Kareem Abdul-Jabbar (* 16. April 1947 in New York City, New York als Ferdinand Lewis Alcindor Jr.) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler. Zwischen 1969 und 1989 spielte er in der National Basketball Association (NBA) für die Milwaukee Bucks und die Los Angeles Lakers.

Die Liste der ihm verliehenen Auszeichnungen ist eine der umfangreichsten aller NBA-Spieler: Sechsmal NBA-Meister, davon zweimal MVP der Finalspiele, sechsmal MVP der regulären Saison, zehnmal All-NBA-First-Team, fünfmal All-NBA-Defensive-First-Team, 19-maliger Rekord-All-Star. Als er seine Karriere beendete, stand er an der alleinigen Spitze von neun NBA-Statistiken: die meisten Punkte überhaupt (38.387), gespielte Saisons (20), erzielte Punkte in den Playoffs (5.762), Ernennung zum MVP (6-mal), gespielte Minuten (57.446), absolvierte Spiele überhaupt (1.560), versuchte Würfe und erzielte Treffer (15.837 von 28.307), und geblockte Würfe (3.189). Für seine Führungsqualitäten erwarb er den Spitznamen Cap, die Kurzform von Captain (dt. „Kapitän“).Kareem Abdul-Jabbar, basketball-reference.com

Abdul-Jabbar wurde 1995 mit der Aufnahme in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame als Spieler geehrt und im Folgejahr zu einem der 50 besten Spieler der NBA-Geschichte gewählt und 2021 ins NBA 75th Anniversary Team. 2016 verlieh ihm Präsident Obama die Presidential Medal of Freedom.

Laufbahn Jugend und Highschool (1961–1965) Kareem Abdul-Jabbar wurde 1947 als Sohn von Lew Sr. und Cora Alcindor im Sydenham Hospital in Harlem, New York City geboren. Bereits im Alter von neun Jahren war Abdul-Jabbar 1,72 m groß. In der achten Klasse maß er bereits 2,04 m und schaffte mühelos einen Slam Dunk. Highschool-Trainern in ganz New York fiel sein Talent auf, und so bekam er Stipendien von privaten Highschools angeboten. Er entschied sich 1961 für die Power Memorial Academy.

Schon in seinem ersten Jahr zählte Abdul-Jabbar zu den besten Spielern der an Basketballtalenten reichen Stadt New York. In der Saison 1961/62 traf er mit seinem Team auf die Linton Highschool aus Schenectady, New York. Power Memorial verlor mit 68:74, und bester Spieler der Gegner war Pat Riley, der später einmal Abdul-Jabbars Trainer bei den Lakers werden sollte. Als Sophomore genoss Abdul-Jabbar beinahe landesweite Bekanntheit. Nach einer Saison mit 19 Punkten und 18 Rebounds pro Spiel wurde Abdul-Jabbar ins All-American-Team des Parade Magazin berufen, als erster Sophomore überhaupt.

Souverän gewann Power Memorial dank Abdul-Jabbar die State Championship von New York 1962. Im Jahr darauf blieb die Mannschaft weiterhin ungeschlagen, und Abdul-Jabbar erreichte die Popularität eines NBA-Spielers. Bei einem Turnier auf dem New Yorker Rucker Park traf er Wilt Chamberlain, und beide wurden enge Freunde. Power Memorial gewann unterdessen auch die State Championship von 1963 ohne Probleme.

Im Januar 1965 hatte Power Memorial bereits 71 Spiele in Serie gewonnen. Die letzte Niederlage lag über zwei Jahre zurück. Da traf man am 31. Januar 1965 im Cole Field House der University of Maryland auf die DeMatha Highschool, und das Unglaubliche geschah: Power Memorial unterlag mit 43:46. Die Partie, die landesweit Titelseiten füllte, gilt vielen als das größte Spiel in der Geschichte des Highschool Basketballs. DeMathas Trainer, Morgan Wootten, wurde später in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame berufen.

Trotz der Niederlage gegen DeMatha gewann Power Memorial auch die State Championship von 1965. Anschließend wählte Abdul-Jabbar unter hunderten angebotener Stipendien ein College aus. Er entschied sich für die University of California in Los Angeles (UCLA), nachdem ihn ein ehemaliger Starspieler der Uni (Jackie Robinson) mehrfach darum bat, und nach einem Besuch auf dem Campus, bei dem Abdul-Jabbar vor allem von Trainer John Wooden fasziniert war. Abdul-Jabbar beendete seine Highschool-Karriere mit insgesamt 2067 Punkten und 2002 Rebounds (beides New York Rekorde). Er gilt als einer der größten Highschool-Basketballspieler.

