mini|Die aktuelle Route (orangefarbene Linie) führt von der Ost- zur Westseite des Zürichsees. mini|Lovemobiles auf der Quaibrücke – Streetparade 2013
Die Street Parade ist eine Technoparade in Zürich, die am Zürichsee entlangführt. Sie ist die grösste Techno-Party der Welt und auch die grösste jährlich wiederkehrende Veranstaltung und nach dem Ende des Züri Fäscht die grösste Veranstaltung in der Stadt Zürich sowie das fünftgrösste Musikfestival der Welt.
Die Street Parade wird in der Regel am zweiten Samstag im August durchgeführt.
Chronologie Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz Jahr Teilnehmer Wetter Motto Lovemobiles 1992 1000 Sonne/Wolken 18 °C Demonstration für Liebe, Friede,Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz 7 1993 10'000 Sonne/Regen 13 °C – 13 1994 40'000 Sonne 18 °C – 12 1995 120'000 Sonne 25 °C – 22 1996 350'000 Sonne 28 °C The Rave-olution continues 22 1997 475'000 Sonne 29 °C – 29 1998 450'000 Sonne 28 °C It’s All In Your Hands 30 1999 550'000 Sonne 30 °C More than words 29 2000 750'000 Sonne 32 °C Believe in love 29 2001 1'000'000 Sonne 21 °C Love, Freedom, Tolerance 31 2002 650'000 Regen 17 °C PEACE! 29 2003 900'000 Sonne 37 °C Let the sun shine 25 2004 950'000 Sonne/Wolken 27 °C Elements of culture 31 2005 900'000 Sonne/Wolken 23 °C Today is tomorrow 32 2006 800'000 Sonne/Regen 17 °C Move your mind 30 2007 800'000 Sonne/Wolken 23 °C Respect 23 2008 820'000tagesanzeiger.ch: Zürich im Techno-Fieber, vom 10. August 2008. Sonne/Wolken 24 °CFriendship 27 2009 600'000 Regen 22 °C Still have a dream! 26 2010 650'000 Regen 23 °C Celebrate the Spirit of Street Parade 30 2011 900'000 Sonne 26 °C 20 Years Love, Freedom, Tolerance & Respect 29 2012 950'000 Sonne 25 °C Follow your Heart 28 2013 950'000 Sonne 25 °C Dance for Freedom 27 2014 950'000 Sonne, Gewitter 25 °C Enjoy the Dancefloor—and save it 27 2015 1'000'000 Sonne 32 °C Magic Moments 272016 900'000 Sonne 28 °C Zurich is unique272017 900'000Stark bewölkt 22 °CLove never ends252018 1'100'000 Sonne 25 °CCulture of Tolerance282019 850'000 Wolken/Sonne 22 °CColours of Unity282020 abgesagt wegen COVID-19-Pandemie2021 abgesagt wegen COVID-19-Pandemie2022 900'000 Sonne 28° C«THINK.»262023920'000Sonne/Wolken 29° CI wish292024920'000Sonne 30° CPrefer:Tolerance282025800'000Sonne 33° CLive Love, Love Life292026900'000Sonne 32° CTogether we move26 Die erste Street Parade fand am 5. September 1992 statt, initiiert vom Mathematik-Studenten Marek André Krynski und offiziell bewilligt als Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz. Der erste Street Parade-Flyer wurde von DJ Viola gestaltet. Es nahmen damals um die 1000 bis 2000 Personen teil, die hinter den zwei Lovemobiles hertanzten. Heute zählt die Street Parade jeweils bis zu einer Million Menschen und ist für die Stadt ein nennenswerter Wirtschaftsfaktor geworden.
1992 bis 1994 1992 führte die Paraderoute dem Limmatquai und ein Stück weit der Bahnhofstrasse entlang: Start war am Hechtplatz, mit Marschroute über Limmatquai, Rudolf-Brun-Brücke, Uraniastrasse in die Bahnhofstrasse bis Bärengasse und Ziel am Basteiplatz. Einem der beiden Mobiles ging mitten im Umzug der Strom aus, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Eine Gegendemo aus der Hausbesetzerszene, welche verärgert war, dass ihre Demo nicht bewilligt wurde, wurde von der mit Schlagstöcken und Schutzschilden bewehrten Polizei vom Umzug ferngehalten. Vor allem an der Bahnhofstrasse schlossen sich viele junge Menschen spontan den Techno-Tänzern an. Am Abend fand dann die erste Rave-Party «Energy» mit rund 6000 Personen in der SRO-Kugellagerfabrik in Oerlikon statt.
1993 (28. August) nahmen schon 10'000 Raver teil; die Parade wurde bekannt und zu einem Grossanlass.
