mini|Blick nach Norden über Bollberg und den angrenzenden Zeitzgrund mit der Janismühle (2005) mini|Blick (aus nördlicher Richtung) über den Zeitzgrund nach Schleifreisen. Im linken Hintergrund das Hochspannungsprüffeld bei Hermsdorf. (1986)
Als Zeitzgrund bezeichnet man das Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet des Zeitzbaches zwischen Hermsdorf (im Osten) und Stadtroda (im Westen). Die waldreiche Gegend gehört zum Thüringer Holzland und weist eine Reihe von Sehenswürdigkeiten auf.
Lage und Nebentäler Der Zeitzbach entspringt nordwestlich von Hermsdorf und fließt in südwestlicher Richtung nach Schleifreisen, um ab hier (hauptsächlich) in westlicher Richtung durch den Zeitzgrund bis nach Stadtroda zu fließen. In Stadtroda mündet der Zeitzbach im Norden von Stadtroda in die Roda, wo diese in einer Kurve aus der Süd-Nord-Richtung nach Westen umbiegt, um unterhalb des Bahnhofes StadtrodaWerner Jähnig, Uwe Träger u. a.: Tourist-Wanderheft Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda, Tourist Verlag, DDR, Berlin/Leipzig 1981, siebente (leicht veränderte) Neuauflage des Brockhaus-Wanderheftes Nr. 89 von 1970 (Hans-Joachim Drafehn); Wanderungen von Stadtroda aus. Durch den Zeitzgrund und das Teufelstal, S. 41 der Saale zuzufließen,Hans-Joachim Drafehn, Erich Krumbholz et al.: Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda, VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Übersichtskarte S. 32–33, Beschreibung S. 60
Der tief eingeschnittene Talteil des Zeitzgrundes zieht sich von Schleifreisen im Osten bis westlich zwischen Papiermühle (Bollberg) in Richtung Stadtroda hin.
Nebentäler des Zeitzgrundes sind Teufelstal (nach Süden) und Läusegrund (nach Norden, bei der Bockmühle). Östlich der Autobahnbrücke „Zeitzgrundbrücke“ (östlich Stadtroda über den Zeitzgrund) mündet von Süden der Nossengrund in das Tal. Weiter östlich liegt die Neumühle. Bei der Papiermühle zweigt nordwärts das Falkental ab, das zum „Breiten Holz“ führt. Von hier gelangt man über Wanderwege auch nach Albersdorf und Waldeck und zum Waldecker Schloßgrund. Im westlichen Teil des Zeitzgrundes zwischen Kursdorfmühle und Papiermühle zweigt versteckt unter der Eisenbahnbrücke nach Norden der Eselsgrund nach Albersdorf ab. Einige hundert Meter westlich der Papiermühle führt vom Zeitzgrund nach Norden der Rabs- oder Raubgrund, an dem beide Rabsburgen liegen, zunächst an seinem Beginn (unterhalb der Großen Rabsburg) durch den Tunnel unter der Eisenbahnlinie hindurch.Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn und Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. S. 48–49, 60–61
Im Nossengrund fließen vereinigt zwei Bäche, von Quirla und von Dorna kommend, als „Nossengraben“ dem Zeitzgrund in nordwestlicher Richtung zu. Durch das Teufelstal fließt dem Zeitzbach von Süden her der Teufelstalbach (und hier von Schleifreisen aus Osten ein unbenannter Nebenbach) bei der Ziegenmühle zu.Willkommen im Sagenhaften Zeitzgrund. (Flyer), ServiceCenter Saaleland / Naturhof Papiermühle / Reiterhof Janismühle / Brauereigasthof Ziegenmühle (Hrsg.), o. J. (zwischen 2017 und 2022). Mit skizzierter Karte des östlichen Zeitzgrundes und Beschreibung von Sehenswürdigkeiten.
Verkehrsanbindung mini|Luftbild des Hermsdorfer Kreuzes im Jahr 2020 (Oben rechts ist Westen und unten links Osten): Unten Stadt Hermsdorf. In linker Bildmitte Reichenbach. Rechts über der Autobahn A9 Schleifreisen mit dem angrenzenden Zeitzgrund (nach Westen / rechts oben verlaufend) und dem nach links oben/Süden zur A4 abzweigenden Teufelstal mit der Teufelstalbrücke und der Autobahnraststätte Teufelstal (rechts oben). In oberer Bildmitte an der A9 (mitten im Wald) die Autobahnraststätte Hermsdorfer Kreuz (östlich des Teufelstales).
Autobahnabfahrten der A4 bestehen bei Quirla/Dorna (Abfahrt Stadtroda mit Autohof, Restaurant und Truck-Stop) mit Straße nach Bollberg und Schleifreisen. Sowie Abfahrt "Hermsdorf-Ost". Über die A9 mit Abfahrt "Hermsdorf-Süd" mit Straße über Mörsdorf nach Bollberg. Und über die Abfahrt Bad Klosterlausnitz nach Bobeck zu den dortigen Parkplätzen.
