mini|299x299px|Lage mini|Ortsansicht von Südosten
Großhabersdorf (fränkisch: HobeaschdoafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth. S. 48. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „håbeʳschdoʳf“.) ist eine Gemeinde und deren Hauptort im Landkreis Fürth (Mittelfranken), Bayern.
Geographie Geographische Lage Großhabersdorf liegt im Rangau etwa 21 km westlich von Nürnberg, 20 km nordöstlich von Ansbach und 44 km östlich von Rothenburg ob der Tauber. Durch den Ort fließt die Bibert, die bei Zirndorf in die Rednitz mündet.
Nachbargemeinden
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Friedrichsmühle und Wendsdorfer Mühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Deberndorf (Gemarkungsteil 1), Fernabrünst, Großhabersdorf und Unterschlauersbach. Die Gemarkung Großhabersdorf hat eine Fläche von 9,822 km². Sie ist in 3013 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3259,98 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Schwaighausen, Stammesmühle, Weihersmühle und Ziegelhütte.
Geschichte Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1144 bis 1151 entstand, als „Hadewartesdorf“ erstmals erwähnt, 1479 erstmals mit dem Zusatz „Grossen“ zur Unterscheidung von dem neun Kilometer südwestlich gelegenen Kleinhabersdorf. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hadewart. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 88 f.
Während der Zeit der Stammesherzogtümer im Mittelalter lag der Ort im Herzogtum Franken. Im Jahre 1316 ist ein Gericht nachweisbar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1632 von Wallensteins Heer zerstört.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großhabersdorf 56 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Richteramt Habersdorf. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (4 Höfe, 2 Halbhöfe, 25 Güter, 16 Häuser, 1 Mühle, 1 Ziegelhütte), die Kirche Großhabersdorf (1 Hof), das Gotteshaus und Heiligenstiftung Zautendorf (2 Halbhöfe), das St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof, 1 Häuslein), der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Viertelhof) und das Rittergut Rügland (1 Gütlein).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 120.
Die Bayerische Uraufnahme zeigt Großhabersdorf in den 1810er Jahren als ein Kirchdorf mit 68 Anwesen und einem Gottesacker.
1792 fiel Großhabersdorf an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Großhabersdorf gebildet, zu dem Schwaighausen, Stammesmühle, Weihersmühle und Ziegelhütte gehörten. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Großhabersdorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 228. Ab 1862 gehörte Großhabersdorf zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,837 km².
In der Zeit des Nationalsozialismus bestand dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nordwestlich des Ortes der Flugplatz Unterschlauersbach.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 Unterschlauersbach eingemeindet. Fernabrünst sowie Gebietsteile der Gemeinde Deberndorf kamen am 1. Januar 1972 hinzu.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Großhabersdorf Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016 2019 2021202220232024Einwohner 536 679 755 799 878 867 903 904 942 900 899 852 887 881 863 963 1000 1051 1428 1531 1865 2172 3429 4301 4053 4132 4243 4357446544044269HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 84 97 125 159 154 156 166 216 349 891 1199 Quelle Für die Gemeinde Großhabersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Schwaighausen (S. 84), Weihersmühle (S. 101) und Ziegelhütte (S. 106).
Ort Großhabersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 419 562 700 752 811 740 847 1392 1726 2032 2267 3194Häuser 65 79 136 132 145 183 322 578 Quelle
Politik Verwaltungsgemeinschaft Bis zur Auflösung im Jahr 1998 bildete Großhabersdorf mit Ammerndorf die Verwaltungsgemeinschaft Großhabersdorf.
Gemeinderat Der Gemeinderat von Großhabersdorf hat 16 Mitglieder. CSU SPD Grüne FW ab 2026 uWGAfD Gesamt 2002 6 5 1 4 - 16 Sitze 2008 5 4 2 5 - 16 Sitze 2014 6 3 2 5 - 16 Sitze 2020 6 3 3 4 - 16 Sitze20266333116 Sitze
Bürgermeister Am 8. März 2026 gewann der Amtsinhaber Thomas Zehmeister (CSU) die Bürgermeisterwahl mit 78,3 % gegen Barbara Eckhardt (uWG). Die Wahlbeteiligung lag bei 73,4 %.
