Das Kabinett Kohl IV war die 16. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland. Sie ging aus der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung hervor und umfasste – wie auch schon die vorherigen Kabinette – Mitglieder der CDU, CSU und FDP.

Abstimmung im Bundestag + Bonn, 17. Januar 1991 – Gesamtstimmenzahl 662 – absolute Mehrheit 332 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl AnteilKoalitionspartei(en) 1. WahlgangHelmut Kohl (CDU) Ja-Stimmen 378 57,0 % CDU/CSU, FDP Nein-Stimmen 257 38,8 % Enthaltungen 9 1,4 % Ungültig 0 0,0 % nicht abgegeben 18 2,8 % Damit wurde wieder Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt.

Kabinett + Kabinett Kohl IV – 18. Januar 1991 bis 10. November 1994 (Bis zum 17. November 1994 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt) Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. StaatsministerWeder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach GG Teil der Bundesregierung. Partei Bundeskanzler rahmenlos|zentriert|100px Helmut Kohl(1930–2017) CDULutz Stavenhagenbis 2. Dezember 1991 Bernd Schmidbauerab 18. Dezember 1991 Anton PfeiferCDU Stellvertreter des Bundeskanzlers rahmenlos|zentriert|100px Hans-Dietrich Genscher(1927–2016)bis 18. Mai 1992 FDP rahmenlos|zentriert|100px Jürgen W. Möllemann(1945–2003) bis 21. Januar 1993 rahmenlos|zentriert|100px Klaus Kinkel(1936–2019) ab 21. Januar 1993 Auswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Hans-Dietrich Genscherbis 18. Mai 1992 FDP Helmut SchäferUrsula Seiler-AlbringFDP rahmenlos|zentriert|100px Klaus Kinkelab 18. Mai 1992 Inneres rahmenlos|zentriert|100px Wolfgang Schäuble(1942–2023)bis 26. November 1991 CDU Horst WaffenschmidtCDU rahmenlos|zentriert|100px Rudolf Seiters(* 1937)bis 7. Juli 1993 rahmenlos|zentriert|100px Manfred Kanther(* 1939)ab 7. Juli 1993Eduard LintnerCSU Justiz rahmenlos|zentriert|100px Klaus Kinkelbis 18. Mai 1992 FDP(zunächst parteilos) Reinhard Göhner bis 22. Januar 1993 CDU rahmenlos|zentriert|100px Sabine Leutheusser-Schnarrenberger(* 1951)ab 18. Mai 1992 FDPRainer FunkeFDP Finanzen rahmenlos|zentriert|100px Theodor Waigel(* 1939) CSU Manfred Carstensbis 22. Januar 1993 Jürgen Echternach bis 22. Januar 1993 Joachim GrünewaldCDUWirtschaftrahmenlos|zentriert|100pxJürgen W. Möllemannbis 21. Januar 1993 FDPKlaus Beckmannbis 15. September 1992 Heinrich Leonhard Kolb ab 15. September 1992 FDP Erich Riedlbis 22. Januar 1993 CSU rahmenlos|zentriert|100px Günter Rexrodt(1941–2004)ab 21. Januar 1993Reinhard Göhner ab 22. Januar 1993 CDUErnährung, Landwirtschaft und Forstenrahmenlos|zentriert|100pxIgnaz Kiechle(1930–2003)bis 21. Januar 1993CSUGottfried Haschkebis 22. Januar 1993 CDU Wolfgang Gröbl ab 22. Januar 1993 CSU rahmenlos|zentriert|100px Jochen Borchert(* 1940)ab 21. Januar 1993 CDUGeorg GallusFDPArbeit und Sozialordnungrahmenlos|zentriert|100pxNorbert Blüm(1935–2020)CDUHorst GüntherCDU Horst Seehoferbis 6. Mai 1992 Rudolf Kraus ab 6. Mai 1992 CSU Verteidigung rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Stoltenberg(1928–2001)bis 1. April 1992 CDU Willy