Salzkotten ist eine mittlere kreisangehörige Stadt mit Einwohnern in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Paderborn im Süden des Regierungsbezirkes Detmold, welcher mit der Region Ostwestfalen-Lippe identisch ist. Geographisch und kulturell ist sie dem Bürener Land und der Region Hochstift Paderborn zuzuordnen. Zur Stadt gehört die ehemalige Saline Salzkotten.
Ortsname In Ostwestfalen wurden in der vorindustriellen Zeit auch diejenigen ländlichen Gebäude mit „Kotten“ bezeichnet, die weder Wohnzwecken noch der landwirtschaftlichen Produktion dienten, sondern zur Herstellung oder Bearbeitung anderer Waren. So fand zum Beispiel auch das Salzsieden in Kotten statt, was bis heute im Ortsnamen erhalten geblieben ist. Der Ortsname wird damit als „bei den Salzsiedehütten“ interpretiert.Birgit Meineke: Die Ortsnamen des Kreises Paderborn (WOB 11) (= Kirstin Casemir, Jürgen Udolph (Hrsg.): Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB). Verlag für Regionalgeschichte. Band 11. ) Bielefeld 2018, S. 360–363.
Geographie Geographische Lage Von der Lippeniederung im Nordwesten und Norden über den östlichen Hellwegraum reicht Salzkotten bis zur östlich des Almetales liegenden Paderborner Hochfläche im Südosten und befindet sich damit im südöstlichen Winkel der Westfälischen Bucht.Landkreis Büren (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Büren. Paderborn 1966, S. 7–11. Vgl. Schulamt für den Kreis Paderborn (Hrsg.): Entdeckungsreise durch den Kreis Paderborn – Ein Heimat- und Sachbuch für die Grundschule. Paderborn 1992, S. 25.
Laut der heute meist benutzten Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands hat Salzkotten Anteil an den folgenden Naturräumen: 540.20 Obere Lippetalung, die zu der Teileinheit 540.2 Ostmünsterländer Sande, der Haupteinheit 540 Ostmünsterland und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. 542.13 Geseker Unterbörde, die zu der Teileinheit 542.1 Unterer Hellweg, der Haupteinheit 542 Hellwegbörden und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. 542.23 Geseker Oberbörde, die zu der Teileinheit 542.2 Oberer Hellweg, der Haupteinheit 542 Hellwegbörden und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. 362.0 Borchener Platten, die zu der Haupteinheit 362 Paderborner Hochfläche und der Haupteinheitengruppe 36 Oberes Weserbergland gehören.Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98. Detmold. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg, 1959.
Geologie mini|links|Der Kütfelsen vom Rathaus aus gesehen mini|Geothermische Karte von Salzkotten
Im Untergrund von Salzkotten sind Ablagerungen des Eiszeitalters weit verbreitet. Vor über 200.000 Jahren bedeckte das nördliche Inlandeis das heutige Stadtgebiet. Es hinterließ eine Grundmoräne, die aus Sand, Schluff und Ton besteht, aber auch größere Geschiebe enthält. Entlang der Heder sind sogenannte Plänerschotter, die im Wesentlichen aus Kalksteingeröllen bestehen, zu finden. Im ausgehenden Eiszeitalter, vor mehr als 10.000 Jahren, wurden die älteren Schichten von Windablagerungen, dem Löss und Sandlöss, bedeckt. Ein geologisches Wahrzeichen der Stadt ist die erdgeschichtlich relativ junge Kalksinterbildung des Kütfelsens auf dem Marktplatz. Unter den eiszeitlichen Ablagerungen folgen Kalk- und Mergelsteine aus der Oberkreidezeit des Erdmittelalters. Diese kommen im Süden von Salzkotten bis an die Geländeoberfläche heran. Der tiefere Untergrund wird aus gefalteten Ton- und Sandsteinen des Erdaltertums aufgebaut.
Salzkotten eignet sich mittelmäßig bis gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB).
Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebietes Die Stadt bedeckt eine Fläche von 109,5 Quadratkilometern. Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen etwa 82,4 Prozent ein, Siedlungs- und Verkehrsfläche bedecken weitere rund 14,5 Prozent. Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 12,2 Kilometer, in Ost-West-Richtung etwa 18,1 Kilometer.
Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes mit 81 Meter befindet sich im Stadtteil Mantinghausen, der höchste mit 263 Meter im Stadtteil Niederntudorf, das Rathaus im Zentrum der Stadt befindet sich auf einer Höhe von .Stadt Salzkotten: (PDF; 3,5 MB)
Flächenach Nutzungsart Landwirt-schaftsfläche Wald-fläche Gebäude-, Frei-und Betriebsfläche Verkehrs-fläche Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 75,93 14,33 9,80 6,06 1,19 2,10 0,12 Anteil an Gesamtfläche 69,32 % 13,08 % 8,95 % 5,53 % 1,09 % 1,92 % 0,11 %
Nachbargemeinden Im Norden, beginnend im Uhrzeigersinn, grenzen an Salzkotten die Städte Delbrück und Paderborn, die Gemeinde Borchen sowie die Städte Bad Wünnenberg und Büren des Kreises Paderborn. Es folgen die Städte Geseke und Lippstadt im Kreis Soest, Regierungsbezirk Arnsberg.Geographische Kommission für Westfalen (Hrsg.): Geographisch-Landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich X Administration und Verwaltung, Doppelblatt staatliche und kommunale Verwaltungsgliederung, Münster 1990. Vgl. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 101 f und Kartenbeilage.
Stadtgliederung Zur Stadt Salzkotten gehören folgende bis 1975 selbstständige Ortsteile, die den sog. Entenschnabel des Altkreises Büren ausmachen: Ortsteil Einwohner km² E / km² Ortsvorsteher(in) 300px|Ortsteile der Stadt Salzkotten Mantinghausen 1048 5,683 184 Wilfried Deppe Niederntudorf 2816 14,570 193 Diethelm Krause Oberntudorf 1386 6,424 215 Henrik Höhl Salzkotten 10180 24,093 423 Norbert Menke Scharmede 2657 8,660 306 Brigitte Kesternich Schwelle (mit Holsen, Holser Heide und Winkhausen)¹ 673 7,547 89 Guido Schulte-Foth Thüle 2011 14,582 138 Hermann Schneeberg Upsprunge 1899 8,428 225 Markus Zacharias Verlar 803 3,676 218 Andre Bertelsmeier Verne (mit Klein Verne und Enkhausen) 2327 16,134 144 Michael Bolte ¹ Im Volksmund die „Vereinigten Staaten“
Einwohner am 31. Dezember 2024Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2025 übernommen aus Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2025 und FlächeStatistisches Jahrbuch 2025 übernommen aus Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2025Statistisches Jahrbuch 2025
mini|Niederschlagsmittelwerte für den Zeitraum von 1961 bis 1990
Klima Salzkotten gehört wie Ostwestfalen-Lippe insgesamt zum ozeanischen Klimabereich Nordwestdeutschlands, dem es geringe Temperaturgegensätze und milde Winter verdankt. Allerdings sind schon kontinentale Einflüsse wirksam. So liegt die Temperatur im Sommer höher und die Nächte sind kühler als in größerer Nähe zur Küste. An der Abmilderung der Niederschlagsmenge und der höheren Zahl an Sonnentagen sind allerdings auch die umliegenden Mittelgebirge beteiligt.Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 24 f.
An der auf bei 51° 42′ N und 08° 34′ O gelegenen Messstation ergibt sich für den Zeitraum von 1961 bis 1990 eine mittlere jährliche Niederschlagssumme von 810 mm.
Geschichte Vor- und Frühgeschichte Eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung im Gebiet der heutigen Stadt Salzkotten ist der Wohnplatz von Thüle.
