La Lachnerstraße, Fechenheim Die drei Brüder Lachner waren alle Komponisten und Kapellmeister aus Rain. Vinzenz Lachner (1811–1893) wurde ca. 1845 Musikdirektor in Frankfurt, sein Bruder Ignaz Lachner (1807–1895) wurde 1861 als Kapellmeister engagiert, während der bekannteste von ihnen, Franz Paul Lachner (1803–1890) hier nicht in Erscheinung trat.
Lachweg, Eschersheim Das mhd. Wort Lache bedeutet „Pfütze“Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 23. Auflage, 1999. Der Lachweg führt über den Lachgraben, von dem er häufig überschwemmt wurde. Die vormalige Römerstraße führte von Heddernheim (Römerstadt Nida) über den Berkersheimer Weg nach Bad Vilbel (Römische Thermen Bad Vilbel) und von dort an den Limes zum Kastell Altenstadt.
Ladenburgstraße, Dornbusch Kommerzienrat Ernst Ladenburg (1854–1921), langjähriger Stadtverordneter in Frankfurt, von 1919 bis 1921 Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt.
Lahmeyerstraße, Riederwald Wilhelm Lahmeyer (1859–1907), Frankfurter Industrieller, gründete 1890 das Unternehmen Wilhelm Lahmeyer & Co., das 1893 auf die Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co. fusionierte. Die später in Lahmeyer AG umbenannte Firma wurde 1997 mit der RWE-Tochter Rheinelektra vereinigt.
Lahnstraße, Gallus Die Lahn, 242 km langer Nebenfluss des Rheins, entspringt im Rothaargebirge/Nordrhein-Westfalen, passiert in Hessen die Städte Marburg, Gießen, Wetzlar, Weilburg und Limburg, um dann in Rheinland-Pfalz bei Lahnstein in den Rhein zu münden. Vor allem Kanufahrer und Radwanderer genießen seinen Streckenverlauf.
Lamboystraße, Sachsenhausen Guillaume de Lamboy († 1659), kaiserlicher General im Dreißigjährigen Krieg, befreite 1635 Sachsenhausen von einem schwedischen Heer. 1635/1836 belagerte er Hanau, wurde aber durch ein hessisch-schwedisches Heer zum Abzug gezwungen. In Erinnerung an die Befreiung wird dort das Lamboyfest gefeiert, außerdem ist ein Stadtteil nach ihm benannt.
Landauer Straße, Nied Landau (Pfalz), kreisfreie Stadt und Sitz des Landkreises Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz
Länderweg, Sachsenhausen Weg zwischen den Gemüseländern Richtung Oberrad
Landgraben, Bergen-Enkheim Zur Sicherung vor Räubern, Dieben und Raubrittern entstanden im Mittelalter so genannte Landwehren, die mit Gräben und dazwischen angepflanztem Gebück aus miteinander verschlungenen Dornenhecken den Angreifern das Leben etwas schwerer machen sollten.
Landgrafenstraße, Bockenheim Vor seiner Eingemeindung 1895 gehörte Bockenheim den Grafen von Hanau, später den Landgrafen von Hessen-Kassel.
Landgraf-Philipp-Straße, Eschersheim Landgraf Philipp von Hessen, genannt der Großmütige (1504–1567), Vorkämpfer der Reformation, 1527 Gründer der Universität Marburg, der ersten protestantischen Hochschule, 1531 Mitgründer des Schmalkaldischen Bundes
Landgraf-Wilhelm-Straße, Eschersheim Landgraf Wilhelm von Hessen (1532–1592), Sohn von Landgraf Philipp, begründete die Linie Kassel des hessischen Fürstenhauses Hessen-Kassel, ließ in Kassel die erste Sternwarte Mitteleuropas errichten.
Landvogtstraße, Dornbusch In der Hohenstaufenzeit wurden für größere Bezirke Landvögte eingesetzt. Einer davon war u. a. für die Wetterau und Frankfurt zuständig. Graf Ulrich I. von Hanau wurde um 1300 für dieses Amt benannt.
Langenhainer Straße, Gallus Langenhain, Stadtteil von Hofheim am Taunus im Main-Taunus-Kreis
Langenselbolder Straße, Fechenheim Langenselbold, Stadt im Main-Kinzig-Kreis
Lange Schirn, Altstadt Die Gasse der Metzger führte vom Markt zur Saalgasse. Schirnen waren im alten Frankfurt kleine Buden, in denen Metzger und andere Handwerker ihre Erzeugnisse verkauften. Der Name der ehemaligen Gasse stand Pate für die in den 1980er Jahren gebaute Kunsthalle Schirn.
Langheckenweg, Eschersheim/Dornbusch Nach einem alten Flurnamen, der an den einstigen Heckwald um den heutigen Eschersheimer Wasserturm erinnert.
