Die Fränkische Saale ist ein nordöstlicher Nebenfluss des Mains im bayerischen Unterfranken. Sie entspringt im Grabfeld nahe Bad Königshofen, verläuft am Südrand der Rhön und mündet in Gemünden als dessen größter rechter Nebenfluss in den Main (FS-km 211,0).
Die in der Region Franken (genauer in Oberfranken) ebenfalls entspringende, längere und dort Sächsische Saale genannte Saale ist die in die Elbe mündende und meistens ohne Namenszusatz versehene Saale. Daten Die rund 140 Kilometer lange Fränkische Saale ist ein karbonatischer MittelgebirgsflussBewirtschaftungskarte Gewässertypen Deutschlands (PDF; 2,6 MB) erster und zweiter Ordnung.Gewässerportrait Fränkische Saale des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen Sie überwindet ungefähr 159 Höhenmeter und hat ein Sohlgefälle von 1,1 Promille. Das Einzugsgebiet der Fränkischen Saale ist gut 2766 Quadratkilometer groß. Der errechnete mittlere Abfluss an der Mündung beträgt 24,2 Kubikmeter pro Sekunde.
Name Etymologie links|100px Erstmals erwähnt wurde die Fränkische Saale im Jahr 716 als super fluvio Sala in pago Salvense (am Fluss Sala im Saalgau). Im Jahr 777 schrieb man in einem Fuldaer Urkundenbuch: in pago Salecgauio super fluvio Sala. Der Flussname wird auf indogermanisch Sal, was Salz bedeutet, oder auch Salā, für fließendes Wasser, zurückgeführt. Diese Namenswurzel lässt sich schon bei dem griechischen Geografen Strabon (etwa 63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) belegen. Der Fluss gab dem Ort Saal an der Saale seinen Namen. Er wird im Volksmund auch „Dachrinne der Rhön“ genannt.Die Fränkische Saale im Landkreis Bad Kissingen auf der Seite des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 716 „Sala“ 1226 „Salam“ 1328 „Sale“ 1350 „Sal“ 1743 „Saale“ 1832 „Fränkische Saale“
Geographie Quellbäche mini|links|Die nördliche Quelle der Fränkischen Saale bei Alsleben mini|hochkant|Südliche Saalequelle bei Obereßfeld Die Fränkische Saale entsteht im Grabfeld nahe der Haßberge, östlich bzw. südöstlich von Bad Königshofen aus zwei etwa gleich großen, 3,9 km langen Quellbächen:
Ihr rechter und nördlicher Quellbach entspringt dem Saalbrunnen (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls in Franken liegenden Saalbrunnen), ungefähr 1,7 Kilometer östlich von Alsleben, einem Ortsteil von Trappstadt. Die gefasste Quelle liegt auf freiem Feld, weniger als 500 m von der Grenze zu Thüringen entfernt, etwas abseits der Kreisstraße NES 45, die nach Gompertshausen führt. Auf entspringt dort unterhalb des Kapellenberges () die junge Fränkische Saale.
Die erste Quellfassung aus Sandstein der 1940er Jahre wurde 1973 umgestaltet und erhielt 1985 ihr heutiges repräsentatives Aussehen. Eine Bronzetafel von Erich Husemann aus Trappstadt weist seit 1987 auf die Bedeutung der Fränkischen Saale hin. Der Quellbach fließt in südwestliche Richtung durch Alsleben, nimmt dort den Fleusengraben auf und vereinigt sich nördlich von Bad Königshofen-Untereßfeld mit dem linken Quellbach.
Wenige Kilometer südlich, nahe der Heckenmühle bei Obereßfeld, Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke, entspringt der südliche Quellbach dem Salzloch. Diese Quelle schüttet stärker als der Saalbrunnen, liegt auf etwa und wurde ebenfalls gefasst.Der dort entspringende Saalegraben trägt bis zum Zusammenfluss mit dem nördlichen Quellbach auch den Namen Dagigbach. Er verläuft durch das Dorf Obereßfeld, wo der Klausgrundgraben mündet. Begleitet von der Bundesstraße 279 fließt der Saalegraben durch Untereßfeld und nimmt diesmal von rechts an der Lustmühle den Heilbruchgraben auf. Danach trifft er südöstlich von Bad Königshofen auf den nördlichen Quellbach. Direkt am Zusammenfluss wurde eine Informationstafel aufgestellt.
Verlauf Oberlauf mini|links|Zusammenfluss der beiden Quellbäche bei Untereßfeld Vom Zusammenfluss der beiden Quellbäche fließt die junge Fränkische Saale zunächst nach Nordwesten, vorbei an Riedmühle und Aumühle nach Bad Königshofen. Dort mündet ihr der Weißbach zu und sie unterquert die Bundesstraße 279. Danach erreicht sie das Gemeindegebiet von Großeibstadt, wo sie vom Haubach verstärkt wird. Im folgenden Dorf Kleineibstadt fließt die Barget von links zu. Anschließend verläuft der Fluss nach Saal, wo er nach etwa 23 Kilometern auf die in Thüringen in den Gleichbergen entspringende, rund 37 km lange und wasserreichere Milz trifft. Der gesamte Lauf der Fränkischen Saale hat über die Milz den längsten Fließweg, weshalb sie der hydrographische Oberlauf des Flusses ist.