Ausgrabungen im Bereich des Neubaugebietes nahe der östlich der Kernstadt gelegenen Dreckburg haben ergeben, dass es eine Besiedlung bereits in der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. gegeben hat. Dabei konnte auch eine durchgehende Besiedlung von der Eisenzeit (um 700 v. Chr.) bis in das Frühmittelalter um das Jahr 800 nachgewiesen werden.Heimatverein Salzkotten: Eine frühgeschichtliche Handwerkersiedlung an der Dreckburg
Mittelalter und frühe Neuzeit
Im frühen Mittelalter gehört das Gebiet zum Herzogtum Sachsen, das zwischen 772 und 804 etappenweise durch Karl dem Großen erobert und dem Frankenreich angeschlossen wird. Während des ganzen Mittelalters ist die Salzgewinnung ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens der Stadt und mit besonderen Rechten verbunden. 1160 werden die Salzwerke erstmals erwähnt, als das Kloster Hardehausen drei Häuser zum Salzsieden in „Saltcoten“ zugesprochen bekommt. 1216 wird die damalige Siedlung Vielsen als Pfarrei genannt, obwohl sie sicherlich schon deutlich länger bestand. Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen des 799 gegründeten Bistums Paderborn mit dem Kölner Erzbischof zwingt Bischof Simon I. zum Schutz seiner Westgrenze die Bewohner der umliegenden Dörfer, sich an den Salzquellen anzusiedeln. Die neuentstandene Stadt, deren Bürger sich aus Sälzern und ehemaligen Bauern zusammensetzt, erhält 1247 die Stadtrechte.Stadt Salzkotten: Geschichte
mini|1340 durch Bischof Bernhard erneuerte Stadtrechtsurkunde 1255 gerät Bischof Simon in einem Streit in die Gefangenschaft des Kölner Erzbischofs. Er kommt erst frei, als er sich ein Jahr später vertraglich verpflichtet, die Burg Vielsen zu schleifen. Dieser Vertrag von 1256 stellt auch Salzkotten unter die gemeinsame Herrschaft des Kölner Erzbischofs und des Paderborner Bischofs. Diese gemeinsame Herrschaft dauert bis 1294. 1340 wird fast die gesamte Stadt durch einen großen Brand vernichtet, wobei auch die ursprüngliche Stadtrechtsurkunde verloren geht. Deshalb erneuert Bischof Bernhard, der als der erste Fürstbischof des Hochstifts Paderborn nach heutiger Auffassung gilt, im gleichen Jahr die Stadt- und Bürgerrechte.
Seit Beginn des 16. Jahrhunderts gehört das Hochstift Paderborn und damit auch Salzkotten zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. Während des Dreißigjährigen Krieges wird Salzkotten am 22. Dezember 1633 durch hessische Truppen im Sturm genommen und bis auf wenige Häuser, die Kirche und die Salzhütten niedergebrannt.Stadt Salzkotten und Detlef Grothmann (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Salzkotten : Geschichte einer westfälischen Stadt (= Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte. Band 32). Band 1. Bonifatius, Paderborn 1996, S. 150–157, ISBN 3-87088-923-3; Allerdings kann sich die Stadt sehr schnell wieder erholen.
mini|Karte von Salzkotten um 1800
19. und 20. Jahrhundert 1802 wird das Hochstift Paderborn vom Königreich Preußen besetzt und von 1803 bis 1807 in Besitz genommen. In der napoleonischen Zeit ist Salzkotten von 1807 bis 1813 Teil des Königreiches Westphalen. Dort ist die Stadt Sitz des Kantons Salzkotten im Distrikt Paderborn des Departements der Fulda. Seit 1813 gehört Salzkotten wieder zu Preußen und 1816 kommt die Stadt zum neuen Kreis Büren. Salzkotten erhält 1837 die revidierte Städteordnung und ist seitdem eine amtsfreie Stadt im Kreis Büren.Amtsblatt der Regierung Minden 1837, S. 225 Am 1. April 1938 verliert Salzkotten seine Amtsfreiheit und wird in das Amt Salzkotten-Boke eingegliedert.Amtsblatt der Regierung Minden 1938, S. 69
Religionen
Die Mehrheit der Bevölkerung Salzkottens ist katholisch. Für diese gibt es seit der Fusion 2014 einen Pastoralen Raum Salzkotten innerhalb des Dekanates Büren-Delbrück des Erzbistums Paderborn: Er umfasst die Gemeinden Sankt Philippus Neri Holsen für Schwelle mit Holsen, Holser Heide und Winkhausen (im Volksmund die „Vereinigten Staaten“ genannt), Sankt Antonius Einsiedler Mantinghausen, Sankt Petrus und Paulus Scharmede, Sankt Laurentius Thüle und Sankt Franziskus Xaverius Verlar sowie den alten Pastoralverbund Salzkotten mit St. Johannes Enthauptung mit der Filialkirche Sankt Marien in Salzkotten mit Vielsen (dortige Kirche geschleift), Sankt Matthäus Niederntudorf, Sankt Georg Oberntudorf, Sankt Petrus Upsprunge mit Bosenholz und Sankt Bartholomaeus Verne für Verne mit Enkhausen und Klein Verne.Erzbistum Paderborn: Dekanat Büren-Delbrück Zudem ist Salzkotten Sitz des Mutterhauses der Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten. mini|Evangelische Kirche