mini|299x299px|Lage von Puschendorf im Landkreis Fürth (Nordgrenze)
Puschendorf (fränkisch: Buschn-doafW. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 74. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „buschndoʳf“.) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Fürth in Bayern.
Geografie Lage Der Ort liegt direkt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg im östlichen Rangau. Im südlichen Gemeindegebiet fließt der Fembach, ein linker Zufluss der Zenn. An der Neustädter Straße gibt es eine Eiche, die als Naturdenkmal geschützt ist.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Herzogenaurach, Tuchenbach, Veitsbronn, Langenzenn, Emskirchen.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht nur aus dem Pfarrdorf Puschendorf.
Die Gemarkung Puschendorf umfasst das gesamte Gemeindegebiet. Sie hat eine Fläche von 3,392 km² und ist in 1263 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2685,65 m² haben.
Geschichte Der Ort wurde 1348 in Steuerakten des Bistums Bamberg erstmals als „Puschendorf“ erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich der Familienname Busch,W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 180f. möglicherweise auch das althochdeutsche Wort „busc/pusc“ (= Wald).Kluge-Seebold, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 25. Auflage, Berlin/Boston 2011, S. 165; der Ortsname zeigt noch den alten -n-Stamm (bei Kluge-Seebold: "vordeutsch *buskōn")
Puschendorf war seit Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz des Kartäuserklosters Marienzell in Nürnberg, dessen Rechtsnachfolger bis zum Ende des Alten Reichs das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg war. Die Reichsstadt war alleiniger Grundherr im Ort.Gemeinde Puschendorf bei Haus der Bayerischen Geschichte
Die alte Handelsstraße Nürnberg–Frankfurt, die von Burgfarrnbach–Veitsbronn–Emskirchen über Puschendorf führte, hatte erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. Der Gasthof zum Roten Ochsen war einstmals ein Pferdewechselstall und eine Herberge für Fuhrleute.Anstelle der Ortskirche St. Wolfgang befand sich früher der Burgstall Puschendorf.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Puschendorf 18 Anwesen (16 Güter, Pfarrhaus, Schulhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 124.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 Puschendorf dem Steuerdistrikt Hagenbüchach zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Puschendorf, zu der Höfen und Zweifelsheim gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Puschendorf; Ruralgemeinde Zweifelsheim mit Höfen. Die Gemeinde Puschendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Am 1. April 1836 wurde Puschendorf dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 208. Ab 1862 gehörte Puschendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt). Am 1. Oktober 1931 wurde Puschendorf dem Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt) und am 1. Juli 1932 dem Amtsgericht Fürth zugewiesen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 20162021Einwohner 135 185 198 183 204 198 196 195 193 182 195 185 191 207 217 196 241 267 492 476 699 1048 1582 2213 2141 22242323HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 27 32 32 32 32 40 61 119 393 629Quelle Dort als Buschendorf aufgelistet.
Politik Verwaltungsgemeinschaft 1978 kam Puschendorf zur Verwaltungsgemeinschaft Veitsbronn, trat jedoch mit den Gemeinden Obermichelbach und Tuchenbach aus, um die Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Puschendorf-Tuchenbach zu gründen. Puschendorf trat 1998 auch aus dieser Verwaltungsgemeinschaft aus.
Gemeinderat Der Gemeinderat von Puschendorf hat 14 Mitglieder zuzüglich des Bürgermeisters. CSU SPD Freie Wähler Grüne BfP Gesamt2026434314 Sitze 2020 3 3 4 3 1 14 Sitze 2014 5 4 5 14 Sitze 2008 7 4 3 14 Sitze 2002 6 5 3 14 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Alexander Dörr (Freie Wähler), der am 8. März 2026 mit 60,7 % der Stimmen gewählt wurde. Somit wurde die bisher amtierende Bürgermeisterin Erika Hütten mit einer 2/3 Mehrheit abgewählt.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist grün-gelb.
Partnergemeinden Castelnuovo Berardenga, Toskana, Italien Zwönitz, Sachsen
Baudenkmäler
Die Hauptsehenswürdigkeit ist die kleine evangelische Pfarrkirche St. Wolfgang mit einem wertvollen spätgotischen Altar.
Bildung Puschendorf verfügt über einen evangelischen Kindergarten mit Kinderkrippe und Hort. Die ehemalige Grundschule wurde 1975 aufgelöst. Die Kinder werden seither in Veitsbronn eingeschult.
Religion und Spiritualität In Puschendorf befindet sich der Hauptsitz des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbands in Bayern (Mitglied im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband) – die Dachorganisation von 25 Landeskirchlichen Gemeinschaften. Eng damit verbunden ist die Diakoniegemeinschaft Puschendorf, eine christliche Lebensgemeinschaft von Diakonissen und anderen ledigen Frauen. Die Diakoniegemeinschaft verfügt im Ort über ein Mutterhaus, ein Gästehaus, ein Altenheim und zusammen mit dem Gemeinschaftsverband über eine Konferenzhalle.
Regelmäßige Veranstaltungen Die Puschendorfer Kirchweih findet jedes Jahr am letzten Wochenende der bayerischen Sommerferien statt.
Verkehr Durch Puschendorf führt die Kreisstraße FÜ 7/NEA 8, zwischen Pirkach (3,1 km nordwestlich) und Veitsbronn (3,8 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Tuchenbach zur Kreisstraße FÜ 8 (2,1 km östlich), nach Kirchfembach zur FÜ 11 (2 km südwestlich) und nach Zweifelsheim (2,5 km nördlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Retzelfembach (2 km südöstlich).
Puschendorf hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg, der stündlich durch die Linie S 6 (Nürnberg–Neustadt (Aisch)) der S-Bahn Nürnberg bedient wird.
Söhne und Töchter der Gemeinde Wolfgang Buck (* 1958), evangelisch-lutherischer Pfarrer, Liedermacher und Kabarettist Matthias Hüttmann (* 1963), deutscher Journalist und Übersetzer
Literatur
Weblinks
Heimatverein Puschendorf: Ortsgeschichtliche Daten Landeskirchlicher Gemeinschaftsverband in Bayern / Diakoniegemeinschaft Puschendorf
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ersterwähnung 1348 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth