Die Länderbahn GmbH (DLB), ehemals Vogtlandbahn GmbH, ist ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Viechtach, das ursprünglich nur im Vogtland Verkehrsleistungen erbrachte, mittlerweile aber auch überregional agiert. Die Länderbahn ist ein Unternehmen der Regentalbahn AG, welche zur Ferrovie-dello-Stato-Tochterfirma Netinera (ehemals Arriva Deutschland) gehört.

Der Name „Die Länderbahn“ wird als Marke offiziell von der Muttergesellschaft „Regentalbahn AG“ verwendet. So wird die Vlexx GmbH als Tochtergesellschaft der „Länderbahn“ bezeichnet, was sich aber auf die Regentalbahn und nicht auf Die Länderbahn GmbH bezieht.

Die Länderbahn ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Geschichte Entstehung als Vogtlandbahn mini|RegioShuttle-Doppeleinheit in Plauen (Vogtl) ob Bf Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 waren im Vogtland wie auch in den meisten übrigen Regionen der neuen Bundesländer die Fahrgastzahlen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) stark rückläufig, da die Deutsche Reichsbahn mit veralteten Lokomotiven und Reisezugwagen gegen die mehr und mehr instandgesetzten Straßen bald nicht mehr ankam. Daher entschloss sich der Freistaat Sachsen zu einer umfangreichen Attraktivitätssteigerung der Bahnstrecken Zwickau – Falkenstein – Klingenthal und Herlasgrün – Falkenstein – Adorf (Kursbuchstrecke 539), die zu SPNV-Modellstrecken werden sollten. So wurden vom Infrastrukturbetreiber DB Netz (heute DB InfraGO) mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Sachsen der Fahrweg durchgehend erneuert und für Geschwindigkeiten von 80 km/h ertüchtigt, die bestehenden Stationen barrierefrei umgebaut und neue Stationen eingerichtet. Allerdings wurden aufgrund hoher Unterhaltskosten auch etliche Gleise wegrationalisiert, Bahnhöfe wie der des Skiortes Schöneck/Vogtl. wurden in Haltepunkte umgewandelt.

Bestandteil des Modellprojekts war auch die Neuvergabe der SPNV-Leistungen im Rahmen eines Wettbewerbsprojekts. Gefordert wurden neben neuen Fahrzeugen merkbare Taktfahrpläne und optimierte Umsteigebeziehungen zwischen den Verkehrsträgern. Aus der im September 1994 veröffentlichten Ausschreibung ging die Regental-Bahnbetriebs-GmbH aus dem bayerischen Viechtach als Sieger hervor. Sie konnte nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen am 23. November 1997 den Betrieb aufnehmen. Zum 1. Januar 1998 wurde die vormals nur als Betriebsteil der Regental-Bahnbetriebs-GmbH geführte Vogtlandbahn GmbH als eigenständiges Unternehmen gegründet. Im Gegensatz zu den vorher verkehrenden Zügen der Deutschen Bahn hat sich die Auslastung seit der Betriebsübernahme durch die Vogtlandbahn sehr positiv entwickelt. Im Frühjahr 1998 konnte daher mit dem Bau eines eigenen Betriebswerks in Neumark begonnen werden, das nach zweijähriger Bauzeit am 4. Juli 2000 eröffnet wurde. Das zuvor genutzte alte Bahnbetriebswerk in Reichenbach wurde daraufhin nicht mehr benötigt.

In den darauffolgenden Jahren konnte die Vogtlandbahn GmbH ihr Streckennetz auch über die sächsischen Grenzen hinaus ausweiten. So wurde beispielsweise der Verkehr auf der Bahnstrecke Schönberg–Schleiz und auf der Elstertalbahn nach Greiz und Gera übernommen. Außerdem wurden bestehende Linien nach Hof und in die nahe Tschechische Republik, damals noch EU-Beitrittskandidat, verlängert.

Expansion in andere Regionen Außerhalb des Vogtlands konnte die Vogtlandbahn GmbH seit 2004 verschiedene Ausschreibungen gewinnen und so ihr Liniennetz erweitern. Bei diesen Expansionen wurden verschiedene Marken ins Leben gerufen. So nahm am 9. Dezember 2007 der Alex den Betrieb zwischen Hof und München auf, nachdem die Regentalbahn bereits seit 2003 den Allgäu-Express zwischen München und Oberstdorf betrieben hatte. Es folgten Trilex in Ostsachsen (seit 2010), die Waldbahn (seit 2013) sowie die Oberpfalzbahn (seit 2014). Gesamt wurde das Netz bis nach Lindau, Prag und Breslau erweitert. Durch die Expansion von KD ist der Leistungsanteil von Länderbahn in Polen jedoch erheblich gekürzt worden und beschränkt sich derzeit auf den Abschnitt Görlitz – Zgorzelec.

