mini|hochkant|Deutsches Rotes Kreuz – Rundlogo mini|DRK-Generalsekretariat im ehemaligen Rittberg-Krankenhaus Das Deutsche Rote Kreuz e. V. (DRK) ist nach den Genfer Abkommen die nationale Rotkreuz-Gesellschaft in Deutschland und als solche Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Der Hauptsitz ist in Berlin-Lichterfelde. Das DRK ist, als einer der großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland, Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege.
Grundsätze
Das Deutsche Rote Kreuz handelt nach den Sieben Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Die Grundsätze wurden von der XX. Internationalen Rotkreuzkonferenz 1965 in Wien proklamiert.
Die sieben Grundsätze sind: Menschlichkeit Unparteilichkeit Neutralität Unabhängigkeit Freiwilligkeit Einheit Universalität
Aufgaben und Selbstverständnis
Zivil- und Katastrophenschutz mini|DRK-Einsatzfahrzeuge mini|Alter DRK-Sanitätskasten K50 Das Rote Kreuz beteiligt sich in Deutschland am Zivil- und Katastrophenschutz, indem es Personal aus den örtlichen Bereitschaften sowie Fahrzeuge und Material stellt. Im Katastrophenfall hat sich das DRK verpflichtet, alle verfügbaren Helfer und alles Material einzusetzen, also nicht nur die von Bund und Ländern zugewiesenen Fahrzeuge/Material. Die Ausbildungen in den Rotkreuz-Bereitschaften umfassen neben den Ausbildungen für Zwecke wie Blutspende- und Sanitätswachdienste auch Ausbildungen, die dem Katastrophenschutz zuzuordnen sind, diese gliedern sich in eine umfassende Grundausbildung und eine spezielle Fachdienstausbildung. Die Mitarbeit im Katastrophenschutz ist landesspezifisch unterschiedlich. So gibt es zum Beispiel Hilfszüge, die regional aufgestellt sind, Einsatzeinheiten, die kreisweit aufgestellt sind, sowie diverse Schnelleinsatzgruppen, die sich zum Teil nur aus örtlichen Kräften, zum Teil aber auch regional zusammensetzen. All diese Einheiten sind jedoch bundesweit sowie in EU-grenznahen Gebieten auch international einsetzbar.
Wohlfahrts- und Sozialarbeit mini|DRK-Altenpflegeheim Pieschen in Dresden mini|Krankenhausbett des DRK (um 1900) Das Deutsche Rote Kreuz ist anerkannter Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und mit seinen Einrichtungen, Angeboten und Diensten bundesweit in allen Feldern der Wohlfahrts- und Sozialarbeit sowohl mit ehrenamtlich als auch hauptamtlich Tätigen aktiv. Das DRK nimmt in seiner anwaltschaftlichen Funktion die Interessenvertretung der schwächsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen (most vulnerable) wahr.
Selbstanspruch In allen Feldern der Wohlfahrts- und Sozialarbeit ist das DRK aufgrund seines Selbstverständnisses und seiner Grundsätze verpflichtet, seine ihm in Form von Spenden oder öffentlichen Zuwendungen zur Verfügung gestellten Mittel wohlfahrtspflegerisch effektiv und wirtschaftlich effizient einzusetzen. Dies erfordert eine permanente Anpassung seiner Strukturen und Prozesse an aktuelle Anforderungen und Bedingungen sowie die Entwicklung eigener Konzepte, die zu erwartende soziale und gesellschaftliche Veränderungen antizipieren und das DRK auf neue Herausforderungen vorbereiten. Die DRK-Wohlfahrts- und Sozialarbeit setzt das sozialstaatliche Subsidiaritätsprinzip fort, indem es – soweit es möglich ist – Hilfe zur Selbsthilfe leistet und damit Selbstständigkeit und Verantwortung fördert.Grundsatzpapier der DRK-Wohlfahrtspflege, abrufbar unter: drk-wohlfahrt.de
Aufgaben Die Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK setzt die Aufgaben um, die sich das DRK in seiner Satzung gestellt hat, namentlich die Verhütung und Linderung menschlicher Leiden, die sich aus Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Benachteiligung ergeben; die Förderung der Gesundheit, der Wohlfahrt und der Bildung; die Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; die Verbreitung von Kenntnissen über das humanitäre Völkerrecht und über die Grundsätze und Ideale der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
Ergänzend wirkt die Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK auf die Zielerreichung der aktuellen DRK-Strategie „Menschen helfen, Gesellschaft gestalten“ hin.
