Shinagawa (jap. ) ist einer der 23 Bezirke der japanischen Präfektur Tokio. Er liegt im Süden Tokios, der Hauptstadt Japans.

Geographie Shinagawa gliedert sich in die Stadtteile Ebara (, -chiku), Ōi (, -chiku), Ōsaki (, -chiku), Shinagawa (, -chiku) und Yashio (, -chiku).

Angrenzende Städte und Gemeinden Tokio: Stadtbezirke Shibuya, Meguro, Ōta, Kōtō, Minato

Geschichte Der heutige „Sonderbezirk“ Shinagawa entstand am 3. Mai 1947 in der Besatzungszeit bei der Ausweitung (bzw. Wiederherstellung) der seitdem auch in der Verfassung garantierten Selbstverwaltung der Gebietskörperschaften, wobei noch für Jahrzehnte umstritten blieb, ob diese Garantie sich auch auf die „Sonderbezirke“ (Tokio) erstreckt. Kurz zuvor war am 15. März 1947 der Bezirk Shinagawa aus dem Zusammenschluss der seit 1943 präfekturunmittelbaren Bezirke Ebara und Shinagawa der im Krieg abgeschafften Stadt Tokio entstanden. Die beiden Stadtbezirke waren 1932 entstanden, als die Städte (-machi) Shinagawa, Ebara, Ōsaki und Ōi aus dem Landkreis Ebara in die Stadt Tokio eingemeindet wurden. Die Stadt Shinagawa war bis zur Abschaffung der Kreisverwaltungen in den 1920er Jahren Sitz der Kreisverwaltung gewesen. In der frühen Meiji-Zeit war das Gebiet Teil der Präfektur Shinagawa, die bis 1871 Teile der Provinz Musashi verwaltete.

Während der Edo-Zeit war Shinagawa die erste Poststation der Tōkaidō. Mit den vielen Hotels mit 6000 Zimmern um den Bahnhof – der höchsten Konzentration in ganz Tokio – setzt sich diese Poststationsfunktion in die Gegenwart fort.

mini|Blick aus einem Gebäude auf Tennōzu Isle

Politik Bürgermeisterin von Shinagawa ist seit 2022 die einstige Tomin-First-Präfekturparlamentsabgeordnete Kyōko Morisawa. Bei der turnusmäßigen (ersten) Bürgermeisterwahl 2022 in Shinagawa im Oktober erreichte keiner der sechs Kandidaten das nötige gesetzliche Quorum von 25 % der Stimmen (Morisawa erhielt 24,48 %), so dass es im Dezember 2022 eine Wiederholungswahl gab. Diese gewann Morisawa mit 38,57 % der Stimmen gegen fünf Kandidaten, darunter von LDP, KPJ und DVP unterstützte.Sonderseiten zu den Bürgermeisterwahlen 2022 bei der Tōkyō Shimbun, abgerufen am 25. April 2023. Die 40 Sitze im Parlament von Shinagawa wurden bei den einheitlichen Wahlen 2023 neu besetzt.

Bei Präfekturparlamentswahlen bildet der Bezirk einen Viermandatswahlkreis, den nach der allgemeinen Wahl 2021Tōkyō Shimbun: Ergebnisse der Präfekturparlamentswahl in Tokio 2021, Shinagawa-ku (japanisch), abgerufen am 16. Februar 2022. und einer Nachwahl 2024 nach Morisawas Bürgermeisterkandidatur je ein Mitglied von Kōmeitō und KPJ und eine Unabhängige vertreten; ein Sitz ist seit der nationalen Unterhauswahl 2024 vakant.Präfekturparlament Tokio: Abgeordnete nach Wahlkreis, abgerufen am 17. November 2024.

Für das Unterhaus bildet ganz Shinagawa seit 2024 zusammen mit den Städten und Dörfern auf den Izu- und Ogasawara-Inseln den Wahlkreis Tokio 3. Ab der Wahl 2000 vertraten den Wahlkreis auch durch Neuzuschnitte im Wechsel der Demokrat Jin Matsubara (2000–2005, 2009–2012 und 2021–2024; wechselte 2024 in den neuen Wahlkreis 26) und der Liberaldemokrat Hirotaka Ishihara (2005–2009, 2012–2021 und seit 2024), Sohn des ehemaligen Präfekturgouverneurs Shintarō Ishihara, der sich bei der Wahl 2024 mit rund 31 % der Stimmen gegen die vorherige Präfekturparlamentsabgeordnete Yumiko Abe (KDP, 27 %; gewann einen Sitz bei der präfekturweiten Verhältniswahl) durchsetzte.

Infrastruktur Bildung In Shinagawa befinden sich die Hoshi-Universität, die Risshō-Universität, die Seisen-Universität, die Shōwa-Universität und die Sugino-Frauenuniversität.

Verkehr Straße Stadtautobahn Tokio Nationalstraße 1, nach Chūō oder Osaka Nationalstraße 15, nach Chūō oder Yokohama Nationalstraße 357

Schiene JR East: Yamanote-Linie (Ringlinie), von Ōsaki, Gotanda oder Meguro Keihin-Tōhoku-Linie, von Ōimachi nach Ōmiya oder Yokohama Saikyō-Linie, von Ōsaki nach Ōmiya Yokosuka-Linie, von Nishi-Ōi nach Tokio oder Yokosuka Shōnan-Shinjuku-Linie, von Ōsaki oder Nishi-Ōi nach Ōmiya oder Kamakura Tōkyū: Meguro-Linie, von Meguro, Fudomae, Musashi-Koyama oder Nishi-Koyama nach Musashi-Kosugi Ōimachi-Linie, von Ōimachi, Shimo-Shinmei, Togoshi-kōen, Nakanobu, Ebaramachi oder Hatanodai, nach Setagaya Ikegami-Linie, von Gotanda, Ōsaki-Hirokōji, Togoshi-Ginza, Ebara-Nakanobu oder Hatanodai nach Ōta Rinkai-Linie, von Tennōzu Isle, Shinagawa Seaside, Ōimachi oder Ōsaki nach Kōtō Tōkyō Monorail: Haneda-Linie, von Tennōzu Isle oder Ōikeibajō-mae nach Minato oder Ōta Keikyū: Hauptlinie, von Kita-Shinagawa, Shin-Bamba, Aomono-Yokochō, Samezu, Tachiaigawa oder Ōmori-Kaigan nach Minato oder Yokosuka Tōkyō Metro: Namboku-Linie, von Meguro nach Kita Toei: Mita-Linie, von Meguro nach Itabashi Asakusa-Linie, von Nakanobu, Togoshi oder Gotanda nach Ōta oder Sumida Narita Express

Trotz seines Namens befindet sich der Bahnhof Shinagawa im benachbarten Stadtbezirk Minato. mini|Ebara-Schrein

Wirtschaft Zahlreiche japanische Unternehmen haben ihren Unternehmenssitz in Shinagawa.

Bauwerke Ikedayama Park

Städtepartnerschaften Harbin (seit 1981) Portland (Maine) (seit 9. September 1984) Yamakita (seit Januar 1988) Hayakawa (seit April 1990) Genf (seit 1991) Auckland (seit 1993)

Söhne und Töchter der Stadt Kenji Kawai (* 1957), Komponist Akira Kurosawa (1910–1998), Regisseur Hiroyuki Sanada (* 1960), Schauspieler Kōji Takano (* 1992), Fußballspieler Nobuhisa Urata (* 1989), Fußballspieler

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtbezirk von Tokio Kategorie:Ort mit Seehafen