mini|Am Anger mini|Altes Portal aus den 1670er-Jahren

Großenehrich ist ein Ortsteil der Stadt und Landgemeinde Greußen im thüringischen Kyffhäuserkreis.

Geografie Lage Geografisch liegt Großenehrich südlich der Hainleite auf Böden, die meist aus verwittertem Muschelkalk entstanden sind. Auf dem Ortsgebiet fließt zwischen Bliederstedt und Otterstedt die Helbe. An der nördlichen Bebauungsgrenze fließt der Mühlbach durch das Mühltal in östliche Richtung. Das Ackerhügelland ist aufgelockert durch Alleen, Streuobstwiesen, Hecken und Feldgehölze.

Geschichte

Frühe Geschichte Die Erstbesiedlung des heutigen Ortsgebiets erfolgte durch germanische Volksstämme (Angeln und Warnen). Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort am 20. Januar 772 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda. Es wird angenommen, dass der Ort „von einem Anführer der Thüringer, welche zu Beginn des 5. Jahrhunderts das Land in Besitz nahmen, gegründet und nach seinem Namen ‚Erike‘ genannt“.Chronistische Nachrichten über Großenehrich, Dr. Magerstedt Der Marktplatz bildete den Kreuzungspunkt zweier Handelswege: Sachsenburg – Mühlhausen – Kassel und Erfurt – Bad Tennstedt – Sondershausen – Magdeburg. So stellte man beim Grafen von Schwarzburg einen Antrag auf Erteilung des Marktrechtes, welchem 1468 stattgegeben wurde. Zu dieser Zeit hatte der Ort ca. 480 Einwohner. Großenehrich erhielt im Jahre 1521 Stadtrecht, verfügte über Niedere Gerichtsbarkeit, eine eigene Verwaltung und eine Ringmauer mit drei Toren (Niedertor, Kapelltor, Greußener Tor). Später kam ein viertes Tor dazu, das Neutor. Die Siedlung bestand ursprünglich aus zwei Ortskernen, einem um die Kirche und einem um das Rathaus. Die in direkter Nachbarschaft befindlichen Orte Neustadt und Faula wurden aufgegeben – die Menschen siedelten sich zwischen den Ortskernen an, sodass eine geschlossene Stadt entstand. Um 1274 wurden auf Befehl Heinrichs IV. die beiden Schutzburgen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Großenehrich blieb stets eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt.

Gegenwart Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wenigenehrich nach Großenehrich eingegliedert, 1996 schlossen sich Feldengel, Großenehrich, Holzengel, Kirchengel, Niederspier, Otterstedt, Rohnstedt und Westerengel zusammen. Die Verwaltungsgemeinschaft Großenehrich, der Großenehrich, Niederspier, Otterstedt und Rohnstedt angehörten, wurde gleichzeitig aufgelöst. Die neue Gemeinde war 63,34 km² groß. Seit dem 1. Dezember 2010 gehörte der Ort zur Verwaltungsgemeinschaft Greußen.

Zur Gemeinde Großenehrich gehörten zehn Ortsteile:

Ortsteil Einwohner Letzte Ortsteilbürgermeister Großenehrich 879 Frank Faber Bliederstedt 78 Dietmar Börold Feldengel 257 Maik Löbler Holzengel 259 Isolde Straube Kirchengel 314 Thorsten Gottschalk Niederspier 404 Katlen Simm Otterstedt 214 Marco Krause Rohnstedt 183 Kay Knobloch Wenigenehrich 136 Uta Kunze Westerengel 375 Matthias Heger (Stand: 1. Juli 2009)

Zum 1. Januar 2021 schlossen sich die Gemeinde Wolferschwenda sowie die Städte Greußen und Großenehrich zur neuen Stadt und Landgemeinde Greußen zusammen.Zweites Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019 (2. ThürGNGG 2019) vom 10. Oktober 2019, §6, abgerufen am 31. Dezember 2020

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1996: 3045 1997: 3059 1998: 3038 1999: 3042 2000: 3061 2001: 3054 2002: 3002 2003: 2994 2004: 2950 2005: 2890 2006: 2811 2007: 2805 2008: 2738 2009: 2692 2010: 2634 2011: 2549 2012: 2554 2013: 2482 2014: 2446 2015: 2430 2016: 2406 2017: 2356 2018: 2325 2019: 2299 2020: 2321 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat mini|Rathaus Der Gemeinderat bestand aus 14 Ratsmitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung: Thüringer Landesamt für Statistik, Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen – endgültiges Ergebnis für Großenehrich, aufgerufen am 25. Oktober 2019

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CDU/CDU WG 36,1 % 5 Die Linke-oL 4,7 % 1 BI Kirchengel 32,6 % 4 Parteilos für GE und seine Ortsteile 26,5 % 4

Bürgermeister Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Kay Knobloch (Bürgerinitiative Kirchengel). Er wurde am 17. März 2019 gewählt.Bürgermeisterwahl 2019, aufgerufen am 13. Mai 2019

Stadtwappen Blasonierung: „In Silber ein in Felle gekleideter bärtiger Mann, auf dem linken Arm ein rotes Buch, auf dem ein silbernes Lamm ruht, mit der Rechten auf das Lamm zeigend; zu seinen Füßen ein kleiner blauer Schild, darin ein goldener Löwe.“

Das Wappen entstammt dem ältesten Siegel von 1562 und zeigt Johannes den Täufer, ursprünglich in der Linken ein Lamm mit Doppelkreuz, in der Rechten eine Fahne haltend. Die Umschrift lautete: SIGILLVM OPPIDANORVM IN EHRICH MAIORIS. Johannes war der ursprüngliche Kirchenpatron von Großenehrich, dessen Kirchensiegel in das Wappen übernommen wurde. Der Löwenschild ist der der Grafen von Schwarzburg.Arbeitsgemeinschaft Thüringen e. V. (Hrsg.): Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2, 1998, ISBN 3-9804487-2-X, S. 25.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Stadtkirche Rathaus von Großenehrich Stadtkirche St. Crucis in Großenehrich

Verkehr In Großenehrich gab es einen Haltepunkt der Greußen-Ebeleben-Keulaer Eisenbahn.Vergessene Bahnen. Abgerufen am 9. November 2012.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes Heinrich Nikolaus Gerber (1702–1775), Komponist und Organist Gabriel Christoph Benjamin Mosche (1723–1791), Theologe Wilhelm Bohnhardt (1808–1863), Landtagsabgeordneter Heinrich Barthel (1814–1894), Landtagsabgeordneter Heinrich Kreipe (1895–1976), Generalmajor im Zweiten Weltkrieg

Weitere Persönlichkeiten

Adolph Friedrich Magerstedt (1801–1879), lutherischer Geistlicher, Imker und Politiker

Literatur

Hans-Jürgen Nickel; Elisabeth Nickel: Die Geschichte der Stadt Großenehrich, Band 1. 3. Aufl. 2022 (Digitalisat). Hans-Jürgen Nickel; Elisabeth Nickel: Die Geschichte der Stadt Großenehrich, Band 2. 3. Aufl. 2022 (Digitalisat). Hans-Jürgen Nickel; Elisabeth Nickel: Die Geschichte der Stadt Großenehrich, Band 3. 3. Aufl. 2022 (Digitalisat).

Einzelnachweise

Weblinks

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