Maria ist ein weiblicher Vorname. Als zusätzlicher, nachgeordneter Vorname kann er auch von Männern getragen werden.
Herkunft und Bedeutung Beim Namen Maria handelt es sich um die lateinische Variante des hebräischen Namens . Die Bedeutung des Namens ist nicht vollkommen geklärt. Als Deutungsmöglichkeiten werden diskutiert: ma- + Wurzel *RĪM: „Geschenk (Gottes)“ ägyptischer Personenname Mr[j/t]-Jmn: „Geliebte Amuns“ Wurzel מרה: „die Widerspenstige“ Wurzel מרא: „Die Dicke“ mrj / mr’: „Die Fruchtbare“ alte Traditionen: יָם jām „Meer“ und „Myrrhe“ bzw. „Stern“: „Meeresmyrrhe“, bzw. „Meeresstern“. Im Lateinischen als stella Maris ‚Meeresstern‘ missverstanden oder umgedeutet und im 9. Jahrhundert n. Chr. erstmals belegt.Manfred Görg: Mirjam. In: Manfred Görg, Bernhard Lang (Hrsg.): Neues Bibel-Lexikon. Band 2: H – N. Benziger, Zürich u. a. 1995, ISBN 3-545-23075-9, Sp. 816.
Im Neuen Testament ist griechisch Μαριάμ der Name der Mutter Jesu, der Maria von Magdala und der Maria von Bethanien.
Verbreitung Der Name Maria ist international sehr beliebt. Hervorzuheben sind Portugal, wo der Name seit mehreren Jahren Rang 1 der Hitlisten belegt, Armenien (Rang 2, Stand 2020), Spanien (Rang 4, Stand 2020) und Polen, wo er im Jahr 2021 mit Rang 11 die Top-10 knapp verfehlte.
In Deutschland gehörte der Name im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu den beliebtesten Mädchennamen. Der Name belegte Rang 7 in den 1880er und Rang 6 in den 1890er Jahren. Mit kleinen Höhepunkten in den 1950er und 1980er Jahren sank die Beliebtheit des Namens und stieg erst im 21. Jahrhundert wieder leicht an. Trotzdem geriet der Name nie völlig außer Mode. Im Jahr 2021 belegte Maria Rang 41 der beliebtesten Vornamen in Deutschland. Als Zweitname liegt Maria auf Rang 3 der Hitlisten – das Verhältnis zwischen Ruf- und Zweitnamenvergabe beträgt 1:3,5.
In der Schweiz wird der Name seit 1930 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Bis Anfang der 1990er Jahre lag er stets in den Top-10 der Hitlisten. Viele Jahre belegte er die Spitzenposition. In den letzten zehn Jahren wurde er etwa 1.500 Mal vergeben. Der Name war im Jahr 2022 der häufigste Vorname unter der ständigen Wohnbevölkerung. In Österreich befand sich der Name von 1984 bis 1989 in den Top-30. Dann ließ seine Popularität nach, wobei er bis heute stets einen Platz in den Top-60 belegt.
Der Name wird in Frankreich seit 1900 jährlich vergeben. Von 1900 bis 1928 und von 1965 bis 1973 lag er in den Top-50. Dann ging seine Beliebtheit zurück. Seit den 2010er Jahren steigt seine Vergabe wieder an. In Italien gehört der Name seit 1999 zu den 50 beliebtesten Mädchennamen. Seit den 2020er Jahren lässt seine Popularität leicht nach. Der Name zählt in den USA in den letzten hundert Jahren zu den 100 beliebtesten Vornamen.
In Norwegen gehört der Name seit 1945 zu den Top-100. Zwischen 1977 und 2008 war er stets unter den 10 beliebtesten Vornamen. Danach ließ seine Beliebtheit nach. Der Name befindet sich in Schweden seit 1998 in den Top-100 der Vornamenscharts. In Dänemark zählt der Name seit den 1980er Jahren zu den 100 beliebtesten Mädchennamen.
Maria als männlicher Vorname Besonders in katholischen Gebieten kam dem Namenspatron eine hohe Schutzfunktion für den Namensträger zu. Die Gottesmutter Maria galt und gilt in der katholischen Kirche als mächtige Fürsprecherin, weshalb sich der Vorname, im Allgemeinen als Zweitname, auch für Männer einbürgerte.
Varianten Langformen
Kurzformen
Zusammengesetzte Namen Deutsch: Marianne, Marlene, Marlies, Rosemarie, Annemarie, Annamaria Diminutiv: Annemie, Amrei, Marla Englisch: Marlena, Marleen, Marlene, Marissa Diminutiv: Marla Französisch: Marlène Italienisch: Marisa Niederländisch: Marleen, Annemarie Polnisch: Marlena Portugiesisch: Marisa, Mariza Spanisch: Marisa, Marisela, Marisol
Namenstage Das Fest Mariä Namen wird in der römisch-katholischen Kirche am 12. September gefeiert. Papst Innozenz XI. führte das Fest 1683 zum Dank für den Sieg über die Türken vor Wien in den römischen Generalkalender ein. Weitere mögliche Namenstage sind die zahlreichen Marienfeste.
