Mauthausen ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel am westlichen Rand des Machlands mit Einwohnern (Stand: ) und war bis 31. Dezember 2013 Sitz des Bezirksgerichts für den Gerichtsbezirk Mauthausen. Seit 1. Jänner 2014 befindet sich das zuständige Bezirksgericht in der Stadt Perg. Der unmittelbar an der Donau liegende Markt befindet sich 15 km östlich von Linz auf

Der Ort entwickelte sich an einer Ende des 10. Jahrhunderts von den Babenbergern gegründeten Mautstätte und wurde 1192 als „Muthusin“ erstmals urkundlich erwähnt. 1335 werden im Urbar von Baumgartenberg erstmals Marktrechte genannt die später mehrmals bestätigt wurden. 1505 wurde bei Mauthausen eine erste Donaubrücke aus Holz gebaut, die später durch Fähren (Fliegende Brücke) ersetzt wurde. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Mauthausen als Zwischenstation im Salzhandel am Linzer Steig. Bekannt wurde Mauthausen im 19. Jahrhundert durch den von der Mauthausner Steinindustrie in die großen Städte der österreichisch-ungarischen Monarchie gelieferten Mauthausner Granit. Die heutige flächenmäßige Ausdehnung des Gemeindegebietes entstand durch die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Katastralgemeinde Haid am 1. November 1938.

Zwischen 1938 und 1945 befand sich im Nordwesten des Gemeindegebietes das KZ Mauthausen, das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Österreich, für das Mauthausen auch international bekannt ist.

Ab den 1970er Jahren siedelten sich zahlreiche Handelsbetriebe entlang der Donau Straße B 3 an und unmittelbar bei den Mauthausner Donaubrücken entstand das Einkaufszentrum Donaupark Mauthausen. Mit der Lage an der Donau und der von Süden in diese mündenden Enns waren häufige Überschwemmungen und mehrfach Hochwasserkatastrophen verbunden, zuletzt 1954 und 2002, weshalb 2010 ein mobiler Hochwasserschutz als Teil des Machlanddamms errichtet wurde.

Geografie Lage und Umgebung Das Gebiet der Marktgemeinde Mauthausen bedeckt eine Fläche von 14 km². Die größte Ausdehnung beträgt von West nach Ost 6,9 km, von Nord nach Süd 3,3 km. Der höchste Punkt des Gemeindegebietes auf wird durch die Linde am Standort des 1986 entfernten Naturdenkmals Marbacher Linde markiert. Die niedrigsten Punkte des Gemeindegebietes befinden sich im Osten des Gemeindegebietes an der Donau.

Die Landeshauptstadt Linz ist 25 Kilometer in westlicher, die Bezirksstadt Perg 10 Kilometer in östlicher Richtung von Mauthausen entfernt. Die Entfernung in die Bundeshauptstadt Wien beträgt rund 180 Kilometer. Der nächste Grenzübergang nach Tschechien, Wullowitz in der Gemeinde Leopoldschlag, befindet sich nördlich von Mauthausen in 55 Kilometern Entfernung. Die Entfernung zur oberösterreichisch-niederösterreichischen Landesgrenze im Osten des Bezirks Perg bei Hirschenau in der Gemeinde St. Nikola an der Donau beträgt 41 Kilometer.

Gewässer Das Gemeindegebiet von Mauthausen wird im Süden durch die Donau begrenzt. Es ist durch die Mauthausner Donaubrücken (Eisenbahn- und Straßenbrücke) mit der Gemeinde Sankt Pantaleon-Erla in Niederösterreich und eine touristische Fährverbindung mit der Stadt Enns in Oberösterreich verbunden.

Die östliche Gemeindegrenze wird teilweise von der Aist und die westliche vom Rieder Bach gebildet. Der Rieder Bach mündet im Ortsteil Ufer zunächst in die Gusen, die kurz darauf, ebenfalls in Ufer, in die Donau mündet.

Mit Ausnahme der Grundwasseransammlungen in aufgelassenen Steinbrüchen, die weitgehend der natürlichen Sukzession überlassen wurden, gibt es in Mauthausen keine stehenden Gewässer.

Mauthausen ist durch die Lage an der Donau und an der Mündung von Aist, Enns, Gusen und Riederbach immer wieder von Überschwemmungen und fallweise auch von Hochwasserkatastrophen (zuletzt 1954 und 2002) betroffen. Zum Schutz vor künftigen Donauhochwässern wurde 2010 im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes Machland Nord (Machlanddamm) ein teilweise mobiler Hochwasserschutz errichtet.

