Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul, amtlich , gehört zur Região Centro-Oeste und liegt im Landesinneren Brasiliens. Die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2020 auf 2.809.394 Einwohner geschätzt.
Geografie mini|BR-267, eine Schnellstraße im Mato Grosso do Sul mini|Wasserfall Boca da Onça mini|Buraco das Araras Mato Grosso do Sul hat im Westen eine Grenze mit Paraguay und Bolivien. Außerdem grenzt es (im Uhrzeigersinn von Norden) an die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Goiás, Minas Gerais, São Paulo und Paraná.
Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul ist mit einer Fläche von 357.125 km² so groß wie die Bundesrepublik Deutschland (357.121 km²). Mit einer Einwohnerzahl von knapp 2,8 Millionen und einer Bevölkerungsdichte von nur 6,9 Einwohnern pro km² ist Mato Grosso do Sul einer der am dünnsten besiedelten Bundesstaaten Brasiliens. Dies liegt auch an der Tatsache, dass nahezu ein Drittel der Fläche des Bundesstaates sumpfiges Überschwemmungsgebiet des Pantanal sind.
Die höchste Erhebung im Bundesstaat Mato Grosso do Sul ist mit 1065 m der Morro Grande.
Die bedeutendsten Flüsse sind: Río Paraguay, Río Paraná, Rio Paranaíba, Rio Miranda, Rio Aquidauana, Rio Taquari, Rio Negro, Río Apa, Rio Correntes. Hier befindet sich auch ein Teil des Feuchtgebietes Pantanal. In der Nähe der Stadt Bonito befinden sich mehrere Wasserfälle, von denen der Boca da Onça mit einer Fallhöhe von 156 m der größte des Bundesstaates ist. Aufgrund fehlender Niederschläge führte er jedoch erstmals im Jahr 2022 über sechs Monate kein Wasser.Sem chuva, maior cachoeira de MS seca folha.uol.com.br, 2. September 2022, abgerufen am 1. November 2023 (portugiesisch).
Das bei Jardim gelegene Buraco das Araras gilt mit einer Tiefe von über 100 m und einem Umfang von rund 500 m als größte Doline Südamerikas.Buraco das Araras: conheça a maior dolina da América do Sul primeirapagina.com.br, 7. Januar 2023, abgerufen am 1. November 2023 (portugiesisch).
Mato Grosso do Sul ist in 79 Gemeinden (municípios) gegliedert. Das brasilianische Statistikamt Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) unterteilt den Bundesstaat in 12 geostatistische Regionen (portugiesisch Regiões geográficas imediatas) und drei geostatistische Großregionen.
Die Hauptstadt ist Campo Grande mit im Jahr 2020 geschätzten 906.092 Einwohnern. Es gibt nur drei weitere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern: Dourados mit 225.495 Einwohnern, Três Lagoas mit 123.281 Einwohnern und Corumbá mit 112.058 Einwohnern.
Geschichte Der Bundesstaat entstand durch eine 1977 beschlossene Abtrennung des südlichen Teils von Mato Grosso. Seit dem 1. Januar 1979 hat Mato Grosso do Sul ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.
Politik
Gouverneur ist seit dem 1. Januar 2023 Eduardo Riedel (PSDB), der bei den Wahlen in Brasilien 2022 gewählt wurde.
Die Legislative liegt bei der Legislativversammlung von Mato Grosso do Sul aus 24 gewählten Abgeordneten. Das Parlamentsgebäude Palácio Guaicurus befindet sich in Campo Grande.
Mato Grosso do Sul entsendet acht Bundesabgeordnete in die Abgeordnetenkammer und drei Senatoren in den Bundessenat des brasilianischen Nationalkongresses.
Wirtschaft und Landwirtschaft Mato Grosso do Sul lebt überwiegend von der Landwirtschaft. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Weizen, Soja, Maniok, Reis und Baumwolle. Außerdem wird Viehzucht (Schweine, Rinder, Hühner) betrieben. Im Bundesstaat wird Kohle gefördert.
Im Vergleich zum landesweiten Wirtschaftswachstum von jährlich 11,2 % im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2010 betrug das Wirtschaftswachstum in Mato Grosso do Sul in dieser Zeit durchschnittlich 11,6 %.Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística – Economia, abgerufen am 3. Januar 2013. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte im Jahre 2010 pro Person 17.766 Reais.Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística – Contas Regionais, abgerufen am 3. Januar 2013.
Bevölkerung Städte Die Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern sind (Einwohnerzahlen geschätzt zum 1. Juli 2020): Campo Grande – 906.092 Dourados – 225.495 Três Lagoas – 123.281 Corumbá – 112.058 Ponta Porã – 93.937 Sidrolândia – 59.245 Naviraí – 55.689 Nova Andradina – 55.224 Aquidauana – 48.029 Maracaju – 48.022 Paranaíba – 42.276 Amambai – 39.826 Rio Brilhante – 38.186 Coxim – 33.459
Indigene Bevölkerung Landkonflikte Ein großer Teil der Guarani-Kaiowá lebt in Mato Grosso do Sul. Auf Kosten der Siedlungsgebiete der Indigenen breiten sich landwirtschaftliche Großbetriebe seit Jahrzehnten immer weiter aus.Conselho Indigenista Missionário (Hg.): As violências contra os povos indígenas em Mato Grosso do Sul. Campo Grande 2011, vor allem S. 56–57 und 106–110. Die Guarani-Kaiowá wehrten sich gegen die Landnahme. Daraufhin wurde im Oktober 2012 ein Anführer der Guaraní, Nísio Gomes, erschossen. Ein Brief der Gemeinde Pyelito Kue / Mbarakay, in dem die Guaraní schildern, dass sie mit dem Tod bedroht werden, wurde von einzelnen brasilianischen Zeitungen als Ankündigung eines Massensuizides missverstanden und machte daraufhin Schlagzeilen über Brasilien hinaus.Wortlaut des Briefes (portugiesisch), abgerufen am 12. März 2013. Massive Proteste u. a. des Conselho Indigenista Missionário (CIMI), dem sich internationale Netzwerke und Organisationen wie Avaaz.org oder Rettet den Regenwald e. V. anschlossen, führten schließlich dazu, dass die nationale Behörde zum Schutz der indigenen Bevölkerung (FUNAI) den Guaraní im Januar 2013 41.571 Hektar Land zusprach. Doch bleibt die Lage sehr angespannt.
Weblinks
Governo do Estado Mato Grosso do Sul, Regierungswebsite (brasilianisches Portugiesisch) Atlas do Desenvolvimento Humano no Brasil – Mato Grosso do Sul, sozialstatistische Angaben (brasilianisches Portugiesisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1977