Computerspiel- oder Videospiel-Genres sind Genres von Computerspielen, die sich in der Art der Interaktion und in den Spielmechanismen voneinander unterscheiden. Eine Einteilung in ein bestimmtes Genre ist bei vielen Spielen nur bedingt möglich, da oft Elemente verschiedener Genres gemischt werden. Das führt zu einer erweiterten Aufteilung (teilweise mit Unterkategorien, sogenannten Subgenres). Jedoch gibt es bisher nur eine grobe wissenschaftlich anerkannte Einteilung.

Theorie der Computerspiel-Genres Stärker als in anderen Medien sind die Genres der Computerspiele durch die technischen Möglichkeiten bzw. Beschränkungen bestimmt. Da sich die Realität nicht eins zu eins in einem Computerspiel abbilden lässt, muss der zu realisierende Aspekt zunächst genau bestimmt werden und dann stark abstrahiert werden, denn es können nur die ganz speziellen Teilaspekte simuliert werden, die für den Spielwitz als elementar empfunden werden.

So wurde in den Anfängen der Computerspiele das Tennisspiel in dem Spiel Pong als zwei Balken (Schläger) realisiert, die in einem scheinbar leeren Raum ein kleines Quadrat (aufgrund der geringen Auflösung war kein Kreis möglich) reflektierten. Trotz der immensen Abstraktion war die Grundidee eines Tennisspiels bzw. allgemeinen Ballspiels klar ersichtlich.

Die fortschreitende Verbesserung der Hardware erlaubt jedoch, den Grad der Abstraktion immer weiter abzusenken. Dies hat auch Konsequenzen für die Spielgenres. Ein Computerspiel kann durch seinen Detailgrad heute mehrere, früher abgetrennte Genres gleichzeitig realisieren. Dies erlaubt dem Spieler z. B. die Wahl zwischen einer aktionsreichen oder eher verstohlenen Spielweise, anstatt ihn auf eine einzige simulierte Spielweise zu beschränken. Neben der Vermischung von Genres werden auch immer wieder neue Genres kreiert. „Survival“-Simulationen als (Sub-)Genre beispielsweise existiert im Vergleich zu klassischen Genres noch nicht lange. An diesem Beispiel zeigt sich, dass entstehende Trends in der Gaming-Industrie häufig zu neuen Genrebezeichnungen führen.

Geschichte der Computerspiel-Genres In der zweidimensionalen Frühzeit der Computerspiele dominierten vor allem Spiele aus der Seitenansicht. Shoot ’em ups, Side-Scroller und Jump ’n’ Runs stellten dabei die beliebtesten Genres dar. In den späten 80er konnten zunehmend auch Rollenspiele und Adventures große Erfolge feiern; insbesondere die Spiele von LucasArts galten in dieser Zeit als Vorzeigeprodukte.

Mitte der 90er-Jahre setzte der Übergang von 2D- zu 3D-Grafik ein. Federführend war bei diesem Wandel vor allem das neue Ego-Shooter-Genre, welches vor allem mit den Spielen Wolfenstein 3D und Doom praktisch im Alleingang von id Software begründet wurde. Ähnlich erfolgreich war in dieser Zeit nur der immense Echtzeit-Strategiespiele-Boom, der mit dem Erfolg von Command & Conquer von Westwood eingeleitet wurde.

Spiele dieser Art lösten die bis dahin aufgrund ihrer einfacheren technischen Umsetzbarkeit dominierenden rundenbasierten Strategiespiele auf dem Massenmarkt nahezu komplett ab, indem sie eine neue, aktionsorientiertere Zielgruppe ansprachen.

Heutige Spiele weisen zunehmend einen Trend zu sogenannten Genremixen auf. Dies ist sowohl technisch (siehe Theorie) als auch marktwirtschaftlich begründet, um die Zielgruppe aus mehreren Genreanhängern gleichzeitig einbeziehen zu können.

So verwendet beispielsweise Diablo Eigenschaften von klassischen Rollenspielen (z. B. die Verbesserung des gespielten Charakters durch das Sammeln von Gegenständen), verfügt aber über einen wesentlich höheren Aktionsanteil.

Veränderung des Nutzungsverhaltens Bedingt durch technische Entwicklungen im Bereich der Miniaturisierung und des mobilen Internets können nun auch komplexe Spiele auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Ähnlichem genutzt werden. Die Computerspieleindustrie hat sich hierdurch neue Zielgruppen erschlossen – insbesondere für sogenannte Casual Games. Für viele Spiele werden inzwischen die in die Geräte integrierten Neigungssensoren genutzt, z. B. um mit der Bewegung des Smartphones ein virtuelles Auto zu lenken. Dies trägt ebenfalls zur Entwicklung neuer Subgenres bei.

