Die New Orleans Saints sind ein American-Football-Team der National Football League (NFL) in New Orleans, Louisiana und spielen dort in der National Football Conference (NFC) in der Southern Division (NFC South). Durch einen 31:17-Erfolg gegen die Indianapolis Colts im Super Bowl XLIV sicherte sich die Mannschaft nach der Saison 2009 erstmals den Super Bowl.

Das Symbol der Saints ist eine goldene Fleur-de-Lis, die die historische und kulturelle Verbundenheit Louisianas zu Frankreich symbolisiert.

Geschichte Gründungsphase Am 1. November 1966 erhielt die Stadt New Orleans die Zusage, ein NFL-Team beheimaten zu dürfen. John W. Mecom Jr. war der erste Besitzer und Präsident des Teams, im Dezember 1966 wurde Tom Fears zum ersten Trainer ernannt. Im Januar 1967 wurde das Team auf den Namen „Saints“ getauft. Hauptgrund hierfür war die Gründung des Teams am 1. November 1966, also Allerheiligen (englisch All Saints' Day) und der tief religiösen, hauptsächlich katholischen, Gemeinde von New Orleans. Zudem ist New Orleans die Hauptstadt des Jazz, und der Song „When the Saints Go Marching In“ ist eines der beliebtesten Jazz-Lieder.

Die NFL platzierte die Saints in der ersten Spielzeit in der Capitol Division zusammen mit den Dallas Cowboys, Washington Redskins und Philadelphia Eagles, die heute alle in der NFC East spielen. Die erste Preseason verlief sehr erfolgreich mit fünf Siegen aus sechs Spielen. Das erste Regular-Season-Spiel in der Franchise-Geschichte begann ebenfalls verheißungsvoll mit einem 94-Yards-Kickoff-Return-Touchdown von John Gilliam im allerersten Spielzug. Dennoch verloren die Saints ihr erstes Spiel gegen die Los Angeles Rams mit 13:27 im Tulane Stadium. Den ersten Sieg in der Vereinsgeschichte gab es am 5. November 1967 gegen die Philadelphia Eagles, die mit 31:24 besiegt wurden. Die erste Saison endete mit drei Siegen bei elf Niederlagen. 1968 spielten die Saints in der Century Division zusammen mit den Chicago Bears, St. Louis Cardinals und Pittsburgh Steelers. In dieser Saison gelangen vier Siege und ein Unentschieden bei neun Niederlagen. 1969 wurde man in die Capitol Division zurückgesetzt und beendete die Saison mit 5:9.

1970er-Jahre In der Saison 1970 zogen die Saints nach dem Zusammenschluss der NFL mit der American Football League erneut in eine andere Division um, die NFC West, in der sie bis zur Saison 2002 verblieben. Die Gegner während des gesamten Zeitraumes waren die Atlanta Falcons, die Los Angeles (später St. Louis) Rams und die San Francisco 49ers. Während der Saison 1970 wurde Tom Fears gefeuert. In seiner Zeit mit den Saints gewann er 13 Spiele, verlor 34 und spielte zwei Mal unentschieden. Das erste Spiel von dessen Nachfolger, J. D. Roberts, sorgte für Furore. Die Saints lagen zwei Sekunden vor Spielende mit 16:17 gegen die Detroit Lions zurück, als Kicker Tom Dempsey das Spiel aus 63 Yards Entfernung mit einem Field Goal noch zum 19:17-Sieg drehte. Erst 2013 wurde dieser Rekord von Matt Prater im Mile High Stadium mit einem Field Goal aus 64 Yards überboten.

Auch dies änderte aber nichts an der weiterhin erfolglosen Geschichte der Saints. Die Saison endete 2:11:1. 1971 bekamen die Saints den zweiten Pick im NFL Draft, mit dem sie Quarterback Archie Manning von der University of Mississippi (Ole Miss) auswählten. Manning sollte in den Folgejahren das Gesicht der New Orleans Saints werden. Bis heute lebt er in New Orleans und ist eine der beliebtesten Persönlichkeiten der Region. Seine Söhne Peyton Manning und Eli Manning spielten ebenfalls Quarterback in der NFL und konnten mit ihren Teams den Super Bowl gewinnen. Während seiner Jahre bei den Saints enttäuschte Archie Manning selten, jedoch bekam er nie ein Team zur Seite gestellt, um seine große Karriere mit Erfolgen zu krönen. Die Saison 1971 endete 4:8:2.

