zentriert|161px|Albrecht IV. Albrecht IV. von Bayern regelt die Unteilbarkeit des Herzogtums Bayern. zentriert|179px|Roter Turm Der Rote Turm in Halle an der Saale wird fertiggestellt. zentriert|350px|Die Basilica di San Pietro in Rom vor dem Bau des Doms Der Grundstein für den Bau der Peterskirche wird gelegt. 1506 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 954/955 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1498/99 Aztekischer Kalender 13. Haus – Matlactli omey Calli (bis Ende Januar/Anfang Februar: 12. Feuerstein – Matlactli omome Tecpatl) Buddhistische Zeitrechnung 2049/50 (südlicher Buddhismus); 2048/49 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Feuer-Tigers 丙寅 (am Beginn des Jahres Holz-Büffel 乙丑) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 868/869 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3839/40 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 884/885 Islamischer Kalender 911/912(Jahreswechsel 23./24. Mai) Jüdischer Kalender 5266/67 (18./19. September) Koptischer Kalender 1222/23 Malayalam-Kalender 681/682 Seleukidische Ära Babylon: 1816/17 (Jahreswechsel April) Syrien: 1817/18 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1544 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1562/63 (Jahreswechsel April)

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen Osteuropa

miniatur|links|hochkant|Großfürst Wassili III. von Moskau 22. Mai: Der Kriegszug des Großfürstentums Moskau gegen das abtrünnige Khanat Kasan endet mit einem Misserfolg. Die russischen Truppen werden geschlagen. In der Nähe von Arsk gelingt zwar am 22. Juni ein Sieg gegen die Tataren, als die Russen ihren Sieg feiern, kehrt Khan Moxammat Amin jedoch zurück und schlägt sie vernichtend. Obwohl dieser Sieg der Tataren zu den größten Siegen der letzten Jahrzehnte zählt, ersucht Moxammat aus unbekannten Gründen um Frieden und zahlt Großfürst Wassili III. eine Kriegsentschädigung. 19. August: Nach dem unerwarteten Tode des polnischen Königs und litauischen Großfürsten Alexander hegt sein Moskauer Schwager Wassili III., unterstützt von seiner Schwester und einer litauischen Gruppe um den Fürsten Michail Lwowitsch Glinski, Hoffnungen auf die Nachfolge im Großfürstentum Litauen. Sie werden mit der Wahl Sigismunds I., des Bruders von Alexander, als Herrscher der gesamten Polnisch-Litauischen Union am 20. Oktober zunichte.

Mitteleuropa

22. Januar: Die ersten Söldner der Schweizergarde unter der Führung ihres Hauptmanns Kaspar von Silenen treffen in Rom ein und werden von Papst Julius II. gesegnet. 8. Juli: Mit dem Primogeniturgesetz regelt Herzog Albrecht IV. von Bayern die künftige Unteilbarkeit des Herzogtums Bayern. Der erstgeborene Sohn erbt alles allein, andere Nachkömmlinge werden finanziell abgesichert. 7. Oktober: Papst Julius II. stellt Giovanni II. Bentivoglio, Stadtherr von Bologna unter den Kirchenbann. In den nächsten Wochen wird die Stadt von päpstlichen Truppen, unterstützt von französischen Einheiten, erobert und Teil des Kirchenstaates. Giovanni Bentivoglio flüchtet nach Busseto. Julius II. zieht am 10. November triumphal in der Stadt ein. Innerhalb von kurzer Zeit sterben die Herzöge Nikolaus VI. und Johann IV., woraufhin der jüngste Bruder Valentin aus dem Troppauer Zweig der Přemysliden alleiniger Herzog von Troppau-Ratibor wird. Die Berchtesgadener Bauern erheben Beschwerde gegen Propst und Reichsprälat Balthasar Hirschauer wegen der ihrer Meinung nach zu hoch angesetzten Steuern. Kaiser Maximilian I. beauftragt seinen gerade in Salzburg weilenden Hauptmann Degen Fuchs von Fuchsberg, den Vorgang zusammen mit zwei kaiserlichen Räten vor Ort zu untersuchen. Dieser legt das Ergebnis seiner Untersuchungen im sogenannten Fuchsbrief vor. Auch wenn darin die Beschwerden der Bauern in allen wesentlichen Punkten abgewiesen werden, bleibt bemerkenswert, dass bei diesem Rechtsstreit die „Untertanenschaft“ geschlossen auftritt und der Fuchsbrief erstmals den Charakter eines rechtsverbindlich schriftlichen Vertrags zwischen Herrschaft und „Landschaft“ hat.

