mini|Blick vom Philosophenweg auf die Altstadt mit Heiliggeistkirche und Alter Brücke über den Neckar und auf das oberhalb der Altstadt gelegene Heidelberger Schloss und den Königstuhl (2024) mini|Gegenblick vom Schlosspark auf die Altstadt mit Heiliggeistkirche und Alter Brücke über den Neckar zum Philosophenweg erkennbar an den Leuchtspuren eines Fahrzeuges (2018) Heidelberg ist eine Großstadt mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Die Stadt liegt am Neckar an der Stelle, wo dieser den Odenwald verlässt und in die oberrheinische Tiefebene eintritt. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre malerische Altstadt, ihre Schlossruine und die Ruprecht-Karls-Universität, welche die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschland ist. Die Stadt zieht Besucher und Wissenschaftler aus der ganzen Welt an.

Hinsichtlich der Einwohnerzahl ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt Baden-Württembergs und auf Platz 54 der größten Städte Deutschlands. Sie ist ein Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Das dicht besiedelte Rhein-Neckar-Gebiet, in dem Heidelberg gemeinsam mit den Großstädten Mannheim und Ludwigshafen am Rhein liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet.

Geographie Lage mini|Die Stadt von Westen aus gesehen, 2011 Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckars vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle. Der Neckar fließt hier von Ost nach West, am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m). Im Süden wird Heidelberg vom Königstuhl (568 m) und vom Gaisberg (375 m) begrenzt. Der Neckar mündet etwa 22 Kilometer nordwestlich, gemessen vom Ende der Talsohle, in Mannheim in den Rhein. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die am Rand des Odenwalds entlangführt. Die Stadt liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, einem 2,35 Millionen Einwohner zählenden Verdichtungsraum, der neben Teilen Südhessens und der rheinland-pfälzischen Vorderpfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst.

Nachbargemeinden

alle Rhein-Neckar-Kreis außer a: Kreisfreie Stadt (Stadtkreis).

Flächenaufteilung

Flora und Fauna Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa – im Freiland gärtnerisch gepflanzt – Mandel- und Feigenbäume oder auch Ölbäume. Den „Balkon“ der Stadt bildet mit vielen exotischen Gewächsen der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde im Jahr 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinbau begonnen.

Außerdem gibt es in Heidelberg Populationen frei lebender Halsbandsittiche,Stefanie Wegener: Verbreitung und Arealnutzung der Halsbandsittiche (Psittacula krameri) in Heidelberg. Ornithologisches Jahresheft Baden-Württemberg, 23, 2007, S. 39–55, hrsg. von der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg ()Michael Peter Braun: Neue Halsbandsittich-Schlafplätze in der Rhein-Neckar-Region entdeckt. In: Gefiederte Welt, Januar 2015. (aktualisiert) deren ornithologischer Name Psittacula krameri lautet, sowie eine freilebende Population der sibirischen Schwanengans, die man vor allem auf der Neckarinsel vor Bergheim und auf den Neckarwiesen antreffen kann. Naturschutzfachlich wird aber vielfach auch auf die Problematik solcher Einbürgerungen gebietsfremder Arten (Neobiota) verwiesen, die in der Regel aus entflohenen Zoo- oder Haustieren (Gefangenschaftsflüchtlinge) entstanden sind.

Naturschutz

mini|NSG Russenstein am rechten Neckarufer (2016) Im Stadtgebiet Heidelberg bestehen folgende fünf Naturschutzgebiete.Siehe: Schutzgebietsverzeichnis. In: Räumliches Informations- und Planungssystem der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (Gebietsart und Stadt- bzw. Landkreis auswählen), aufgerufen am 26. August 2020. Damit stehen 85,4 Hektar des Stadtgebiets unter Naturschutz, das sind 0,78 Prozent. Ehemaliger Buntsandsteinbruch an der Neckarhalde: 13,4 ha; Gemarkung Ziegelhausen Felsenmeer, Russenstein, Naturpark Michelsbrunnen: 11,2 ha; Gemarkung Heidelberg Steinbruch Leimen: 22,0 ha (davon 4,0 ha im Stadtgebiet Heidelberg); Gemarkung Heidelberg Unterer Neckar: Altneckar Heidelberg-Wieblingen: 45,2 ha; Gemarkung Wieblingen Unterer Neckar: Altneckar Wörth-Weidenstücker: 16,7 ha (davon 11,6 ha im Stadtgebiet Heidelberg)

