zentriert|130px|Augusto Pinochet In Chile putscht sich Diktator Augusto Pinochet an die Macht. zentriert|170px|Zerstörungen in der syrischen Stadt Kunaitra auf den Golanhöhen Mit dem Jom-Kippur-Krieg bricht der vierte arabisch-israelische Krieg im Rahmen des Nahostkonflikts aus. zentriert|340px|Ölpreise 1861–2007 Mit einer Preiserhöhung von drei auf fünf US-Dollar je Barrel Rohöl und Förderbegrenzungen lösen einige OPEC-Staaten die erste Ölkrise aus. Jahreswidmungen Internationales Jahr (Vereinte Nationen) — Vogel des Jahres (Deutschland) Eisvogel

Im Jahr 1973 bestimmen die erste Ölkrise, die Watergate-Affäre, der Putsch in Chile und der Jom-Kippur-Krieg das Weltgeschehen.

Ereignisse Jahreswidmungen Der Eisvogel (lat. Alcedo atthis) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland) Auto des Jahres: Audi 80 B1

Politik und Weltgeschehen Januar 1. Januar: Der Grundwehrdienst in der Bundesrepublik Deutschland wird von 18 auf 15 Monate verkürzt 1. Januar: Roger Bonvin wird erneut Bundespräsident der Schweiz 1. Januar: Angola, Mosambik, Kap Verde, Timor, São Tomé, Principe und Macau erhalten von Portugal die innere Autonomie 1. Januar: Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich werden Vollmitglieder der Europäischen Gemeinschaften 1. Januar: In Baden-Württemberg tritt die Kreisreform in Kraft: Die Zahl der Landkreise wird von 63 auf 35 reduziert; die neun Stadtkreise bleiben erhalten 5. Januar: Gegenseitige diplomatische Anerkennung zwischen der DDR und den Niederlanden 7. Januar: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Finnland 22. Januar: Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärt den Schwangerschaftsabbruch zum Menschenrecht (Roe v. Wade, 2022 revidiert) 25. Januar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südafrika 27. Januar: Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Nordvietnam. Rückzug aller US-Einheiten bis Ende März 1973 30. Januar: Watergate-Affäre: Die Nixon-Mitarbeiter Gordon Liddy und James W. McCord, Jr. werden vor Gericht wegen Einbruchs verurteilt.

Februar 21. Februar: Über dem israelisch besetzten Sinai wird ein libysches Verkehrsflugzeug (Libyan-Airlines-Flug 114) von israelischen Kampfjets abgeschossen, nur fünf der 113 Insassen überleben. 27. Februar: Indianer besetzen die Ortschaft Wounded Knee im US-Bundesstaat South Dakota.

März 8. März: Ein Referendum der Nordiren über ihre Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich oder zur Republik Irland erbringt bei einer Wahlbeteiligung von 58,6 Prozent eine Mehrheit der Stimmen von 57,4 Prozent für den Verbleib bei Großbritannien. Viele Katholiken bleiben der Wahl fern. 8. März: Von Israel gewünschte Wiedergutmachungszahlungen lehnt die DDR in jedweder Form ab.

April 10. April: Der Besuch von Südvietnams Präsident Nguyễn Văn Thiệu in Bonn führt im Rahmen der Proteste gegen den Vietnamkrieg zu einer Reihe von Demonstrationen, bei denen unter anderem das Bonner Rathaus von 60 Vermummten besetzt wird. 30. April: Watergate-Affäre: Bob Haldeman und John Ehrlichman erklären den Rücktritt von ihren Ämtern im Weißen Haus. Der Rechtsberater des US-Präsidenten, John Dean, wird entlassen.