Im Dezember 2019 erfolgte durch die neugegründete Die Länderbahn CZ s.r.o. die Betriebsaufnahme von mehreren Linien in der Tschechischen Republik. Diese Linien verkehren unter der Marke Die Länderbahn. Mit den Fahrplanwechseln im Dezember 2021 und 2022 kam jeweils eine weitere Linie hinzu, die allerdings unter der Marke Trilex betrieben werden.

Im Juli 2023 wurde bekanntgegeben, dass die Länderbahn ein Los für den Betrieb der S-Bahn Mitteldeutschland ab 2026 gewinnen konnte. Dieses beinhaltet die 3 S-Bahnlinien S3: Halle – Leipzig – Geithain, S5: Halle – Leipzig – Altenburg – Gößnitz – Zwickau / -Glauchau und S5X: Halle – Leipzig – Altenburg – Werdau – Zwickau / -Plauen.

Verkauf und Umbenennung Im Herbst 2004 verkaufte der Freistaat Bayern seine mehrheitlichen Anteile an der Vogtlandbahn GmbH an die britische Arriva-Unternehmensgruppe. Nachdem Arriva 2010 von der Deutschen Bahn aufgekauft worden war, musste das Deutschlandgeschäft aus wettbewerbsrechtlichen Gründen weiterverkauft werden. Der neue Eigentümer ist die italienische Ferrovie dello Stato zusammen mit dem luxemburgischen Infrastrukturfonds Cube. Die deutsche Dachgesellschaft heißt seit März 2011 Netinera.

Die Vogtlandbahn GmbH wurde 2015 in „Die Länderbahn GmbH“ umbenannt – Die Länderbahn war schon zuvor eine Marke des Eigentümers Regentalbahn. Der Markenname im Kernnetz vogtlandbahn blieb (in Kleinschreibung) bestehen.

Liniennetz Im aktuellen Fahrplanjahr werden viele Linien von der Länderbahn bedient (mit den Marken vogtlandbahn, alex, waldbahn, oberpfalzbahn und trilex): Weiterhin gehört das Netz von Vlexx zur Länderbahn.

Linie Marke Verlauf Länge Stationen Betriebsaufnahme Alex München Hbf – Landshut Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf – / Weiden – Marktredwitz – Hof Hbf / Furth im Wald – Plzeň hl.n. – Praha hl.n. 318/443 km 16/16 9. Dezember 2007 Vogtlandbahn Zwickau (Sachs) Zentrum – Zwickau (Sachs) Hbf – Lengenfeld – Auerbach – Falkenstein – Zwotental – Klingenthal – Kraslice (–Sokolov – Karlovy Vary d.n.) 73 km 23 Zwickau Hbf – Klingenthal: 23. November 1997 Zwickau Zentrum – Zwickau Hbf: 28. Mai 1999 Klingenthal – Kraslice: 28. Mai 2000 Vogtlandbahn Zwickau (Sachs) Stadthalle – Zwickau (Sachs) Hbf – Werdau – Reichenbach ob Bf – Plauen (Vogtl) ob Bf (– Hof Hbf) / – Bad Brambach – Cheb (Eger) 125 km23/33 Zwickau Hbf – Plauen (Vogtl) ob Bf: 13. Oktober 1996Plauen (Vogtl) ob Bf – Hof Hbf: 28. Mai 2000 Vogtlandbahn Gera Hbf – Greiz – Elsterberg – Plauen (Vogtl) Mitte – Weischlitz (– Adorf) 62 km16/18 Wechselverkehr: 1. Juli 2002 Gesamtverkehr: 14. Dezember 2003 Vogtlandbahn Mehltheuer – Plauen (Vogtl) ob Bf – Herlasgrün – Auerbach – Falkenstein – Zwotental – Klingenthal – Kraslice (–Sokolov – Karlovy Vary d.n.) 78 km21/22 Plauen (Vogtl) ob Bf – Falkenstein: 23. November 1997 Oberpfalzbahn Marktredwitz – Weiden (Oberpf) – Schwandorf – Regensburg Hbf 137 km 6/18 14. Dezember 2014 Oberpfalzbahn Schwandorf – Cham (Oberpf) – Furth im Wald (– Domažlice) 67 km 10/14 Oberpfalzbahn Cham (Oberpf) – Bad Kötzing – Lam 40 km 13 Oberpfalzbahn Cham (Oberpf) – Waldmünchen 22 km 8 Trilex Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau – Görlitz (– Zgorzelec) 108 km 11 14. Dezember 2014 Trilex Dresden Hbf – Bischofswerda – Zittau (– Liberec) 105/132 km 13/19 14. Dezember 2014 Trilex Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau – Görlitz 105 km 23 14. Dezember 2014 Trilex Dresden Hbf – Bischofswerda – Zittau 105 km 28 14. Dezember 2014 Die Länderbahn CZ (Trilex) Liberec – Česká Lípa – Děčín hl. n. ca. 70 km 14 11. Dezember 2022 Die Länderbahn CZ (Trilex) Rumburk – Česká Lípa – Mladá Boleslav město 99 km 22 12. Dezember 2021 Trilex Liberec – Zittau – Varnsdorf – Seifhennersdorf (Mandaubahn) 48 km 16 12. Dezember 2010 Die Länderbahn CZ (Trilex) (Dresden Hbf – Bischofswerda – Zittau –) Liberec – Mimoň – Doksy61 km13 12. Dezember 2010 (ab Dresden Hbf als RE2, verkehrt nur in den tschechischen Sommerferien) WaldbahnBayerisch Eisenstein – Zwiesel (Bay) – Gotteszell – Plattling 72 km 11 15. Dezember 2013(Als Subunternehmen von DB Regio seit 26. Mai 1997) WaldbahnBodenmais – Zwiesel (Bay) 15 km 5 15. Dezember 2013(Als Subunternehmen von DB Regio seit 23. Mai 1993) WaldbahnZwiesel (Bay) – Grafenau 32 km 9 15. Dezember 2013(Als Subunternehmen von DB Regio seit 23. Mai 1993) WaldbahnViechtach – Gotteszell 25 km 8 12. September 2016 Die Länderbahn CZ Osek město – Most – Louny – Rakovník 93 km 28 15. Dezember 2019 Die Länderbahn CZ Jirkov – Chomutov – Žatec – Lužná u Rakovníka 81 km 15 15. Dezember 2019 Die Länderbahn CZ Chomutov – Vejprty – Cranzahl 69 km 17 15. Dezember 2019 Die Länderbahn CZ Rakovník – Lubná – Kralovice u Rakovníka 27 km99. Dezember 2023 Die Länderbahn CZ(Rakovník –) Lužná u Rakovníka – Chrášťany zastávka – Kolešovice26 km8September 2024 bis Mai 2025 (als Ersatz für eine Buslinie wegen einer Straßensperrung) S-Bahn MitteldeutschlandGeithain – Borna (b Leipzig) – Böhlen (b Leipzig) – Leipzig Hbf – Schkeuditz – Halle (Saale) Hbf – Halle-Nietleben87 km36Ab Dezember 2026S-Bahn Mitteldeutschland Halle Trotha – Halle (Saale) Hbf – Leipzig/Halle Flughafen – Leipzig Hbf – Gößnitz – Glauchau (Sachs) /– Werdau – Zwickau (Sachs) Hbf115/128 km38/43Ab Dezember 2026S-Bahn MitteldeutschlandHalle-Trotha – Halle (Saale) Hbf – Leipzig/Halle Flughafen – Leipzig Hbf – Gößnitz – Werdau – Zwickau (Sachs) Hbf /– Neumark (Sachs) – Reichenbach (Vogtl) – Plauen (Vogtl) ob Bf128/161 kmAb Dezember 2026

