zentriert|340px|Richard Nixon und Zhou Enlai bei einem Bankett Richard Nixon und Zhou Enlai bei dessen Besuch in China zentriert|340px|Pressekonferenz zur Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen DDR und BRD Egon Bahr und Michael Kohl bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung des Grundlagenvertrags Olympische Sommerspiele 1972 (Briefmarkenblock der Deutschen Bundespost) zentriert|340px Die Watergate-Affäre, ein politischer Skandal in den Vereinigten Staaten findet statt. Diese führt zwei Jahre später zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon. Auf dem Bild zu sehen ist der Watergate-Gebäudekomplex, nachdem der Skandal benannt wurde. Jahreswidmungen Internationales Jahr (Vereinte Nationen) Internationales Jahr des Buches Vogel des Jahres (Deutschland) Steinkauz (Athene noctua)

Im Jahr 1972 verschiebt sich das Machtgefüge zwischen den Blöcken im Kalten Krieg: Die Volksrepublik China, die im Vorjahr in die UNO aufgenommen wurde, nähert sich durch Richard Nixons Besuch in China den USA an. Währenddessen normalisieren sich die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR durch das Transitabkommen und den Grundlagenvertrag.

Die Olympischen Sommerspiele in München werden von der Geiselnahme der israelischen Athleten überschattet.

Das Jahr 1972 war das längste Jahr des gregorianischen Kalenders. Es war als Schaltjahr um einen Tag und zwei Schaltsekunden länger als üblich.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Internationale Beziehungen Vor dem Hintergrund des chinesisch-sowjetischen Zerwürfnisses stattet Richard Nixon der VR China einen offiziellen Besuch ab.

Mit dem ABM-Vertrag zwischen den USA und der UdSSR wird der erste SALT-Vertrag zur Eindämmung des nuklearen Wettrüstens geschlossen.

USA Die Watergate-Affäre und Proteste gegen den Vietnamkrieg bestimmen die amerikanische Innenpolitik.

Bundesrepublik Deutschland und DDR Bundesrepublik und DDR schließen zwei entscheidende Abkommen, um ihre Beziehungen zu normalisieren: das Transitabkommen und den Grundlagenvertrag. Es sind die beiden wichtigsten Verträge der Neuen Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt. Schwerin überschreitet die 100.000-Einwohner-Grenze und wird damit zur Großstadt.

Nordirland Am 30. Januar werden in der nordirischen Stadt Derry bei einer Demonstration für Bürgerrechte und gegen die Internment-Politik der britischen Regierung 13 unbewaffnete Zivilisten von britischen Fallschirmjägern erschossen und 13 weitere angeschossen (von denen einer an den Spätfolgen stirbt). Dieser später als Bloody Sunday bezeichnete Tag führt zur Eskalation des Nordirlandkonfliktes.

Japan Die USA geben zum 15. Mai die Kontrolle über Ryūkyū- und Daitō-Inseln (Präfektur Okinawa) an Japan zurück.

Januar mini|hochkant|Kurt Waldheim

1. Januar: Nello Celio wird Bundespräsident der Schweiz. 1. Januar: Der indonesische Präsident Hadji Mohamed Suharto erlässt eine Teil-Amnestie für die Putschisten von 1965. 1. Januar: Polen und die DDR führen den pass- und visafreien Grenzverkehr ein. 1. Januar: Kurt Waldheim wird Generalsekretär der Vereinten Nationen. 10. Januar: Scheich Mujibur Rahman verkündet in Dhaka die Loslösung des formell bereits unabhängigen Bangladeschs von West-Pakistan und übernimmt die Regierungsbildung. 15. Januar: Margrethe II. wird Königin von Dänemark. 17. Januar: Bangladesch erhält seine endgültige Staatsflagge. 18. Januar: Bahrain wird Mitglied in der UNESCO. 27. Januar: Katar wird Mitglied in der UNESCO. 28. Januar: Regierungschefs des Bundes und der Länder beschließen den sogenannten Radikalenerlass 30. Januar: Nordirischer Blutsonntag 30. Januar: Pakistan tritt aus dem Commonwealth aus.