Langobardenweg, Unterliederbach Die Langobarden, ein germanischer Volksstamm, siedelte sich in der Zeit der Völkerwanderung um 568 erfolgreich in der Lombardei an und assimilierte sich mit der dortigen Bevölkerung.
Langweidenstraße, Hausen Hier sollen Weidenbäume gestanden haben, die für die Korbmacher das Material lieferten.
Lassallestraße, Riederwald (mind. ab 1918–1928 Maaßenstraße, 1933–1945 Tannenbergstraße) Ferdinand Lassalle (1825–1864), deutscher Schriftsteller, Politiker, Staatssozialist und Arbeiterführer, gilt als einer der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie. Die Straße ist ab 1921 im amtlichen Adressbuch verzeichnet, zunächst aber unbebaut. Karl Georg Maaßen, Mitschöpfer des Deutschen Zollvereins. Die zunächst unbebaute Straße ist im Großen-Verkehrsplan Frankfurt am Main mit Vororten, einer Beilage zum amtlichen Adreßbuch von 1918 für Frankfurt am Main und Umgebung, im neuen Stadtteil Riederwald eingetragen. Sie erstreckt sich zwischen der Lahmeyerstraße und der Friedrich-List-Straße, ist also kürzer als die heutige Lassallestraße. Erste Bewohner der Maaßenstraße weist das 1921er Adressbuch aus. Laut dem Adressbuch des Jahres 1928 wohnen die bisherigen Bewohner der Maaßenstraße nunmehr in der Lasallestraße, die damit verlängert wurde. In der Nazidiktatur wird die demokratisch legitimierte Ehrung für den Sozialisten Lassalle rückgängig gemacht (der zudem aus einer jüdischen Familie stammte). Stattdessen wird mit dem Namen Tannenbergstraße an einen deutschen Sieg über die russische Armee in der Schlacht bei Tannenberg (1914) erinnert. Dieser nicht ganz zutreffende Propagandabegriff aus dem 1. Weltkrieg sollte die historische Niederlage gegen Polen und Litauer in der Schlacht bei Tannenberg (1410) überschreiben.
Laubestraße, Sachsenhausen Heinrich Laube (1806–1884), Dichter und Dramaturg, war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung 1848.
Launhardtstraße, Ostend (bis 1933 Göringstraße) Wilhelm Launhardt (1832–1918), Bauingenieur für das Eisenbahn- und Brückenbauamt, Rektor der Technischen Hochschule Hannover, Volkswirtschaftler.
Launitzstraße, Sachsenhausen Eduard Schmidt von der Launitz (1797–1869), Bildhauer, Schöpfer des Gutenberg-Denkmals am Roßmarkt und anderer Plastiken im Stadtgebiet
Laurentiusstraße, Bergen-Enkheim Benannt nach dem Kirchenpatron der Bergen-Enkheimer evangelischen Kirchen, dem Heiligen Laurentius, eingedeutscht Lorenz, der um 258 den Märtyrertod starb.
Lausitzstraße, Niedererlenbach Die Lausitz ist eine deutsch-polnische Grenzregion im südlichen Brandenburg, dem östlichen Sachsen und dem polnischen Niederschlesien.
Lauterbacher Straße, Fechenheim Lauterbach (Hessen), Kreisstadt im Vogelsbergkreis, wo man gerne seine Strümpfe verliert (siehe Lauterbacher Strumpflied) und Strolche verzehrt – denn unter dem Namen Lauterbacher Strolch wurde dort der erste deutsche Camembert hergestellt. Ausgangspunkt des Vulkanradwegs auf einer ehemaligen Bahnstrecke
Le
Leberecht-Migge-Anlage, Kalbach-Riedberg Leberecht Migge (1881–1935), deutscher Landschaftsarchitekt und Autor, Förderer und Weiterentwickler der Gartenstadt; Zusammen mit Ernst May und dem Gartenbaudirektor Max Bromme gestaltete er den Übergang von der Frankfurter Kernstadt zu den neuen Siedlungen in der Peripherie. Die Gärten und Grünanlagen der Römerstadt-Siedlung sind ein bekanntes Beispiel für diese Zusammenarbeit am Projekt Neues Frankfurt.
Legienstraße, Unterliederbach (1933–1945 Wartburgstraße) Carl Legien (1861–1920), Politiker und Gewerkschaftsführer, Reichstagsabgeordneter (SPD), Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) Wartburg, Burg bei Eisenach, in der Martin Luther seine Bibelübersetzung fertigte.
Lehrbergerstraße, Rödelheim (1935–1945 Ganerbenstraße) Israel Lehrberger († 1841) gründete 1796 eine Druckerei in Rödelheim. 1832 übernahm er die von Wolf Heidenheim dort betriebene hebräische Druckerei, die erst 1912 nach Frankfurt verlagert wurde. Ganerbschaft bedeutete im altdeutschen Recht gemeinsames Eigentum mehrerer Erben an einer Sache, hier der Burg in Rödelheim.
