Ga Gabelsbergerstraße, Nordend Franz Xaver Gabelsberger (1789–1849), Erfinder des flüchtigen (grafischen oder kursiven) Kurzschriftsystems und damit der Vorläufer der heute gebräuchlichen Deutschen Einheitskurzschrift.

Gabriel-Riesser-Weg, Bockenheim Gabriel Riesser (1806–1863), Hamburger Jurist, Politiker und Vorkämpfer der Emanzipation der Juden in Deutschland, Vize-Präsident der Deutschen Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche.

Gagernstraße, Bornheim und Ostend Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern (1799–1880), liberaler deutscher Politiker, zur Zeit der bürgerlichen Märzrevolution 1848 hessischer Ministerpräsident. Präsident der Deutschen Nationalversammlung 1848 in Frankfurt.

Galgenstraße, Bonames Nach dem Erwerb von Bonames 1371 ließ die Stadt Frankfurt zum Zeichen der Hohen Gerichtsbarkeit dort einen Galgen errichten, der 1482 und 1537 erneuert wurde. Dies geschah traditionell zum Zeichen der Abschreckung. Über Urteilsvollstreckungen ist nichts bekannt. Es wird berichtet, dass die meiste Zeit nur die abgefaulten Stümpfe des Galgens zu sehen waren. Für die umliegenden Ortschaften war nicht Frankfurt, sondern das Landgericht „zum Stulen“ auf Kalbacher Gemarkung zuständig.

Gallusanlage, Bahnhofsviertel (1933–1945 Adolf-Hitler-Anlage) Beim Bau des Frankfurter Hauptbahnhofs auf dem früheren Galgenfeld – dort stand einstmals der Frankfurter Galgen – wurde aus der Mischung zwischen dem mundartlichen Galje und St. Gallus 1852 die neue Bezeichnung Gallusanlage. Schon kurz nach der Machtergreifung wurde diese Prachtstraße dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (1889–1945) gewidmet.

Galvanistraße, Bockenheim Luigi Galvani (1737–1798), italienischer Arzt, Anatom und Biophysiker. Galvani studierte anfangs Theologie, später Medizin, wurde 1762 Professor der Medizin zu Bologna und 1775 der praktischen Anatomie. Durch Zufall entdeckte er den nach ihm benannten Galvanismus und schuf durch seine Beobachtungen die Voraussetzungen für die Galvanischen Zellen.

Ganghoferstraße, Dornbusch Ludwig Ganghofer (1855–1920), deutscher Schriftsteller, der durch seine Heimatromane bekannt geworden ist. Viele davon, z. B. Der Klosterjäger, Der Jäger von Fall, Das Schweigen im Walde wurden noch in den Jahren nach 1950 mit großem Erfolg verfilmt.

Gangstraße, Bergen-Enkheim, verläuft zuerst nördlich von der Marktstraße bis zur Kreuzung Am Weißen Turm/Schalksbornstraße, um anschließend rechtwinklig nach Osten bis an die Haingasse fortzufahren. Um die Versorgung der Soldaten auf den Mauern und Türmen der Befestigung mit Proviant und Munition sicherzustellen, durften die Häuser nicht direkt bis an die Mauer heranreichen, sondern es musste ein Gang frei bleiben.

Garküchenplatz, Altstadt Östlich des Doms lagen ein christlicher und ein jüdischer Friedhof, bis etwa 1570 die Garküche zur Versorgung auswärtiger Messegäste errichtet wurde. Bei den Bombenangriffen des Jahres 1944 wurden die Häuser am Garküchenplatz restlos zerstört. Der Wiederaufbau nach dem Krieg folgte nicht den alten Umrissen des Platzes, so dass dieser Straßenname nach 1944 nicht mehr verwendet wurde.

Gartenstraße, Sachsenhausen Von Ost nach West verlaufende Straße südlich des Mains. Der Namen erinnert an die früher dort bestehenden Gärten, zum Teil mit Sommervillen, die damals vor den Toren der Stadt lagen.1849 von Osten her ab dem Oppenheimer Platz festgelegt, seit 1877 über die Schweizer Straße verlängert und 1881–1936 bis zur Vogelweidstraße bebautHeinz Schomann: Das Frankfurter Malerviertel und der Aufstieg von Sachsenhausen. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 150.

Gaugrafenstraße, Rödelheim Unter fränkischer Herrschaft wurde das gesamte damalige Reich in Gaue aufgeteilt. Ein Gaugraf stand als oberster königlicher Beamter an der Spitze eines Gaues, dem mehrere Zentmarken, sprich Hundertschaften, angehörten. Er war gleichzeitig auch oberster Richter und Führer eines Heerbanns. Rödelheim war Sitz der Grafschaft des Niddagaues.

Gauguinweg, Kalbach Paul Gauguin (1848–1903), französischer Maler, dessen Werke zu den bekanntesten und bedeutendsten der Welt gehören. Besonders einprägsam seine auf Tahiti gemalten Bilder der dortigen Einheimischen.

