299x299px|mini|Lage von Stein im Landkreis Fürth Stein (, fränkisch Schdah) ist eine Stadt im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Sie ist vor allem durch den Schreibwarenhersteller Faber-Castell und das Faberschloss bekannt.

Geographie Lage Stein liegt am südwestlichen Stadtrand von Nürnberg am linken Ufer der Rednitz, die sich wenige Kilometer nördlich in Fürth mit der Pegnitz zur Regnitz vereinigt. Das Ortszentrum von Stein liegt auf 304 m ü. NHN; die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist mit 386 m ü. NHN der Gaukelesberg nördlich von Sichersdorf.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Nürnberg, Rohr, Roßtal, Zirndorf und Oberasbach.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Auf dem Gemeindegebiet liegt die Wüstung Felsen bei Stein.

Der Gemeindeteilname DeutenbachDie Ortsbezeichnung war während der Zeit der selbständigen Gemeinde Deutenbach noch unterteilt in Oberdeutenbach, Mitteldeutenbach und Unterdeutenbach. ist amtlich erloschen, lebt aber in vereinzelten Wegweisern, im Namen des Fußballvereins STV Deutenbach und der Freiwilligen Feuerwehr Deutenbach, in der Deutenbacher Str. (auch Straßenname im Nürnberger Stadtteil Krottenbach) und im Volksmund fort. Der Ortseingang ist durch ein Hinweisschild bezeichnet. Die Ortsbezeichnung Deutenbach wird auch weiterhin im Omnibuslinien-Verkehr verwendet. Der Stadtteilname Spitzgarten für das östlich der Rednitz gelegene Steiner Stadtgebiet, in dem heute der Hauptkomplex der Firma Faber-Castell und das Faberschloss liegen, wird nicht mehr verwendet. An den im Volksmund bisweilen noch gebräuchlichen Stadtteilnamen Felsen erinnert die Felsenstraße. Die Bezeichnung dieser Straße wird – Gleiches gilt für die Rednitzstraße und die Castellstraße – auch nach Überschreiten der Stadtgrenze zu Nürnberg fortgeführt. Hingegen geht die Steiner Bahnhofstraße auf Nürnberger Stadtgebiet in die Gebersdorfer Straße über.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gutzberg und Stein. Die Gemarkung Stein hat eine Fläche von 11,637 km². Sie ist in 6640 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1752,60 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bertelsdorf, Eckershof, Oberweihersbuch und Unterweihersbuch.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1227 als „landriht zv dem Staine“ (=das Landgericht zu Stein) erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich wohl von einem Gerichtsstein an der Rednitzbrücke ab, die es seit dem 13. Jahrhundert gibt. Dort wurden auch 1296 und 1297 noch Gerichtssitzungen „zu der steinbruke“ abgehalten.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 213f.

Über die folgenden Jahrhunderte wuchs der Ort, ehe er 1499 durch Kunz Schott zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde Stein rund fünfzig Jahre später im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 erneut zerstört; der diesmalige Wiederaufbau dauerte bis in die 1560er Jahre an. Zu einer drittmaligen Zerstörung Steins kam es 1632 im Dreißigjährigen Krieg im Zuge der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf. Nach dem Krieg wurde 1660 eine evangelisch-reformierte Kirche am heutigen Alten Kirchplatz gebaut.

Die ersten Bleistiftmacher waren bereits seit 1719 in Stein tätig, als sich Kaspar Faber 1758 in Stein niederließ und damit den Grundstein des Faber-Castell-Firmenimperiums legte.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Stein 38 Anwesen. Das Hochgericht wurde vom brandenburg-ansbachischen Richteramt Roßtal ausgeübt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den Nürnberger Eigenherren von Geuder, denen das Rittergut Heroldsberg gehörte, ausgeübt. Grundherren waren die Nürnberger Eigenherren von Geuder (Schloss, 1 Mühle, 1 Poliermühle, 1 Papiermühle, 3 Schleifwerke, 2 Hammerwerke, 1 Schmiede, 2 Güter, 24 Häuser), von Gugel (1 Gut) und von Oelhafen (1 Hintersasse).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 174.