1994 verbot der Zürcher Polizeivorstand Robert Neukomm (SP) die Street Parade. Die Street Parade sei zu gross, zu laut und verschmutze die Strassen. Zudem interessiere sie nur einen unwesentlichen Teil der Bevölkerung. Neukomm schrieb in seiner Ablehnung des Gesuchs auch (Zitat), «dass die Innenstadt für solche Grossanlässe völlig ungeeignet ist». Es gab Pressekonferenzen von Marek Krynski und seinem Anwalt Christian Widmer, der einen 19-seitigen Rekurs verfasste – und vor dem Zürcher Stadthaus fanden an vier aufeinanderfolgenden Mittwochen (während der Tagungen des Stadtrates) Pro-Street-Parade-Demonstrationen statt. Neukomm blieb zuerst bei seiner Ablehnung, bezeichnete die Initianten als «unwichtiges Grüppchen» und schlug schliesslich in einem Interview vor, die Street Parade solle doch in Bern oder Basel stattfinden. Die grüne Politikerin Monika Stocker sekundierte als Vorsteherin des Sozialdepartements Neukomm und wies zusätzlich auf die grosse Drogengefahr hin, welche ihrer Meinung nach von der Street Parade ausgehe. Doch eine klare Mehrheit der Bevölkerung sah keinen Grund für ein Verbot und empfand dieses auch als unfair gegenüber anderen in Zürich durchgeführten traditionellen Anlässen wie dem Sechseläuten, Seenachtsfest, Umzügen an der Fasnacht oder den 1.-Mai-Grossdemonstrationen. Wegen anhaltender starker Proteste aus der Techno-Szene, der Bevölkerung und dem Rummel in den Medien, zog die Stadtregierung gesellschaftspolitisch ihr Verbot zurück, machte allerdings neue Auflagen zur Durchführung, Lärmemissionen, Abfall und Sicherheit. Die Route der Parade vom 13. August wurde verlegt und ging nun vom Mythenquai in Wollishofen rund um das Seebecken des Zürichsees über die Quaibrücke bis zur Hornbachstrasse im Seefeldquartier.
Rückblickend betrachtet gab das Verbot von Neukomm und die daraus resultierende öffentliche Diskussion und Solidarisierung der Street-Parade-Community entscheidenden Aufschwung. Die Zeiten des spontanen Underground-Raves waren allerdings dadurch vorbei. Einige Leute der «ersten Stunde» – wie auch DJ Viola – hatten Mühe mit der Professionalisierung und Kommerzialisierung. Sie zogen sich von der Street Parade zurück. 1994 wurde zum ersten Mal eine CD veröffentlicht mit dem Namen Energy 94 Streetparade – The Disc.
1995 bis 1999 1995 nahmen bereits 150'000 Raver aus dem In- und Ausland teil. Erstmals erschien mit der Doppel-CD Street Parade 95 eine eigenständige CD zur Parade. 1996 gründet Marek Krynski zusammen mit Barbara Suter und Christoph Soltmannowski den Verein Street Parade Authorities, der den Anlass fortan organisiert. Die Parade hat heute zwar den Charakter eines Volksfestes, juristisch gilt sie aber immer noch als politische Demonstration. Dies erspart den Veranstaltern unter anderem die Sicherheitskosten, die die Stadt übernimmt. Erstmals trat das fortan offizielle Logo der Street Parade in Erscheinung, ein stilisiertes P in einem Stern. 1998 erschien erstmals nach der Street Parade eine Live-CD, die von einem Lovemobile direkt aufgenommen wurde. Nebst der Musik hört man darauf auch die im Hintergrund johlende und feiernde Menge. 1999 ging zum ersten Mal Radio Street Parade auf Sendung. Es sendete jeweils rund zwei Wochen und ein paar Tage oder Wochen nach der Street Parade Technomusik, elektronische Tanzmusik sowie Interviews mit DJ und Musikern und brachte Berichte rund um den Anlass.