Verwaltungsstrukturen, Region mini|Lage in der Metropolregion Rhein-Neckar Heidelberg ist Sitz des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises. Die Stadt selbst ist ein Stadtkreis innerhalb des Regierungsbezirks Karlsruhe. Heidelberg gehört zum Verdichtungsraum Rhein-Neckar, der neben Teilen von Süd-Hessen und der Vorderpfalz in Rheinland-Pfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst. Er bildet mit einer großen Anzahl von weiteren Kommunen den als Metropolregion Rhein-Neckar oder „Rhein-Neckar-Dreieck“ bekannten Wirtschaftsraum. 2005 wurde das Rhein-Neckar-Dreieck europäische Metropolregion.

Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Heidelberg neben Mannheim ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Heidelberg übernimmt für die umliegenden Gemeinden Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Schönau, Neckargemünd, Wiesenbach, Bammental, Gaiberg, Leimen, Nußloch, Sandhausen und Eppelheim auch die Funktion eines Mittelbereichs im Rahmen der Verwaltungsstrukturen des Landes.

Stadtgliederung

Die Stadt Heidelberg ist in 15 Stadtteile und 47 Stadtbezirke gegliedert. Dazu gehören sieben ehemalige Nachbardörfer, die bis 1975 eingemeindet wurden. Zu einigen Stadtteilen gehören noch weitere kleine, separat gelegene Wohnplätze und Gehöfte.

