Das Bundesheer ist das Militär der Republik Österreich. Ihm obliegt gemäß Art. 79 Abs. 1 Bundes-Verfassungsgesetz die militärische Landesverteidigung und es ist nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten. Das Bundesheer verfügt über etwa 16.000 Berufssoldaten – davon 750 Frauen, weiters rund 30.000 Soldaten der Miliz. Dazu kommen etwa 8.000 Zivilbedienstete. Ergänzend werden jährlich rund 17.000 Grundwehrdiener im Rahmen eines sechsmonatigen Wehrdienstes ausgebildet (Stand: 2020). Von diesen 17.000 Grundwehrdienern stehen zurzeit ca. 7.000 im aktiven Dienst. Zur Ausrüstung gehören rund 8.000 Fahrzeuge (davon ca. 700 Ketten- und Radpanzer sowie gepanzerte Fahrzeuge), ca. 110 Luftfahrzeuge und mindestens 118 Wasserfahrzeuge.

Das Bundesheer ist Teil der österreichischen Bundesverwaltung und steht gemäß Artikel 80 B-VG unter dem Oberbefehl des Bundespräsidenten. Die Befehlsgewalt über das Bundesheer, soweit diese nicht dem Bundespräsidenten obliegt, wird durch den Bundesminister für Landesverteidigung ausgeübt. Der Bundesminister für Landesverteidigung übt die Befehlsgewalt über die Dienststellen des Bundesheeres grundsätzlich durch deren Kommandanten und Leiter aus.

Derzeitige Bundesministerin für Landesverteidigung ist Klaudia Tanner, Chef des Generalstabes ist General Harald Vodosek.

Auftrag und Aufgaben Die Aufgaben des Bundesheeres sind gemäß Art. 79 der Bundesverfassung (B-VG) und § 2 Abs. 1 Wehrgesetz festgelegt. Neben der militärischen Landesverteidigung obliegt dem Bundesheer danach die Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit sowie die Hilfeleistung bei Katastropheneinsätzen und die Teilnahme an Auslandseinsätzen. Um an EU-Einsätzen im Rahmen der Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU teilnehmen zu können, wurde der Artikel 23f (Petersberg-Aufgaben) in die Bundesverfassung aufgenommen.

Ein militärischer Befehl ist als Weisung im Sinne des Artikels 20 B-VG zu qualifizieren. Daher gilt auch im Heer Art. 20, Abs. 1, 3. Satz B-VG: Das nachgeordnete Organ kann die Befolgung einer Weisung ablehnen, wenn die Weisung entweder von einem unzuständigen Organ erteilt wurde oder die Befolgung gegen strafgesetzliche Vorschriften verstoßen würde.

Organisation des Bundesheeres Friedensorganisation und Einsatzorganisation Friedensorganisation: Im Frieden tritt das Bundesheer zu Übungen und Assistenzeinsätzen zusammen. Um schnell auf vor allem terroristische Angriffe im Inneren, Assistenzanfragen ziviler Behörden (Hochwasserschäden, Lawinen etc.) sowie Veränderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft Österreichs reagieren zu können, werden Präsenzkräfte in der Stärke von rund 10.000 Mann aufgestellt, zu deren Bildung bestimmte Verbände und Einheiten abwechselnd herangezogen werden. Dabei sind die Einheiten in sogenannte Kaderpräsenzeinheiten (KPE, 100 % befüllt), Kaderrahmeneinheiten (KRE, 50 % befüllt) und Rahmeneinheiten (RE, 30 % befüllt) gegliedert. Einsatzorganisation: Bei Einsätzen zur militärischen Landesverteidigung kann die Organisation des Bundesheeres von der Friedens- zur Einsatzorganisation werden. Letztere unterscheidet sich von der Friedensorganisation dadurch, dass ihr auch die Wehrpflichtigen des Milizstandes angehören, womit die Gesamtstärke des Heeres beträchtlich anwächst. Dabei werden KR- und R-Einheiten und die strukturierten Milizverbände mit Milizsoldaten befüllt.

Der Übergang von der Friedens- in die Einsatzorganisation erfolgt durch die Mobilmachung. Alle für den Einsatz aufzubietenden Soldaten leisten dann Einsatzpräsenzdienst. Die Heranziehung von Milizsoldaten zum Einsatzpräsenzdienst verfügt bis zu einer Gesamtzahl von 5.000 Mann (innerhalb der ihm von der Bundesregierung erteilten Ermächtigung) der Bundesminister für Landesverteidigung, darüber hinaus der Bundespräsident.

Gliederung 2020+ Bundesministerium für Landesverteidigung Bundesministerium für Landesverteidigung, in Wien

Generalstab und Direktionen Die Führung des ÖBH erfolgt durch den Chef des Generalstabes als Leiter der Generaldirektion für Landesverteidigung (GDLV) gemeinsam mit den Leitern der Direktionen 1 bis 8. Die Direktionen 1 bis 8 sind nachgeordnete Organisationseinheiten aus dem Bereich des Bundesheeres und sind dem Generalstab unterstellt.