19. und 20. Jahrhundert Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. 1806 ging Stein an das Königreich Bayern über. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Stein gebildet, zu dem Oberweihersbuch, Spitzgarten und Unterweihersbuch gehörten. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Stein, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg zugeordnet (1879 in das Amtsgericht Nürnberg umgewandelt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden ein Anwesen von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht Gebersdorf und 27 Anwesen von 1823 bis 1848 dem Freiherrlich von Geuderischen Patrimonialgericht Stein. Am 4. Dezember 1841 wurde die Ruralgemeinde Weihersbuch gebildet, zu der Ober- und Unterweihersbuch gehörten. Ab 1862 gehörte Stein zum Bezirksamt Nürnberg (1939 in Landkreis Nürnberg umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Nürnberg übernommen (1919 in Finanzamt Nürnberg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 245f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,117 km².

1861 wurde die neue evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche am Martin-Luther-Platz eingeweiht.

Anschluss an das Eisenbahnnetz erhielt die Gemeinde mit der Eröffnung des Bahnhofs Nürnberg-Stein an der Eisenbahnstrecke nach Ansbach im Jahr 1875. 1889 wurde zudem die steinerne Rednitzbrücke neu errichtet, womit die Verkehrsinfrastruktur ebenfalls ausgebaut wurde (Einweihung der neuen Rednitzbrücke 1971). 1926 wurde die Omnibuslinie Nürnberg-Schweinau – Stein (Kirche) durch die Nürnberg-Fürther Straßenbahn in Betrieb genommen. Fünf Jahre später wurde die Hauptstraße mit Kleinpflaster erstmals befestigt. Nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 der O-Busbetrieb zwischen Nürnberg-Schweinau und Stein (Rosenstraße) in Betrieb genommen, der 1962 allerdings wieder eingestellt wurde.

1906 wurde das Faberschloss eingeweiht. Zu den Nürnberger Prozessen (20. November 1945 bis 14. April 1949) war Ernest Hemingway als Journalist und Berichterstatter im Schloss Faber-Castell in Stein untergebracht. Das Schloss Faber-Castell diente als Unterkunft für internationale Anwälte und Prozessberichterstatter, zu denen auch John Steinbeck zählte. Erst 1953 verließen die letzten US-Besatzer das Schloss, das bis zuletzt als Pressecamp diente. 1957 kam es zur Einweihung des neuen Rathauses. Die Trabantenstadt um den Goethering wurde 1973 fertiggestellt.

1922 gab es Verhandlungen zur Eingemeindung der Gemeinde Stein nach Nürnberg, die jedoch erfolglos blieben. Am 1. Juli 1972 wechselte die Gemeinde Stein im Rahmen der Gebietsreform in Bayern vom Landkreis Nürnberg zum Landkreis Fürth und damit zum Finanzamt Fürth (seit 2026 Finanzamt Mittelfranken-West). Traditionell und aufgrund der Verkehrsanbindungen war Stein zwar mehr auf Nürnberg als auf Fürth als zentralen Nachbarort ausgerichtet und ist es auch heute noch. Im früheren Landkreis Nürnberg bildete es aber eine Exklave, und dabei wäre es auch bei einer Eingliederung in den Landkreis Nürnberger Land geblieben. Als Alternative war nur eine Eingemeindung in die Stadt Nürnberg in der Diskussion, was aber von vielen Bürgern wegen der nicht erwünschten Aufgabe der Selbständigkeit abgelehnt wurde. Am 1. April 1977 wurde die Gemeinde Stein bei Nürnberg amtlich in Stein umbenannt sowie am 6. Mai 1977 zur Stadt erhoben.

Mit dem Freizeitbad Kristall Palm Beach wurde 1979 eine Freizeiteinrichtung mit überregionaler Bedeutung eingeweiht. 1993 ging es in den Besitz von Heinz Steinhart über.Kristall-Chef und Bäder-König Heinz Steinhart ist tot Nordbayern.de, 20. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.

Auch Bildungseinrichtungen wurden errichtet; so wurde 1982 das Gymnasium Stein eingeweiht. Die neue katholische Kirche St. Albertus Magnus wurde 1989, die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche im Stadtteil Deutenbach 1992 eingeweiht.