Auf der Bundesebene werden in enger Kooperation mit den neunzehn DRK-Landesverbänden sowie dem Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz alle Fragen der Sozial- und Wohlfahrtsarbeit des DRK analysiert und bearbeitet sowie alle damit verbundenen Aufgaben wahrgenommen: die anwaltschaftliche Interessenvertretung auf Bundesebene und gegenüber der EU die Beratung der DRK-Mitgliedsverbände und die Qualifizierung der Führungs- und Fachkräfte durch Angebote der Fort- und Weiterbildung die Erschließung und Einwerbung von Finanzmitteln aus den Haushalten der EU und des Bundes sowie von Dritt- und Eigenmitteln zur Finanzierung von Daueraufgaben und innovativen Pilotprojekten die Gewährleistung, dass alle Angebote des DRK mit den Gemeinden und anderen Institutionen kooperieren, da diese Teil des sozialen Nahraums sind. Dadurch wird auch sichergestellt, dass die örtlichen Ressourcen genutzt, frühzeitig Handlungsbedarf erkannt und bedarfsgerechte Hilfen angeboten werden. Vertretung des DRK in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge und in vielen weiteren Fachverbänden.
Fachlich ist die Wohlfahrts- und Sozialarbeit dem Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege zugeordnet und untergliedert sich in die Arbeitsgebiete: Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Altenhilfe und Gesundheitsförderung Wohlfahrtspflege und soziales Engagement Migration, Interkulturelle Öffnung und Inklusion Deutsches Jugendrotkreuz
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe ist Teil der Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK. Das DRK ist in allen Feldern der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe aktiv. Webseite der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des DRK. Als auf Bundesebene zusammengeschlossener Verband der Freien Wohlfahrtspflege ist das DRK anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gemäß SGB VIII. Das DRK nimmt auf Bundesebene die zentralen Aufgaben im Bereich des Kinder- und Jugendplan des Bundes und der Familienförderung wahr und regt mit bundesweiten Modellprojekten fachliche Entwicklungen an.
In der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe stellt es 1.406 Kindertageseinrichtungen mit rund 100.000 Mädchen und Jungen 70 Einrichtungen zur Heimerziehung für 2.000 Kinder und Jugendliche und für ca. 5.000 Kinder und Jugendliche Ambulante Hilfen zur Erziehung 50 Schwangeren- und Familienberatungsstellen, mit jährlich 70 000 beratenen Ratsuchenden Angebote der Familienbildung für jährlich 45.000 Mütter und Väter 200 Einrichtungen der Jugendsozialarbeit in Schulen, Jugendhäusern, in der Jugendberufshilfe oder als StreetworkDRK Jahrbuch 2015 – 365 Tage Hilfe nach dem Maß der Not. (PDF; 4,9 MB) drk.de, S. 53.
Altenhilfe und Gesundheitsförderung Die Altenhilfe und die Gesundheitsförderung sind Teil der Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK. Auf der Bundesebene wird die Altenhilfe sowie die Gesundheitsförderung strategisch weiterentwickelt, fachpolitische Stellungnahmen und Grundsatzpositionen erarbeitet und bewertet sowie die Mitgliedsverbände bei der Umsetzung unterstützt.
In der Altenhilfe vereint das DRK mehr als 500 stationäre Pflegeeinrichtungen mit rund 40.000 Plätzen mehr als 500 ambulante Pflegedienste 532 Hausnotruf-Dienste 370 Mahlzeitendienste 35 Altenpflegeschulen
Wohlfahrtspflege und soziales Engagement Die Grundlagen der Wohlfahrtspflege, das soziale Ehrenamt und die Freiwilligendienste sind Teil der Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK. Auf der Bundesebene werden Grundsatzthemen der Wohlfahrtsarbeit auf nationaler und europäischer Ebene bearbeitet und bewertet. Zudem werden die Mitgliedsverbände bei der Gewinnung und beim Einsatz von Freiwilligen und Ehrenamtlichen beraten.
