mini|Douglas Adams, Foto von Michael Hughes

Douglas Noël Adams (* 11. März 1952 in Cambridge, Vereinigtes Königreich; † 11. Mai 2001 in Santa Barbara, Kalifornien) war ein britischer Schriftsteller. Er wurde 1979 mit der satirischen Science-Fiction-Reihe Per Anhalter durch die Galaxis bekannt.

Leben mini|Douglas Adams’ Unterschrift, 1995

Adams kam 1952 als Sohn von Janet Donovan (1927–2016) und Christopher Douglas Adams (1927–1985) in der englischen Universitätsstadt Cambridge zur Welt. Nach der Scheidung seiner Eltern zog die Mutter mit dem fünfjährigen Douglas nach Brentwood in Essex. Dort wuchs er gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester auf. 1964 heiratete seine Mutter ein zweites Mal. Aus dieser Ehe stammen zwei jüngere Halbgeschwister.

Ab 1959 besuchte Adams die Brentwood School, wo er vor allem an den Naturwissenschaften interessiert war. Damals begann er, sich als Autor zu betätigen, wobei er mit seinen Texten auf große Zustimmung des Lehrpersonals stieß und einen Literaturwettbewerb gewann. Sein erster veröffentlichter Text war eine komische Kurzgeschichte über einen Mann, der sein Gedächtnis in der Londoner U-Bahn verloren hatte und sich im Fundbüro danach erkundigte. Dieser Text wurde in einer Science-Fiction-Zeitschrift für Jugendliche veröffentlicht.

Später studierte er als Mitglied des St John’s Colleges Englisch in Cambridge, wo er sich einer kleinen Komikergruppe namens Cules anschloss. Dort lernte er John Lloyd kennen, mit dem er sich später eine Wohnung teilte. Während seines Studiums arbeitete er als Aushilfskraft, um sich sein ausgedehntes Trampen durch Europa zu finanzieren. Auf einer dieser Reisen entstand auch die Idee zu seinem bekanntesten Werk Per Anhalter durch die Galaxis. Die Idee kam ihm, als er, wie er der BBC beschrieb, nach einem Kneipenbesuch in Innsbruck angetrunken auf einem Acker lag und in die Sterne schaute.The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. Introduction: A Guide To The Guide. royallib.com, abgerufen am 29. Januar 2025 Er selbst beschrieb dieses Ereignis so:

Während seiner Studienzeit arbeitete Adams in einer anderen universitären Comedygruppe namens Footlights mit (die etwa ein Jahrzehnt früher auch der Kristallisationspunkt für die Komikergruppe Monty Python gewesen war), bei der er Simon Jones kennenlernte, mit dem er später zusammenarbeitete. 1974 verließ Adams das College mit dem festen Vorsatz, Schriftsteller zu werden. mini|Der Macintosh SE 30 von Douglas Adams Anfangs gelang ihm das nur mäßig erfolgreich. Unter anderem arbeitete er mit Graham Chapman von Monty Python zusammen. In Folge 42 von Monty Python’s Flying Circus trat er in einer Nebenrolle auf, an der letzten Folge Party Political Broadcast on Behalf of the Liberal Party wirkte er als Autor mit.

mini|Adams’ Grab auf dem Highgate Cemetery mini|Adams’ WG in der Arlington Avenue 29 in Islington, in der er Per Anhalter durch die Galaxis schrieb

Im Jahr 1977 gelang ihm der Durchbruch, als er mit Simon Brett einen Vertrag über die Ausstrahlung einer Science-Fiction-Radiosendung abschloss. Sie trug den Titel The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy und wurde zum ersten Mal 1978 vom britischen Radiosender BBC Radio 4 gespielt. In stark veränderter und erweiterter Form wurde die Serie zwischen 1979 und 1982 zunächst als Trilogie in Buchform veröffentlicht; eine wesentliche Änderung ist das Entfernen aller zusammen mit John Lloyd geschriebenen Anteile der Radiosendungen fünf und sechs. Der Inhalt des ursprünglichen Hörspiels findet sich vor allem im ersten Band. Die Bücher wurden Bestseller. 1984 folgte ein vierter Band (Macht’s gut, und danke für den Fisch), 1992 ein fünfter (Mostly Harmless (Einmal Rupert und zurück)) mit dem Untertitel Fünfter Band einer vierteiligen Trilogie.

1984 war Adams einer der ersten Europäer, die einen Macintosh erwarben. Ob Stephen Fry ihm zuvorkam, ist umstritten.Simpson 2003, 186.

