mini|Carl XVI. Gustaf (2023) rahmenlos|rechts|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Carl XVI. Gustaf

Carl XVI. Gustaf (* 30. April 1946 auf Schloss Haga bei Stockholm; vollständiger Name Carl Gustaf Folke Hubertus) ist das Oberhaupt des schwedischen Königshauses Bernadotte und seit dem 15. September 1973 König von Schweden. Seit August 2016 ist er der am längsten regierende König, seit Schweden als unabhängiges Königreich existiert; seit April 2018 ist er der bisher am längsten regierende König von Schweden.

Leben Herkunft

Carl Gustaf ist das jüngste Kind und einziger Sohn von Gustav Adolf Erbprinz von Schweden, Herzog von Västerbotten (1906–1947), und dessen Ehefrau Prinzessin Sibylla (1908–1972), der ältesten Tochter aus der Ehe von Carl Eduard, letztem regierendem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, und von Prinzessin Viktoria Adelheid von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nichte der letzten deutschen Kaiserin und Königin von Preußen Auguste Viktoria.

Geschwister Margaretha Désirée Victoria (* 31. Oktober 1934) ⚭ 1964 John Ambler (1924–2008) Birgitta Ingeborg Alice (* 19. Januar 1937; † 4. Dezember 2024) ⚭ 1961 Johann Georg von Hohenzollern (Sigmaringen) (1932–2016) Désirée Elisabeth Sibylla (* 2. Juni 1938; † 21. Januar 2026) ⚭ 1964 Baron Nils-August Otto Carl Niclas Silfverschiöld (1934–2017) Christina Louise Helena (* 3. August 1943) ⚭ 1974 Tord Magnusson (* 1941)

Jugend und Ausbildung mini|links|Carl XVI. Gustaf auf Schloss Haga, etwa 1950

Sein Vater kam 1947 bei einem Flugzeugabsturz in Dänemark ums Leben, als Carl Gustaf neun Monate alt war. Seitdem stand er nach seinem Großvater, dem damaligen Kronprinzen und späteren König Gustav VI. Adolf, an zweiter Stelle der Thronfolge. 1950 wurde sein Großvater König und er selbst Kronprinz. Als Junge konnte er dieser Rolle nur wenig Geschmack abgewinnen. Nach altem Brauch wurde für den Kronprinzen ein Kindergarten im Schloss eingerichtet, doch danach schickte man ihn auf öffentliche Schulen, wo er wie die anderen Schüler behandelt wurde. Nach dem Abitur 1966 musterte er als Offiziersanwärter mit der Nummer 001 bei der Flotte an und ging an Bord eines Minenlegers für fast ein halbes Jahr auf große Fahrt rund um die Welt. Nach der Marine übernahmen Armee und Luftwaffe seine weitere Ausbildung. Zum Schluss war er vierfacher Fähnrich: bei der Flotte, beim Feldjägerregiment von Jämtland, bei der Reichsleibgarde und bei der Luftwaffe. Er besuchte die Universitäten Uppsala und Stockholm und studierte dort Nationalökonomie, Staatskunde, Soziologie und Geschichte.

König von Schweden mini|Carl XVI. Gustaf und Silvia von Schweden am Tag der Hochzeit von Kronprinzessin Victoria Nach dem Tod seines Großvaters am 15. September 1973 wurde Carl XVI. Gustaf zum König proklamiert.

Heirat und Nachkommen Am 12. März 1976 fand die offizielle Verlobung mit Silvia Sommerlath statt, die er bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München kennengelernt hatte, wo sie als Chefhostess gearbeitet hatte. Am 19. Juni 1976 folgte eine glanzvolle Hochzeit in der Storkyrkan, der Stockholmer Domkirche. Am Tag vor der Hochzeit wurde das Lied Dancing Queen von der Popgruppe ABBA in einer Sendung zu Ehren des Brautpaars im schwedischen Fernsehen uraufgeführt.

Das Königspaar gehört der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Victoria Ingrid Alice Désirée von Schweden (* 14. Juli 1977 in Solna) ⚭ 2010 Daniel Westling (* 1973) Carl Philip Edmund Bertil von Schweden (* 13. Mai 1979 in Stockholm) ⚭ 2015 Sofia Hellqvist (* 1984) Madeleine Thérèse Amelie Josephine von Schweden (* 10. Juni 1982 in Ekerö) ⚭ 2013 Christopher O’Neill (* 1974)

Der König und seine Familie leben in den Schlössern Drottningholm und Solliden.