Wimmerbis 1. April 1992 Ottfried Hennig bis 1. April 1992 CDU rahmenlos|zentriert|100px Volker Rühe(* 1942)ab 1. April 1992 Bernd Wilzab 8. April 1992 Ingrid Roitzsch8. April 1992 bis 22. Januar 1993 Michaela Geigerab 22. Januar 1993 Familie und Senioren rahmenlos|zentriert|100px Hannelore Rönsch(* 1942) CDU Roswitha VerhülsdonkCDU Frauen und Jugend rahmenlos|zentriert|100px Angela Merkel(* 1954) CDU Peter Hintzebis 13. Mai 1992 Cornelia Yzer ab 13. Mai 1992 CDU Gesundheit rahmenlos|zentriert|100px Gerda Hasselfeldt(* 1950)bis 6. Mai 1992 CSU Sabine Bergmann-PohlCDU rahmenlos|zentriert|100px Horst Seehofer(* 1949)ab 6. Mai 1992 Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Günther Krause(* 1953)bis 13. Mai 1993 CDU Wolfgang Gröblbis 22. Januar 1993 CSU rahmenlos|zentriert|100px Matthias Wissmann(* 1949)ab 13. Mai 1993Dieter Schultebis 22. Januar 1993 Manfred Carstens ab 22. Januar 1993 Wilhelm Rawe17. Dezember 1992 bis 22. Januar 1993CDU Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit rahmenlos|zentriert|100px Klaus Töpfer(1938–2024) CDU Bernd Schmidbauer bis 18. Dezember 1991 Paul Laufs18. Dezember 1991 bis 21. Januar 1993 Bertram Wieczorek bis 31. Januar 1994 Ulrich Klinkert ab 4. Februar 1994 CDU Post und Telekommunikation rahmenlos|zentriert|100px Christian Schwarz-Schilling(1930–2026)bis 17. Dezember 1992 CDU Wilhelm Rawebis 17. Dezember 1992 Paul Laufsab 22. Januar 1993 CDU rahmenlos|zentriert|100px Wolfgang Bötsch(1938–2017) ab 22. Januar 1993 CSURaumordnung, Bauwesen und Städtebaurahmenlos|zentriert|100pxIrmgard Schwaetzer(* 1942)FDPJürgen Echternach bis 22. Januar 1993 CDU Joachim GüntherFDP Forschung und Technologie rahmenlos|zentriert|100px Heinz Riesenhuber(* 1935)bis 21. Januar 1993 CDU Bernd NeumannCDU rahmenlos|zentriert|100px Matthias Wissmannbis 13. Mai 1993 rahmenlos|zentriert|100px Paul Krüger(* 1950) Bildung und Wissenschaft rahmenlos|zentriert|100px Rainer Ortleb(* 1944)bis 4. Februar 1994 FDP Norbert LammertCDU rahmenlos|zentriert|100px Karl-Hans Laermann(1929–2024)ab 4. Februar 1994Torsten Wolfgrammbis 22. Januar 1993 FDPWirtschaftliche Zusammenarbeitab 22. Januar 1993:Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungrahmenlos|zentriert|100pxCarl-Dieter Spranger(* 1939)CSUHans-Peter RepnikCDU Michaela Geigerbis 21. Januar 1993 CSU Besondere AufgabenChef des Bundeskanzleramtes rahmenlos|zentriert|100px Rudolf Seiters(* 1937)bis 26. November 1991 CDU rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Bohl(* 1945)ab 26. November 1991

Siehe auch: Liste der deutschen Bundesminister – Liste der deutschen Bundesregierungen

Veränderungen Im Zuge der Wiedervereinigung verlor das Ministerium für innerdeutsche Beziehungen seine Daseinsberechtigung und wurde aufgelöst. Das bisherige Ministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit wurde dreigeteilt in die Ressorts Familie und Senioren, Frauen und Jugend und Gesundheit. Letzteres war bereits von 1961 bis 1969 ein eigenständiges Bundesministerium gewesen, wohingegen Familien- und Jugendfragen seit 1957 stets in einem Haus verblieben waren.