Leibbrandstraße, Ostend Karl von Leibbrand (1839–1898), Bauingenieur, Konstrukteur früher Gelenk-Betonbrücken
Leibnizstraße, Nordend Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716), deutscher Philosoph und Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomat, Physiker, Historiker, Bibliothekar, quasi ein Universalgenie seiner Zeit
Leimenrode, Nordend Leim bedeutet hier Lehm. Dieser war in Frankfurt reichlich vorhanden, mit ihm wurden die Wände der Fachwerkhäuser hergestellt.
Leinwebergasse, Fechenheim Nach dem Beruf des Leinwebers, der in Fechenheim stark vertreten war.
Leipziger Straße, Bockenheim (bis 1910 Frankfurter Straße) Benannt nach Frankfurts Partnerstadt Leipzig, mit der sie nicht nur die Buchmesse verbindet. Bekannte und beliebte Einkaufsstraße in Frankfurt-Bockenheim.
Lenaustraße, Nordend Nikolaus Lenau (1802–1850), österreichischer Schriftsteller des Biedermeier
Lenzenbergstraße, Zeilsheim Lenzenberg, 492 m hohe Erhebung bei Niedernhausen im Taunus
Leo-Gans-Straße, Fechenheim (1938–1945 Friedrichshafener Straße) Leo Gans (1843–1935), deutscher Chemiker und Industrieller jüdischer Abstammung; Dank seiner Ideen erlangten die Cassella Farbwerke Mainkur ihre weltweite Bedeutung. Für seine Verdienste als Mäzen und Förderer von Wissenschaft und Kultur wurde er 1928 zum Ehrenbürger ernannt. Friedrichshafen, Kreisstadt im Bodenseekreis
Leonardo-da-Vinci-Allee, Bockenheim Leonardo da Vinci (1452–1519), italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Anatom, Mechaniker, Ingenieur, Naturphilosoph; Er wird als das italienische Universalgenie bezeichnet. Mit der Straßenbenennung wird seine Pionierarbeit in Sachen Flugtechnik gewürdigt.
Leonhard-Heißwolf-Straße, Sossenheim Leonhard Heißwolf, Politiker, Stadtverordnetenvorsteher von 1924 bis 1933, stellvertretender Vorsitzender der SPD im hessischen Landtag ab 1946
Leonhardsgasse, Seckbach Nebenstraße der Wilhelmshöher Straße, führt am Seckbacher Ried vorbei und in ihrer Verlängerung (Gwinnerstraße) in die Seckbacher Niederung.
Leopold-Ehrmann-Straße, Bergen-Enkheim Leopold Ehrmann (1881–1942), jüdischer Taschner, am Vereinsleben sehr aktiv beteiligter Mitbürger und Vorturner im Turnverein Bergen, später dessen Vorsitzender; Leopold Ehrmann kam 1938 in sogenannte Schutzhaft, seine Frau Henny wurde 1942 verschleppt. Sie kam ins KZ Majdanek. Beide gelten als verschollen. Ihrer Tochter Fränze gelang 1939 die Auswanderung in die USA.
Leo-Tolstoj-Straße, Nieder-Eschbach Leo Tolstoj (1828–1910), mit vollem Namen Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, russischer Schriftsteller; Sein Hauptwerk Krieg und Frieden hatte entscheidenden Einfluss auf die Literaturgattung des historischen Romans.
Lepsiusstraße, Griesheim früher Wöhlerstraße Bernhard Lepsius (1854–1934), Direktor der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron von 1899 bis 1910
Lerchesbergring, Sachsenhausen Ausgedehnte Obstgärten am Sachsenhäuser Berg zogen Scharen von Lerchen an, daher der mundartlich verfremdete Namen.
Lersnerstraße, Nordend Patriziergeschlecht, im 17. Jahrhundert geadelt; Herausragende Repräsentanten waren Achilles August von Lersner (1662–1732), der eine Chronik der Stadt Frankfurt verfasste, und sein Sohn Georg August von Lersner (1701–1749), der dieses Werk fortsetzte und vollendete.
Lessingstraße, Westend Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781), wichtigster deutscher Dichter der Aufklärung; Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur wesentlich beeinflusst. Minna von Barnhelm und vor allem Nathan der Weise sind auch heute noch gern gespielte und exemplarische Schauspiele dieses Genres.
Lettigkautweg, Sachsenhausen Lettig oder Letten ist eine schwere, schieferhaltige Tonerde, die sich beim Häuserbau verwenden ließ. Zwischen dem Mühlberg und dem Wendelsweg befand sich eine diesen Lettig enthaltende Kaute = Grube.
Leuchte, Bergen-Enkheim