Falsches Spiel mit Roger Rabbit (englisch Originaltitel: Who Framed Roger Rabbit, übersetzt „Wer hat Roger Rabbit etwas angehängt?“) ist ein US-amerikanischer Animation/Realfilm aus dem Jahr 1988. Regie führte Robert Zemeckis, während Steven Spielberg Produzent und kreativer Leiter war. Der Film wurde von Amblin Entertainment produziert und von Touchstone Pictures vertrieben. Die Premiere war am 22. Juni 1988.
Handlung In einem fiktiven Los Angeles im Jahr 1947 leben Menschen mit Zeichentrickfiguren, den Toons, zusammen. Zeichentrickfilme werden nicht gezeichnet, sondern in Studios mit den Darstellern aufgenommen. Schauspieler ist auch Roger Rabbit; er ist jedoch mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache und macht daher Fehler. Studioboss R. K. Maroon beauftragt deshalb den heruntergekommenen Privatdetektiv Eddie Valiant, Rogers Ehefrau Jessica Rabbit zu beschatten, die ihn vermutlich hintergeht. Valiant hat zunächst kein Interesse, da vor Jahren sein Bruder und Partner Teddy bei der Verfolgung eines räuberischen Toons durch ein Klavier, das auf seinen Kopf gestürzt wurde, ums Leben gekommen ist; seitdem ist Valiant dem Alkohol verfallen und hat eine starke Abneigung gegen Toons entwickelt. Da er aber Schulden bei seiner Freundin Dolores hat, übernimmt er schließlich den Fall.
Valiant fotografiert Jessica zusammen mit dem Industriellen Marvin Acme beim Backe-Backe-Kuchen-Spiel. Als Roger die Fotos gezeigt werden, dreht dieser durch und läuft aufgeregt davon. Einen Tag später erfährt Valiant, dass Acme angeblich von Roger Rabbit umgebracht wurde: Roger soll Acme einen Tresor auf den Kopf geworfen haben und alle Indizien sprechen gegen ihn. Da Valiant durch die Art des Mordes an den Mord an seinem Bruder erinnert wird und da ausgerechnet Jessica Rabbit persönlich die Unschuld ihres Mannes beteuert, weckt der Fall schließlich doch noch sein Interesse. Zudem entwickelt er eine Abneigung gegen den ausführenden Gesetzeshüter von Toonstadt, Richter Doom, und dessen Handlanger, die Wiesel. Ihre Methode der Rechtsprechung besteht nämlich darin, Toons mit einer Suppe zu exekutieren, einer von Doom erfundenen Mischung aus Aceton, Terpentin und Benzol – das einzige Mittel, das einen Toon töten kann.
Im Laufe seiner Ermittlungen erfährt Valiant, dass Acme ein Testament verfasst hat, wonach er Toonstadt den Toons vererbt; das Testament konnte jedoch nicht gefunden werden. Wenn das Dokument nicht bald auftaucht, wird eine Privatfirma namens Cloverleaf, die schon die städtische Straßenbahn aufgekauft hat, auch Toonstadt übernehmen. Zu allem Überfluss versteckt sich Roger bei Valiant und erschwert diesem dadurch das Leben und seine Ermittlungen. Er schafft es aber, Eddie davon zu überzeugen, dass er Acme nicht umgebracht hat; seiner Eifersucht habe er im Verfassen eines Liebesbriefs an Jessica Luft gemacht, aber nicht mit einem Mord.
Gejagt von Doom und seinen Wieseln stolpert Valiant über einen Hinweis, dass Studioboss Maroon in der Sache seine Hände im Spiel hat. Von diesem erfährt er, dass Cloverleaf die Absicht hat, Toonstadt zu vernichten. Doch bevor Maroon mehr sagen kann, wird er hinterrücks erschossen. Schließlich stellt sich heraus, dass Richter Doom hinter der ganzen Sache steckt. Als der alleinige Inhaber von Cloverleaf will Doom Toonstadt kaufen, sie mit der Suppe auslöschen und an ihrer Stelle eine Autobahn bauen – wenn auch (aus seiner Sicht) eher aus ästhetischen denn aus Profitgründen. Als Valiant sich ihm in den Weg stellt, wird enthüllt, dass Doom selbst ein Toon ist – und der Mörder von Acme, Maroon und Teddy Valiant. Nachdem Valiant vier Wiesel zum Totlachen bringen konnte und ein Wiesel in die Suppe kickt, kommt es zu einem Kampf mit Doom, der damit endet, dass Doom versehentlich von seiner eigenen Erfindung vernichtet wird.