Ostteil des Zeitzgrundes zwischen Bollberg und Schleifreisen Zufahrtsstraßen bestehen in Schleifreisen sowie in Bollberg. Teile des Tales sind aber für Kfz gesperrt, so dass zwischen beiden Zufahrten eigentlich keine durchgängige (erlaubte) Straße besteht.
Straßenartige Forstwege (beim Pechofen) und Wanderwege ermöglichen den Zugang zum Zeitzgrund zu Fuß oder mit dem Fahrrad von der südlich von Bobeck verlaufenden Landstraße L 1075 (von Bad Klosterlausnitz her). An dieser Straße befinden sich zwei Parkplätze (beim Pechofen und am „Weißen Berg“). An allen gastronomisch oder als Pension betriebenen Mühlen (Papiermühle, Janismühle, Ziegenmühle) des Zeitzgrundes befinden sich weitere Parkplätze und zusätzlich der Parkplatz an den Bockmühlenteichen beim Ort Schleifreisen.
mini|Haltepunkt Papiermühle Über den Bahnhof (Haltepunkt mit Bedarfshalt!) „Papiermühle“ im Tal nahe dem Café in der alten Papiermühle ist das Tal mit der Bahnstrecke Weimar–Jena–Gera (Holzlandbahn) erreichbar. Der Haltepunkt „Papiermühle“ gehört zum Ort Stadtroda-Bollberg.
Westteil des Zeitzgrundes bei Stadtroda und Dorna Dieser flachere Teil des Tales hat keinen Zufahrtsweg für Kraftfahrzeuge. Der Zugang für Wanderer oder Radfahrer erfolgt entweder über Stadtroda oder über dessen Ortsteil Dorna (nördlich von Quirla). Von Ruttersdorf führt jeweils ein Weg/Feldweg/Waldweg (südwestlich) zur Walkmühle bei Stadtroda, (südlich) zur Neumühle (nordwestlich von Dorna) und (südöstlich) zur Kursdorfmühle (nordnordöstlich von Dorna).(Flyer) "Saaleland. Wandern...im Mühltal und Zeitzgrund.", Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland. e.V. (Hrsg.), Kahla 2014. Kurzbeschreibung mit Wanderkarte 1:50'000 ca. DIN A3 (des Karto Graphic Verlag Judit Lenk in Jena). Kartenteil
In Stadtroda führt nahe des Bahnhofes Stadtroda die kurze Straße "Zeitzgrund" vorbei an der Schleifmühle, bis hin zur Walkmühle (westlich der Autobahnbrücke "Zeitzgrundbrücke"). Von der Walkmühle aus führt nur noch ein Weg nach Osten in den Zeitzgrund. Parkplätze liegen am Bahnhof Stadtroda sowie an der Hammermühle in Stadtroda.
Geologie Der Zeitzgrund ist ein Kerbsohlental, das in den Buntsandstein eingeschnitten wurde vom Zeitzbach, einem Zufluss der Roda. In der Sohle der Täler von Zeitzgrund und Teufelstal steht der untere Buntsandstein anAutorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn und Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. S. 48 und 61.
Ein geologischer Aufschluss der Sandsteinschichtung dieser Region befindet sich im Tal der Roda mitten in Stadtroda etwa dort, wo der Zeitzgrund (unterhalb des Bahnhofes Stadtroda) ins Rodatal einmündet. Der Aufschluss steht seit der DDR-Zeit als Naturdenkmal unter Schutz.Werner Jähnig, Uwe Träger u. a.: "Tourist-Wanderheft Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", Tourist Verlag, DDR, Berlin/Leipzig 1981, siebente (leicht veränderte) Neuauflage des Brockhaus-Wanderheftes Nr. 89 von 1970 (Hans-Joachim Drafehn); Kapitel "Stadtroda" S. 38
Der Gesteins-Untergrund dieser Region wird auch Saale-Elster-Platte genannt. Das Naturdenkmal unter dem Bahnhofsberg soll eine Schichtungsstörung/Gesteinsfalte sein. Im Stadtgebiet von Stadtroda existieren weitere sehenswerte geologische Aufschlüsse.„Radwander- und Wanderkarte Mittleres Saaletal, Jena und Umgebung“. 1:35'000, Verlag Dr. Barthel, Borsdorf bei Leipzig, 5. Auflage, o. J. (vor 2025), ISBN 978-3-89591-098-2; Textteil zu Stadtroda
Erhebungen, Aussichtspunkte und Höhenlage Etwas östlich von Ascherhütte liegt am Nordrand des hiesigen Waldes (nördlich des Zeitzgrundes) die Erhebung "Weißer Berg" (375 m) knapp südlich von Bobeck an der hiesigen Landstraße.(Flyer) "Saaleland. Wandern...im Mühltal und Zeitzgrund.", Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland. e.V. (Hrsg.), Kahla 2014. Kurzbeschreibung mit Wanderkarte 1:50'000 ca. DIN A3 (des Karto Graphic Verlag Judit Lenk in Jena), Kartenteil Vom Weißen Berg, in dessen Nähe sich ein Parkplatz an der Landstraße (von Klosterlausnitz nach Westen) befindet, hat man bei klarem Himmel eine Aussicht bis zur Leuchtenburg bei Kahla im Saaletal (also nach Südwesten).Konrad Feix: Der 'Naturlehrpfad' im Zeitzgrund. I. Abschnitt: Hermsdorf Bahnhof-Pechofen, Hubertusquelle.; II. Abschnitt: Hubertusquelle-Große Rabsburg, Papiermühle.; Hermsdorf 2004, erhältlich über die Stadtinformation Hermsdorf. Ohne Seitennummerierungen. Mit zwei skizzierten Wanderkarten und mehreren historischen Abbildungen.
