Pforzheim ist eine Großstadt mit  Einwohnern () im Nordwesten Baden-Württembergs am Nordrand des Schwarzwalds am Zusammenfluss von Enz, Nagold und Würm. Pforzheim ist ein Stadtkreis und zugleich Verwaltungssitz des Enzkreises, von dem das Stadtgebiet fast vollständig umschlossen ist. Die Stadt ist ein Zentrum des Verdichtungsraums Karlsruhe/Pforzheim, der etwa 650.000 Einwohner zählt. Die Stadt ist ferner das Oberzentrum der Region Nordschwarzwald. Die nächsten größeren Städte sind Karlsruhe (etwa 25 Kilometer nordwestlich) und die Landeshauptstadt Stuttgart (rund 37 Kilometer südöstlich). Pforzheim beherbergt zahlreiche weiterführende Schulen sowie eine Hochschule für angewandte Wissenschaft (Hochschule Pforzheim).

Pforzheim ist ursprünglich eine Römergründung. Der Name leitet sich von lat. (= vielleicht Flusshafen oder Stapelplatz) ab,Folke Damminger: Pforzheim: Vom römischen vicus zur markgräflichen Residenz. In: Acta Praehistorica et Archaeologica, Band 34, 2002. S. 245 dem auf dem Leugenstein von Friolzheim überlieferten römischen (Teil-)Namen der römischen Siedlung im heutigen Stadtgebiet von Pforzheim. Als Hauptort einer Civitas der Provinz Germania superior war die römische Stadt Portus ein Verwaltungszentrum. Der lateinische Name war im Mittelalter auch Phorcen(sis).

Im Jahre 1067 wurde Pforzheim in einem Dokument König Heinrichs IV. erstmals urkundlich erwähnt. Als badische Residenzstadt wurde Pforzheim Ende des 17. Jahrhunderts mehrfach durch französische Truppen zerstört. Der britische Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 vernichtete 80 Prozent des Stadtgebietes und forderte nahezu 18.000 Todesopfer.

Durch die 1767 von Markgraf Karl Friedrich von Baden begründete Schmuck- und UhrenindustrieWolfgang Pieper: Geschichte der Pforzheimer Uhrenindustrie 1767–1992. Baden-Baden 1992. wurde Pforzheim weltbekannt. Darauf nimmt der Beiname Goldstadt beziehungsweise Gold-, Schmuck- und Uhrenstadt Bezug. In der Stadt werden etwa 75 Prozent der deutschen Schmuckwaren produziert; zudem befindet sich hier die einzige Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule in Deutschland.

Pforzheim wird auch Pforte zum Schwarzwald genannt. Hier beginnen die Schwarzwald-Wanderwege nach Basel (Westweg), Waldshut (Mittelweg) und Schaffhausen (Ostweg). Auch der Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg hat seinen Startpunkt dort, er führt über 311 Kilometer ins Allgäu. Zudem ist der Ort Endpunkt der Bertha Benz Memorial Route.

mini|hochkant|Begrüßungsschild in Pforzheim mit Partnerstädten mini|Luftbild Pforzheims

Geographie Stadtgliederung Die Stadt Pforzheim besteht aus der Kernstadt und den durch die Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Büchenbronn, Eutingen an der Enz, Hohenwart, Huchenfeld und Würm, die gemäß § 8 ff. der Hauptsatzung der Stadt Pforzheim als Vertretung ihrer Ortschaft einen Ortschaftsrat und eine Ortschaftsverwaltung haben. Die früher eingemeindeten Dörfer Dillweißenstein, das kurz vor der Eingemeindung nach Pforzheim aus den Dörfern Dillstein und Weißenstein gebildet wurde, und Brötzingen gehören zur Kernstadt. Die moderne Stadtgliederung entspricht nur teilweise den früheren Gemeindegrenzen.

Die Stadt Pforzheim besteht aus folgenden 15 Stadtteilen.pforzheim.de Neben den Ortsteilen mit eigener Ortschaftsverwaltung gehören hierzu auch Teilgebiete der Kernstadt:

Au (mit Haidach, Hagenschieß und Altgefäll) Brötzingen (mit Arlinger) Buckenberg Büchenbronn (mit Sonnenberg) Dillweißenstein (mit Sonnenhof) Eutingen (mit Mäuerach) Hohenwart Huchenfeld Innenstadt Nordstadt (mit Maihälden) Oststadt Südoststadt Südweststadt Weststadt Würm

Auf dem Stadtgebiet liegen die Wüstungen Wilflingen, Hartheim (beide Pforzheimer Gemarkung), Arlingen, Tannhof (beide zu Brötzingen), Rod, Falkengarten (beide zu Dillweißenstein) und Igelsbach (zu Eutingen). Igelsbach, Rod (als Rotplatte) und Arlingen (als Arlinger) sind als Wohngebiete neu besiedelt worden.