Im Bereich der Freiwilligendienste stellt das DRK bereit: rund 11.500 Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr rund 2.800 Plätze im Bundesfreiwilligendienst rund 430 Plätze in den Internationalen Freiwilligendiensten
In der Wohlfahrts- und Sozialarbeit engagieren sich mehr als 20.000 Menschen ehrenamtlich, vor allem für Kinder, für geflüchtete Menschen, für ältere Menschen und Menschen in sozialen oder persönlichen Notlagen. Sie leisten ehrenamtliche Hilfe, indem sie sich zum Beispiel in der Kindertagesbetreuung, in Besuchsdiensten oder Kleiderläden engagieren, Flüchtlinge willkommen heißen und sie darin unterstützen, sich im Alltag zurechtzufinden, Gymnastik, Tanzen, Yoga, Wassergymnastik und Tagesausflüge anbieten und damit über 300.000 Menschen wöchentlich erreichen, Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten, Menschen mit Demenz in Gruppen oder zu Hause betreuen, junge Eltern durch Babysitterdienste entlasten, als Paten bildungsbenachteiligte Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen und Selbsthilfegruppen leiten.
Migration, Interkulturelle Öffnung und Inklusion Dienstleistungen und Angebote im Bereich der Migration, der Interkulturellen Öffnung und der Inklusion sind Teil der Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK. Auf der Bundesebene arbeitet das DRK für und mit sozial benachteiligten Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Migrationshintergrund, um Chancengerechtigkeit sowie die Wertschätzung von Vielfalt und Individualität zu fördern.
An Menschen mit Migrationshintergrund wendet sich das DRK außerdem mit: vielfältigen Integrationsprojekten vor Ort, Maßnahmen zur Interkulturellen Öffnung des Verbandes werden an mehr als 65 Standorten umgesetzt, In mehr als 150 Beratungsstellen für Migranten, Flüchtlinge und Rückkehrer erfolgten mehr als 30.000 Beratungen pro Jahr.
Für Menschen mit Behinderung bietet das DRK: 172 Wohnheime und Wohngemeinschaften mit rund 5.300 Plätzen, 35 Familien unterstützende Dienste, die rund 8.500 behinderte Menschen und ihre Familien beraten, 28 Werkstätten für behinderte Menschen mit rund 11.300 Plätzen sowie 27 Tagesförderstätten für Menschen mit besonders hohem Unterstützungsbedarf mit rund 550 Plätzen, 32 Betreuungsvereine, die ca. 1.300 Menschen betreuen, nahezu flächendeckende Transportleistungen.
Für Menschen in persönlicher und sozialer Notlage hält das DRK bereit: 230 Kleiderläden und 600 Kleiderausgabestellen, 50 Möbelausgabestellen, 100 Notunterkünfte und Heime für obdachlose Menschen.
Jugendrotkreuz
Das Jugendrotkreuz ist der eigenverantwortliche Jugendverband im Deutschen Roten Kreuz und hat ca. 160.000 Mitglieder von 6 bis 27 Jahren in rund 5.500 Gruppen bundesweit unterhält Schulsanitätsdienste an mehr als 5.300 Schulen engagiert sich für Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, Frieden, internationale Völkerverständigung und Umweltschutz
Krankenpflege
Der Verband der Schwesternschaften (VdS) ist zuständig für alle Fragen der beruflichen Kranken- und Kinderkrankenpflege sowie deren Ausbildung im DRK. Große Träger von Krankenhausgesellschaften sind zum Beispiel die DRK-Schwesternschaft vom Bayerischen Roten Kreuz, die DRK-Schwesternschaft Berlin sowie die DRK-Landesverbände Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen.
DRK-Suchdienst mini|Logo des DRK-Suchdienstes. Der Standort München ist heute bundesweit für den Suchdienst im Kontext Zweiter Weltkrieg und Internationale Suche zuständig.