Geologie Mauthausen befindet sich einerseits in der fruchtbaren Machlandebene und andererseits im Untermühlviertler Schollenland, einem Ausläufer des Granit- und Gneisplateaus.Hermann Kohl: Die leblose Natur. In: Land Oberösterreich (Hrsg.): Das Mühlviertel, Natur-Kultur-Leben, Beiträge zur Landesausstellung 1988 im Schloss Weinberg bei Kefermarkt. Linz 1988, S. 41–50 (). Aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung gehört das Gemeindegebiet von Mauthausen zu 4 der 41 Raumeinheiten des Bundeslandes Oberösterreich. Die Ortschaften und Ortschaftsteile in der Ebene östlich von Mauthausen liegen in der Raumeinheit Machland, während die an der Donau liegenden flachen Teile des Gemeindegebietes westlich der Ennsmündung zum Linzer Feld zählen. Die hügeligen Teile nehmen den größeren Teil des Mauthausner Gemeindegebietes ein und gehören zur Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen. Im Nordosten reicht das Zentralmühlviertler Hochland bis auf das Gemeindegebiet von Mauthausen.

Das Bergland des Untermühlviertler Schollenlandes stellt kristallines Grundgebirge dar und besteht aus Granit während das Machland ein verhältnismäßig seichtes Becken vom Typus eines jungen Sedimentbeckens bildet. In Mauthausen findet sich der fein- bis mittelkörnige Mauthausner Granit, der im 19. Jahrhundert von der Mauthausner Steinindustrie in mehreren Steinbrüchen Mauthausens abgebaut in die Städte der österreichisch-ungarischen Monarchie geliefert wurde.

Gemeindegliederung In der Marktgemeinde Mauthausen sind 10,7 % der Fläche bewaldet und 66,4 % landwirtschaftlich genutzt. Der Rest entfällt auf Bauflächen, Gewässer, Gärten und sonstige Flächen.

Der seit dem 13. Jahrhundert bestehende Markt Mauthausen wurde 1784 Katastralgemeinde und 1850 Marktgemeinde. 1938 wurde die ebenfalls 1848 auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Haid errichtete Bauerngemeinde Haid eingemeindet. Seither besteht Mauthausen aus den beiden Katastralgemeinden Mauthausen und Haid.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Albern () samt Obersebern Bernascheksiedlung () Brunngraben () Haid () Hart () samt Althart und Neuhart Heinrichsbrunn () Hinterholz () Marbach (, auch Gem. Ried) Mauthausen (, Hauptort) Oberzirking (, auch Gem. Ried) Reiferdorf () Ufer () samt Wienergraben Vormarkt ()

Nachbargemeinden Mauthausen ist von fünf oberösterreichischen, im Bezirk Perg und Linz-Land gelegenen, und einer niederösterreichischen, im Bezirk Amstetten gelegenen, Gemeinde umgeben.

Im Norden grenzt Mauthausen an Ried in der Riedmark, im Südosten an die niederösterreichische Gemeinde Sankt Pantaleon-Erla und im Südwesten an die Stadtgemeinde Enns im Bezirk Linz-Land. Im Westen reicht die Gemeinde Langenstein und im Osten reichen die Marktgemeinden Schwertberg und Naarn im Machlande an das Gemeindegebiet heran.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung

1869 hatte Mauthausen einschließlich der später eingemeindeten Gemeinde Haid 2.485 Einwohner. Auf Grund der florierenden Mauthausner Steinindustrie wuchs die Bevölkerung durch zuziehende Arbeiter in den folgenden Jahrzehnten auf mehr als 3.500 Personen. Durch Wirtschaftskrise und Weltkriege kam es zum Niedergang der Steinindustrie und einem damit verbundenen Sinken der Wohnbevölkerung. Der überraschende Anstieg der Bevölkerung im Jahr 1939 stand im Zusammenhang mit der Errichtung des KZ Mauthausen. Seit dem Beginn der 1950er Jahre ist ein kontinuierlicher Anstieg der Einwohnerzahl zu verzeichnen.

Für die ehemalige Pfarre Mauthausen wurden folgende Angaben zur Bevölkerung aufgezeichnet: 1773 bestand die Pfarre aus 228 Häusern, 1781 aus 230, 1809 und 1825 aus 247. Die Anzahl der Einwohner wird für das Jahr 1800 mit 1.538 angegeben, 1809 mit 1.521, 1825 mit 1.669, 1846 mit 2075 und 1869 mit 2.182. Aus dem Wert für 1869 ist ersichtlich, dass die Grenzen von Pfarre und Marktgemeinde damals nicht deckungsgleich waren.