Schließlich findet sich auch das Testament. Marvin Acme hatte es als Scherzbold, der er zu Lebzeiten war, mit unsichtbar werdender und nach einiger Zeit wiedererscheinender Tinte geschrieben – und Roger hatte den scheinbar leeren Bogen anschließend für seinen Liebesbrief benutzt. Und mit sich selbst und den Toons wieder im Reinen zieht Eddie zusammen mit Dolores, Roger, Jessica und den versammelten Toons zu einer Freudenfeier in Toonstadt ein.
Hintergrund Roger Rabbit kam 1988 in die Kinos. Bereits drei Jahre zuvor hatten der Regisseur Robert Zemeckis und Steven Spielberg als Produzent mit ihren Planungen begonnen, um die Novelle „Who censored Roger Rabbit“ von Gary K. Wolf aus dem Jahr 1981 zu verfilmen.
Für den Zeichentrickbereich wurde mit Richard Williams ein zweiter Regisseur engagiert und für Tricks und Effekte verließ man sich auf Industrial Light and Magic, die renommierte Spezialeffekt-Firma von George Lucas. Das Ergebnis markiert den wahrscheinlich bis heute gültigen Höhepunkt der Filmindustrie vor dem beginnenden Computerzeitalter, denn Roger Rabbit kommt tatsächlich ohne Computeranimationen aus.
Dass der Film trotzdem sehr real wirkt, zeigt eine Anekdote des Hauptdarstellers Bob Hoskins: Als dessen junger Sohn den fertigen Film sah, war er wütend auf seinen Vater, weil dieser von den Dreharbeiten keinen der Toons mit nach Hause gebracht hatte. Er hätte sie gern persönlich kennengelernt.
Das Interessante an diesem Film ist auch, dass Toons (abgeleitet von Cartoon) von mehreren Zeichentrickstudios vorkommen, so zum Beispiel Betty Boop (von Max Fleischer), Donald Duck (Disney) und Daffy Duck (Warner Bros.). Warner Bros. erkannte das Potenzial des Films frühzeitig und gewährte gegen eine feste Lizenzgebühr und durch Überreden seitens Steven Spielberg uneingeschränkten Zugriff auf ihre Trickcharaktere mit der einzigen Auflage, Bugs Bunny und Micky Maus müsse gleich viel Zeit bei ihren Auftritten eingeräumt werden. Die Lizenzinhaber Terrytoons, Fleischer Studios und Walter Lantz Productions dagegen gewährten nur die Nutzung einiger ihrer Figuren gegen eine Lizenzgebühr pro Charakter, wobei aber auch Spielberg derjenige war, der schlussendlich diese Studios überzeugte, ihre Trickcharaktere auszuleihen.
Der Aufkauf der Straßenbahn und der versuchte Kauf der Toonstadt durch Cloverleaf lehnt sich an den Großen Amerikanischen Straßenbahnskandal der 1930er bis 1960er Jahre an, bei dem verschiedene große Autofirmen Straßenbahngesellschaften aufkauften und stilllegten, um den Autoabsatz zu fördern.
Die Figur des Marvin Acme als Besitzer der ACME-Fabrik basiert auf den in vielen Zeichentrickkurzfilmen von Warner Bros. und Disney vorkommenden fiktiven Firmennamen ACME als Hersteller aller Requisiten in Zeichentrickfilmen.
Als einer der wenigen Deutschen in Hollywood zeichnete Harald Siepermann als Character Designer, er war für das Storyboard verantwortlich.Harald Siepermann über mich. Abgerufen am 18. April 2012.