Darauf folgend fließt die Fränkische Saale um den Findelberg , an dessen Hängen die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung steht. Sie verläuft danach durch Wülfershausen und in einigen Schleifen unter der Saaletalbrücke der A 71 hindurch, vorbei an Hollstadt nach Heustreu. Dort mündet der aus den nördlichsten Gebieten Bayerns kommende, deutlich längere und größere Fluss Streu in die Fränkische Saale, dessen Fließrichtung sie nach Südwesten bis zur Mündung in den Main fortsetzt. Die Streu führt an ihrer Mündung im Mittel mehr als doppelt so viel Wasser und ist also hydrologisch gesehen der Oberlauf der Fränkischen Saale (siehe Hydrologischer Hauptstrang der Fränkischen Saale). Im 17. Jahrhundert gab es Pläne, beide Flüsse für den nicht verwirklichten Main-Werra-Kanal zu nutzen.
Hinter Heustreu gelangt der Fluss auf das Stadtgebiet von Bad Neustadt, wo er sich an zwei Stellen teilt. Die in Fließrichtung gesehen linken Arme sind Mühlbäche, die zum Betreiben mehrerer Wassermühlen in den Stadtteilen Herschfeld und Bad Neuhaus angelegt wurden. In der Nähe der Altstadt wird die Fränkische Saale von der Brend verstärkt. Vorbei am Dorf Salz verläuft sie durch das Naturschutzgebiet Saalewiesen nach Niederlauer. Dort mündet ihr der einzige größere Nebenfluss von links zu, die in den Haßbergen entspringende Lauer.
Mittellauf mini|Die Fränkische Saale westlich von Arnshausen Das Saaletal wird von dort an enger und das gemeindefreie Gebiet Steinacher Forst reicht bis an den Fluss. Er mäandriert nun am Südostrand der Rhön durch Ober- und Unterebersbach. Er überquert die Grenze zum Landkreis Bad Kissingen, fließt auf das Gebiet der Marktgemeinde Bad Bocklet und passiert die Ortsteile Nickersfelden, Roth an der Saale sowie Steinach. Südöstlich des Dorfes mündet die Premich zu. Im weiteren Verlauf zieht die Fränkische Saale an dem Dorf Hohn und dem Kernort vorbei. In Bad Bocklet fließt sie am Rande des Kurgartens. Bevor sie bei Großenbrach eine große Schleife fließt, nimmt sie bei der Ortschaft Aschach den Zufluss Aschach auf und erreicht danach das Stadtgebiet von Bad Kissingen.
Dort wird das Tal weiter und der Fluss fließt durch die Stadtteile Kleinbrach, Hausen zur Saline Kissingen (Obere und Untere Saline). Am linken Ufer verläuft die Salinenpromenade durch den Kurpark. Die Fränkische Saale wird in Bad Kissingen von der Saline bis zum Rosengarten mit Dampfschiffen befahren. Vorbei an der Altstadt und dem Luitpoldpark wird der Fluss von der B 287 und ab Arnshausen von der Saaletalbahn im wieder enger werdenden Tal begleitet. An den linken Hängen stehen die Ruinen Botenlauben und Eiringsburg. Anschließend überquert er die Grenze nach Euerdorf und zieht eine Schleife durch Aura an der Saale nach Elfershausen. Über der Fränkischen Saale steht die Trimburg im Ortsteil Trimberg. Die Saaletalbahn wechselt dort mehrere Male die Flussseite. Etwas weiter flussabwärts, in der Nähe der Saalmühle, quert die A 7 über die Saaletalbrücke das Gewässer.
Unterlauf mini|links|Die Fränkische Saale bei Morlesau mini|Fränkische Saale mit Schloss Saaleck bei Hammelburg Die Fränkische Saale gelangt anschließend auf das Gebiet der Kleinstadt Hammelburg, wo sich das Tal wieder weitet. Sie fließt an der Erdfunkstelle bei Fuchsstadt vorbei und passiert die Hammelburger Stadtteile Westheim und Pfaffenhausen. Gegenüber dem Schloss Saaleck mündet die Thulba und die B 287 verlässt bei Untereschenbach das Saaletal. Hinter Diebach liegt eine Exklave von Wartmannsroth, die Neumühle am Fluss. Das Tal verengt sich erneut und die Fränkische Saale fließt parallel zur Saaletalbahn durch Morlesau in den Landkreis Main-Spessart nach Gräfendorf.