Historische Häuser- und Einwohnerzahlen gibt es auch für einzelne Ortschaften: PDF In der Ortschaft Albern standen 1539 7 Häuser und 1869 14. Die Einwohnerzahl in Albern stieg von 88 im Jahr 1869 auf 134 im Jahr 1951 und 145 im Jahr 1961. 1971 lebten mit 139, 1981 mit 141 und 1991 mit 131 etwas weniger Personen in Albern, erst 2001 wurde ein historischer Höchstwert von 159 erreicht. Die Anzahl der Häuser wird in diesem Jahr mit 56 angegeben. In der Ortschaft Haid standen 1449 9 Häuser, 1951 waren es 14, 1961 16, 1971 17, 1981 21, 1991 20 und 2001 18. Die Anzahl der Einwohner schwankt mit 75 Personen im Jahr 1951, 83 im Jahr 1961, 78 im Jahr 1971, 111 im Jahr 1981, 79 im Jahr 1991 und 51 im Jahr 2001. Sowohl die Anzahl der Häuser als auch die Anzahl der Einwohner in Heinrichsbrunn hat sich von 1869 bis 2001 mehr als verzehnfacht. Während 1869 dort 9 Häuser mit 63 Einwohnern standen, wurden 2001 98 Häuser mit 800 Einwohnern gezählt. Im Detail stieg die Einwohnerzahl bis 1880 auf 105, bis 1890 auf 268, bis 1900 auf 225, bis 1910 auf 330, bis 1923 auf 300 und bis 1934 auf 332 Personen. Bis 1951 stagnierte die Einwohnerzahl mit 332 Personen und fiel dann 1961 zurück auf 310 Personen. 1971 wohnten 732 Personen, 1981 885, 1991 821 und 2001 800 Personen in Heinrichsbrunn. Das eigentliche Marktgebiet von Mauthausen hatte 1498 61 Häuser, 1558 70, 1644 und 1681 82, 1750 122, 1809 132, 1825 142, 1869 149, 1951 170, 1961 202, 1971 214, 1981 223, 1991 235 und 2001 251. Darin wohnten 1746 375 Personen, 1825 977, 1869 1.309, 1951 1.361, 1961 1492, 1971 1.347, 1981 1.054, 1991 1.090 und 2001 979. Im Ortsteil Ufer standen 1869 21 Häuser mit 137 Einwohnern, 1880 24 mit 205 Einwohnern, 1890 24 mit 230 Einwohnern, 1900 28 mit 258 Einwohnern, 1910 31 mit 312 Einwohnern, 1923 31 mit 249 Einwohnern, 1934 38 mit 298 Einwohnern, 1951 63 mit 475 Einwohnern, 1961 93 mit 597 Einwohnern, 1971 150 mit 814 Einwohnern, 1981 189 mit 849 Einwohnern, 1991 222 mit 1.006 Einwohnern und 2001 281 mit 1.498 Einwohnern.

Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung Die Marktgemeinde Mauthausen hatte am 1. Jänner 2010 4873 Einwohner, davon 2380 Männer und 2493 Frauen, und ist damit, bezogen auf die Einwohneranzahl, die drittgrößte Gemeinde des Bezirks Perg nach der Bezirkshauptstadt Perg und der Marktgemeinde Schwertberg.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Mauthausen Bevölkerungsstand und-struktur PDF

Die grobe Altersstruktur der Mauthausner Bevölkerung zum 1. Jänner 2010 zeigt, dass 64,1 % der Mauthausner über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 15,8 % ist rund ein Sechstel der Bevölkerung jünger und mit 20,1 % rund ein Fünftel der Bevölkerung älter. Während der Frauenanteil in der Hauptgruppe mit 50,7 % etwas über dem Gesamtdurchschnitt und bei der jüngeren Bevölkerung mit 44,8 % deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt liegt, ist der Frauenanteil bei der älteren Bevölkerung mit 58,7 % signifikant höher als bei der Gesamtbevölkerung.

Von den 3960 Mauthausnern, die 2001 über 15 Jahre alt waren, sind 2054 beziehungsweise 51,9 % Frauen. 193 Mauthausner, das sind 4,9 % der über Fünfzehnjährigen, haben den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt mit 50,3 % nur knapp unter dem der Bevölkerungsgruppe insgesamt. Weitere 362 Mauthausner, das sind 9,2 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, dabei liegt der Frauenanteil mit 52,2 % knapp über dem an der betreffenden Bevölkerungsgruppe. 1912 Mauthausner, das sind mit 48,3 % fast die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 40,6 % beträgt. 1493 oder 37,7 % der Mauthausner haben nur einen Pflichtschulabschluss. Darunter sind mehr als zwei Drittel Frauen.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Mauthausen Bildung (PDF)

Herkunft und Sprache