Februar 10. Februar: Oman wird Mitglied der UNESCO. 11. Februar: Ra’s al-Chaima tritt als siebtes und letztes Emirat der ehemaligen Trucial States den im Dezember 1971 entstandenen Vereinigten Arabischen Emiraten bei. 11. Februar: Der Deutsche Fernsehfunk wird in Fernsehen der DDR umbenannt. 15. Februar: In der Oslo-Konvention einigen sich zwölf europäische Atlantik-Anrainerstaaten auf Maßnahmen zur Verhütung weiterer Meeresverschmutzung. 19. Februar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Singapur 22. Februar: Chalifa bin Hamad Al Thani übernimmt die Staats- und Regierungsgewalt in Katar. 23. Februar: Ein Lufthansa-Flugzeug wird nach Aden entführt; arabische Terroristen fordern ein Lösegeld von umgerechnet 16 Millionen D-Mark. 25. Februar: Die deutsche Bundesregierung beendet durch Zahlung eines Lösegeldes von fünf Millionen US-Dollar die Flugzeugentführung eines Jumbo-Jets durch arabische Terroristen nach Aden (Südjemen). 27. Februar: Die Regierung des Sudan und südsudanesische Rebellen unterzeichnen das Addis-Abeba-Abkommen, welches den ersten Bürgerkrieg im Südsudan beendet.

März 1. März: Die Grenzen des Wachstums des Club of Rome erscheint 9. März: In der Abstimmung über das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft gibt es in der Volkskammer der DDR bis zur späteren Wende die ersten und einzigen Gegenstimmen. Neben 14 religiös motivierten Neinstimmen aus den Reihen der Ost-CDU werden noch acht Enthaltungen gezählt.

April 20. April: Die Vereinigten Arabischen Emirate werden Mitglied in der UNESCO 23. April: In einem Referendum in Frankreich stimmen 68,3 Prozent der Abstimmenden der geplanten Erweiterung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (Beitritt des Vereinigten Königreichs, Irlands, Dänemarks und Norwegens – letzterer aber dann nicht realisiert) zu. 27. April: Ein Konstruktives Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt, das Rainer Barzel als Nachfolger vorschlägt, schlägt fehl. 29. April: Erste deutsche Schwulendemo in Münster

Mai 10. Mai: In einem Referendum in Irland stimmt eine Mehrheit für den Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften. 20. Mai: Volksabstimmung zur Vereinigten Republik Kamerun 22. Mai: Ceylon gibt sich eine neue Verfassung und wird eine Republik unter dem Namen Sri Lanka 26. Mai: Richard Nixon und Leonid Breschnew unterzeichnen die SALT I Verträge. 30. Mai: Beim Massaker am Flughafen Lod töten japanische Terroristen 26 Menschen.

Juni 1. Juni: Irak (unter Ahmad Hasan al-Bakr) verstaatlicht die gesamte Erdölindustrie. 1. Juni: Andreas Baader und andere Mitglieder der Rote Armee Fraktion werden in Frankfurt am Main nach einer Schießerei verhaftet. 3. Juni: Das Transitabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten Bundesrepublik Deutschland und DDR tritt in Kraft. 5. Juni: Eröffnungstag der ersten Weltumweltkonferenz in Stockholm, wird seitdem alljährlich als Weltumwelttag gefeiert. 6. Juni: In Hwange, Simbabwe kommt es zu einer Methanexplosion in der dortigen Kohlemine. Das Wankie coal mine disaster ist eines der größten das jemals geschah. 427 Menschen kamen dabei ums Leben. 7. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Marokko 8. Juni: Ägypten. Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland 8. Juni: das weltbekannte Foto des durch einen Napalmangriff schwer verletzten 9-jährigen vietnamesischen Mädchens Phan Thị Kim Phúc entstand 9. Juni: Der Bundestag beschließt die Absenkung des aktiven Wahlalters auf 18 Jahre 15. Juni: Ulrike Meinhof und Gerhard Müller von der Rote Armee Fraktion werden in der Wohnung eines Lehrers bei Hannover verhaftet (siehe hier) 16. Juni: In Stockholm endet die erste Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen. Sie wird als Beginn einer internationalen Umweltpolitik angesehen. 17. Juni: Einbruch ins Watergate-Gebäude in Washington D.C., Auslöser der Watergate-Affäre

Juli 1. Juli In Bayern tritt das Gesetz zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung in Kraft. Die Anzahl der Landkreise und kreisfreien Städte verringert sich dadurch von 143 auf 71; 23 von zuvor 48 kreisfreien Städten verlieren ihre Kreisfreiheit. In der Folge verringert sich bis 1978 noch die Anzahl der kreisangehörigen Gemeinden von 6962 auf 2031.