1972 entließ die Mannschaft J. D. Roberts und ersetzte ihn durch John North, der in seinen ersten beiden Jahren jeweils eine 5:9-Bilanz verbuchen konnte. 1975 zogen die Saints in den Louisiana Superdome um. Auch mit neuer Heimstätte gab es eine weitere Saison des Misserfolges mit nur zwei Siegen und zwölf Niederlagen. Mitte der Saison wurde North entlassen, und Ernie Hefferle betreute das Team bis zum Saisonende als Interimscoach.

1976 wurde mit Hank Stram ein Coach verpflichtet, der bereits einige Erfolge verbuchen konnte. 1969 hatte er den Super Bowl IV mit den Kansas City Chiefs gewonnen. Allerdings konnte auch er das Ruder nicht herumreißen. Sein erstes Jahr beendete er mit einer Bilanz von 4:10, wobei Archie Manning die gesamte Saison verletzt ausfiel. Auch 1977 stellte sich der Erfolg nicht ein und man gewann lediglich drei Partien. Die Saints verloren dabei unter anderem mit 14:33 gegen die Tampa Bay Buccaneers, die damit in ihrer zweiten Saison, nachdem sie alle Spiele ihrer ersten Saison verloren hatten, das erste Spiel ihrer Geschichte gewannen.

Daher wurde auch Stram entlassen, Dick Nolan wurde neuer Head Coach. Unter Nolan verbesserten sich die Saints leicht und erreichten in der Folge 1978 eine 7:9-Bilanz und 1979 erstmals eine ausgeglichene Bilanz von 8:8, was beides die Bestwerte in der Vereinsgeschichte waren. In der Saison 1979 lagen die Saints nach 13 Spieltagen zusammen mit den Los Angeles Rams auf dem ersten Platz der NFC West. Nach zwei bitteren Heimniederlagen, einer 35:42-Niederlage gegen die Oakland Raiders nach 35:14-Führung sowie einer 0:35-Niederlage gegen die San Diego Chargers verpassten die Saints trotz eines Sieges gegen die Rams im letzten Spiel der Saison knapp ihre erste Qualifikation für die Play-offs.The 1979 New Orleans Saints Season auf nosaintshistory.com, abgerufen am 10. Februar 2019 (englisch).

Die 1980er-Jahre Die Saints verloren die ersten 14 Spiele der Saison 1980. Nach zwölf Niederlagen wurde Dick Nolan gefeuert und durch Dick Stanfel ersetzt. Der gewann zwar noch ein Spiel, dies änderte aber nichts an der historisch schlechtesten Leistung der Saints mit einer 1:15-Bilanz im Jahr 1980. Aus Protest wegen der indiskutablen Leistungen des Teams zog sich ein bekannter Journalist aus New Orleans eine braune Papier-Einkaufstüte über den Kopf, eine Geste, die von Fans erfolgloser Teams noch heute in den USA kopiert wird. Auch der Spitzname „Aints“ entstand zu dieser Zeit, was so viel wie bedeutet wie: „Sie können es einfach nicht.“

1981 wurde der Texaner Bum Phillips Head Coach der Saints, dessen Markenzeichen der Cowboyhut war, den er ständig trug. Mit dem ersten Pick im NFL Draft wählten die Saints Runningback George Rogers aus, der zwar in seiner ersten Saison überzeugte und die meisten Yards in der NFL erlief, allerdings nur vier Jahre in New Orleans spielte. Die Saison 1981 endete mit einer 4:12-Bilanz. Die Saison 1982, die von einem Streik der Spieler überschattet wurde, war die letzte Saison von Archie Manning, nach zwei Saisonspielen wechselte er zu den Houston Oilers. Mit einer 4:5-Bilanz und einer 8:8-Bilanz 1983 verpasste das Team jeweils nur knapp die Play-offs. 1984 endete die Saison mit einer 7:9-Bilanz, wobei in diesem Jahr die sportlichen Belange eher im Hintergrund standen. Besitzer John Mecom kündigte an, das Team nach fast 20 Jahren verkaufen zu wollen. Spekulationen über einen möglichen Umzug des Teams nach Jacksonville, Florida, kamen auf. Letztlich kaufte der Automobilhändler Tom Benson das Franchise. Da Benson aus New Orleans stammte, war die Zukunft der Saints in der Stadt gesichert. Somit wurde 1985 zu einem Jahr des Überganges, in dem Bum Phillips durch seinen Sohn Wade Phillips ersetzt wurde, die Saison endete 5:11.

1986 drückte Benson dann dem Team erstmals seinen Stempel auf, Jim Finks wurde zum Präsidenten und General Manager, Jim E. Mora zum Head Coach ernannt. Dies sollte einen Neuanfang darstellen, auch wenn in dieser Saison mit 7:9 erneut keine positive Bilanz heraussprang.