Eine im Wandergebiet aufgestellte Sonnenuhr am "Höhenweg" befindet sich in etwa 330 m ü.NN.
Quellen, Teiche und Wasserfälle mini|Amselfall bei Quirla (2023)
Nahe dem Pechofen befindet sich, südlich von diesem leicht westlich des Läusegrundes, die ungefasste Läusegrundquelle direkt am Rundweg des Zeitzgrundweges ("ZG") von der Ziegenmühle (nordöstlich durch den Wald) zum Pechofen. Im Rabs- oder Raubgrund befindet sich westlich unterhalb der kleinen Rabsburg die ungefasste Rabsgrundquelle (auch: Rabsburgquelle). Nördlich der Janismühle befindet sich am Zeitzgrundweg (Markierung: "ZG") in einem östlichen Nebental des Falkentales die gefasste Hubertusquelle. Und an diesem Rundwanderweg auch der Falkenteich (im Falkental).(Flyer) "Saaleland. Wandern...im Mühltal und Zeitzgrund.", Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland. e.V. (Hrsg.), Kahla 2014. Kurzbeschreibung mit Wanderkarte 1:50'000 ca. DIN A3 (des Karto Graphic Verlag Judit Lenk in Jena). Kartenteil u. a. Die Hubertusquelle ist eine ergiebige Quelle, an der Wanderer sich gerne ihre Trinkflasche auffüllen. Nordöstlich der Bockmühle liegen am Zeitzbach in Richtung Hermsdorf die Bockmühlenteiche(Flyer) "Sagenhafter Zeitzgrund. Sagenreisen im Zeitzgrund. Die alte Holzfrau."; Zeitzgrund Verein sowie Saaleland Thüringen (ServiceCenter Saaleland) und ELER (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes)/Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen. o. J. (vor 2025). Teich bei der Neumühle (nördlich der Bahnlinie Weimar-Gera) Teich östlich der Kursdorfmühle. Hier fließt von Norden ein Bach aus dem Nebental Eselsgrund von Ascherhütte her zu. kleiner Wasserfall Amselfall im oberen/südöstlichen Nossengrund (am Wasserlauf Nossengraben), nahe bei Quirla.
Flora und Fauna Im Tal des Zeitzgrundes wechseln sich Bereiche mit Wald und Bereiche mit Wiesen ab. Der Zeitzbach fließt stellenweise über Geröll oder aber über ein sandiges Bachbett der ausgewaschenen Sande des hiesigen Buntsandsteines.Werner Jähnig, Uwe Träger u. a.: "Tourist-Wanderheft Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", Tourist Verlag, DDR, Berlin/Leipzig 1981, siebente (leicht veränderte) Neuauflage des Brockhaus-Wanderheftes Nr. 89 von 1970 (Hans-Joachim Drafehn); S. 41
Im Westteil des Zeitzgrundes sind um 1970 nahe der Autobahnbrücke "Zeitzgrundbrücke" östlich von Stadtroda die Pflanzen Hasenlattich (Prenanthes purpurea) und Wiesen-Schachtelhalm (Equisetum pratense) dokumentiert, die in dieser Gegend nicht häufig vorkommen. Im Eselsgrund, der zwischen Kursdorfmühle und Papiermühle unter einer Eisenbahnbrücke nach Norden Richtung Albersdorf abzweigt, gibt es viele Farnpflanzen. Waldbeschreibungen des 16. Jh. führen im angrenzenden Teufelstal Fichte, Tanne, Buche und Eiche auf. Im 19. Jh. war es aber weitgehend mit Nadelhölzern aufgeforstet worden, was man in der DDR-Zeit wieder korrigieren wollte. Um 1980 sollen Buchen das Teufelstal dominiert habenWerner Jähnig, Uwe Träger u. a.: "Tourist-Wanderheft Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", Tourist Verlag, DDR, Berlin/Leipzig 1981, siebente (leicht veränderte) Neuauflage des Brockhaus-Wanderheftes Nr. 89 von 1970 (Hans-Joachim Drafehn); Teufelstal S. 42.