Stavanger (norwegische Aussprache: ) ist eine Stadt und Kommune im norwegischen Fylke Rogaland. Die Kommune Stavanger hat Einwohner (Stand: ) und ist die viertgrößte des Landes. Das Stadtgebiet Stavanger/Sandnes erstreckt sich auch über die Kommunen Sandnes, Sola und Randaberg. Es hat Einwohner, wovon in der Kommune Stavanger leben. Stavanger/Sandnes ist das Stadtgebiet mit den drittmeisten Einwohnern Norwegens. Die Stadt Stavanger ist der Verwaltungssitz des Fylkes Rogaland und gilt als Zentrum der Erdöl- und Erdgasindustrie Norwegens.

Geografie Lage mini|links|Luftaufnahme von Storhaug in Richtung Norden Stavanger liegt an der norwegischen Westküste im Norden der Landschaft Jæren. Die Kommune Stavanger setzt sich aus einem Gebiet auf dem Festland sowie mehreren überwiegend nördlich davon gelegenen Inseln zusammen. Auf dem Festland grenzt die Gemeinde an die Kommune Randaberg im Nordwesten, an Sola im Südwesten sowie an Sandnes im Süden. Der westliche Abschnitt der Grenze zu Sola verläuft im Hafrsfjord, der östliche Abschnitt der Grenze zu Sandnes im Gandsfjord. Des Weiteren bestehen im Meer verlaufende Gemeindegrenzen zu Strand und Hjelmeland im Osten, Suldal und Tysvær im Norden sowie Bokn und Kvitsøy im Westen.

Das Stadtzentrum Stavangers liegt an der Bucht Vågen am Fjord Byfjord. Im Zentrum befindet sich der See Breiavatnet. Nordwestlich des Stadtzentrums befinden sich an der anderen Seite des Byfjords einige Inseln. Diese sind die teils dicht besiedelten Inseln Grasholmen, Sølyst, Engøy, Buøy, Hundvåg, Steinsøy, Ormøy, Roaldsøy, Bjørnøy, Langøy und Vassøy. Südöstlich der Vassøy liegen die weniger dicht bewohnten Inseln Lindøy, Hellesøy, Tunsøya und Kalvøy. Weiter nördlich folgen Inseln wie Åmøy, Rennesøy, Finnøy und Ombo. Sie wurden zum Teil im Rahmen der landesweiten Kommunalreform nach Stavanger eingemeindet. Insgesamt liegen seit der Eingemeindung über 300 Inseln in der Kommune. Während die südlicheren Inseln weitgehend flach sind, befinden sich in den nördlicheren höhere Hügel. Die Erhebung Bandåsen auf Ombo stellt mit einer Höhe von den höchsten Punkt der Kommune Stavanger dar.

Auf dem Festland liegt der See Stora Stokkavatnet. Auf der Grenze zu Randaberg befindet sich das Hålandsvatnet. Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 262,52 km², wobei Binnengewässer zusammen 6 km² ausmachen.

Klima

Einwohner mini|Karte der Tettsteds Stavanger/Sandnes mit den Gemeindegrenzen Der Tettsted und somit das Stadtgebiet Stavanger/Sandnes verteilt sich auf die Kommunen Stavanger, Sandnes, Sola und Randaberg. Insgesamt hat er Einwohner auf einer Fläche von  km². Nach Oslo und Bergen ist Stavanger/Sandnes der drittgrößte Tettsted. In der Kommune Stavanger liegen neben Teilen von Stavanger/Sandnes mehrere weitere Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Krossberg mit , Vassøy mit , Judaberg mit , Vikevåg mit , Østhusvik mit , Askje mit , Bru mit und Vestre Åmøy mit Einwohnern (Stand: ).

Die Einwohner Stavangers werden Siddis genannt. Stavanger hat wie viele andere Kommunen der Provinz Rogaland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.

+ Stadtgebiet Stavanger/SandnesKommuneEinwohnerFläche Stavanger  km² Sandnes  km² Sola  km² Randaberg  km² Gesamt  km²

Entwicklung Die Einwohnerzahlen sind stabil steigend. 1986 lebten in Stavanger knapp über 100.000 Einwohner. Bis 2015 stieg die Zahl auf über 140.000 an. Die beiden Kommunen Rennesøy und Finnøy hatten vor ihrer Eingemeindung zum Jahresbeginn 2020 ebenfalls stabil anwachsende Einwohnerzahlen. In Rennesøy kam es in den 1990er-Jahren zu einem größeren Anstieg, nachdem die Hauptinsel durch das Straßenbauprojekt Rennfast mit dem Festland verbunden worden ist. Im Finnøy kam es durch die Fertigstellung von Finnfast im Jahr 2009 ebenfalls zu einem Anstieg der Einwohnerzahlen.

+ Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Veränderung Anzahl Prozent 1960 81.845 — — 1970 86.442 +4.597 +5,6 % 1980 94.886 +8.444 +9,8 % 1990 102.908 +8.022 +8,5 % 2000 114.794 +11.886 +11,6 % 2010 130.709 +15.915 +13,9 % 2020 143.574 +12.865 +9,8 %

Stadtgliederung mini|Die Bucht Vågen mit dem alten Hafen und der Altstadt im Vordergrund Die Kommune ist in neun Bezirke unterteilt.

StadtteilEinwohner(Stand: 2021) Eiganes og Våland 24.635 Hinna 22.989 Madla 21.573 Hillevåg 19.921 Storhaug 17.597 Tasta 15.592 Hundvåg 13.200 Rennesøy 5.151 Finnøy 3.238 Nicht angegebene Stadtteile 251 Summe 144.147

Geschichte Urgeschichtliche Spuren haben sich in den Felsritzungen von Rudlå erhalten.

Mittelalter mini|Dom von Stavanger Stavanger erhielt das Stadtrecht mit der Etablierung des Bischofssitzes zwischen 1122 und 1125. In der Amtszeit des ersten Bischofs, Reinald von Stavanger, begann der Bau des Domes, seither ist 1125 die gebräuchliche Jahresangabe der Stadtgründung. Zunächst war Stavanger vor allem in religiösem Zusammenhang eine bedeutende Stadt. Das Bistum Stavanger erstreckte sich über Rogaland, Agder, Valdres und Hallingdal. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde auch die weltliche Rolle der Stadt größer. Der Dom wurde bei einem Brand 1272 teilweise beschädigt und der Westteil neu aufgebaut und vergrößert.

Am 16. August 1425 erhielt Stavanger das vollständige Marktrecht, jedoch blieb die Einwohnerzahl weiterhin niedrig. Im Jahr 1568 wurde Stavanger Verwaltungssitz des neu gebildeten Stavanger len, das von der Ausdehnung weitgehend identisch zum heutigen Fylke Rogaland war. Erst Ende des 16. Jahrhunderts kam es vor allem durch den Fang von Heringen zu einem Aufschwung. Die Gründung der Stadt Kristiansand führte jedoch ab 1641 zu einer sinkenden Bedeutung Stavangers. 1682 wurde Kristiansand neuer Bischofssitz. Auch andere Einrichtungen mussten durch einen Beschluss des Königs umsiedeln. Im Jahr 1684 kam es zu einem großen Stadtbrand. In dessen Folge wurde das Marktrecht bis 1690 an Kristiansand übertragen.

Im 17. Jahrhundert wuchs die Anzahl der Bewohner von 800 um 1600 auf mehr als 2400 vor dem großen Brand im Jahre 1684. Nach einer 1700/01 durchgeführten Volkszählung lebten in der Stadt 1385 Menschen, davon 524 Kinder, 356 erwachsene Männer, 307 verheiratete Frauen, 102 unverheiratete Frauen, 77 weibliche und 19 männliche junge Bedienstete; 126 der erwachsenen Männer hatten Bürgerstatus.

Wie viele andere europäische und, nicht weniger, norwegische Städte dieser Zeit, erlitt Stavanger schwere, durch Seuchen, Brände und wirtschaftliche Schwankungen verursachte Krisen. In den Jahren 1618 sowie 1629 wütete die Pest in der Stadt; 1633 brannten zwei Drittel einschließlich der mittelalterlichen Altstadt nieder. Im Jahre 1695 starben rund 15 Prozent der Bevölkerung an Flecktyphus.

1700–1945 mini|Straße in der Altstadt Gamle Stavanger, 2013 Auch nach dem Brand von 1684 suchte eine Reihe von Bränden die Stadt heim. Im Jahr 1766 brannten 35 Gebäude und zwei Jahre später weitere 53 Häuser im Gebiet Stranden im heutigen Altstadt-Viertel Gamle Stavanger. Teilweise handelte es sich dabei um Gebäude, die nach dem Brand 1684 neu errichtet worden waren. Der Großteil der Häuser in dem Gebiet stammt heute aus dem 19. Jahrhundert.

Erst in den 1800er-Jahren kam es wieder zu einem größeren Aufschwung. Zunächst lag das erneut vor allem am Heringsfang, später wurde auch die Schifffahrt von größerer Bedeutung. Mit Stavanger Preserving nahm 1873 die erste norwegische Konservenfabrik ihren Betrieb auf und führte zu einem industriellen Wachstum. Im Jahr 1878 öffnete die Eisenbahnlinie Jærbanen bis nach Egersund, 1904 wurde sie bis Flekkefjord verlängert. Ab den 1880er-Jahren siedelten sich vermehrt Industriebetriebe, darunter viele Konservenfabriken, in der heutigen Altstadt an. Die Wohnbebauung der Gegend verwandelte sich zunehmend in einen Slum und es wurde zeitweise diskutiert, das gesamte Gebiet zu einem Industriegebiet umzubauen. Während des Ersten Weltkriegs gab es über 50 Konservenfabriken in Stavanger, die etwa 70 Prozent der Konserven Norwegens produzierten.