Fahrzeuge mini|Siemens-Desiro-Classic-Triebwagen VT 12 und VT 13 der Vogtlandbahn in Schwandorf mini|Innenraum eines Desiro Classic der Vogtlandbahn Da zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme der Vogtlandbahn ein nur recht eingeschränktes Angebot an verschiedenen Fahrzeugtypen seitens der Industrie bestand, entschied man sich zur Beschaffung von Leichtbauzügen des Typs „RegioSprinter“ von Duewag, der zuvor bereits von der Dürener Kreisbahn geordert worden war. Zunächst wurden in einer ersten Serie ab 1996 acht Triebzüge beschafft, in einer zweiten Serie im Sommer 1997 weitere zehn Züge, sodass zum Beginn des planmäßigen Betriebs insgesamt 18 RegioSprinter zur Verfügung standen. Zwischen 1998 und 1999 wurden die zehn Fahrzeuge der zweiten Serie für den Betrieb auf der Innenstadtstrecke in Zwickau umgebaut. Sie erhielten gemäß Betriebsordnung der Straßenbahnen (BOStrab) Seitenblinker, Bremslichter und Warnglocken. Ferner wurden sie mit Signalbeeinflussung ausgestattet, um sich – ebenso wie die Straßenbahnzüge – die Ampeln freischalten zu können und nicht vom Straßenverkehr beeinträchtigt zu werden. Im Jahr 2004 wurden auch die übrigen acht Triebzüge aus der ersten Serie entsprechend umgebaut, um noch mehr Zügen die Fahrt in das Zwickauer Stadtzentrum zu ermöglichen. Die RegioSprinter sind vorrangig für den Betrieb auf kürzeren Strecken geeignet, da sie über eine 2+3-Bestuhlung mit nur dünn gepolsterten Sitzen verfügen und lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen. In ihrem ursprünglichen Zustand besaßen die Fahrzeuge auch keine Toilette, für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Tschechien wurden alle Triebwagen später dementsprechend nachgerüstet. Die RegioSprinter verkehren planmäßig auf den Linien VB 1, VB 5 und zur Hälfte auf der VB 2. Ebenso wurden sie bis Dezember 2006 auf der mittlerweile stillgelegten Strecke Schönberg–Schleiz (Linie VB 7) eingesetzt. Im Jahr 2006 waren zwei Triebwagen längerfristig an die Prignitzer Eisenbahn GmbH verliehen, die sie im Raum Oberhausen einsetzte.