Synchronisation Die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke übernahm die Synchronisation. Für Dialogbuch und -regie war Lutz Riedel verantwortlich.Who framed Roger Rabbit – Falsches Spiel mit Roger Rabbit. In: trickfilmstimmen.de. Abgerufen am 22. März 2026. Rolle Schauspieler,bzw. englischer Sprecher Deutscher Sprecher Roger Rabbit Charles Fleischer Wolfgang Ziffer Eddie Valiant Bob Hoskins Klaus Sonnenschein Richter Doom Christopher Lloyd Hermann Ebeling Dolores Joanna Cassidy Ursula Heyer Marvin Acme Stubby Kaye Gerd Duwner Jessica Rabbit Kathleen Turner (Sprache)Amy Irving (Gesang) Joseline Gassen R. K. Maroon Alan Tilvern Arnold Marquis Benny, das Taxi Charles Fleischer Helmut Krauss Baby Herman Lou Hirsch Tobias Meister Smart Ass (Oberwiesel) David L. Lander Lutz Riedel Psycho (Wiesel) Charles Fleischer Greasy (Wiesel) Charles Fleischer Wheezy (Wiesel) June Foray Stupid (Wiesel) Fred Newmann Lieutenant Santino Richard LeParmentier Friedrich Georg Beckhaus Bongo, der Gorilla Morgan Deare Helmut Krauss Micky Maus Wayne Allwine Wilfried Herbst Donald Duck Tony Anselmo Goofy Tony Pope Jürgen Kluckert PinocchioPeter WestyTobias Thoma Ede Wolf Tony Pope Dumbo Frank Welker Bugs Bunny Mel Blanc Santiago Ziesmer Daffy Duck Mel Blanc Dieter Kursawe Schweinchen Dick Mel Blanc Wolfgang SpierSylvester Mel Blanc Micheal Pan Tweety Mel Blanc Sven Plate Yosemite Sam Joe Alaskey Otto Czarski Hexe Hazel June Foray Betty Boop Mae Questel Renate Danz Droopy Richard Williams Lutz Riedel Lena Hyena June Foray Ingeborg Wellmann Mrs. Herman April Winchell Christel MerianWoody WoodpeckerCherry Davis Bernd Simon Singendes Schwert Frank Sinatra
Auszeichnungen 1988: Spezial-Preis der Los Angeles Film Critics Association Awards 1988: Jupiter für den besten Film 1989: Oscar für Charles L. Campbell und Louis L. Edemann für den Tonschnitt sowie für Ken Ralston, Richard Williams, Ed Jones und George Gibbs für die visuellen Effekte und auch für Arthur Schmidt für den Filmschnitt. Außerdem drei weitere Nominierungen und einen Spezial-Oscar (Special Achievement Award) für Richard Williams für seine Regie und die Schaffung der Figuren. 1989: British Academy Film Award für George Gibbs, Richard Williams, Ken Ralston und Ed Jones für die Spezial-Effekte. 1989: BMI Film & TV Awards für Filmkomponist Alan Silvestri 1989: David di Donatello für die Produzenten Robert Watts und Frank Marshall 1989: Hauptpreis der Evening Standard British Film Awards für Bob Hoskins 1989: Goldene Leinwand in Deutschland 1989: Hugo für die beste dramatische Präsentation 1989: Golden Reel Award der Motion Picture Sound Editors, USA
Kritiken
Anmerkungen Der Film erregte noch einmal Aufsehen mit dem Aufkommen optischer Wiedergabe-Medien wie der Laserdisc. Diese ermöglichte das Anschauen jedes einzelnen Bildes in einem Film. So trägt Rogers Ehefrau Jessica keinen Slip, als sie bei einem Autounfall aus dem Auto geschleudert wird, und Baby Herman schaut einer Frau beim Verlassen des Sets lüstern unter den Rock und pfeift. Die Zeichner des Films meinten hierzu nur, dass dies ganz übliche Gags bei solchen Filmen seien und so etwas seit Jahrzehnten immer wieder auftauche.
Kurzfilme Um den hohen Bekanntheitsgrad von Roger Rabbit nach dem großen Kinoerfolg auszunutzen, wurden noch drei Kurzfilme produziert und jeweils als Vorfilm vor neuen Disney-Produktionen gezeigt. 1989: Tummy Trouble (Regie Animation: Rob Minkoff, Regie Live Action: Frank Marshall) als Vorfilm von Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft. Baby Herman verschluckt eine Rassel, im Krankenhaus warten Gefahren wie fliegende Spritzen oder ein atomarer Hasen-Spalter. 1990: Roller Coaster Rabbit (Regie Animation: Rob Minkoff, Regie Live Action: Frank Marshall) ursprünglich als Vorfilm zu Arachnophobia geplant, dann genutzt, um Dick Tracy fürs Publikum attraktiver zu machen. Baby Herman macht sich auf einer Kirmes selbstständig, Höhepunkt ist eine rasante Achterbahnfahrt. 1993: Trail Mix-Up (Regie: Barry Cook, der spätere Regisseur von Mulan) als Vorfilm von Die Spur des Windes – Das letzte große Abenteuer. Baby Hermans Mutter geht auf die Jagd. Roger Rabbit muss Herman vor einem wilden Schwarm Bienen und einem äußerst gefährlichen Sägewerk beschützen. Hare In My Soup. Blieb nach der beginnenden Abspaltung von Amblin Entertainment und Disney unvollendet. Roger Rabbit sollte als Kellner in einem Gourmetrestaurant für ständigen Ärger sorgen.
Fortsetzung/Prequel