mini|Lage von Reșița im Kreis Caraș-Severin Reșița [] ( oder auch Reschitz, serbokroatisch Rešica, , ) ist eine Stadt in Rumänien. Sie ist der Verwaltungssitz des Kreises Caraș-Severin im Banater Gebirge.

Name Der Name Reșița könnte, so der Historiker Nicolae Iorga, vom lateinischen Wort recitia stammen, das „kalte Quelle“ bedeutet. Iorga vermutete, dass die Römer dem Ort diesen Namen aufgrund einer Wasserquelle im Doman-Tal gaben. Nach Iorgu Iordan stammt der Name tatsächlich von einem slawischen Ausdruck „u rečice“, was so viel wie „am Bach“ bedeutet. Auffällig ist zudem, dass in nahezu allen slawischsprachigen Ländern Orte mit dem Namen Rečice existieren.

Geographische Lage Reșița liegt im Nordwesten des Kreises Caraș-Severin, am Mittellauf des Flusses Bârzava, im Dognecea-Gebirge an der Mündung des Drum național 58B in den Drum național 58. Die Stadt ist ein bedeutendes Eisen- und Stahlrevier mit einer traditionsreichen Eisenhütte mit Hochöfen. Elektrogeräte, Chemikalien, Maschinen und Metalle werden hier hergestellt. Funde aus neolithischer und römischer Zeit beweisen, dass das Gebiet der heutigen Stadt seit langem besiedelt ist. Im 18. Jahrhundert wurde Reșița mit dem Bau einer Gießerei Zentrum der Metallverarbeitung.

Nachbarorte

Wirtschaft Der jahrzehntelang als rumänisches „Paradestahlwerk“ geführte Betrieb geht auf eine Gründung der k.k. priv(ilegierten) Oesterreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft (StEG) des Jahres 1855 zurück.Hostmann: Die Schmalspurbahn-Anlagen des der k. k. priv. Oester. Staatsbahn-Gesellschaft gehörigen Eisenwerkes Reschitza (Ungarn), S. 26. Bekannt wurde dieses vor allem als Lokomotivfabrik. Bis 1918 wurden allerdings nur sieben Dampflokomotiven in Reșița gefertigt, die z. B. auf der Schmalspurbahn Reșița–Secu und auf der Schmalspurbahn Reșița–Bocsa–Ocna de Fier eingesetzt wurden. Eine nennenswerte Lokomotivproduktion begann erst in den 1920er Jahren unter rumänischer Ägide. Reșița produzierte bis etwa 1960 Dampflokomotive, darunter zahlreiche Nachbauten von deutschen Lokomotivkonstruktionen sowie als Baureihe 764.4 eine Modifikation des MÁVAG-Typs 70 für Waldbahnen. Diese Baureihe ist insofern interessant, als zahlreiche Exemplare dieser Baureihe in den letzten Jahren an Museums- und Touristikbahnen in ganz Europa gelangten (darunter u. a. nach Serbien, Ungarn, Österreich, Tschechien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland).

Seit 2008 befindet sich das Stahlwerk im alleinigen Besitz der TMK Europe GmbH in Düsseldorf, einer Tochtergesellschaft der russischen TMK, und produziert vorwiegend Rohrknüppel, die zur Herstellung von nahtlosen Rohren verwendet werden.

Im Jahre 1945 wurde in Reșița ein Pkw mit der Bezeichnung Malaxa gebaut, nach dem rumänischen Industriellen Nicolae Malaxa benannt. Die Produktion musste bald wieder eingestellt werden, da die Anlagen in die Sowjetunion verbracht wurden.

Erst 1988 wurde – vor allem aus Energieeinsparungsgründen – die Straßenbahn Reșița eröffnet, welche bis 2011 quer durch das Tal verkehrte und 2024 wiedereröffnet wurde.

Demografie VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 1. November 2008 (PDF; 838 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1880 14.616 6.557 592 5.428 2.039 1890 18.448 6.876 967 8.150 2.455 1910 23.625 8.465 2.814 10.471 1.875 1930 25.307 10.023 2.217 11.488 1.579 1941 30.996 14.129 1.944 12.815 2.108 1977 84.786 67.388 4.522 9.650 3.226 1992 96.918 84.874 3.781 5.046 3.217 2002 84.026 76.250 2.701 2.341 2.734 2011 73.282 59.832 1.553 1.255 10.642 2021Volkszählung 2021 in Rumänien, Populația rezidentă după etnie, 1. Dezember 2021 (rumänisch). 58.393 44.492 822 637 12.442 (658 Roma)

Sehenswürdigkeiten

Freilicht-Dampflokmuseum mit der ältesten (1872) in Reșița gebauten Lokomotive Geschichtsmuseum mit wichtigen archäologischen Exponaten aus dem Bereich des Erzbergbaus und Hüttenwesen. Die Materialseilbahn Reșița gilt als Wahrzeichen der Stadt. Der Aquädukt Secu neben einer Schmalspurbahn (südöstlich der Stadt),Der Aquädukt in einem Video von 2024 auf YouTube, abgerufen am 17. Dezember 2024. in den Jahren 1868 bis 1870 errichtet,Apeductul Secu – Reșița bei authenticmagazin.com, abgerufen am 17. Dezember 2024 (rumänisch). steht unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 749 kB; rumänisch).