Gaußstraße, Nordend Johann Carl Friedrich Gauß (1777–1855), deutscher Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker mit einem breit gefächerten Feld an Interessen. Er wird als einer der wichtigsten Mathematiker betrachtet und als Fürst der Mathematik bezeichnet.

Ge Gebeschusstraße, Höchst und Unterliederbach Dr. Eugen Gebeschus, Rechtsanwalt und Notar, war Bürgermeister der Städte Höchst (1888 bis 1893) und Hanau. Ehrenbürger der Stadt Frankfurt.

Gebrüder-Hommel-Anlage, Eckenheim Adam Hommel (1894–1956) und Jakob Hommel (1900–1977), Sportidole des SV Victoria, später fusioniert in die SV Viktoria Preußen 07, Adam als Ringer, Jakob als Fußballer. Als zu Beginn des Nationalsozialismus 1933 viele Sportvereine verboten wurden, sorgten die Gebrüder Hommel dafür, dass die vereinslos gewordenen Sportler in ihren SV Victoria aufgenommen wurden, der sowohl bei den Ringern als auch im Fußball lange Zeit eine sehr gute Figur machte.

Gebrüder-Wright-Straße, Bockenheim Die Gebrüder Wright, Orville (1871–1948) und Wilbur Wright (1867–1912) sind die Erfinder des motorgetriebenen Flugzeuges und führten die ersten gesteuerten Motorflüge der Welt nach dem Prinzip „schwerer als Luft“ durch.

Gederner Straße, Eckenheim Gedern, Kleinstadt am Rande des Vogelsbergs, im Osten des Wetteraukreises

Geibelstraße, Ostend Emanuel Geibel (1815–1884), deutscher Lyriker. Den meisten Leuten wird zu ihm höchstens noch sein Volkslied „Der Mai ist gekommen“ einfallen.

Geierskopfweg, Zeilsheim Geierskopf, 549 m hoher Berg im Spessart

Geigerstraße, Eschersheim (1935–1945 Heussenstammstraße) Justizrat Dr. Berthold Geiger (1847–1919), war von 1881 bis 1904 Stadtverordneter jüdischen Glaubens. 1953 wurde in Eschersheim eine andere Straße nach Dr. Karl Moritz Heussenstamm benannt. Siehe Heussenstammstraße.

Geiselsteinweg, Preungesheim Der Geiselstein, 720 m hoher Berg im Vogelsberg.

Geisenheimer Straße, Schwanheim Geisenheim am Rhein, zwischen Wiesbaden und Rüdesheim im Rheingau-Taunus-Kreis gelegen. Bekannt durch den dort betriebenen Weinanbau.

Geisgässchen, Altstadt Ein nicht mehr existierendes Sträßchen, das vom Trierischen Hof nach Süden zur Schnurgasse (heute: Berliner Straße) führte, etwas westlich der heutigen Hasengasse.

Geißbockzeil, Seckbach (alt) Ziegenbockzeile, ein Name, der an die Vergangenheit Seckbachs erinnert. Von den Seckbachern wurden seinerzeit sehr viele Ziegen gehalten. Zeil bezeichnet im Allgemeinen eine einzeilig bebaute Straße.

Gelastraße, Seckbach Gela, die Geliebte des Kaisers Barbarossa, soll der Sage nach Gründerin der Stadt Gelnhausen sein.

Gelbehirschstraße, Innenstadt Im Haus „Zum Gelben Hirsch“, einem Hof in der Großen Friedberger Gasse, konnten die schwer beladenen Planwagen ausspannen.

Geleitstraße, Sachsenhausen Um die zu den Messen anreisenden Kaufleute vor räuberischen Überfällen zu schützen, hatte der Kaiser im 14. Jahrhundert die Landesherren verpflichtet, diesen gegen Bezahlung eines „Geleitgeldes“ bewaffnetes Geleit zu gewähren. Innerhalb der Stadt Frankfurt waren dann die Frankfurter Schultheißen für Ordnung und Sicherheit zuständig. Die Zuständigkeiten für besagte Sicherheit wechselten bei den „Geleitsteinen“, von denen einer am Wendelsplatz stand.

Gelnhäuser Gasse, Altstadt Die zweite Parallelstraße westlich der Fahrgasse, zwischen Lindheimer Gasse und Steingasse gelegen, führte wie diese von der Töngesgasse zur Schnurgasse (Berliner Straße). Im Bereich der Hausnummern 17 bis 25, auf der westlichen Straßenseite, lag das winzige Gelnhäuser Plätzchen. Gelnhausen ist eine alte Reichsstadt an der Kinzig östlich von Frankfurt.

Gelnhäuser Straße, Eckenheim Die Barbarossastadt Gelnhausen, ehemalige freie Reichsstadt, seit 2005 Sitz der Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises.