1991 heiratete Adams Jane Belson, 1994 wurde eine gemeinsame Tochter geboren. Anfangs lebte die Familie in London, 1999 zog Adams mit seiner Familie nach Kalifornien, vor allem, damit er die Verfilmung von Per Anhalter durch die Galaxis für das Kino unterstützen konnte.

Adams starb im Mai 2001 in einem Fitnessstudio im Alter von 49 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein Grab befindet sich auf dem Highgate Cemetery in London. Zu seinem Gedenken findet jährlich am 25. Mai der sogenannte Towel Day (Handtuchtag) statt. Die Douglas Adams Memorial Lecture ist eine Vortragsreihe, die jährlich zu Ehren des Autors stattfindet. Der Vortrag findet seit 2003 jedes Jahr zur Unterstützung von Umweltorganisationen wie Save the Rhino International statt und behandelt Themen wie Wissenschaft, Erforschung, Naturschutz und Comedy. Die Veranstaltung findet traditionell am 11. März rund um Adams’ Geburtstag in der Royal Geographical Society statt.

Stil Adams’ Geschichten, allen voran Per Anhalter durch die Galaxis, zeichnen sich durch ihren sarkastischen, satirischen Stil aus. Seine Romane spielen meist in absurden, fremdartigen Welten, die sich jedoch in vielerlei Hinsicht (etwa Bürokratie, Neidgesellschaften, Wirtschaftssysteme) von der realen Welt kaum unterscheiden. Adams stellte stets utopische und oft übersinnliche Vorgänge im Zusammenhang mit Banalitäten und Alltäglichkeiten dar. Viele Elemente des für Adams typischen Stils sind teilweise bei anderen Autoren wiederzufinden, z. B. in der Scheibenwelt-Saga (orig. ) des britischen Autors Terry Pratchett. Nach seinen Vorbildern befragt, sagte Adams in einem Interview:

Werke Doctor Who Vor der Anhalter-Serie arbeitete Douglas Adams als Drehbuchautor bei der BBC und schrieb drei Abenteuer (14 Folgen) für die Serie Doctor Who: The Pirate Planet (4 Folgen) City of Death (4 Folgen) Shada (6 Folgen): Shada wurde wegen eines BBC-Streiks nie in der Ursprungsversion fertiggestellt. Stattdessen wurde ein Zusammenschnitt des gefilmten Materials 1992 auf Videokassette veröffentlicht. 2003 folgte ein Animationsfilm mit an die Serienkontinuität angepasstem Drehbuch. Eine Adaption als Roman wurde von Gareth Roberts verfasst und im März 2012 auf den Markt gebracht. Die deutsche Veröffentlichung erfolgte im Dezember 2014.

Erst im November 2017, nach 38 Jahren, wurde die ursprünglich geplante Fassung durch Charles Norton fertiggestellt. Fehlende Teile wurden hierbei durch Animationen ergänzt und die entsprechenden Stellen von den Originaldarstellern nachvertont. Elemente des ursprünglichen Drehbuchs von 1979 flossen auch in Dirk Gently’s Holistic Detective Agency ein.

Douglas Adams schrieb außerdem einen Entwurf zu einer Folge Doctor Who and the Krikkitmen, die später die Grundlage für den dritten Hitchhiker-Roman Das Leben, das Universum und der ganze Rest bildete.

Per Anhalter durch die Galaxis

Der Anhalter wird als „die einzige vierbändige Trilogie in fünf Teilen“ bezeichnet, da die ersten drei Bände, die in etwa den beiden ursprünglichen Hörspielserien entsprechen, eine gewisse innere Geschlossenheit als Trilogie erreichen, der vierte Band als Vervollständigung und der fünfte als Abschluss gelten kann. Ein sechster Band Und übrigens noch was … entstand acht Jahre nach Adams’ Tod im Auftrag der Witwe aus der Feder Eoin Colfers.

Zur Anhalter-Serie zählt ferner die Kurzgeschichte Der junge Zaphod geht auf Nummer sicher (1986; Young Zaphod Plays It Safe), die Geschichte liegt in zwei etwas unterschiedlichen Versionen vor und ist in verschiedenen Sammelbänden, unter anderem im Nachlassband Lachs im Zweifel und als Hörbuch erschienen.