Spanien

22. März: 16 Monate nach dem Tod von Isabella I. von Kastilien heiratet ihr Mann Ferdinand II. von Aragón in Dueñas Gräfin Germaine de Foix, eine Tochter von Jean de Foix, comte d’Etampes, vicomte de Narbonne.

25. September: Nach dem Tod von König Philipp I. von Kastilien verfällt seine Gattin Johanna angeblich zusehends dem Wahnsinn. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um eine Intrige, um sie von der Macht fernzuhalten. Sie wird, angeblich wegen ihres Zustandes, unter der Obhut der Klosterfrauen des Klosters Santa Clara in der Festung von Tordesillas gefangengesetzt. Johannas Vater Ferdinand II. von Aragón übernimmt die Regentschaft im Königreich. Oktober: Dem seit zwei Jahren in spanischer Gefangenschaft befindlichen Cesare Borgia gelingt eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnisturm von La Mota in Medina del Campo. Es gelingt ihm, unerkannt zu seinem Schwager Jean d’Albret, dem König von Navarra, nach Pamplona zu reisen, wo er sich mit diesem verbündet.

Portugal und seine Kolonien

miniatur|links|hochkant|Francisco de Almeida 16./17. März: In einer Seeschlacht vor Cannanore siegt eine portugiesische Flotte unter Lourenço de Almeida, dem Sohn des indischen Vizekönigs Francisco de Almeida über den Fürsten von Calicut und festigt damit den portugiesischen Einfluss an der Malabarküste. Der Bologneser Ludovico de Varthema, der an der Schlacht teilnimmt, berichtet ausführlich darüber in seinem Reisebericht (Itinerario). 6. April: Der portugiesische Admiral Tristão da Cunha macht sich mit 15 Schiffen in Richtung Portugiesisch-Indien auf den Weg. Auf der Reise entdeckt er drei vulkanische Inseln im Südatlantik, von denen eine – Tristan da Cunha – später nach ihm benannt wird. Am selben Tag verlässt eine weitere Armada unter Afonso de Albuquerque Lissabon, hat aber den Auftrag, Richtung Rotes Meer und Persischen Golf zu segeln.

19. April: Bei einem Massaker in Lissabon gegen sogenannte „Kryptojuden“ finden um die 2000 Neuchristen (zwangsgetaufte Juden) den Tod. Erst nach drei Tagen wird das Massaker durch die königlichen Truppen Manuels I. beendet. Die Haupttäter werden bestraft und den Neuchristen werden einige Zugeständnisse eingeräumt. Tristão da Cunha und Afonso de Albuquerque erobern die Ilha de Moçambique. Portugal besetzt die Insel Mogador vor Essaouira in Marokko und beginnt mit dem Bau von Hafenanlagen und einer Festung. Auch bei Souira Kedima beginnt mit dem Castelo de Aguz ein Festungsbau in der Algarve jenseits des Meeres.

Wissenschaft und Technik

Kartographie

miniatur|Contarini-Rosselli-Karte

Die Contarini-Rosselli-Karte, die erste gedruckte Weltkarte, die die Neue Welt zeigt, wird von Giovanni Matteo Contarini gezeichnet und von Francesco Rosselli in Florenz oder Venedig gestochen. Die Karte berücksichtigt bereits die Krümmung der Erde mittels stereografischer Projektion.

Universitätsgründungen

15. März: Papst Julius II. genehmigt die Errichtung der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg eröffnet die Universität am 26. April. Das Gebäude ist auf einer bei einem Pogrom zerstörten Synagoge errichtet worden. Die Universität Urbino wird gegründet.

Kultur

Architektur

24. Juli: Der Rote Turm auf dem Marktplatz in Halle an der Saale wird 88 Jahre nach seinem Baubeginn fertiggestellt.

Bildende Kunst

miniatur|links|hochkant|Die Laokoon-Gruppe

14. Januar: Der Weinbauer Felice de Fredi entdeckt in seinen Weinbergen auf dem Esquilin in Rom die um Christi Geburt entstandene marmorne Laokoon-Figurengruppe der Bildhauer Hagesandros, Polydoros und Athanadoros.

miniatur|Das Rosenkranzfest, im Hintergrund Dürer selbst, an einen Baum gelehnt

Albrecht Dürer malt eines seiner wenigen Altarbilder, Das Rosenkranzfest als Altarbild für die Kirche San Bartolomeo in Venedig. Das Bild, das auch ein Selbstbildnis beinhaltet, macht Dürer, der bis zu diesem Zeitpunkt vor allem Grafiken und Zeichnungen geschaffen hat, schlagartig berühmt.