Direktion 1 – Einsatz Der Leiter der Direktion 1 ist gleichzeitig Kommandant der Landstreitkräfte und Spezialeinsatzkräfte.

Jägerbataillon Steiermark „Erzherzog Johann“, in Sankt Michael wird in ein Kommandobataillon übergeführt.

Landstreitkräfte Spezielle Verbände Militärpolizei ABC-Abwehrzentrum Auslandseinsatzbasis Militärhundezentrum Tragtierzentrum (Teil des Stabsbataillon 6)

Brigaden Mit vier Brigaden sowie mit den territorial zuständigen Militärkommanden deckt das Heer alle Aufgaben im Bereich der Bodentruppen ab – bei Einsätzen und Übungen im Inland und im Ausland.

35px 3. Jägerbrigade(Mautern)35px 4. Panzergrenadierbrigade(Hörsching)35px 6. Gebirgsbrigade(Absam)35px 7. Jägerbrigade/Jagdkampf(Klagenfurt) Stabsbataillon 3 (Mautern) Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3 (Mistelbach) Jägerbataillon 17 (Straß) Jägerbataillon 19 (Güssing) Jägerbataillon 33 (Zwölfaxing) Jägerbataillon Burgenland Jägerbataillon Niederösterreich Pionierbataillon 3 (Melk) Panzerstabsbataillon 4 (Hörsching) Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4(Allentsteig) Panzerbataillon 14 (Wels) Panzergrenadierbataillon 13 (Ried) Panzergrenadierbataillon 35 (Großmittel) Stabsbataillon 6 (Innsbruck) Jägerbataillon 23 (Bludesch) Jägerbataillon 24 (Lienz) Jägerbataillon 26 (Spittal) Pionierbataillon 2 (Wals-Siezenheim) Jägerbataillon Tirol Jägerbataillon Vorarlberg Stabsbataillon 7 (Klagenfurt) Jägerbataillon 12 (Amstetten) Jägerbataillon 18 (Sankt Michael) Jägerbataillon 25 (Klagenfurt) Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 (Feldbach) Pionierbataillon 1 (Villach) Jägerbataillon Oberösterreich Jägerbataillon Kärnten

Militärkommanden Die Militärkommanden haben ihren Standort jeweils in der Hauptstadt ihres Bundeslandes. Sie sind das Bindeglied des Bundesheeres zur Bevölkerung, zu den zivilen Behörden und zu den anderen Einsatzorganisationen. Bei Assistenzeinsätzen übernehmen sie die Führung.

Militärkommando Burgenland, in Eisenstadt Pionierkompanie Burgenland, in Eisenstadt Militärkommando Kärnten, in Klagenfurt Pionierkompanie Kärnten, in Klagenfurt Militärkommando Niederösterreich, in St. Pölten Pionierkompanie Niederösterreich, in St. Pölten Militärkommando Oberösterreich, in Hörsching Pionierkompanie Oberösterreich, in Hörsching Militärkommando Salzburg, in Wals-Siezenheim Pionierkompanie Salzburg, in Wals-Siezenheim Militärkommando Steiermark, in Graz Pionierkompanie Steiermark, in Graz Jägerbataillon Steiermark „Erzherzog Johann“ in St. Michael Militärkommando Tirol, in Innsbruck Pionierkompanie Tirol, in Landeck Militärkommando Vorarlberg, in Bregenz Pionierkompanie Vorarlberg, in Bludesch Militärkommando Wien, in Wien Gardebataillon, in Wien Jägerbataillon Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“, in Wien Jägerbataillon Wien 2 „Maria Theresia“, in Wien Pionierkompanie Wien, in Wien

Spezialeinsatzkräfte Neben den Land- und Luftstreitkräften verfügt das Österreichische Bundesheer auch über Spezialeinsatzkräfte. Zu den Fähigkeiten zählen spezielle Einsätze zu Lande, zu Wasser und nach Anlandung aus der Luft. Jagdkommando, in Wr. Neustadt

Direktion 2 – Luftstreitkräfte

Der Leiter der Direktion 2 ist gleichzeitig Kommandant der Luftstreitkräfte.

Luftraumüberwachung Durch die Luftraumüberwachung leistet das Bundesheer einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der staatlichen Souveränität und zum Schutz der Bevölkerung. Als permanente Einsatzaufgabe wird der österreichische Luftraum rund um die Uhr von Spezialisten überwacht.

Kommando und Betriebsstab, in Wals-Siezenheim Betriebsstab, in Wien Einsatzzentrale Basisraum des Systems Goldhaube, in St. Johann im Pongau Überwachungsgeschwader, am Fliegerhorst Hinterstoisser Stabskompanie Militärflugleitung Jagdstaffel 1, mit Eurofighter Typhoon Jagdstaffel 2, mit Eurofighter Typhoon Flugbetriebskompanie Wachsicherungs- und Ausbildungskompanie Ausbildungs- und Simulationszentrum Radarbataillon, in Wals-Siezenheim Radarstationen am Kolomansberg, Großer Speikkogel und Steinmandl Flugabwehrbataillon 2, am Fliegerhorst Hinterstoisser, und Aigen im Ennstal Flugabwehrbataillon 8, Schwarzenberg-Kaserne Fliegerwerft 2, am Fliegerhorst Hinterstoisser, zuständig für die Wartung der Eurofighter Typhoon, PC-7 Turbo Trainer und zukünftig für die in Beschaffung befindliche MA-346FA Technisch-Logistisches Zentrum, in Wals-Siezenheim Jägerbataillon Salzburg

Luftunterstützung Egal ob im Inland oder im Ausland - überall wo österreichische Soldaten im Einsatz sind oder nach Katastrophen helfen, werden sie von den Luftstreitkräften unterstützt.

Luftunterstützungsgeschwader, am Fliegerhorst Leopold Figl Mittlere Transporthubschrauberstaffel, mit S-70A-42 Black Hawk Helikoptern bewaffnete Mehrzweckhubschrauberstaffel, mit OH-58B Kiowa Helikoptern Leichte Lufttransport-Staffel, mit PC-6 Turbo Porter Flugzeugen Luftaufklärungsstaffel Mehrzweckhubschrauberstaffel, in Aigen im Ennstal Leichte Transporthubschrauberstaffel 1, am Fliegerhorst Vogler, mit AB 212 Helikoptern Leichte Transporthubschrauberstaffel 2, am Fliegerhorst Vogler, mit AB 212 Helikoptern Lufttransportstaffel, am Fliegerhorst Vogler, mit C-130K Hercules Transportflugzeugen Flugbetriebskompanie, am Fliegerhorst Vogler Hubschrauber-Stützpunkt, in Schwaz Fliegerwerft 1, am Fliegerhorst Leopold Figl, zuständig für die Wartung der S-70A-42 Black Hawk, OH-58B Kiowa und PC-6 Turbo Porter Fliegerwerft 3, am Fliegerhorst Vogler, zuständig für die Wartung der AB 212 Luftfahrttechnologisches Logistikzentrum, am Fliegerhorst Vogler

Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule Die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule (FlFlATS) ist für die Ausbildung aller Offiziere und Unteroffiziere der Waffengattungen Flieger und Fliegerabwehr, sowie der Fachrichtungen Luftraumüberwachung, Luftaufklärung und Luftfahrttechnik zuständig.

Direktion 3 – Ausbildung Die Direktion 3 ist für alle Angelegenheiten der Ausbildung des ÖBH inklusive der Dienstvorschriften und Terminologie verantwortlich. Darüber hinaus wird auch die Zuständigkeit für Ausbildungsentsendungen und internationale Ausbildungsabkommen wahrgenommen.

Direktion 4 – Logistik Zu den Aufgaben der Direktion 4 gehören unter anderem das Bereitstellen, Warten und Verteilen von Waffensystemen, Munition, Ausrüstung, Bekleidung und weiteren Versorgungsgütern. Kommando Streitkräftebasis Heereslogistikzentrum Wien Heereslogistikzentrum Klagenfurt Heereslogistikzentrum Salzburg Heereslogistikzentrum St. Johann in Tirol Heereslogistikzentrum Wels Heereslogistikzentrum Graz Heeresmunitionsanstalt Großmittel Heeresmunitionsanstalt Stadl-Paura Heeresmunitionsanstalt Buchberg Heeresbekleidungsanstalt Versorgungsregiment 1 Versorgungsbataillon Heereslogistikschule

Direktion 5 – Rüstung Die Direktion 5 ist für alle Angelegenheiten der Beschaffungsplanung und -abwicklung des ÖBH verantwortlich. Darüber hinaus wird u. a. auch die Zuständigkeit für Materialkatalogisierung wahrgenommen.

Der Leiter der Direktion 5 ist gleichzeitig Nationaler Rüstungsdirektor.

Direktion 6 – IKT & Cyber Das Aufgabengebiet der Direktion 6 umfasst die gesamten IKT-Agenden des BMLV und Bundesheeres sowie die operative Umsetzung der Cyber-Defence. Weiters werden auch die Angelegenheiten Chief Digital Officer, Chief Information Officer und Cyber-Koordinator des BMLV wahrgenommen. In der Direktion 6 sind sowohl planende bzw. steuernde als auch operative Organisationselemente für Cyber-Defence eingerichtet:

IKT-Cyberplanung IKT-Bereitstellung und Nutzungsmanagement IKT-Cybereinsatz Informations-Kommunikations-Technologie und Cybersicherheitszentrum Führungsunterstützungsbataillon 1 Führungsunterstützungsbataillon 2