College (1965–1969) mini|Lew Alcindor 1967 im Trikot der UCLA Bruins Zu der Zeit, als Abdul-Jabbar bei UCLA anfing, war es College-Freshmen nicht erlaubt, für die Hochschulauswahl (engl.: Varsity) zu spielen. Abdul-Jabbar spielte daher in der Saison 1965/66 in der sog. Junior Varsity (JV, zu deutsch etwa Jugendauswahl). In einem Spiel der JV gegen die „echte“ Mannschaft der UCLA gewann das Team von Abdul-Jabbar mit 75:60, und das völlig überraschend, denn UCLA war damals amtierender College-Meister.

Ab dem zweiten Jahr spielte Abdul-Jabbar für die „richtige“ Mannschaft der UCLA. Das Team, das einigen als das beste in der Geschichte des College-Basketballs gilt, blieb das gesamte Jahr ungeschlagen und gewann souverän die Meisterschaft, während Abdul-Jabbar zum besten Spieler des Landes gewählt wurde. Die NCAA fürchtete eine allzu große Dominanz des Centers Abdul-Jabbar und verbot 1967 den Slam Dunk im Spiel. Abdul-Jabbar aber machte aus der Not eine Tugend und eignete sich eine neue Wurftechnik an, den „Hakenwurf“ (engl. hook shot). Dieser Wurf ist durch die hohe Bewegung des Armes nur sehr schwer zu verhindern und war ein Grund für Abdul-Jabbars Dominanz in den Folgejahren.

In seinem Junior-Jahr hatte die UCLA jedoch einen starken Konkurrenten, die University of Houston, mit ihrem Starspieler Elvin Hayes. Am 20. Januar 1968 trafen beide (bis dahin ungeschlagene) Teams im mit über 52.000 Zuschauern ausverkauften Houston Astrodome aufeinander. Das Spiel wurde live im TV übertragen, zum ersten Mal in der Geschichte des College-Basketballs. Abdul-Jabbar, der mit einer Verletzung in das Spiel ging, konnte seine Mannschaft nicht wie gewohnt unterstützen und erzielte nur 15 Punkte. Angetrieben von einem glänzend spielenden Elvin Hayes (39 Punkte, 15 Rebounds) gewann Houston 71:69.

Im NCAA-Tournament unterlag Houston allerdings früh, und so gewann UCLA erneut die NCAA Division I Basketball Championship. Der Titel des besten Spielers ging 1968 aber an Elvin Hayes, der nach der Saison in die NBA wechselte. In seiner Senior-Saison 1968/69 war Abdul-Jabbar wieder konkurrenzlose Nummer 1 im College-Basketball, und so gewann die UCLA den dritten Titel. Abdul-Jabbar beendete seine Karriere mit 2.325 erzielten Punkten als bester Werfer in der Geschichte der UCLA.

NBA (1969–1989) Milwaukee Bucks (1969–1975) Als großer Preis im Draft von 1969 startete Abdul-Jabbar seine Profikarriere. Die Frage, zu welchem Team er wechseln würde, entschied sich zwischen den Phoenix Suns und den Milwaukee Bucks. Die Entscheidung brachte ein Münzwurf, der damals statt der heute üblichen Draft-Lottery veranstaltet wurde. Gewinner waren die Bucks. Doch noch war Abdul-Jabbars NBA-Karriere nicht in trockenen Tüchern. Die Konkurrenzliga ABA hatte 1969 die Draftregeln außer Kraft gesetzt und den New York Nets die Rechte an Abdul-Jabbar zugesprochen, da Abdul-Jabbars Wunsch, in die Heimatstadt zurückzukehren, bekannt war. Abdul-Jabbar bat beide Teams, Vertragsangebote einzureichen, und entschied sich anschließend für das lukrativere Angebot aus Milwaukee. mini|Kareem Abdul-Jabbar (1974) Schon Abdul-Jabbars Rookie-Saison verlief sehr erfolgreich; mit einem Schnitt von 28,8 Punkten und 14,5 Rebounds pro Spiel wurde er als Rookie des Jahres ausgezeichnet. 1970 holten die Bucks Oscar Robertson, eine Verpflichtung, die sich bald bezahlt machen sollte. Denn in der Saison 1970/71 steigerte sich Abdul-Jabbar erneut und wurde mit gerade 24 Jahren zum wertvollsten Spieler der NBA gewählt. In den Playoffs schlugen Abdul-Jabbars Bucks (die damals noch in der Western Conference spielten) die Lakers mit Jerry West und Wilt Chamberlain, sowie die Baltimore Bullets und gewannen die erste Meisterschaft in der Teamgeschichte. Alcindor wurde zum wertvollsten Spieler der Finals gewählt.