Namensträgerinnen
Frauen in der Bibel (Neues Testament) Maria (Mutter Jesu), Mutter Jesu Christi Maria (Römerbrief), stadtrömische Christin Maria von Bethanien Maria Magdalena (auch „Maria (von) Magdala“) Maria Kleophae Maria Salome von Galiläa Siehe auch: Mirjam (Prophetin) (Altes Testament)
Antike Namensträgerinnen Maria die Jüdin (zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert), bedeutendste Alchemistin der Antike
Namensträgerinnen des geweihten Lebens Maria de Bohorques (* um 1539; † 1559), spanische evangelische Märtyrerin María von Ágreda (1602–1665), Visionärin und Äbtissin des Franziskanerinnenkonvents in Agreda
Adlige Namensträgerinnen
Bürgerliche Namensträgerinnen
Männliche Namensträger Männliche Personen tragen den Namen Maria als ergänzenden Zweit- oder Drittnamen. Beispiele José María Aznar (* 1953), spanischer Politiker Wolfgang Maria Bauer (* 1963), deutscher Schauspieler Joseph Maria Bocheński (1902–1995), polnischer Philosoph und Logiker, Dominikaner Francesco Maria Borzone (1625–1679), italienischer Maler Giovanni Maria Bottalla, gen. il Raffaellino (1613–1644), italienischer Maler Klaus Maria Brandauer (* 1943), österreichischer Schauspieler Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg (* 1971), deutscher CSU-Politiker und Lobbyist Carlo Maria de Buonaparte (1746–1785), französischer Adeliger und Vater von Napoleon I. Giuseppe Maria Buonaparte (1713–1763), korsischer Politiker und Großvater Napoleons I. Domenico Maria Canuti (1626–1684), italienischer Maler und Freskant Christian Heinrich Maria Drosten (* 1972), deutscher Virologe Timm Franz Maria „Frank“ Elstner (* 1942), deutscher Radio- und Fernsehmoderator Volker Maria Engel (* 1970), deutscher Regisseur und Theaterpädagoge Josemaría Escrivá (1902–1975), spanischer Priester, Gründer des Opus Dei Johann Maria Farina (1685–1766), italienischer Unternehmer, Erfinder des Kölnisch Wasser Oskar Maria Graf (1894–1967), deutscher Schriftsteller Günther Maria Halmer (1943–2026), deutscher Schauspieler Karl Maria Harrer (1926–2013), deutscher Priester und Schriftsteller Christoph Maria Herbst (* 1966), deutscher Comedian und Schauspieler Karl Maria Hettlage (1902–1995), deutscher Politiker Klemens Maria Hofbauer (1751–1820), tschechisch-deutscher Prediger Karl Maria Kertbeny (1824–1882), österreichisch-ungarischer Schriftsteller August Maria Knoll (1900–1963), österreichischer Jurist und Sozialreformer Guido Maria Kretschmer (* 1965), deutscher Modedesigner und Fernsehjuror Heinrich Maria Ledig-Rowohlt (1908–1992), deutscher Verleger Joseph Maria Olbrich (1867–1908), österreichischer Designer und Architekt der Wiener Secession Bernhard Maria Pepperl (* 1954), deutscher Politiker (AfD) Markus Maria Profitlich (* 1960), deutscher Comedian und Schauspieler Peter Maria Quadflieg (* 1982), deutsch-belgischer Historiker und Archivar Erich Maria Remarque (1898–1970), deutscher Schriftsteller Rainer Maria Rilke (1875–1926), österreichischer Dichter Rainer Maria Salzgeber (* 1969), Schweizer Sportmoderator Karl-Maria Schley (1908–1980), deutscher Schauspieler Christoph Maria Schlingensief (1960–2010), deutscher Regisseur José María Velasco Gómez (1840–1912), mexikanischer Maler Carl Maria von Weber (1786–1826), deutscher Komponist Rainer-Maria Weiss (* 1966), deutscher Archäologe Karl Maria Zwißler (1900–1984), deutscher Dirigent, Generalmusikdirektor, Generalintendant und Professor
Geläufige männliche Vornamen mit der Ergänzung Maria/Marie sind im französischen Sprachraum Jean-Marie und im spanischen Sprachraum José María.
Familienname De Maria Di Maria Maria (Begriffsklärung)
Weblinks
Maria auf behindthename.com (englisch)
Einzelnachweise
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