Eingemeindungen Im Jahr 1922 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Deutenbach (Landkreis Schwabach) eingegliedert. Am 1. Januar 1927 kam Weihersbuch, das bis 1870 den Gemeindenamen Oberweihersbuch trug, hinzu. Am 1. Januar 1967 wurden die vorher im Landkreis Schwabach gelegenen Orte Bertelsdorf und Eckershof eingemeindet. Am 1. Juli 1972 folgte das im Landkreis Fürth gelegene Gutzberg, das seine Landkreiszugehörigkeit durch den gleichzeitigen Übergang der Gemeinde Stein in den Landkreis Fürth beibehalten konnte.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Stein Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2007 2016Einwohner 796 657 873 897 1098 1320 1432 1698 1855 2054 2048 2064 2295 2400 2284 3015 4079 4967 6326 6672 7455 9167 13267 14116 13870 13828HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 74 49 97 123 135 164 242 590 926 2416 2993Quelle Für die Gemeinde Stein zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Oberweihersbuch (S. 65) und Unterweihersbuch (S. 93). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 656 Einwohner.

Ort Stein Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 631 657 1098 1432 2054 2064 2668 6672 7455 8885 10328 12307Häuser 46 49 97 123 164 190 590 926 1587 Quelle

Politik und Kommunales Stadtrat Bei der letzten Kommunalwahl im März 2020 lag die Wahlbeteiligung bei 56 %. CSU SBG SPDFWFDP/Freie Bürger Die GrünenDie Linke Gesamt2008 10 6 4 2 1 1 – 24 Sitze2014 8 7 3 3 1 2 – 24 Sitze2020 8 6 3 2 1 3 1 24 Sitze33,7 %25,6 %11,6 %7,2 %3,7 %14,6 %2,7 %

Bürgermeister Seit dem 1. Mai 2026 ist Bertram Höfer (CSU) Erster Bürgermeister.

Bei der Kommunalwahl 2020 konnte sich Kurt Krömer in einer Stichwahl gegen seinen Kontrahenten Bertram Höfer von der CSU mit 54,98 % durchsetzen. Er trat damit seine dritte Amtszeit an.

Am 22. März 2026 gewann Bertram Höfer die Stichwahl zur Wahl des Bürgermeisters gegen den Amtsinhaber Kurt Krömer mit 63,2 % der abgegebenen Wählerstimmen.

Die Bürgermeister seit 1966 waren:

Name Partei Amtszeit Hinweis/QuelleJosef DümmelbeckPWG*1966–197830 Jahre Freie WählerFreie Wähler, abgerufen am 2. Juli 2016.Alfred SchusterPWG1978–1990siehe obenWerner BiewaldCSU1990–1996www.csu-stein.deBernhard GottbehütFDP1996–2008Nordbayern.de, abgerufen am 2. Juli 2016.Kurt KrömerSBG2008–20261. Mai 2008 bis 30. April 2026

Haushalt Der Grundsteuerhebesatz beträgt seit 2004 für land- und forstwirtschaftliche Betriebe 370 %. Seit 2016 beträgt der Steuerhebesatz für Grundstücke 450 %, davor betrug er 370 %. Der Gewerbesteuerhebesatz liegt bei 400 %. Die Hundesteuer für den ersten Hund beträgt seit 2016 jährlich 90 Euro, davor betrug die Hundesteuer 70 Euro.Stadt Stein, Internetseite vom Steueramt, abgerufen am 5. Januar 2016. Die Verschuldung pro Einwohner verdoppelte sich seit 2013 von 454 Euro auf 934 Euro (letzte verfügbare Zahl von 2017).Statistik kommunal 2014, Stadt Stein 09 573 127, Bayerisches Landesamt für Statistik, Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten, 10. Gemeindefinanzen seit 2009, abgerufen am 18. Oktober 2015 Ab dem 1. Januar 2025 beträgt der Hebesatz für die Grundsteuer A 603 % und für die Grundsteuer B 765 %.https://www.stadt-stein.de/fileadmin/Dateien/Amtsblatt/Amtsblatt_Ausgabe17_2024.pdf, Seite 17.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist blau-weiß-schwarz.

Städtepartnerschaften seit 8. Juli 1990: Guéret (Frankreich) seit 9. November 1990: Falkenstein/Vogtl. (Deutschland) seit 1. Mai 2004: Puck (Polen) (dt. Putzig) seit 24. Oktober 2024: Makarska (Kroatien)

Stiftung Im April 2009 wurde die Bürgerstiftung Stein gegründet.Bürgerstiftung Stein: https://www.die-stifter.de/buergerstiftungen/info/buergerstiftung-stein/, abgerufen am 30. Juni 2016

Bildungseinrichtungen und Vereine Bildungseinrichtungen