Weitere Arbeiten 1974: Nach dem Ausstieg von John Cleese hat Douglas Adams an den Drehbüchern der letzten Folgen der Serie Monty Python’s Flying Circus mitgearbeitet. 1978: Doctor Snuggles, englische Zeichentrickserie, zu der Adams zwei Folgen beisteuerte. 1983: Der Sinn des Labenz (mit John Lloyd; Originaltitel The Meaning of Liff) 1985: The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy: The Original Radio Scripts (mit Geoffrey Perkins) 1986: The Utterly Utterly Merry Comic Relief Christmas Book (bearbeitet von Douglas Adams) 1987: Dirk-Gently-Reihe, fantastische Kriminalromane – Der elektrische Mönch (1987), Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele (1988); siehe Bibliographie unten. 1990: Der tiefere Sinn des Labenz (mit John Lloyd; erweiterte Version von Der Sinn des Labenz; Originaltitel The Deeper Meaning of Liff) 1990: Die Letzten ihrer Art (mit Mark Carwardine; Originaltitel Last Chance to See); Reisebericht über bedrohte Tierarten. Auch auszugsweise auf Audio-CD: Douglas Adams liest aus seinem Reisebuch, Lesung in Göttingen 1994, ISBN 3-8077-0290-3 1990: Hyperland, ein fiktionaler Dokumentarfilm über Hypertext und angrenzende Techniken, für den Adams das Drehbuch schrieb und Regie führte. 1997: Starship Titanic, Computerspiel des Adventure-Genres. Die deutsche Fassung Raumschiff Titanic erschien 1999. 1997: Douglas Adams’ Raumschiff Titanic, das Buch zum Computerspiel (geschrieben von Terry Jones, da Adams mit der Entwicklung des Spiels beschäftigt war). 2003: Lachs im Zweifel (Originaltitel The Salmon of Doubt), Sammelband; nach Adams’ Tod aus dem Nachlass veröffentlicht, mit Interviews, Kurzgeschichten sowie Kapiteln einer geplanten Fortsetzung der Dirk-Gently-Serie. 2014: The Frood: The Authorised and Very Official History of Douglas Adams & The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, Sammelband; aus dem Nachlass zusammengestellt von Jem Roberts.

Sonstiges Douglas Adams erschuf 1984 zusammen mit Steve Meretzky von Infocom das auf dem Buch basierende Textadventure The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. Später beteiligte er sich an einem weiteren Infocom-Adventure mit dem Titel Bureaucracy.

Zusammen mit seiner Firma The Digital Village schuf er 1999 das Adventure Starship Titanic sowie die Website h2g2, die gewissermaßen das Projekt des Anhalters darstellt, in dem jeder seine Artikel über Life, the Universe und Everything publik machen kann.

2004 und 2005 produzierte das BBC Radio 4 die Bände drei bis fünf der Anhalter-Serie als Hörspiel-Sequel zu den Originalhörspielen The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy unter den Titeln Tertiary Phase, Quandary Phase und Quintessential Phase.

Der 2005 gestartete Kinofilm wird von einigen Fans dafür kritisiert, dass er sich zwar anfangs an die literarische Vorlage hält, später aber zunehmend in Klamauk verfällt und weil er Szenen und Begebenheiten enthält, die weder im Hörspiel noch im Roman enthalten sind. Letzteres trifft jedoch auch auf die Bücher zu, deren Handlung nicht genau der Vorlage, dem Radiohörspiel, entspricht. Das gesamte Werk von Douglas Adams enthält derartige Stellen, da er seine Werke in verschiedenen Medienformen umsetzte (Radio, Fernsehen, Schallplatte, Computer, Kino); meist war er selbst der Autor dieser Abweichungen.

Rezeption mini|Towel Day 2005 in Innsbruck, wo Adams zum ersten Mal die Idee für den The Hitchhiker's Guide to the Galaxy hatte.

Per Anhalter durch die Galaxis ist sein wichtigstes Werk. Die sarkastische Science-Fiction-Satire machte Adams weltberühmt und viele ihrer Eigenheiten haben den Sprung über die Literatur und die Science-Fiction in die reale Welt geschafft:

Ein am 7. Februar 1998 entdeckter Asteroid (Nr. 18610) wurde nach Arthur Dent, dem Protagonisten der Anhalter-Romane, getauft. Arthurdent ist 2,39 AE von der Sonne entfernt. Douglas Adams starb zwei Tage nach der offiziellen Namensgebung.

Adams’ genialer Supercomputer Deep Thought, der die letzte Frage nach dem Leben, dem Universum und dem Rest beantworten soll, diente als Namensgeber für den gleichnamigen Schachcomputer, der 1988 Meisterspieler wie Igor Iwanow besiegte. Adams’ Computer inspirierte IBM, ihren weltberühmt gewordenen Schachcomputer Deep Blue zu nennen – eine Synthese aus Big Blue, wie IBM auch genannt wird, und Deep Thought. Der Name Deep Thought selbst schließlich ist eine Anspielung auf den Pornoklassiker Deep Throat, der um die Zeit der Romanentstehung große Diskussionen auslöste.