Das Gewässer schlängelt sich sehr naturbelassen, vorbei an der Roßmühle und durch Michelau, zum Kernort Gräfendorf. Gegenüber von Hurzfurt mündet der Waizenbach, dessen Zufluss Eidenbach in einem Seitental den Tretstein-Wasserfall herabstürzt. Nachfolgend fließt die Schondra in der Nähe des Steinpfeilers, der nie fertiggestellten Reichsautobahn Strecke 46 in den Fluss.
Die Fränkische Saale fließt anschließend durch die Gemeindeteile Schonderfeld und Wolfsmünster, bevor sie das Stadtgebiet von Gemünden am Main erreicht. Direkt am Fluss steht dort das Kloster Schönau. Im Siedlungsgebiet von Gemünden teilt sich die Fränkische Saale. Der linke, Mühlbach genannte Flussarm, verläuft entlang der Altstadt. Der rechte Lauf nimmt den größten Nebenfluss, die vom Spessart herabfließende Sinn, auf und mündet 700 Meter weiter mit einer mittleren Wasserführung von rund 24 m³/s in den Main.
Nebenflüsse Graphische Übersichten Das Flusssystem der Fränkischen Saale wird insbesondere von acht Haupt-Nebenflüssen geprägt, von denen nur einer von links einmündet.
Nach Länge
Nach Einzugsgebiet
Tabellarische Übersicht Nebenflüsse der Fränkischen Saale mit einem Einzugsgebiet von mindestens 15 km². Zum Vergleich auch die Werte der Saale selbst
Name Seite Länge[km] EZG[km²] Abfluss(MQ)[l/s] Mündung[auf FS-km] Mündungsort Mündungshöhem. ü. NHN GKZ Saalegraben links 3,9 15,2 5,9 Bad Königshofen-Untereßfeld 284 244-111? Weißbach rechts 10,76 26,26 9,77 Bad Königshofen 272 244-112 Haubach rechts 10,14 29,41 15,24 Großeibstadt 266 244-114 Barget links 9,38 25,10 19,67 Kleineibstadt 259 244-116 Albach links 7,26 17,40 20,25 unterhalb Kleineibstadts 257 244-118 Milz rechts 36,44 186,07 1090(158,17 km²) 23,63 Saal an der Saale 251 244-12 Dippbach rechts 6,90 15,21 31,91 oberhalb Hollstadts 239 244-196 Streu rechts 41,86 447,86 3690(434,68 km²) 38,23 Heustreu 231 244-2 Brend rechts 29,72 140,07 1580(111,11 km²) 42,75 Bad Neustadt an der Saale 227 244-32 Lauer links 33,24 298,49 1610(258,65 km²) 47,56 Niederlauer 224 244-4 Premich rechts 18,37 93,88 58,97 bei Steinach 213 244-52 Aschach rechts 12,32 39,98 68,06 Aschach 207 244-532 Nüdlinger Bach links 6,13 25,97 75,56 Bad Kissingen-Hausen 201 244-534 Lollbach links 7,06 26,35 84,23 westlich Bad Kissingen-Arnshausens 194 244-536 Sulzbach links 3,2 15,2 88,8 Euerdorf 189 244-539? Thulba rechts 32,11 139,88 806(77,98 km²) 111,94 Hammelburg 175 244-54 Klingenbach rechts 6,19 19,62 115,69 Hammelburg-Diebach 172 244-592 Waizenbach rechts 7,08 23,47 127,72 oberhalb Gräfendorfs 165 244-594 Schondra rechts 31,30 164,27 128,75 Gräfendorf 161 244-6 Sinn rechts 69,38 622,57 5910(463,63 km²) 139,29 Gemünden am Main 153244-8 Fränkische Saale n. a. 139,99 2766,45 24200(2766,45 km²) 211,0 Gemünden 152 244 Eine umfassendere Aufstellung, die auch kleine Zuflüsse enthält, findet sich in der Liste von Zuflüssen der Fränkischen Saale. mini|Mündung der Sinn in die Fränkische Saale
Hydrologischer Hauptstrang mini|links|Einzugsgebiet der Fränkischen Saale
Die Fränkische Saale ist an ihrem Oberlauf in hydrologischer Sicht nicht der Hauptstrang des nach ihr benannten Flusssystems. Am Zufluss der Milz auf dem Oberlauf bei Saal an der Saale übertrifft diese nach zwei der drei üblichen Kriterien, nämlich Abfluss und Einzugsgebiet, den Lauf der Fränkischen Saale bis dorthin, der jedoch merklich länger ist.
Dieselbe Situation tritt weiter abwärts noch einmal am Zufluss der Streu bei Heustreu auf, die ebenfalls mehr Wasser aus einem größeren Einzugsgebiet heranführt als die Fränkische Saale bis dorthin – und überdies sogar auch noch länger ist, jedenfalls wenn man die Fränkische Saale nicht, nach dem Vorgenannten „korrigierend“, am Milzursprung beginnen lässt.