Bürgermeister Großhabersdorfs seit dem Zweiten Weltkrieg: Georg Nickel, 27. Januar 1946 - 20. Mai 1958 Georg Roth, 13. Juli 1958 - 30. April 1978 Georg Lang, 1. Mai 1978 - 30. April 2002 Lothar Birkfeld, 1. Mai 2002 - 30. April 2008 Friedrich Biegel, 1. Mai 2008 - 30. April 2020 Thomas Zehmeister, seit 1. Mai 2020
Wappen
Partnergemeinden : Aixe-sur-Vienne, seit 1982 : Święciechowa, seit 1994 : Malinska, seit 22. Mai 2010
Kultur, Bildung und Sehenswürdigkeiten mini|St. Walburg
Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Walburg Diverse Wohn- und Bauernhäuser Pfarrhaus Gasthaus Zum Roten Roß Grundschule Großhabersdorf Volkshochschule Südlicher Landkreis Fürth
Sport SV Großhabersdorf e. V. – der mitgliederstärkste Verein der Gemeinde für die Sportarten – Fußball, Karate, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Dart und Laufen
Seit 1995 findet der Bibertlauf statt. Er ist eine Veranstaltung der Lauffreunde des SV Großhabersdorf e. V., bei der viele Laufbegeisterte des Landkreises und darüber hinaus teilnehmen
Ab 1977 fand bis etwa zur Jahrhundertwende jährlich die DMV Biberttal Rallye Großhabersdorf statt.
Verkehr Die Staatsstraße 2246 verläuft über Kehlmünz und Kleinhaslach nach Bruckberg (8,2 km südwestlich). Die Staatsstraße 2245 führt über Vincenzenbronn nach Ammerndorf (4,9 km nordöstlich) bzw. nach Unterschlauersbach (2,4 km nordwestlich). Die Kreisstraße FÜ 20 verläuft nach Fernabrünst (2,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Hornsegen (2,6 km nördlich).
2025 und 2026 wurde die Ortsdurchfahrt samt Gehwegen in Vincenzenbronn aufwändig saniert bzw. neugebaut. An den Ortseingängen wurden Querungshilfen in der Ortsmitte eine Fußgängerbedarfsampel errichtet.
In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde mit der Verbindung Heilsbronn–Großhabersdorf–Cadolzburg eine Postbuslinien von der Nürnberg-Crailsheimer-Bahn durch das Biberttal eingerichtet.Peter Ramsenthaler: Lokalbahn Nürnberg – Unternbibert-Rügland: Von der Frankenmetropole in den Rangau. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1996, ISBN 3-928786-48-2, Seite 2 Diese verlor ihre Bedeutung durch die Eröffnung der Bahnstrecke Nürnberg-Stein–Unternbibert-Rügland am 22. Mai 1914. Nach der Einstellung des Verkehrs auf dem Abschnitt Großhabersdorf–Rügland–Unternbibert am 26. September 1971 war Großhabersdorf bis zur Stilllegung 1986 Endbahnhof.
Am 26. September 1986 wurde der Verkehr auf der verbliebenen Strecke zum Bahnhof Nürnberg–Stein eingestellt und durch Busse ersetzt. Zum Schuljahresbeginn 1992 wurde die aus Dietenhofen kommende Schulbuslinie zur Staatlichen Realschule in Heilsbronn und dem Laurentius-Schulzentrum Neuendettelsau der Diakonie in eine Buslinie des OVF umgewandelt. 1996 kam eine dritte Buslinie zum Roßtaler Bahnhof hinzu, die Werktags stündlich verkehrt.
Die Gemeindeteile Oberreichenbach und Hornsegen werden durch eine Buslinie eines Privatunternehmens insbesondere im Schülerverkehr über die Nachbargemeinde Cadolzburg nach Fürth angebunden.
In Wochenendnächten gibt es mit der VAG-Nightliner-Linie N7 eine Direktverbindung nach Nürnberg.
Durch Großhabersdorf führt der Fernwanderweg Deutschherrenweg und der Jakobsweg.
Persönlichkeiten Max Endres (* 3. April 1860 in Großhabersdorf; † 9. November 1940 in München), Forstwissenschaftler und Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität München Dietrich Sommerschuh (* 7. April 1935; † 2. Mai 2022 in Nürnberg), Ehrenbürger der Gemeinde Großhabersdorf, Altlandrat des Landkreises Fürth, Träger des Bundesverdienstkreuzes
Literatur
Weblinks
Gemeinde Großhabersdorf
Fußnoten
Kategorie:Ersterwähnung 1144 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Ort an der Bibert Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth