Mittelpöllnitz ist eine Gemeinde im Nordosten des thüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie hat etwa 320 Einwohner auf einer Fläche von 5,01 km².
Geographie Die Gemeinde Mittelpöllnitz liegt am Nordrand des Thüringer Schiefergebirges.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Geroda und die Stadt Triptis im Saale-Orla-Kreis sowie Harth-Pöllnitz und Auma-Weidatal.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Porstendorf und Mittelpöllnitz. mini|Hauptstraße von Mittelpöllnitz
Geschichte Mittelpöllnitz entstand wie die umliegenden Dörfer Nieder- und Oberpöllnitz als slawische Siedlung zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert. Mittelpöllnitz wird erstmals 1238 unter dem Namen Polnic erwähnt. Der Name Pöllnitz kommt vom slawischen Wort Polnica, was auf Deutsch etwa „Fluss im offenen Gelände“ heißt und ursprünglich der Flurname für das Gebiet zwischen Triptis und Weida war. Über Polniz (1238), Mittelnpolnicz (1378) und Mittel-Bellnitz (1568) kam man 1611 zum jetzigen Ortsnamen Mittelpöllnitz. In diesem Zeitraum wurde wohl auch die Teichmühle als Mahl und Schneidemühle errichtet, denn 1570–1600 gehörte diese Mühle bereits dem Rittergut. 1682 fand eine Mühleninspektion durch einen Arnshaugker Amtmann statt. 1947 verstummte das Geräusch der Mühlenmaschinen im Dorf.Günter Steiniger: Mühlen an der Auma, der Triebes, der Leuba und im Güldetal. Mit den Mühlen am Kesselbach, Finkenbach, Pöllnitzbach, Struthbach, Floßbach sowie dem Seebach. Rockstuhl, Bad Langensalza 2011, ISBN 978-3-86777-296-9, S. 63–66.
Durch den Ort führte eine wichtige Süd-Nord-Verbindung – die Handels- und Heerstraße von Regensburg nach Naumburg – sowie die West-Ost-Verbindung von Saalfeld nach Gera. Diese alten Handels- und Heerstraßen hoben die Bedeutung des Ortes, sie brachten in Kriegszeiten aber auch viel Leid und große Verluste bis zur Zerstörung.
Ab 1683 wurden die Heer- und Handelsstraßen von Gera nach Schleiz-Hof und Gera nach Saalfeld als Poststraßen von der reitenden und fahrenden Post genutzt. Damit gewann Mittelpöllnitz auch als „Postort“ an Bedeutung. Doch die günstige Lage an den Heer- und Handelsstraßen wurde 1806 wieder zum Verhängnis: Am 10. Oktober 1806 marschierten Napoleons Truppen in Mittelpöllnitz ein und plünderten die Höfe des Dorfes. Napoleon soll auf seinem Weg nach Auerstedt auch in Mittelpöllnitz übernachtet haben.
Am 6. Februar 1945 stürzte ein abgeschossenes amerikanisches B-17-Bombenflugzeug („Fliegende Festung“) bei Mittelpöllnitz ab.
Porstendorf wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember): 1994: 327 1995: 322 1996: 311 1997: 317 1998: 323 1999: 327 2000: 336 2001: 330 2002: 333 2003: 322 2004: 326 2005: 326 2006: 326 2007: 319 2008: 309 2009: 301 2010: 290 2011: 278 2012: 275 2013: 267 2014: 272 2015: 279 2016: 276 2017: 282 2018: 285 2019: 285 2020: 286 2021: 282 2022: 280 2023: 279 2024: 271 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Wappen
Eine zugehörige Flagge ist rot-weiß gespalten und trägt das Wappen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
mini|hochkant|Blick auf die Kirche Die Kirche in Mittelpöllnitz ist in der Umgebung bekannt wegen des 27 Meter hohen Kirchturms und des achteckigen Grundrisses des Kirchenschiffs. mini|Kulturhaus in Mittelpöllnitz Während der DDR-Zeit errichteten die Bewohner des Dorfes gemeinsam das Kulturhaus in der Dorfmitte, eine Schule, einen Kindergarten und ein Gebäude für den Jugendclub. Diese Einrichtungen werden – bis auf die Schule, die wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen werden musste – noch heute genutzt. Der ebenfalls während DDR-Zeiten gebaute „Konsum“ wurde in den 1990er Jahren zu einem Feuerwehrhaus umgebaut.
Sport In der Dorfmitte liegt ein großer Sportplatz mit Fußballfeld, 60-m-Bahn, Beachvolleyball-Feld u. ä. Einrichtungen, die vor allem von der ortsansässigen Grundschule bis zu deren Schließung genutzt wurden. Die 60-m-Bahn wurde 2008 für das alljährliche Kegelturnier zu einer Kegelbahn umgewandelt.
Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Dorffest
Verkehr Südlich des Ortsteils Mittelpöllnitz mündete früher die Bundesstraße 281 in die Bundesstraße 2. Im Jahr 2007 wurde eine Umgehungsstraße Richtung Triptis fertiggestellt. Die Bundesstraße 2 aus Richtung Gera trifft jetzt nordwestlich von Mittelpöllnitz auf die B 281 (Umgehungsstraße) in Richtung Saalfeld. Der Durchgangsverkehr wird damit am Ortskern vorbeigeleitet und Mittelpöllnitz ist besser an die Bundesautobahn 9 angebunden.
Einzelnachweise
Weblinks
Gemeinde Mittelpöllnitz bei der Verwaltungsgemeinschaft Triptis
Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1238