Liste von Genres Action Actionspiel Fighting Game Beat ’em up Side-Scrolling Beat ’em up Hack & Slay Battle Royale Shooter Ego-Shooter Massively Multiplayer Online First-Person Shooter Third-Person-Shooter Taktik-Shooter Shoot ’em up Danmaku Lightgun-Shooter Helden-Shooter Arcade-Shooter Arena-Shooter Geschicklichkeitsspiel Ragdoll-Spiel Maze Plattformspiele: Jump ’n’ Run Plattform-Shooter Auto-Runner Side-Scroller Metroidvania Stealth-Computerspiel Survival-Spiel

Adventure

Ein Adventure ist ein Computerspiel, das hauptsächlich das Lösen von Rätseln innerhalb eines narrativen Rahmens zum Inhalt hat. Adventures erfordern primär logisches Denken und stellen weniger Ansprüche an mechanische Fähigkeiten.

Action-Adventure Survival-Horror Escape Game Interaktiver Film Japanisches Adventure Digital Novel Kinetic Novel Sound Novel Visual Novel Ren’ai-Adventure Bishōjo Game Erogē Otome Game Point-and-Click-Adventure Textadventure

Rollenspiel Rollenspiele: Action-Rollenspiel (ARPG) Dungeon Crawler MMORPG Multi User Dungeon Rogue-like Strategie-Rollenspiel

Strategie mini|Strategiespiel Die Siedler II Strategiespiele: Aufbauspiel Echtzeit-Strategiespiel Multiplayer Online Battle Arena Tower Defense Echtzeit-Taktikspiel Rundenbasiertes Strategiespiel Auto-Battler Rundenbasiertes Taktikspiel Wirtschaftssimulation Globalstrategiespiel Artillery-Spiel

Simulation Simulationen: Fahrzeugsimulation Fahrsimulator Rennsimulation, Autosimulation Landwirtschaftssimulation Zugsimulation Schiffsimulation U-Boot-Simulation Flugsimulation Weltraum-Flugsimulation(siehe auch::Kategorie:Weltraumsimulator) Göttersimulation Lebenssimulation Ren’ai-Simulation, Liebessimulation, Dating Sim Militärsimulation Kriegsspiele Marinesimulation Panzersimulation Mechsimulation Wirtschaftssimulation Eisenbahnspiel Zugsimulation Stellwerksimulation Konstruktions- und Managementsimulation Städtebausimulation Verkehrsmanagementspiel Sportsimulation: Fußballsimulation Rennspiel Rennsimulation Fun-Racer Vehicular-combat Rallye Stunt-Racer Olympiade-Spiele Flipper Tiersimulation Berufssimulation Detektivspiel Arztsimulation Kochsimulation Konfliktsimulation Physiksimulation

Sonstige Denk- und Gedächtnisspiel Gehirntraining Puzzle Rätselspiel Wimmelspiel Horrorspiel Survival Horror Action Horror Psychologischer Horror Jumpscare Horror Reverse Horror Lernspiel Quiz Programmierspiel Mathematisches Spiel Serious Game Musikspiel Karaokespiel virtuelles Musikinstrument Rhythmusspiel Partyspiel Interactive Fiction Sandbox-Game Erotikspiel Erogē Retrospiel und Arcade-Spiel Exergame Tanzspiel Audiospiel Game with a purpose Serious Game Kunstspiel Newsgame Exergame Werbespiel Lernspiel Casual Game Clicker Game Werbespiel Kartenspiel Sammelkartenspiel Brettspiel Glücksspiel und Casinospiel Einzelspieler-Spiel Mehrspieler-Spiel Splitscreen-Spiel Hot-Seat-Spiel Koop-Spiel Onlinespiel Browserspiel Social Network Game Foren-Rollenspiel Chatspiel Livestream-Spiel Play-by-E-Mail Service-Spiel Massively Multiplayer Online Game Augmented-Reality-Spiel Alternate Reality Game Location-based Game Virtual-Reality-Spiel Toys-to-life Fantasy Sport Isekai Minispiel Fun-Game/Comedy-Spiel Non-Game Gacha-Game Mal- und Zeichnenspiel Open-World-Spiel Klon Vaporware E-Sport-Spiel Fangame Downloadable Content/Computerspiel-Erweiterung Free-to-play-Spiel Open-Source-Spiel Demo-Spiel Homebrew-Spiel Early-Access-Spiel Mod Spielesammlung Handyspiel

Literatur

Andreas Rauscher: Spielerische Fiktionen: Transmediale Genrekonzepte in Videospielen. Schüren, Marburg 2012, ISBN 978-3-89472-730-7. Thomas Klein: Genre und Videospiel. In: Markus Kuhn, Irina Scheidgen, Nicola Valeska Weber (Hrsg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung. de Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-029698-3, S. 345–360.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Spielwissenschaft