2000 bis 2009 mini|Während der 13. Street Parade im Jahr 2004 auf der Quaibrücke mini|Treiben auf dem See an der 12. Street Parade im Jahr 2003 mini|14. Street Parade 2005 2000 wurde unter dem Motto «believe in love» die Street Parade erstmals vom Schweizer Fernsehen SF 1, 3sat und Tele24 live übertragen. Der deutsche Musiksender VIVA zeigte in der Folgewoche zweistündige Zusammenfassungen. 2001 wurde mit über einer Million teilnehmender Raver ein Rekord erreicht. Damit trat die Zürcher Street Parade erstmals aus dem Schatten der Berliner Loveparade, die in diesem Jahr gegen eine Million Teilnehmer hatte. 2002 regnete es in Strömen, was sich teilweise auf die Stimmung niederschlug. 2003 fand während der Hitzewelle in Europa der Anlass unter rekordhohen Temperaturen von teilweise über 35 °C statt. Es nahmen erneut 900'000 Menschen teil. Erstmals zog die Street Parade nicht vom Mythenquai zum Seefeldquartier, sondern in umgekehrte Richtung. Diese Änderung wurde einerseits aus Lärmschutzgründen durchgeführt, da im Seefeldquartier mehr Leute wohnen, andererseits, weil sich den Lastwagen (Lovemobiles) in Wollishofen bessere Routen zum Wegfahren bieten. 2004 erreichte die Street Parade erneut fast eine Million Teilnehmer. 2005 wurde, nachdem Radio Street Parade in finanzielle Nöte geraten war, der Sendebetrieb vom Zürcher Lokalradiosender Energy Zürich und der Gratiszeitung 20 Minuten gerettet. Auch wurde zum ersten Mal von den offiziellen Getränkelieferanten Bier verkauft. Vielerorts war daraufhin zu hören, dass dadurch die Stimmung teilweise aggressiver gewesen sei als sonst üblich. 2006 fand die Street Parade unter dem Motto Move your mind statt. Trotz Wolkenfeldern und wiederholten Schauern erreichte die Teilnehmerzahl 800'000. Der niederländische Veranstalter Q-Dance stellte eine Bühne, wo weltweit bekannte DJs aus der Hardstyleszene auflegten. Q-Dance zog sich später nach Streitigkeiten mit dem Veranstalter der Streetparade zurück. Die Street Parade gilt zunehmend als Volksfest. Sehr viele Besucher auf der Strasse folgten dem diesjährigen Motto unverkleidet. Gegenüber dem Vorjahr registrierten Polizei und Sanität einen höheren Alkohol- und Drogenkonsum. 2007 fand die Street Parade am Samstag, 11. August zum 16. Mal statt, unter dem Motto «Respect!» für ein gewaltfreies Miteinandersein. Insgesamt legten über 200 DJs auf, unter ihnen auch Paul van Dyk aus Deutschland, Nummer 1 im weltweiten DJ-Ranking. Mit rund 800'000 Ravern nahmen etwa gleich viele wie im vergangenen Jahr teil. Negativ in die Schlagzeilen kam die Street Parade wegen eines Tötungsdelikts mit einem Messer, ein 17-Jähriger erstach einen 18-Jährigen und verletzte einen weiteren Mann schwer.Street Parade-Messerstecher zu Höchststrafe verurteilt. In: nzz.ch vom 6. November 2008. 2008 fand die Street Parade am 9. August statt. Damit sich die Auswüchse des Vorjahres nicht wiederholen, drängte die Stadt Zürich bei den Organisatoren auf eine Reihe von Massnahmen, von denen sie sich eine dämpfende Wirkung erhofft. Um die Innenstadt zu beruhigen, wurde zudem den dortigen Gastwirtschaften keine Sonderbewilligung mehr für zusätzliche Bartheken auf öffentlichem Grund erteilt. Des Weiteren werden im Freien keine Lautsprecheranlagen mehr geduldet, und die Freinacht galt nur im Innern der Lokale.Die Street Parade soll leiser und nüchterner werden. NZZ vom 5. August 2008. So wurde auch die nicht direkt mit der Street Parade zusammenhängende Mainstation-Party im Hauptbahnhof nur noch bis Mitternacht bewilligt und nicht mehr bis 6 Uhr morgens wie in den Vorjahren. Mit dem Motto Friendship rief die Street Parade zu friedlichem und verantwortungsbewusstem Umgang mit Mitmenschen und der Umwelt auf. 2009 besuchten trotz Dauerregen, Kälte und Schweinegrippe-Warnungen rund 600'000 Personen die Street Parade. Wegen des schlechten Wetters musste die Sanität jedoch vermehrt Personen behandeln, die aufgrund durchnässter Kleidung oder zu knapper Kostüme akut unterkühlt waren.20min.ch: Hunderttausende trotzten dem Regen. vom 8. August 2008. Ausserdem äusserten im Vorfeld des Anlasses einige Medien Bedenken, eine Massenveranstaltung wie die Street Parade könnte die Verbreitung der Schweinegrippe-Pandemie in der Schweiz begünstigen.tagesanzeiger.ch Das Motto der Street Parade 2009 lautete «Still have a dream», zudem fand 2009 die Mainstation-Party zum letzten Mal statt.
2010–2020