mini|links|hochkant=1.8|Stadtteile Heidelbergs Eingemeindungen Jahr Orte Zuwachs in ha 1891 Neuenheim 497 1903 Handschuhsheim 1546 1920 Wieblingen 966 1920 Kirchheim 1375 1927 Rohrbach 1140 1920/35 Grenzhof 445 1. Januar 1975 Ziegelhausen 1475 mini|Blick vom Schloss auf die Altstadt von Heidelberg (2004) Innenstadt Einer der ältesten Stadtteile Heidelbergs ist die Altstadt, der zwischen Neckar und Königstuhl gelegene historische Kern der Stadt. Dort befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten wie das Heidelberger Schloss. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 und 2007 um eine Anerkennung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO. Zu diesem Stadtteil gehören auch die weiter außerhalb gelegenen Gebiete wie die Molkenkur, der Kohlhof und der Speyererhof. Zusammen mit der Altstadt bildet das westlich der Altstadt gelegene Bergheim die Innenstadt. Das ehemalige Dorf ist älter als die Altstadt. Überreste menschlicher Besiedlung lassen sich bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgen. Bergheim wurde 769 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. 1392 wurde das Dorf Bergheim aufgelöst und die Bewohner in die schnell wachsende Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt. Während der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Stadt nach Westen ausdehnte, wurde das Gebiet erneut besiedelt. Zentrum Unmittelbar südwestlich der Heidelberger Innenstadt befindet sich die Weststadt, die im Süden in die Südstadt übergeht. Diese Stadtteile entstanden durch das rasche Bevölkerungswachstum Heidelbergs während der Industrialisierung als Gründerzeitviertel (Weststadt) sowie nach dem Zweiten Weltkrieg (Südstadt). Zur Südstadt gehören das Mark-Twain-Village und die Campbell Barracks, wo US-Soldaten mit ihren Angehörigen bis zum offiziellen Abzug der US-Truppen 2014 untergebracht waren. Momentan (Stand 2022) wird im Zuge eines Konversionsprojektes eine neue Verwendung entwickelt. Im Westen schließt sich ein neuer Stadtteil an Bergheim und die Weststadt an: Die sogenannte Bahnstadt befindet sich derzeit noch im Bau, jedoch fehlt nur noch das westliche Drittel zum Masterplan. Im Juli 2014 wurde ein erster Bauabschnitt eingeweiht. Auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs soll eine der größten Passivhaussiedlungen der Welt entstehen. In: Deutscher Nachhaltigkeitspreis , aufgerufen am 26. August 2020. Süden Weiter südlich liegt der Stadtteil Rohrbach mit dem Hasenleiser und dem Bierhelderhof. Nach Südosten wird Heidelberg durch die beiden noch jungen Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund abgeschlossen. mini|Grenzhöfer Friedhof Westen Der größte und zugleich älteste Stadtteil Heidelbergs ist Kirchheim. Bereits zur Bronzezeit gab es auf dem jetzigen Gemeindegebiet Siedlungen. Mehrere Karolingergräber, die in den 1970er Jahren bei Ausgrabungen an der „Spinne“ gefunden wurden, bezeugen die Wichtigkeit Kirchheims als wichtigen Knotenpunkt zwischen den Klöstern Lorsch und Mainz. Kirchheim bildet den südwestlichen Teil Heidelbergs und wurde 1920 eingemeindet. Ebenfalls zu Kirchheim gerechnet werden der Kurpfalzhof, Kirchheimer Hof, Patrick-Henry-Village (eine 1947 gegründete Siedlung der US-Army, die nach dem Abzug der Truppen 2014 bis heute (Stand 2021) als Flüchtlingsnotunterkunft genutzt wird. Außerdem ist das Patrick-Henry-Village Erstaufnahmestelle und Koordinations- und Verteilungszentrum für Flüchtlinge.), der Pleikartsförster Hof sowie Neurott. Am Rande der Weststadt in Richtung Kirchheim liegt das Notwohngebiet Im Mörgelgewann. Das Quartier liegt sozialräumlich und optisch abseits; es ist nur über eine Stichstraße erreichbar. Ursprünglich wurde es zur Unterbringung der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. 2008 lebten hier rund 300 Menschen, die als Obdachlose von der Stadt Heidelberg notuntergebracht wurden.Heidrun Graupner: „… und raus bist du!“ – Armut raubt die Zukunft einer Gesellschaft. In: NDR Kultur, 30. März 2008. Am westlichen Rand Heidelbergs befindet sich der Pfaffengrund. Er lässt sich in ein nördlich gelegenes Industriegebiet und ein Wohngebiet im Süden aufteilen. Der Name Pfaffengrund leitet sich von dem mittelalterlichen Flurnamen ab, die Gegend selbst wurde bis 1920 als Ackerland verwendet. Weiter nördlich liegt Wieblingen mit dem Grenzhof und dem Ochsenkopf. Ebenso wie Kirchheim und der Pfaffengrund wurde Wieblingen 1920 ein Stadtteil Heidelbergs. Urkundlich erwähnt wurde Wieblingen erstmals im Lorscher Codex im Jahr 767. Norden Gegenüber der Innenstadt, auf dem nördlichen Ufer des Neckars, liegt der Stadtteil Neuenheim. Die Entwicklung Neuenheims begann bereits in der vorrömischen Zeit. Es war der erste Stadtteil Heidelbergs, der 1891 durch Eingemeindung Teil des Stadtgebiets wurde. Im Neuenheimer Feld befindet sich der neue Campus der Ruprecht-Karls-Universität. Weiter nördlich liegt Handschuhsheim, das wenige Jahre nach Neuenheim, im Jahre 1903, eingemeindet wurde. Der Name Handschuhsheim geht vermutlich auf den Namen eines Gutsbesitzers im Frühmittelalter zurück. Osten Im Osten, auf der Südseite des Neckars, liegt Schlierbach. Es wurde 1245 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gegend zählt zu den gehobenen Wohngegenden Heidelbergs. Auf der anderen Neckarseite liegt Ziegelhausen mit dem Ortsteil Peterstal. Ziegelhausen wurde im Jahre 1220, einige Jahre vor Schlierbach, urkundlich erwähnt. Die Gegend wurde vermutlich bereits in römischer Zeit besiedelt. Ziegelhausen wurde 1975 – gegen den Willen der großen Mehrheit seiner Einwohner – nach Heidelberg eingemeindet.

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