Mai 9. Mai: Rainer Barzel tritt als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag zurück, nachdem sich eine Mehrheit der Fraktion gegen den Beitritt der Bundesrepublik zu den Vereinten Nationen ausgesprochen hat. Eine Woche später erklärt Barzel auch seinen Rücktritt als Parteivorsitzender der CDU. 10. Mai: Bei einer Versammlung an der mauretanischen Grenze wird die Befreiungsbewegung Frente Polisario ins Leben gerufen. al-Wali Mustafa Sayyid wird zum Generalsekretär der neuen Organisation gewählt, die auf die Unabhängigkeit der Kolonie Spanisch-Sahara abzielt. 15. Mai: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Rheinland-Pfalz 20. Mai: In einer Volksabstimmung werden die Artikel 51 und 52 der Schweizer Bundesverfassung aufgehoben. Sie untersagten jegliche Tätigkeit der Jesuiten und verunmöglichten Klostergründungen. 25. Mai: Der griechische Zerstörer Velos schert während eines NATO-Manövers im östlichen Mittelmeer aus dem Flottenverband aus und läuft kurz darauf den römischen Hafen Fiumicino an. Der Kapitän und 29 Besatzungsmitglieder klagen mit diesem demonstrativen Schritt das seit 1967 herrschende Militärregime in Athen an. Die 30 Mann erhalten Asyl.zeit.de 28. Mai: Die Bayerische Staatsregierung legt beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde gegen den vom Bundestag mehrheitlich ratifizierten Grundlagenvertrag ein. Der von beiden deutschen Staaten geschlossene Vertrag verletze das Wiedervereinigungsgebot, gelte für Berlin nur eingeschränkt und behindere eine Fürsorgepflicht in Bezug auf die Deutsche Demokratische Republik. 30. Mai: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Sambia

Juni 1. Juni: Diktator Georgios Papadopoulos ruft in Griechenland die Republik aus 12. Juni: Helmut Kohl wird zum Vorsitzenden der CDU gewählt 15. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg 29. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien

Juli 1. Juli: Chile erklärt den Ausnahmezustand. 3. bis 7. Juli: Die erste Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wird eröffnet. 4. Juli: Die Karibische Gemeinschaft wird im Vertrag von Chaguaramas gegründet. 5. Juli: In Ruanda übernimmt das Militär nach einem unblutigen Putsch die Macht. 5. Juli: In Hsinchu (Taiwan) wird das Forschungsinstitut für Industrietechnologie (ITRI) gegründet. 10. Juli: Die Bahamas werden unabhängig von Großbritannien. 15. Juli: In Rom wird der 17-jährige John Paul Getty III entführt. Die Täter verlangen ein Lösegeld von 3,4 Millionen US-Dollar. Sein Großvater, der Milliardär J. Paul Getty, lehnt eine Zahlung ab, bis das dem Enkel abgeschnittene und einer Zeitung übersandte Ohr eine Meinungsänderung bewirkt. 16. Juli: Alexander Butterfield informiert den Watergate-Ausschuss im Senat darüber, dass der Präsident die Gespräche im Oval Office heimlich aufzeichnen ließ. 17. Juli: In Afghanistan putscht Mohammed Daoud Khan und ruft die Republik aus; am folgenden Tag wird er zum Präsidenten ausgerufen. 18. Juli: Watergate-Affäre: Die Abhöranlagen in Richard Nixons Amtssitz werden abgebaut, eine Herausgabe der Tonbänder wird jedoch abgelehnt. 28. Juli: Eröffnung der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Ost-Berlin. 29. Juli: Das griechische Volk sanktioniert in einer Volksabstimmung nachträglich die am 1. Juni erfolgte Ausrufung der Republik. 30. Juli: Auf dem Bergwerk Markham Colliery in Staveley sterben 18 Bergleute bei einem Absturz eines Förderkorbes. 31. Juli: Das Bundesverfassungsgericht entscheidet nach einer zuvor eingereichten Klage der Bayerischen Staatsregierung, dass der Grundlagenvertrag mit der DDR verfassungsgemäß ist.

August 1. August: Gambia wird Mitglied der UNESCO. 8. August: Der südkoreanische Geheimdienst entführt den nach Tokio ins Exil ausgewichenen Oppositionspolitiker Kim Dae-jung in seine Heimat, wo er einige Tage später unter Hausarrest gestellt wird. 14. August: Zulfikar Ali Bhutto wird als Premierminister von Pakistan vereidigt; gleichzeitig tritt eine neue Verfassung in Kraft. 20. August: Ein Putschversuch in Laos scheitert. 22. August: US-Außenminister William P. Rogers tritt zurück, Henry Kissinger wird sein Nachfolger. 24. August: König Mohammed Sahir Schah von Afghanistan dankt ab.