Gemündener Straße, Sachsenhausen Gemünden am Main, im Landkreis Main-Spessart / Bayern

Genfer Straße, Bonames Genf bzw. Genève, Großstadt in der französischsprachigen Schweiz, am Genfersee/Lac Léman. Genf ist Sitz vieler internationaler Organisationen und bedeutende Bankenstadt.

Georg-Allgaier-Straße, Kalbach Georg Allgaier (1882–1946), Unternehmer in Uhingen, 1906 Gründer einer Stanzwerkzeugfirma, die ab 1946 auch Traktoren für die Landwirtschaft herstellte, diese Sparte aber längst aufgegeben hat. Die Allgaier Werke GmbH sind heute eine Auto-Zulieferfirma.

Georg-Baumgarten-Straße, Flugplatz Georg Baumgarten (1837–1884), Luftschiffpionier

Georg-Büchner-Straße, Nieder-Eschbach Karl Georg Büchner (1813–1837) war ein deutscher Revolutionär, Schriftsteller und Naturwissenschaftler. Berühmt seine Flugschrift Friede den Hütten! Krieg den Palästen!, die die Obrigkeit mit einem Haftbefehl beantwortete, dem er sich mit seiner Flucht nach Straßburg entzog. An der Universität Zürich erhält als 23-Jähriger er die Doktorwürde und Lehrbefugnis, stirbt aber schon bald danach an Typhus.

Georg-Esser-Anlage, Eckenheim Georg Esser (1910–2004), Eckenheimer Heimatforscher.

Georg-Heck-Weg, Nied Georg Heck (1897–1982), Kunstmaler und Impressionist aus Nied, war ein Meisterschüler von Max Beckmann. Zur Zeit des Nationalsozialismus als „entarteter Künstler“ verfemt, seine Werke wurden teilweise öffentlich verbrannt, sein Wandfresco im I.G.-Farben-Haus, heute Universität, überpinselt.

Georg-Speyer-Straße, Bockenheim (1933–1945 Parsevalstraße) Der Bankier Georg Speyer (1835–1902), jüdischer Chef des Bankhauses Lazard-Speyer-Ellissen, stellte mit seiner Frau Franziska der Stadt Frankfurt die immense Summe von sechs Millionen Mark für kulturelle und Wohlfahrtszwecke zur Verfügung. Mit dieser Finanzspritze konnte u. a. das „Georg-Speyer-Haus“ als Forschungsstätte für die Chemotherapie gebaut werden. Prof. August von Parseval (1861–1942), Major, Luftschiffbauer wurde 2003 im Stadtteil Bockenheim eine neue Parsevalstraße gewidmet.

Georg-Treser-Straße, Oberrad Georg Treser, Oberräder Stadtverordneter, Magistratsmitglied, Dezernent der Stadtwerke von 1946 bis 1964.

Georg-Voigt-Straße, Westend-Süd (bis 1947 Roonstraße) Dr. Georg Voigt (1866–1927), Frankfurter Oberbürgermeister von 1912 bis 1924, also vor allem während des Ersten Weltkrieges. Ihm gelang es, die schwierigen Finanzen der Stadt wieder in Ordnung zu bringen. Bereits 1935–1945 war die heutige Friedlebenstraße nach ihm benannt worden. Albrecht von Roon (1803–1879) war preußischer Kriegsminister.

Georg-Wolff-Straße, Heddernheim Prof. Dr. Georg Wolff (1845–1929), Lehrer am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt, Ausgräber der Römerstadt Nida-Heddernheim, bedeutende Beiträge zur Archäologie der Wetterau.

Gerauer Straße, Niederrad Groß-Gerau, Kreisstadt südwestlich von Frankfurt.

Gerbermühle, Oberrad und Gerbermühlstraße, Sachsenhausen Die in Goethes Faust I erwähnte und bereits seit 1311 nachweisbare Gerbermühle gehörte zum Strahlenberger Hof. Sie war zeitweise im Besitz des Bankiers Johann Jakob von Willemer und dessen Frau Marianne (siehe Mariannenstraße)

Gerhard-Domagk-Straße, Kalbach-Riedberg Gerhard Domagk (1895–1964), deutscher Pathologe und Bakteriologe; er führte die Sulfonamide in die Chemotherapie der bakteriellen Infektionen ein. Für die Entdeckung der antibakteriellen Wirkung des Sulfonamids Prontosil erhielt er 1939 den Nobelpreis für Medizin zugesprochen, den er aus politischen Gründen erst 1947 in Empfang nehmen durfte

Gerhart-Hauptmann-Ring, Niederursel Gerhart Hauptmann (1862–1946), wichtiger deutscher Schriftsteller des Naturalismus. 1912 Nobelpreis für Literatur. Berühmt sein sozialkritisches Theaterstück Die Weber, aber auch die Tragikomödie Die Ratten.

Gerlachstraße, Höchst Der Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau setzte 1356 bei Kaiser Karl IV. die Erhebung des zu Kurmainz gehörenden Ortes Höchst zur Stadt durch. Er ließ anschließend eine Wasserburg, Vorläuferin des Höchster Schlosses, bauen.