Thronfolgegesetz Mit einer Reform des Thronfolgegesetzes, die zum 1. Januar 1980 in Kraft trat, wurde Carl XVI. Gustaf als neuer Ausgang der Thronfolge festgelegt. Nur seine Nachkommen können seither den schwedischen Thron erben, alle anderen Zweige des Geschlechts Bernadotte sind hierdurch ausgeschlossen.

Überdies wurde festgelegt, dass die jeweils Erstgeborenen den Thron erben, ohne Rücksicht auf das Geschlecht. (PDF-Datei; 137 kB) Zuvor war die Thronfolge auf männliche Nachkommen beschränkt gewesen, weswegen zunächst Carl Philip Thronfolger war. Mit der Änderung wurde nun Victoria zur Kronprinzessin. Carl Gustaf sah die Änderung sehr kritisch. Er äußerte im Jahr 1977 noch während der Diskussion um die Neuregelung, dass der Job „zu schwer für ein Mädchen“ sei.

Schließlich wurde auch die Bestimmung, wonach die Heirat mit „eines einfachen schwedischen Mannes Tochter“ zum Ausschluss aus der Thronfolge führte, gestrichen. 1976 hatte der König selbst eine Bürgerliche zur Frau genommen.

Offizielle Aufgaben mini|links|George W. Bush, Laura Bush und das schwedische Königspaar vor dem Weißen Haus (2006)

Nach der Reformierung eines der vier schwedischen Grundgesetze, der „Regierungsform“ (schwedisch Regeringsformen) im Jahr 1974, sind die Pflichten des Staatschefs ausschließlich repräsentativ und zeremoniell. So unterzeichnet der König keine Gesetze, ernennt weder den Staatsminister noch die einzelnen Ressortminister und ist auch nicht Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Dagegen eröffnet er jeden Herbst den schwedischen Reichstag mit einer Rede allgemeineren Inhalts (er hält keine Thronrede), leitet immer die erste Sitzung einer neuen Regierung, akkreditiert die Botschafter anderer Länder zu Schweden und ist Vorsitzender des Beirats für Auswärtige Angelegenheiten (schwedisch Utrikesnämnden). Zu offiziellen Anlässen tritt er häufig in Admiralsuniform mit dem Ordensband der Seraphimerritter auf.

Anlässlich seines Staatsbesuchs im Sultanat Brunei lobte Carl Gustaf am 9. Februar 2004 den diktatorisch regierenden Sultan seines Gastlandes für seine angebliche Bürgernähe. Dadurch löste er in seiner Heimat einen Sturm der Entrüstung aus, worauf der Monarch, der ohnehin über keine politischen Befugnisse verfügt, seine „unbedarften“ Bemerkungen öffentlich bedauerte. Zum Ende dieser „Affäre“ kam die schwedische Regierung zu dem Entschluss, dem formalen Staatsoberhaupt in Zukunft auf Auslandsreisen ein Mitglied der Regierung als „kontrollierende“ Begleitung an die Seite zu stellen.

Nach der Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004, bei der über 500 schwedische Erwachsene und Kinder ums Leben kamen, hielt Carl Gustaf 2005 eine bewegende Rede, die auf viel Anerkennung stieß.

Privates mini|hochkant|Carl Gustaf während der Scout-Gala der World-Scout-Foundation 1998 in München

Carl Gustaf interessiert sich sehr für Natur und Naturschutz, Landwirtschaft, Sport und schnelle Autos. Er ist Ehrenvorsitzender der World Scout Foundation und selbst noch aktiver Pfadfinder, wo er den Namen Mowgli trägt.

Er hat dreimal erfolgreich am Wasalauf (Skilanglauf über 89 km) teilgenommen, das letzte Mal im Alter von 50 Jahren. Er ist zwar Schutzherr des Fußballvereins AIK, aber ein Anhänger des Sportvereins Djurgårdens IF.Zeitungsartikel von DN über die Fußballvorlieben des Königs (schwedisch) Des Weiteren ist er Jäger. Carl Gustaf ist ein Cousin der ehemaligen Königin Margrethe II. von Dänemark. Wohnsitz der königlichen Familie ist seit 1981 Schloss Drottningholm.

Seit 1977 wird jedes Jahr die Sendung Året med kungafamiljen produziert, in der Carl Gustaf sowohl als Staatsoberhaupt als auch privat als Vater und Ehemann gezeigt wird.