September 1. September: Johan Witteveen, Niederlande, wird Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). 2. September: Alle französischen Streitkräfte ziehen aus Madagaskar ab. 4. September: Die in einem Zusatzprotokoll zum Grundlagenvertrag vereinbarte deutsch-deutsche Grenzkommission beginnt mit Grenzmarkierungen an der innerdeutschen Grenze bei Lübeck ihre Tätigkeit. 11. September: Militärputsch in Chile: Die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende fällt einem vom US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA initiierten und unterstützten Putsch unter der Führung Augusto Pinochets zum Opfer. Allende nahm sich in seinem von der chilenischen Luftwaffe bombardierten Präsidentenpalast das Leben. Den putschenden Militärs fallen in den ersten Tagen etwa 3.000 Chilenen zum Opfer.

mini|100px|Nationalpark Gauja

14. September: In Lettland wird mit dem Nationalpark Gauja der erste Nationalpark im Lande errichtet. 15. September: Durch Tod von König Gustav VI. Adolf wird Carl XVI. Gustaf neuer Regent in Schweden. 18. September: Die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland werden per Akklamation als 133. und 134. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. 18. September: Die Bahamas werden Mitglied der Vereinten Nationen. 20. September: In der Bundesrepublik Deutschland wird auf Initiative der Björn-Steiger-Stiftung die bundesweite, flächendeckende Einführung der Notrufnummern 110 und 112 beschlossen. 23. September: In Argentinien werden Juan Perón zum Präsidenten und seine Ehefrau Maria Estela Peron zur Vizepräsidentin gewählt, nachdem Präsident Cámpora zurückgetreten ist, um die Wiederwahl von Juan Peron zu ermöglichen. 24. September: Guinea-Bissau erklärt in Boe seine Unabhängigkeit von Portugal (endgültig: 10. September 1974). 28. September: Auf die ITT-Gebäude in New York City und Rom werden Bombenanschläge verübt, weil das Unternehmen in den Putsch in Chile verwickelt ist. Die chilenische Telefongesellschaft gehörte zum ITT-Konzern.

Oktober 3. Oktober: DDR-Ministerratsvorsitzender Willi Stoph wird zum Staatsratsvorsitzenden seines Landes gewählt. Horst Sindermann übernimmt das Amt des Ministerratsvorsitzenden. 6. Oktober: Beginn des Jom-Kippur-Krieges im Nahen Osten: Ägypten und Syrien greifen auf den Golanhöhen und am Sueskanal die israelische Front an. 9. Oktober: Generalstreik in Luxemburg 10. Oktober: Der amerikanische Vizepräsident Spiro Theodore Agnew tritt wegen Vorwürfen zu Steuerhinterziehung und Bestechung zurück. 14. Oktober: Volksaufstand in Thailand: Die Militärregierung von Feldmarschall Thanom Kittikachorn tritt zurück. Vorangegangen waren Massenproteste mit mehreren hunderttausend Demonstranten, bei deren Bekämpfung die Armee (nach offiziellen Angaben) 77 Menschen tötete und 800 verletzte. Neuer Premierminister wird Sanya Dharmasakti.

mini|120px|Logo der OPEC

16. Oktober: Die OPEC beschließt, den Ölpreis um 70 % anzuheben; Beginn der ersten großen Ölkrise. 20. Oktober: Watergate-Affäre: Präsident Nixon beruft den Sonderermittler Cox ab. Im US-Kongress mehren sich die Stimmen für ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment). 28. Oktober: Sieben arabische Ölländer verkünden einen Ölboykott gegen die USA und die Niederlande. 30. Oktober: In Wien beginnen die MBFR-Verhandlungen zwischen Ost und West über eine gegenseitige Verminderung von Streitkräften und Rüstungen einschließlich dazugehöriger Maßnahmen, insbesondere in Mitteleuropa.

November 3. November: Außenminister Walter Scheel erreicht in Moskau eine Einigung über die Frage der Vertretung von Berlin (West) durch die Bundesrepublik Deutschland. mini|Richard Nixon spricht mit dem künftigen Vizepräsidenten Gerald Ford 12. November: Nach dem Rücktritt von Vizepräsident Spiro Theodore Agnew nominiert Präsident Richard Nixon Gerald Rudolph Ford als Nachfolger. 13. November: In München wird Evelyn Jahn, die Tochter des Wienerwald-Gastronomen Friedrich Jahn, entführt. Die Kidnapper verlangen von ihm drei Millionen Mark Lösegeld. 17. November: Frankreich und Großbritannien unterzeichnen ein Abkommen über Bau und Betrieb eines Tunnels unter dem Ärmelkanal 17. November: In Griechenland wird der studentische Aufstand am Polytechneion Athen gegen die herrschende Militärdiktatur blutig niedergeschlagen