Universitätsstadt 1971 wurde in Reșița das Institut für Betriebsingenieure als Außenstelle der Polytechnischen Universität Timișoara gegründet. Damit wollte man vor Ort einem akuten Bedarf der Schwerindustrie des Banater Berglands nachkommen: Betriebsingenieure für Metallurgie, Maschinen- und dem Bergbau nachgelagerte Wirtschaftsbereiche, Fachleute für Laboranalysen usw. ausbilden.

20 Jahre später wurde die eigenständige Hochschule „Eftimie Murgu“ gegründet. Den Namen verdankt die Hochschule dem orthodoxen Pfarrer und Revolutionär der 1848er-Jahre, der sich in der Banater nationalen Bewegung der Rumänen engagiert hatte. Neben dem traditionellen Ingenieurwesen wird heute auch Management, Theologie, Betriebswirtschaft und Buchhaltung sowie Öffentliche Verwaltung unterrichtet.adz.ro, ADZ, Werner Kremm: Drei Ehrendoktoren zum 40. Gründungsjubiläum. Bildungsminister Daniel Funeriu an Reschitzaer „Eftimie Murgu“-Universität, 17. Oktober 2011.

An der Hochschule wurde im Juli 2015 ein Bestechungs- und Sexskandal aufgedeckt. Eine zunächst drohende Schließung der Hochschule erfolgte nicht. Hingegen wurden für das Studienjahr 2019/2020 vom Bildungsministerium 437 Studienplätze für Bachelor- und Masterstudiengänge bewilligt; hierfür bewarben sich 510 Kandidaten zum Sommersemester 2019.Website UEM Universitatea „Eftimie Murgu“, abgerufen am 29. Juli 2019.

Söhne und Töchter der Stadt

Max Meier (1863–1919), Industrieunternehmer Max Friedmann (1864–1936), Industrieller und Politiker Julius Meier-Graefe (1867–1935), Kunstkritiker, Kunstforscher Alexander Tietz (1896–1978), Lehrer und Schriftsteller Iosif Czako (1906–1966), Fußballspieler Iosif Stibinger (1922–1949), Fußballspieler Ciprian Foias (1933–2020), Mathematiker Laura Halding-Hoppenheit (* 1942), LGBT- und AIDS-Aktivistin sowie Kommunalpolitikerin in Stuttgart Sabin Pautza (* 1943), Komponist und DirigentSimona Chitan: America mi-a deschis alte ferestre și alte uși, insă acasă este la Reșița, abgerufen am 28. Februar 2021, (rumänisch; PDF; 434 kB). Jan Cornelius (* 1950), Schriftsteller Werner Stöckl (* 1952), Handballspieler (Weltmeister 1974) Rolf Bossert (1952–1986), Schriftsteller Teodora Ungureanu (* 1960), Turnerin (Olympiasiegerin 1976, Montreal) Erwin Josef Țigla (* 1961), Schriftsteller, Bibliothekar und Kulturmanager Marius Toba (* 1968), Kunstturner Luminița Dobrescu (* 1971), SchwimmerinMarius Moraru im Gespräch mit Luminița Dobrescu, am 15. Juni 2009 bei caon.ro (rumänisch). Cristina Marton (* 1974), Pianistin Christian Gabriel (* 1975), deutscher Schach-Großmeister Florin Șerban (* 1975), Filmregisseur Cristian Chivu (* 1980), Fußballspieler Laura Kovács (* 1980), Informatikerin und Universitätsprofessorin Lucian Krasznec (* 1981), Opernsänger Mihai Găliceanu (* 1982), Skilangläufer Marius Cocioran (* 1983), Geher Daniel Popescu (* 1983), Kunstturner Răzvan Șelariu (* 1983), Kunstturner Cosmin Moți (* 1984), Fußballspieler Laura Rus (* 1987), Fußballspielerin Daniel Crista (* 1991), Radsportler Ovidiu Popescu (* 1994), Fußballspieler Cristian Roiban (* 2000), Sprinter

Siehe auch Liste der Städte in Rumänien Liste der Ortschaften im Banat

Literatur W(ilhelm Otto) Hostmann: Die Schmalspurbahn-Anlagen des der k. k. priv. Oester. Staatsbahn-Gesellschaft gehörigen Eisenwerkes Reschitza (Ungarn). In: W(ilhelm Otto) Hostmann (Hrsg.), Richard Koch (Hrsg.): Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen: Mittheilungen über Localbahnen insbesondere Schmalspurbahnen. Erster Jahrgang. Bergmann, Wiesbaden 1882, S. 26–39. – Volltext online. Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer, Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München 2011, 670 Seiten, ISBN 3-922979-63-7.

Weblinks

Reșița bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Banat (Rumänien)

Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Rumänien