In den Folgejahren blieben Abdul-Jabbars Leistungen konstant erstklassig, aber ein erneuter Titelgewinn mit Milwaukee gelang nicht. Ferdinand Lewis Alcindor, der mittlerweile zum Islam konvertiert war und seinen Namen in Kareem Abdul-Jabbar geändert hatte, verlangte 1975 einen Wechsel, da er sich im damals wenig multikulturellen Wisconsin nicht mehr wohl fühlte. Die Bucks willigten ein und sondierten die Angebote für ihren Starcenter. Abdul-Jabbar hoffte auf ein Angebot der New York Knicks. Diese zeigten jedoch kein Interesse, und so wechselte er zu den Los Angeles Lakers.

Los Angeles Lakers (1975–1989) Sowohl 1976 als auch 1977 wurde Abdul-Jabbar zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt, aber einen Meistertitel zu gewinnen, gelang ihm auch mit den Lakers lange Zeit nicht. Das änderte sich, als 1979 ein junger Aufbauspieler namens Earvin „Magic“ Johnson zu den Lakers kam. Mit ihm als kongenialem Partner von Abdul-Jabbar schafften die Lakers den ersten Finaleinzug seit acht Jahren. Im Finale traf man auf die Philadelphia 76ers mit Julius Erving und gewann mit 4:2.

Nachdem Abdul-Jabbar 1985 zum MVP der NBA-Finalserie gewählt wurde, zeichnete Sports Illustrated den 38-Jährigen als Sportler des Jahres aus. Noch ein weiteres Jahr blieb Abdul-Jabbar der wichtigste Spieler der Lakers, dann verlangte sein hohes Alter Tribut. Bei den Meisterschaften von 1987 und 1988 war Magic Johnson zum wichtigsten Spieler geworden. In seiner letzten Saison, 1988/89 wurde Abdul-Jabbar mit 41 Jahren noch einmal ins All-Star Game gewählt, als ältester Spieler überhaupt. Nach den verlorenen Finals gegen die Detroit Pistons beendete Kareem Abdul-Jabbar 1989 seine Karriere mit fünf Meisterschaften für die Lakers und einer für die Bucks.

Statistiken 1.560 Spiele in der regulären Saison (1969–1989) 38.387 Punkte (24,6 im Schnitt; NBA-Spieler mit den zweitmeisten Punkten) und 17.440 Rebounds (11,20) in der regulären Saison (1969–1989) 237 Spiele in den Play-offs 5.762 Punkte und 2.481 Rebounds in den Play-offs 19 All-Star-Spiele 36 Heimsiege in Folge gegen die Kings (1975–1989). Die Serie endete mit seinem Rücktritt Bis Anfang Dezember 1987 verbuchte er in 787 aufeinanderfolgenden NBA-Spielen eine zweistellige Punktausbeute

Assistenztrainer Im September 2005 kehrte der 58-jährige Abdul-Jabbar zu den L. A. Lakers als Assistenztrainer neben Phil Jackson zurück. Davor war er bereits 1999/2000 bei den Los Angeles Clippers als Trainer-Assistent und bei den New York Knicks als Talentsucher tätig.

Erfolge und Auszeichnungen 6× NBA-Champion: 1971, 1980, 1982, 1985, 1987, 1988 2× NBA Finals MVP: 1971, 1985 6× NBA MVP: 1971, 1972, 1974, 1976, 1977, 1980 19× NBA All-Star: 1970–1977, 1979–1989 10× All-NBA First Team: 1971–1974, 1976, 1977, 1980, 1981, 1984, 1986 5× All-NBA Second Team: 1970, 1978, 1979, 1983, 1985 5× NBA All-Defensive First Team: 1974, 1975, 1979–1981 6× NBA All-Defensive Second Team: 1970, 1971, 1976–1978, 1984 NBA Rookie of the Year: 1970 NBA All-Rookie First Team: 1970 2× Bester Korbschütze der NBA: 1971, 1972 1× Bester Rebounder der NBA: 1976 4× Bester Shotblocker der NBA: 1975, 1976, 1979, 1980 50 Greatest Players in NBA History Nr. 33 wird bei den Milwaukee Bucks nicht mehr vergeben Nr. 33 wird bei den Los Angeles Lakers nicht mehr vergeben 3× NCAA Division I Basketball Championship (UCLA Bruins): 1967–1969 3× NCAA Final Four Most Outstanding Player: 1967–1969 3× nationaler College-Basketballspieler des Jahres: 1967–1969 3× Consensus First Team All-American: 1967–1969 Nr. 33 wird bei den UCLA Bruins nicht mehr vergeben 2× Mr. Basketball USA: 1964, 1965 3× First Team Parade All-American: 1963–1965 Presidential Medal of Freedom: 2016

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