Wappen, Titel, Orden und Ehrungen Wappen

Prädikat und Titel 1946–1950: Seine Königliche Hoheit Prinz Carl Gustaf von Schweden, Herzog von Jämtland 1950–1973: Seine Königliche Hoheit Kronprinz Carl Gustaf von Schweden, Herzog von Jämtland 1973–heute: Seine Majestät König Carl XVI. Gustaf von Schweden

Orden und Ehrungen

mini|Geburtstagsfoto 2015

Militärische Ehren seit dem 25. Juni 1975 Ehren-Admiral der Royal Navy.

Schirmherrschaften African Medical and Research Foundation Schwedisches Nationalmuseum Schwedische Akademie Königlich Schwedische Musikakademie Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften Lions-Club Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung Rotary International WWF

Vorfahren Ahnentafel Carl XVI. Gustaf, König von SchwedenAlt-Eltern30px|Schwedische Königskrone König Oskar II. (1829–1907) ⚭ 1857 Prinzessin Sophia von Nassau (1836–1913)Großherzog Friedrich I. von Baden (1826–1907) ⚭ 1856 Prinzessin Luise von Preußen (1838–1923)PrinzAlbert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819–1861) ⚭ 1840 Königin Victoria von Großbritannien und Irland (1819–1901)PrinzFriedrich Karl Nikolaus von Preußen (1828–1885) ⚭ 1854 Prinzessin Maria Anna von Anhalt-Dessau (1837–1906)PrinzAlbert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819–1861) ⚭ 1840 Königin Victoria von Großbritannien und Irland (1819–1901)FürstGeorg Viktor zu Waldeck und Pyrmont (1831–1893) ⚭ 1853 Prinzessin Helene von Nassau-Weilburg (1831–1888)HerzogFriedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1814–1885) ⚭ 1854 Prinzessin Adelheid Christine zu Schaumburg-Lippe (1821–1899)Herzog Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein (1829–1880) ⚭ 1856 Prinzessin Adelheid Victoria zu Hohenlohe-Langenburg (1835–1900)Urgroßeltern30px|Schwedische Königskrone KönigGustav V. (1858–1950) ⚭ 1881 Prinzessin Viktoria von Baden (1862–1930)Prinz Arthur, Duke of Connaught and Strathearn (1850–1942) ⚭ 1879 Prinzessin Luise Margareta von Preußen (1860–1917)Prinz Leopold, Duke of Albany (1853–1884) ⚭ 1882 Prinzessin Helene zu Waldeck und Pyrmont (1861–1922)HerzogFriedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1855–1934) ⚭ 1885 Prinzessin Caroline Mathilde von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1860–1932)Großeltern30px|Schwedische Königskrone König Gustav VI. Adolf (1882–1973) ⚭ 1905 Prinzessin Margaret of Connaught (1882–1920)Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (1884–1954) ⚭ 1905 Prinzessin Viktoria Adelheid von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1885–1970)Eltern30px|Schwedische HerzogskroneGustav Adolf Erbprinz von Schweden, Herzog von Västerbotten (1906–1947) ⚭ 1932 Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha (1908–1972)30px|Schwedische Königskrone König Carl XVI. Gustaf von Schweden (* 1946)

Literatur Thomas Sjöberg, Deanne Rauscher, Tove Meyer: Carl XVI Gustaf – Den motvillige monarken. Lind & Co. 2010. ISBN 978-91-7461-016-1 (schwedisch) Thomas Sjöberg, Deanne Rauscher, Tove Meyer: Carl Gustaf XVI – Der widerwillige Monarch. Heel Verlag, Königswinter 2010. ISBN 978-3-86852-444-4

Weblinks

König Carl XVI. Gustaf auf der offiziellen Website des schwedischen Königshauses (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:König (Schweden) Kategorie:Amtierendes Staatsoberhaupt Kategorie:Familienmitglied des Hauses Bernadotte Kategorie:Person der Pfadfinderbewegung Kategorie:Ritter des Ordens Karls XIII. Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes (Sonderstufe des Großkreuzes) Kategorie:Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Collane) Kategorie:Träger des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert (Collane) Kategorie:Träger des Sterns von Rumänien (Collane) Kategorie:Ritter des Hosenbandordens Kategorie:Träger des Elefanten-Ordens Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Großkreuz) Kategorie:Großkommandeur des Dannebrogordens Kategorie:Träger des Weißen Adlerordens Kategorie:Träger des Seraphinenordens Kategorie:Träger des Falkenordens (Collane) Kategorie:Träger des Nordstern-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Chrysanthemenordens (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Ordens vom Niederländischen Löwen (Großkreuz) Kategorie:Träger des Hausordens von Oranien Kategorie:Träger des Ordens vom Aztekischen Adler (Collane) Kategorie:Träger des Nationalen Ordens vom Kreuz des Südens (Großkreuz mit Ordenskette)