Nachbargemeinden mini|Blick auf Pforzheim Die folgenden Gemeinden grenzen an die Gemeinde Pforzheim. Sie liegen alle im Enzkreis – mit Ausnahme des südlich gelegenen Unterreichenbach, das zum Landkreis Calw gehört. Im Norden: Ispringen, Neulingen, Kieselbronn Im Osten: Niefern-Öschelbronn, Wurmberg, Wimsheim Im Süden: Tiefenbronn, Neuhausen, Unterreichenbach, Engelsbrand Im Westen: Birkenfeld, Keltern, Kämpfelbach

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Raumplanung Die Aufgaben der regionalen Raumplanung werden vom Regionalverband Nordschwarzwald wahrgenommen. Pforzheim ist hierbei als Oberzentrum ausgewiesen. Sitz des Regionalverbandes ist Pforzheim. Der Regionalverband umfasst den Stadtkreis Pforzheim sowie die Landkreise Enzkreis, Calw und Freudenstadt.

Naturräumliche Lage mini|hochkant|Bezirksamtsturm am ehemaligen Großherzoglichen Bezirksamt Pforzheim an der Bahnhofstraße mini|CongressCentrum Pforzheim

Sowohl die frühere Stadtgemarkung als auch das heutige Gemeindeterritorium erstrecken sich laut der naturräumlichen Gliederung Deutschlands auf Gäugebiet (Enztal, Kraichgau) und Schwarzwald.Huttenlocher/Dongus 1967, Karte Die Innenstadt liegt in einer Weitung des Enztales am Zusammenfluss von Nagold und Enz. Der Gesteinsuntergrund wechselt im Talgrund vom Muschelkalk (Gäuland) zum Buntsandstein (Schwarzwald), naturräumlich gesehen wird das Enztal ab Birkenfeld und inklusive der Pforzheimer Innenstadt zum Gäuland gerechnet. Die Nagold nimmt am südlichen Stadtrand die Würm auf, weswegen man in Pforzheim gern von einer Drei-Flüsse-Stadt spricht. Die Außenbezirke und Eingemeindungen ziehen sich auch auf die südlich und nördlich anschließenden Hochebenen von Schwarzwald und Kraichgau hin, Dillstein und Weißenstein liegen im nach Süden ziehenden Nagoldtal, Würm im nach Südosten ziehenden Würmtal. Wassermenge und Einzugsgebiet der Nagold sind beim Zusammenfluss mit der Enz weitaus höher, dennoch wird der Fluss im weiteren Verlauf Enz genannt.

Das Gemeindegebiet Pforzheims erstreckt sich auf die folgenden naturräumlichen Einheiten (aufgenommen für die geographische Landesaufnahme DeutschlandsHuttenlocher/Dongus 1967):

12 Neckar-Tauber-Gäue (vom Muschelkalk geprägte Gäugebiete, die sich auch östlich und nördlich des Schwarzwaldes erstrecken) 122 Obere Gäue (nach Kraichgau und Neckarbecken das dritte große Gäugebiet in der Pforzheimer Region, erstreckt sich zwischen Würm und Baar und beginnt wenig südöstlich der Stadtgrenze) 123 Neckarbecken (weites Gäubecken zwischen Stuttgart und Heilbronn) 123.1 Südwestliches Neckarbecken 123.10 Östlicher Hagenschieß 125 Kraichgau (umfasst auch Gebiete, die volkstümlich nicht zum eigentlichen Kraichgau gerechnet werden, zum Beispiel das Pforzheimer Enztal) 125.3 Pfinzhügelland (umfasst auch Gebiete außerhalb des Einzugsgebiets der Pfinz, zum Beispiel das Pforzheimer Enztal) 125.32 Östlicher Pfinzgau 125.33 Bauschlotter Platte 125.34 Pforzheimer Enztal 15 Schwarzwald (Mittelgebirge zwischen Pforzheim und Hochrhein, im Pforzheimer Raum durch Buntsandstein gekennzeichnet) 150 Schwarzwald-Randplatten (entlang des Nord- und Ostrandes des Schwarzwalds) 150.1 Östliche Schwarzwald-Randplatten 150.13 Enz-Nagold-Platte

Auf Pforzheimer Gemeindegebiet finden sich also insgesamt fünf naturräumliche Untereinheiten:

125.34 Pforzheimer Enztal: Zentrale naturräumliche Untereinheit für Pforzheim, um die sich die anderen Untereinheiten gruppieren. Das Pforzheimer Enztal erstreckt sich in südwest-nordöstlicher Richtung von Birkenfeld bis Enzberg. Während die flussaufwärts liegenden Gebiete zum südlich gelegenen Schwarzwald und die flussabwärts liegenden Gebiete zum östlich gelegenen Neckarbecken gerechnet werden, zählt das Pforzheimer Enztal aufgrund ökologischer Gemeinsamkeiten naturräumlich gesehen zum Kraichgau, das sich nördlich und westlich Pforzheims ausdehnt. In dieser Einheit liegen vor allem die Pforzheimer Stadtteile Innenstadt, Oststadt, in Eutingen ist Fluss abwärts das linke Enzufer der Aufstieg zur Bauschlotterplatte. Rechts der Enz läuft der Randplattenschwarzwald im Eutinger Eichwald aus und geht in Niefern ins Neckarbecken (Naturraum 125) über, Nordstadt, Weststadt und Brötzingen sowie die nördlichen Gebiete der Stadtteile Südweststadt und Südoststadt. Das Pforzheimer Enztal ist ein 150 m tiefes Sohlental mit terrassierten Talhängen. Die breite, vernässte Talsohle besteht aus einer über Buntsandsteinschottern liegenden Auelehmdecke. Talsohle und Talhänge sind fast komplett verbaut.Huttenlocher/Dongus 1967, S. 55

125.33 Bauschlotter Platte: Erstreckt sich nördlich des Pforzheimer Enztales, benannt nach dem Dorf Bauschlott. In dieser Einheit liegen die nördlichen Teile der Pforzheimer Stadtteile Nordstadt und Eutingen. Die Bauschlotter Platte ist eine schwach zertalte Muschelkalk-Hochfläche mit für Ackerbau sehr gut geeigneten Böden (Korngäu-Typ). Die darauf gründenden fruchtbaren Ackerflächen geraten aufgrund des neuen, rund um die Autobahnanschlussstelle Pforzheim-Nord sich ausbreitenden Gewerbegebiets Hohenäcker jedoch immer mehr in Abgang. Die geringe Zertalung der Bauschlotter Platte verweist darauf, dass die direkte rheinische Erosion hier noch kaum angekommen ist.

125.32 Östlicher Pfinzgau: Erstreckt sich nordwestlich des Pforzheimer Enztales. In dieser Einheit liegen die nordwestlichen Teile des Pforzheimer Stadtteils Nordstadt (vor allem das Gewerbegebiet Wilferdinger Höhe). Es handelt sich um eine stark zertalte Muschelkalk-Hochfläche des Heckengäu-Typs.Huttenlocher/Dongus 1967, S. 54–55

150.13 Enz-Nagold-Platte: Erstreckt sich südlich des Pforzheimer Enztales und hat eine irreführende Bezeichnung, da sie vor allem das Nagoldgebiet umfasst. In dieser Einheit liegen vor allem die südlichen Gebiete der Pforzheimer Stadtteile Südweststadt und Südoststadt sowie die Stadtteile Büchenbronn, Dillweißenstein, Huchenfeld, Hohenwart, Würm und Buckenberg mit Haidach. Diese vor allem aus Buntsandstein aufgebaute Schwarzwald-Platte ist überwiegend bewaldet und relativ umfangreich (reicht im Süden bis Altensteig). Die Täler der Nagold sind tief und mit steilen Hängen in die Platte eingeschnitten. Auf den Riedeln zwischen den Tälern finden sich Rodungsinseln (zum Beispiel Huchenfeld und Hohenwart).Huttenlocher/Dongus 1967, S. 58

123.10 Östlicher Hagenschieß: Umfasst ein kleines Gebiet südwestlich des Pforzheimer Enztals. Die Bezeichnung ist irreführend, da die Einheit nicht nur die Osthälfte des Hagenschießes, sondern auch östlich angrenzende Gäugebiete (Wurmberg und Wiernsheim) umfasst. Der Hagenschieß an sich ist ein großes Waldgebiet im Osten der Stadt, das zum größten Teil zu Pforzheim gehört. Während der westliche Hagenschieß zum Schwarzwald zählt (zur Einheit „150.13 Enz-Nagold-Platte“), wird der östliche Hagenschieß zum Neckarbecken gerechnet, da er überwiegend eine Muschelkalk-Hochfläche (Wellengebirge) darstellt. Trotz der ackerbaulichen Eignung ist der östliche Hagenschieß aus historischen Gründen größtenteils bewaldet (früherer Genossenschaftswald der umliegenden Gemeinden).Huttenlocher/Dongus 1967, S. 41

Naturschutzgebiete

Pforzheim hat Anteil an drei Naturschutzgebieten. Das Felsenmeer liegt mit seiner Größe von 5,6 ha wie auch das Naturschutzgebiet Mangerwiese-Wotanseiche mit seiner Größe von 65,4 ha komplett auf Pforzheimer Gemeindegebiet. Am insgesamt 158,5 ha großen Naturschutzgebiet Unteres Würmtal hat Pforzheim einen Anteil von 125,8 ha. Insgesamt stehen 196,65 Hektar unter Naturschutz, das sind 2,01 Prozent der Markungsfläche.

Dialektgeographie mini|hochkant|Flößer-Skulptur auf der Auer Brücke