August 10. August: Über dem amerikanischen Bundesstaat Utah tritt der Meteorit US19720810 in die Erdatmosphäre ein, nähert sich der Erde bis auf minimal 53 Kilometer und verlässt die Erdatmosphäre nach etwa 1 ½ Minuten wieder. Der als leuchtender „Feuerball“ sichtbare Himmelskörper ist das erste, eindeutig dokumentierte Ereignis dieser Art. 16. August: In Rabat putschen Offiziere gegen König Hassan II. und rufen die Republik Marokko aus. Der Aufstand scheitert, Innenminister Mohammed Oufkir begeht nach offizieller Darstellung Suizid.

September 5. September: München. Geiselnahme von München: Acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ nehmen elf Athleten des israelischen Olympiateams als Geiseln und fordern die Freilassung von 232 Palästinensern. Die Geiselnahme endet mit einer gescheiterten Geiselbefreiung auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck, bei der alle Geiseln, fünf Terroristen und ein Polizist sterben. 14. September: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen 20. September: Willy Brandt stellt im Bundestag die Vertrauensfrage, die von diesem abschlägig beantwortet wird: Es finden vorgezogene Neuwahlen statt. 20. September: Die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln im österreichischen Bundesland Kärnten fördert den Ortstafelstreit. Noch in der Nacht setzt der Ortstafelsturm ein. 25. September: Die Norweger lehnen mit 54 % in einer Volksabstimmung den Beitritt zur EWG ab.

Oktober 2. Oktober: Bei einer Volksabstimmung in Dänemark stimmt eine Mehrheit von 63,3 Prozent für den EWG-Beitritt des Landes. 5. Oktober: Die Partei „Front National“ wird im Salle des Horticulteurs in Paris gegründet. 7. Oktober: Der erste Uganda-Tansania-Krieg endet nach somalischer Vermittlung mit einem Waffenstillstand. 10. Oktober: Watergate-Affäre: FBI-Agenten teilen mit, dass der Einbruch ins Hauptquartier der Demokraten Teil einer politischen Sabotageaktion des Weißen Hauses sei 27. Oktober: Bangladesch wird Mitglied in der UNESCO 29. Oktober: Das Ehrenmal des Deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz wird eingeweiht

November 7. November: Richard Nixon besiegt George McGovern in den US-Präsidentschaftswahlen mit großem Stimmenvorsprung mini|Wahlabend der Bundestagswahl 1972

Am 14. November wird Johannes-Leo Hoffmann (1941–1972) als erste Person bei einem Fluchtversuch aus der DDR über die innerdeutsche Grenze in Richtung Bundesrepublik durch eine von der DDR dort installierte Selbstschussanlage getötet. 19. November: Die erste vorgezogene Bundestagswahl der Bundesrepublik findet statt; die SPD unter Willy Brandt erhält erstmals mehr Wählerstimmen als die CDU mit Kanzlerkandidat Rainer Barzel; Brandt bleibt Bundeskanzler (Kabinett Brandt II). 24. November: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien

Dezember 14. Dezember: Willy Brandt wird vom Deutschen Bundestag ein zweites Mal zum Bundeskanzler gewählt. 18. Dezember: Abkommen über gegenseitige Unterstützung in Zollangelegenheiten zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Schweden 18. Dezember: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen 21. Dezember: Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen der DDR und der Bundesrepublik 28. Dezember: Die sterblichen Überreste von Martin Bormann werden in Berlin identifiziert 31. Dezember: Portugal tritt aus der UNESCO aus

Tag unbekannt Kim Il-sung wird Präsident Nordkoreas

Wissenschaft und Technik 29. Januar: Das Kernkraftwerk Stade geht ans Netz. 4. Februar: Die Raumsonde Mariner 9 sendet Bilder vom Mars. 3. März: Start der Raumsonde Pioneer 10 16. April: Start der Apollo-16-Mission 30. Juni Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig fügt erstmals in Deutschland nach 23:59:59 eine Schaltsekunde ein. 1. August: Das mit 100 m Durchmesser bis dahin größte frei bewegliche Radioteleskop der Welt wird bei Effelsberg in Betrieb genommen.