Zwei der fünf ehemaligen DDR-Bürger, die am Tag der Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 1990, als Bundesminister für besondere Aufgaben ins Kabinett Kohl III berufen worden waren, wurden auch Teil des neuen Kabinettes: Günther Krause übernahm das Verkehrs-Ressort von Friedrich Zimmermann und Rainer Ortleb wurde neuer Bildung- und Wissenschaftsminister als Nachfolger von Jürgen Möllemann. Sabine Bergmann-Pohl wechselte als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. Mit der Ministerin für Frauen und Jugend, Angela Merkel, kam zudem ein drittes Kabinettsmitglied aus den neuen Ländern.

Am 26. November 1991 schied Wolfgang Schäuble aus der Bundesregierung aus, um den Vorsitz der Unions-Fraktion zu übernehmen. Sein Nachfolger als Innenminister wurde Rudolf Seiters, der das Amt des Bundesministers für besondere Aufgaben an Friedrich Bohl abgab.

Am 31. März 1992 trat Gerhard Stoltenberg nach umstrittenen Waffenlieferungen von seinem Amt als Verteidigungsminister zurück. Es rückte Volker Rühe auf.

Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt legte ihr Amt nach Differenzen mit Helmut Kohl am 6. Mai 1992 nieder. Das Ressort übernahm Horst Seehofer.

Hans-Dietrich Genscher schied am 18. Mai 1992 auf eigenen Wunsch aus dem Kabinett aus. Zuvor hatte er 18 Jahre durchgängig als Außenminister fungiert und war insgesamt 23 Jahre Mitglied einer Bundesregierung. Sein Nachfolger als Außenminister wurde Klaus Kinkel, während Jürgen Möllemann das Amt des Vizekanzlers übernahm. Nachfolgerin von Klaus Kinkel im Justizministerium wurde Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Aus Protest gegen die Haltung der Bundesregierung im Bosnien-Krieg trat am 14. Dezember Christian Schwarz-Schilling als Post- und Telekommunikationsminister zurück. Günther Krause übernahm die Leitung kommissarisch und gab am 22. Januar 1993 an Wolfgang Bötsch weiter.

Am 21. Januar 1993 kam es erneut zu einer größeren Kabinettsumbildung. Vizekanzler Jürgen Möllemann musste im Zuge der sogenannten Briefbogenaffäre von seinen öffentlichen Ämtern zurücktreten, weswegen Klaus Kinkel fortan als Stellvertreters des Bundeskanzlers fungierte. Günter Rexrodt übernahm das Wirtschafts-Ressort. Zudem trat Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle aus gesundheitlichen Gründen zurück; er übergab an Jochen Borchert. Auch Heinz Riesenhuber schied aus dem Kabinett aus; als Minister für Forschung und Technologie folgte ihm Matthias Wissmann.

Infolge verschiedener Affären (u. a. der umstrittenen Vergabe von Lizenzen an Autobahnraststätten) musste Günther Krause am 6. Mai 1993 als Verkehrsminister zurücktreten. Die Leitung des Ministeriums übernahm Matthias Wissmann, der das Ministerium für Forschung und Technologie nach wenigen Monaten an Paul Krüger übergab.

Rudolf Seiters trat am 7. Juli 1993 als Innenminister zurück, nachdem infolge eines GSG-9-Einsatzes in Bad Kleinen, bei dem ein Beamter und der RAF-Terrorist Wolfgang Grams starben, Medienberichte ein schweres Fehlverhalten der Polizei suggerierten. Ihm folgte Manfred Kanther.

Aus gesundheitlichen Gründen trat Rainer Ortleb im Februar 1994 vom Amt des Bildungsministers zurück. Karl-Hans Laermann wurde sein Nachfolger.

Zur Abwahl: siehe Absatz unter Bundeskanzler Kohl (1982–1998) und Ergebnis der Bundestagswahl 1998

Fußnote

Kohl4 Kategorie:Politik 1991 Kategorie:Helmut Kohl Kategorie:Kabinett mit CDU/CSU-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit FDP-Beteiligung