorsch am 12. Juni, dem zweiten Jahr des Königs Karl.

Der Name Aschenbrunne bedeutet so viel wie „Brunnen an der Esche“. Am 3. Juli 875 zerstörte eine Überschwemmung den Ort, wobei 88 Menschen und fast der gesamte Viehbestand getötet wurden. Die Eschborner Turmburg wurde im 11. Jahrhundert erbaut, sie wird mit den Ende des 12./Anfang des 13. Jhs. auftauchenden Herren von Eschborn in Verbindung gebracht, die ihren Hauptsitz kurz darauf nach Kronberg verlegten. Eschborn gehörte als Reichslehen den Herren von Cronberg, bis diese 1704 ausstarben und ihre Herrschaft an Kurmainz fiel.

1389 fand die Schlacht bei Eschborn statt. Im Rahmen des Krieges des rheinischen Städtebundes gegen den Pfalzgrafen zog die Stadt Frankfurt gegen die Ritter von Cronberg zu Felde. Die Cronberger und ihre zu Hilfe geeilten Verbündeten (der Pfalzgraf und die Hanauer) siegten und nahmen zahlreiche Gefangene, unter anderem auch den Bürgermeister von Frankfurt, die sie erst gegen eine Zahlung von 73.000 Goldgulden Lösegeld freigaben. 2014 pflanzten die Hamburger Künstler Ulrich Genth und Heike Mutter sechsundzwanzig Bäume auf einen ehemaligen Acker in Schieflage. Die Bäume werden durch Stahlhalterungen unterschiedlicher Form in Schräglage gehalten. Das Kunstwerk Schiefer Wald soll an die Schlacht bei Eschborn erinnern.eschborn.de abgerufen am 18. April 2022

Bei einem Gefecht bei Höchst 1622 zwischen General Tilly und Christian von Braunschweig während des Dreißigjährigen Kriegs wurden die alte Burganlage und nahezu der gesamte Ort zerstört (siehe dazu Näheres unter Schlacht bei Höchst).

Durch den Frieden von Lunéville 1801 gelangte der Fürst von Nassau-Usingen in den Besitz der Herrschaft Kronberg. 1806 gingen Kronberg und Niederhöchstadt gemeinsam als Teil des Fürstentums Nassau-Usingen im neu formierten Herzogtum Nassau unter der Führung des Hauses Nassau-Weilburg auf. Nach der Annektierung des Herzogtums durch Preußen im Jahre 1866 nach dem preußisch-österreichischen Krieg fielen Eschborn und Niederhöchstadt an das Königreich Preußen. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gehörte Eschborn ab 1871 zum Deutschen Reich. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rödelheim-Kronberg der Kronberger Bahn am 19. August 1874 erhielt Eschborn den ersten Eisenbahnanschluss. In Eschborn lebten bei Kriegsbeginn 1914 1549 Menschen; davon rückten 205 Männer zum Kriegsdienst ein. Bis zu 50 Kriegsgefangene aus Frankreich und Russland lebten in Eschborn.FAZ.net vom 8. August 2015: „Der Russe war ein sehr anstelliger Kerl“

mini|Blick auf die „Bürostadt Eschborn“

Am 1. Januar 1939 startete der Bau des Militärflugplatzes Frankfurt-Sossenheim (späterer Name: Fliegerhorst Eschborn), der nie vollendet wurde. Der Militärflugplatz, den die Deutschen Ende der 1930er Jahre unter dem Tarnnamen „Schafweide“ errichteten, bestand zunächst nur aus einer großen Wiesenfläche und wenigen Baracken. Es entstanden mehrere große aus Stein gebaute Hangars, von denen heute noch einer steht. Die Kommandantur sowie die Mehrzahl der übrigen Gebäude wurden nur als Baracken gebaut. Der Flugplatz war unter der Bezeichnung Eschborn während des gesamten Zweiten Weltkrieges im Einsatz. Insbesondere wurden dort auf Lastenseglern Piloten ausgebildet. Von April 1945 bis Kriegsende (Mai 1945) waren auf dem Platz, der unter deutscher Verwaltung keine befestigte Start- und Landebahn hatte, Jagdflugzeuge der US Air Force stationiert, die von dort aus Einsätze gegen das Deutsche Reich flogen. Nach Kriegsende kam dem Flugplatz Eschborn große Bedeutung als Ausweichflugplatz für den noch nicht wiederhergestellten Flughafen Rhein‐Main – der heutige Flughafen Frankfurt Main – zu. Mit der Wiederinbetriebnahme des Frankfurter Flughafens wurde der Flugbetrieb in Eschborn eingestellt. Auf dem Gelände, welches zu einem Teil auf der Gemarkung von Schwalbach liegt, verblieb bis 1992 die US-Kaserne Camp Eschborn, wo amerikanische Streitkräfte (Pioniereinheit mit schwerem Gerät) stationiert waren. Das Gelände wurde nach dem Abzug von der Stadt gekauft und zum Gewerbegebiet Camp-Phönix-Park umgebaut. Die 1948 bis 1972 betriebene Empfangsfunkstelle Eschborn nutzten vor allem US-Soldaten zur Überseetelefonie in die Heimat.

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nahm unter seinem ersten Intendanten Karl Holzamer am 1. April 1963 seinen Betrieb in Eschborn auf, zog jedoch 1964 nach Wiesbaden und 1974 nach Mainz.ZDF Unternehmensgeschichte Am einstigen Standort der Studios befindet sich heute die Grundschule Süd-West.

Aus Anlass der 1200-Jahr-Feier wurde der Gemeinde Eschborn am 14. April 1970 durch die Hessische Landesregierung das Recht zur Führung der Bezeichnung Stadt verliehen.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Nachbargemeinde Niederhöchstadt freiwillig durch den Eingemeindungsvertrag vom 15. September 1971 am 31. Dezember 1971 in die Stadt Eschborn eingemeindet. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Historische Namensformen In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:

Aschenbrunne (770) Aschibrunnen (782) Aschebrunne (782) Aschenbrunnen (782) Aschibrunen (789) Askebrunnen (800) Aschebrunnen (1008) Esscheborn (1274)

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eschborn angehört(e):

Im Frühmittelalter: Fränkisches Reich, Niddagau ab 1339: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Kurmainzer Lehen unter Cronberger Herrschaft ab 1704: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Amt Cronberg ab 1787: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amt Cronberg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amt Cronberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Cronberg ab 1810: Herzogtum Nassau, Amt Oberursel ab 1815: Herzogtum Nassau, Amt Königstein ab 1817: Herzogtum Nassau, Amt Höchst ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Höchst ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Höchst ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Wiesbaden (Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Höchst am Main) und Verwaltung) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Amt Höchst ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Höchst ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Main-Taunus-Kreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Einwohnerentwicklung

mini|Einwohnerentwicklung Esch­borns 1870 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

1870: 856 1890: 1.037 1910: 1.454 1928: 1.700 1940: 1.679 1945: 1.912 1950: 2.582 1960: 4.259 1970: 12.198 1972: 17.621 1980: 17.763 1990: 18.235 1998: 19.256 1999: 19.388 2000: 19.630 2001: 20.015 2002: 20.153 2003: 20.266 2004: 20.580 2005: 20.753 2006: 20.771 2008: 20.732 2011: 20.789 2016: 21.228 2017: 21.419 2019: 21.609 (jeweils zum 31. Dezember)

Ursache für den hohen Anstieg der Einwohnerzahl im Jahr 1972 war die Eingemeindung des Stadtteils Niederhöchstadt.

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eschborn erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 36,3 14 30,6 11 27,2 10 38,4 14 41,6 15 40,6 15 15,5 6 18,4 7 15,7 6 7,2 3 13,5 5 8,4 3 16,7 6 18,0 7 10,5 4 15,2 6 10,3 4 10,1 4 16,7 6 16,0 6 20,4 8 20,5 7 23,2 9 32,6 12 bis 2006: Freie Wählergemeinschaft Eschborn 9,3 3 12,1 4 12,5 5 10,2 4 1,3 0 2,6 1 5,5 2 4,8 2 6,3 2 4,5 2 4,3 2 – – Bürgerliche Die Bürgerlichen – – – – 4,1 1 3,9 1 4,1 1 3,9 1 klartext klartext – – – – 3,3 1 – – – – – – BGE BürgerGemeinschaft Eschborn – – – – – – – – 1,7 1 1,8 1 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 51,6 54,3 54,5 54,9 49,1 56,7 mini|hochkant=1.5|Rathaus und Stadthalle

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Eschborn neben dem Bürgermeister der hauptamtliche Erste Stadtrat sowie zwölf ehrenamtliche Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 16. Februar 2020 Adnan Shaikh (CDU). Er hatte sich am 20. Oktober 2019 im ersten Wahlgang gegen den Amtsinhaber Mathias Geiger bei 59,27 Prozent Wahlbeteiligung mit 50,22 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Es folgte eine Wiederwahl im September 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 14. September 2025 in Eschborn

Amtszeiten der Bürgermeister - Votemanager: Wahltermine Stadt Eschborn, seit 2006 2020–2032 Adnan Shaikh (CDU)Stadt Eschborn, 18. Februar 2020: Amtseinführung von Adnan Shaikh als Bürgermeister 2014–2020 Mathias Geiger 2002–2014 Wilhelm Speckhardt (CDU) 1990–2002 Martin Herkströter (CDU) 1984–1990 Manfred Tomala (CDU) 1979–1984 Jochen Riebel (CDU) 1962–1979 Hans Georg Wehrheim (SPD) 1946–1961 Heinrich Graf (SPD) 1945–1946 Edwin Mämpel (SPD)