Dies geschah dann 1987. Zwar gab es erneut einen Spielerstreik, dieses Mal wurde der Spielbetrieb mit Ersatzspielern jedoch weitergeführt, weswegen die Saison nur um einen Spieltag verkürzt wurde. Die Saints gewannen die letzten neun Saisonspiele (zuvor waren nie neun Siege in einer Saison gelungen) und beendeten die Regular Season mit einer 12:3-Bilanz. Damit waren sie zwar das zweitbeste Team in der National Football Conference (NFC), mussten aber trotzdem in der Wildcard-Runde antreten, da die San Francisco 49ers als bestes Team in der gleichen Division spielten.

Am 3. Januar 1988 bestritten die Saints ihr erstes Playoffspiel, in dem sie gegen die Minnesota Vikings, die die Regular Season mit 8:7 beendet hatten, antreten mussten. Aufgrund der besseren Saisonbilanz und des Heimvorteils gingen die Saints als Favorit in das Spiel, verloren aber mit 10:44. Dennoch wurden Jim Finks und Jim E. Mora zum Executive bzw. Coach of the Year und sechs Spieler der Mannschaft in den Pro Bowl gewählt. In den beiden Folgejahren erlangten die Saints erneut positive Bilanzen (10:6 1988 und 9:7 1989). Da in der NFC in beiden Jahren jeweils mindestens fünf Teams besser abschlossen, reichten diese Leistungen jedoch nicht zur Play-off-Teilnahme.

Die 1990er-Jahre Zwar verschlechterte sich 1990 die Bilanz des Teams auf 8:8, diesmal reichte das jedoch aufgrund des neuen Play-off-Systems mit sechs Mannschaften pro Conference für eine Teilnahme an den Play-offs. Auch das zweite Postseason-Spiel der Vereinsgeschichte ging mit 6:16 gegen die Chicago Bears verloren. 1991 folgte der erste Divisions-Titel für die New Orleans Saints, als sie mit einer 11:5-Bilanz die Falcons und 49ers (beide 10:6) hinter sich ließen. Das dritte Play-off-Spiel der Vereinsgeschichte ging aber wiederum verloren, dieses Mal zu Hause gegen die Atlanta Falcons mit 20:27. 1992 wiederholte sich die Geschichte von 1987. Trotz einer hervorragenden 12:4-Saison belegte das Team erneut nur den zweiten Platz in der Division hinter den 49ers (14:2), und so folgte die nächste Pleite in der Wild-Card-Runde. In diesem Jahr schickten die Philadelphia Eagles die Saints nach Hause. Im Superdome setzte es eine 20:36-Niederlage. Damit war die „erfolgreiche“ Zeit der Saints auch zunächst wieder beendet, 1993 endete die Saison mit einer 8:8-Bilanz, 1994 und 1995 folgten mit jeweils 7:9 wieder negative Saisonbilanzen. Nach einem 2:6-Start in die Saison 1994 trat Jim E. Mora als Head Coach zurück. Seine Bilanz als Saints-Trainer beträgt 93:74. Unter Rick Venturi als Interimscoach endete die Saison mit einer Bilanz von 3:13.

Vor der Saison 1997 konnte Tom Benson den ehemals erfolgreichen Head Coach der Chicago Bears, Mike Ditka, verpflichten. In New Orleans sollte die kurze Ditka-Ära eine voller Tumulte werden. In seiner ersten Saison konnte Ditka eine respektable Defense etablieren, was aber dennoch nur zu einer 6:10-Bilanz reichte. Mit der gleichen Bilanz endete die chaotische, von Verletzungen geplagte Saison 1998. Der folgende NFL Draft der Saints ging als einer der größten Fehler in die NFL-Geschichte ein. Die Saints gaben alle ihre Picks des Draft 1999 sowie den Erst- und Drittrunden-Pick des NFL Draft 2000 her, um sich die Rechte an Ricky Williams, Runningback der Texas Longhorns, zu sichern. Ditka war von Williams so überzeugt, dass er den Fans versprach, 1999 den Super Bowl zu erreichen. Tatsächlich entwickelte sich die Saison zum Desaster. Williams plagte sich mit Verletzungen herum, die Defense entwickelte sich zur schlechtesten der NFL und die Fans wandten sich von Ditka ab, da die Saison mit einer 3:13-Bilanz endete. Auch Besitzer Tom Benson hatte danach genug und feuerte einen Großteil der Mannschaft, Ditka und General Manager Bill Kuharich.

Die 2000er-Jahre