Literatur

4. Mai: Der Buchdrucker Lucantonio Giunta stellt in Venedig auf Pergament eines der frühesten bekannten gedruckten Miniaturbücher her, das Stundenbuch Officium Beatae Mariae Virginis secundum consuetudinem romane curie. Der Buchdrucker Hans Dorn fertigt das Buch Dath boke der hilgen Ewangelien. Lectien. Profecien unde Epistelen …. Es handelt sich um das älteste in Braunschweig gedruckte und noch heute erhaltene Buch.

Musik

Alexander Agricola, Nicolas Champion, Antonius Divitis, Marbrianus de Orto und Pierre de la Rue, alle Mitglieder der Grande Chapelle von Philipp dem Schönen in Mecheln, folgen ihrem Dienstherren auf seiner zweiten Spanienreise, die ab Mitte Januar auf dem Seeweg stattfindet. Philipp der Schöne zieht mit seinem Hof für den Sommer nach Valladolid und später nach Burgos, wo er im September einem Fieber erliegt. Alexander Agricola stirbt bereits am 15. August des gleichen Jahres in der Nähe von Valladolid, möglicherweise an der gleichen fiebrigen Erkrankung. Nach dem Tod Philipps des Schönen löst sich die Hofkapelle auf. Ein Teil der Mitglieder kehrt nach Burgund zurück, andere, so auch Nicolas Champion, Antonius Divitis, Marbrianus de Orto und Pierre de la Rue, treten in den Dienst der Nachfolgekapelle der Witwe, Johanna von Kastilien, die in der Entlohnung besonders großzügig ist. Josquin Desprez ist seit 1504 Probst an seiner früheren Wirkungsstätte Condé-sur-l’Escaut. Er wird als monsieur le prevost messire Josse des pres bezeichnet. Die Stellung ist für den ehemaligen Kapellmeister nicht nur wegen seines dortigen Haus- und Grundbesitzes attraktiv, sondern noch mehr wegen der guten Personalausstattung der Kirche und der Qualität der dortigen Musikausübung, die nur noch von der Kathedrale in Cambrai und von Saint-Vincent in Soignies übertroffen wird. Der Propst hat hier (nach einer Aufstellung aus dem Jahr 1523) die weltliche Macht im Kirchensprengel inne und ist der Vorgesetzte des Dekans, des Schatzmeisters, von 25 Kanonikern, 18 Kaplänen, 16 Vikaren und sechs Chorknaben, dazu einigen Priestern ohne Pfründe; in den aufwändig gestalteten Gottesdiensten wirkt in der Regel ein Chor aus den Vikaren und Chorknaben mit, so dass bis zu 22 musikgeübte Stimmen zur Verfügung stehen und bis zu sechsstimmige Werke aufgeführt werden können. Paul Hofhaimer spielt an einem Apfelregal in einer Messe vor Kaiser Maximilian I. Maximilian hat dieses Instrument für seinen Hoforganisten Hofhaimer bauen lassen.

miniatur|zentriert|Bartolomeo Tromboncino: Seite aus Lamentationum Jeremie, 1506

Religion

18. März: Papst Julius II. entscheidet, dass die im Jahr 1500 aus der St. Stephanus-Kirche in Mainz gestohlene Reliquie des Annahauptes in Düren verbleiben darf. 18. April: Papst Julius II. legt den Grundstein für die neue Peterskirche in Rom. Der erste Entwurf für den Neubau stammt von Donato Bramante, der erster Bauleiter des Projektes ist. Im Gegensatz zur lange verbreiteten Auffassung betreffen seine ersten Überlegungen nicht einen Plan über griechischem Kreuz, sondern werden über dem Grundriss der alten Basilika im Blick auf einen Longitudinalbau entwickelt.

Katastrophen

1506/1507: Der Englische Schweiß bricht ein zweites Mal aus.

Historische Karten und Ansichten miniatur|zentriert|Zeichnung der Godesburg auf einem Kirchenfenster; entstanden um 1506

Geboren Geburtsdatum gesichert 15. Februar: Juliana zu Stolberg, Stammmutter der älteren und jüngeren Linie des Hauses Oranien († 1580) Februar: George Buchanan, schottischer humanistischer Philosoph und Historiker († 1582) 3. März: Ludwig von Portugal, Herzog von Beja († 1555) 9. März: Asch-Schahīd ath-Thānī, zwölferschiitischer Rechtsgelehrter und Theologe († 1559) 7. April: Francisco de Xavier, spanischer Jesuit und Heiliger, Apostel Indiens und Japans († 1552) 8. April: Jachiam Tütschett Bifrun, Schweizer reformierter Bibelübersetzer († 1572)