Die Einwohnerzahl stieg im 19. Jahrhundert auf das Neunfache: von 2.406 (3.916 innerhalb der heutigen Stadtgrenzen) im Jahre 1801 auf 36.202 im Jahre 1900. Mit wachsender Einwohnerzahl begannen sich auch zahlreiche religiöse Gemeinschaften zu etablieren. 1818 bildete sich die Quäkergemeinde, 1842 wurde die norwegische Missionsgesellschaft (Norske Missions Selskap) aus dem Zusammenschluss älterer Vereine gegründet, 1844 entstand die norwegische Israelmission (Den Norske Israelsmisjon).

Am 4. Juli 1825 fuhr die Schaluppe Restauration mit 52 Emigranten aus Stavanger nach New York, der Auftakt einer großen norwegischen Auswanderungswelle in die USA.Jan Patrick Faatz, 2011, Aufbruch ins gelobte Land, München, GRIN Verlag GmbH hausarbeiten.de Von 1896 bis 1919 wurde Stavangers Hafen von Hurtigruten-Schiffen angelaufen.

Seit 1945 Die Stadt blieb bis zum Anfang der 1950er-Jahre eine Industriestadt, allmählich wandelte sie sich in ein Verwaltungszentrum. Die dominierende Position der Konservenindustrie ging zurück. Grund für das weitere Wachstum der Stadt war unter anderem auch die Verbesserung der Verkehrssituation. Neben dem Ausbau der Bahnlinien erhielt auch die Luftfahrt größere Bedeutung. Im Jahr 1937 wurde der Flughafen Stavanger in der Gemeinde Sola eröffnet.

Nach den Ölfunden Ende der 1960er-Jahre veränderte Stavanger sich zu einer modernen Großstadt. Im Jahr 1972 wurde Statoil (heute Equinor) gegründet und begann mit der staatlich gesteuerten Gewinnung. Im selben Jahr wurde die für die Erdöl- und Erdgasbranche zuständige Behörde Oljedirektoratet in Stavanger gegründet. Stavanger entwickelte sich damit zur „Ölhauptstadt“ Norwegens. Im Jahr 1999 wurde das Norwegische Erdölmuseum in der Stadt eröffnet. Die Ölindustrie führte auch zu positiven Effekten für andere Wirtschaftsbranchen in der Region. Heute leben in ihrem Großraum ca. 200.000 Menschen.

Im Jahr 2005 wurde die Universität Stavanger gegründet. Zunehmende Bedeutung erhielten auch die Tourismusbranche und in der Stadt abgehaltene Tagungen. Im Jahr 2008 war Stavanger gemeinsam mit Liverpool Europäische Kulturhauptstadt.

Eingemeindungen Die Kommune Stavanger wurde im Rahmen der Einführung der lokalen Selbstverwaltung im Jahr 1837 als Stadtkommune (bykommune) gegründet. Über die Zeit hinweg wurden des Öfteren Gebiete von der damaligen Kommune Hetland an Stavanger überführt. Zum Jahresbeginn 1867 war davon ein von 200 Personen bewohntes Gebiet betroffen, 1879 folgten 1357 Einwohner. 1906 hatte das neu eingemeindete Gebiet 399 Einwohner. Zum 1. Juli 1923 war ein Gebiet mit 3063 Personen betroffen. Zur letzten Eingemeindung eines Teils der Kommune Hetland vor deren vollständiger Auflösung kam es im Juli 1953, als ein Areal mit 831 Einwohnern nach Stavanger überführt wurde. Zum 1. Januar 1965 wurde das damals 51.470 Einwohner zählende Stavanger mit Madla und dem Großteil der Kommune Hetland zusammengelegt. Madla brachte 6025 Einwohner und Hetland 20.861 Einwohner mit ein. Zum 1. Januar 2020 wurden die Kommunen Finnøy und Rennesøy im Rahmen der landesweiten Kommunalreform in die Gemeinde Stavanger eingegliedert.

Politik Stadtrat Der Stadtrat als oberstes kommunales Organ setzt sich aus 67 Personen zusammen. Die letzte Kommunalwahl fand am 11. September 2023 statt.

+ Mandate im Stadtrat von StavangerPartei2011201520192023 19181822 23191621 9766 3333 4433 1143 5633 –––2 1442 1131 1111 –360

Städtepartnerschaften Folgende Städte sind Partnerstädte Stavangers:Om Stavanger kommune, Fakta om Stavanger – Stavangers vennskapsbyer, abgerufen am 1. Juni 2018 Aberdeen, Vereinigtes Königreich Antsirabe, Madagaskar Esbjerg, Dänemark Eskilstuna, Schweden Estelí, Nicaragua Fjarðabyggð, Island Houston und Galveston, Vereinigte Staaten Jyväskylä, Finnland Nablus, Palästinensische Autonomiegebiete Netanja, Israel

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