mini|Temnitzkirche Netzeband Temnitzquell ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Sie wird vom Amt Temnitz verwaltet.

Geographie Die Gemeinde liegt ca. 15 km nordwestlich der Kreisstadt Neuruppin und 70 km von Berlin entfernt. Südlich des Ortsteils Katerbow liegt der etwa 2 km lange Katerbower See, der zu den Ausläufern der Mecklenburgischen Seenplatte gehört.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Temnitzquell gehören folgende Ortsteile und Wohnplätze:Dienstleistungsportal der Landesverwaltung / Kommunen / Landkreis Ostprignitz-Ruppin / Amt Temnitz / Gemeinde Temnitzquell Ortsteile Katerbow Netzeband Rägelin Wohnplätze Buchenhaus Bütow Darsikow Dünamünde Eichengrund Horst Katerbower Mühle Pfalzheim

Geschichte Darsikow entwickelte sich als Gutsort in der Hand verschiedener Adelsgeschlechter, teils auch in bürgerlichen Händen der Familie des Theodor Vielhaack oder briefadeliger Familien. Zuletzt stellten die 1906 und dann 1908 in den preußischen Adelsstand nobilitierten Brüder Theodor von Rautenstrauch (1873–1907) und als dessen Erbe der Bankier Eugen Adolf Wilhelm von Rautenstrauch (1879–1956) den jeweiligen Gutsherrn, bis zur Bodenreform 1945. Das Gutshaus Darsikow bewohnte der Verwalter und Förster Wilhelm Lichte. Familie Rautenstrauch lebte in Köln und trat dort als Mäzen des Rautenstrauch-Joest-Museum aktiv in Erscheinung.

Das Gutsareal des Wohnplatzes Horst gehörte zum Gut in Darsikow, zuletzt Waldgut Darsikow genannt.

Katerbow und Rägelin gehörten seit dem 14. Jahrhundert zur Herrschaft Ruppin und seit 1524 zum Kreis Ruppin in der Mark Brandenburg.

Netzeband wurde erstmals am 2. Mai 1232 urkundlich als Nyzzebant erwähnt. Es gehörte lange Zeit zu Mecklenburg-Schwerin und war zeitweise die südlichste mecklenburgische Gemeinde. Bis 1937 war es eine Enklave innerhalb der preußischen Provinz Brandenburg. Im Ort entwickelte sich ein Gutssitz in Händen von Adelsfamilien, dessen Besitzer über die Zeit zunächst häufig wechselten. Die letzten zwei Jahrhunderte stelle die gräfliche Familie von Königsmarck, auch auf Schloss Plaue, den Besitzer, u. a. Hans von Königsmarck. Um 1928 betrug für dessen Nachfahren die Größe des Gutes Netzeband etwa 2290 ha.Anm.: Ohne die Nebengüter in Schönberg mit Doß Krug, sämtlich im Amt Waren gelegen. Es unterlag im Jahr 1945/46 der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone. Nach der deutschen Wiedervereinigung waren Teile von Netzeband in den 1990er Jahren von Verfall bedroht. Durch die Initiative eines Investors erlebte der Ort eine Revitalisierung.

Ab 1952 gehörten die Orte zum Kreis Neuruppin im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Kreis Ostprignitz-Ruppin.

Die Gemeinde Temnitzquell entstand am 30. Dezember 1997 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Katerbow, Netzeband und Rägelin.StBA Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner 1997 858 2000 852 2005 857 2010 811 2015 756 2020 800 Jahr Einwohner 2021 803 2022 775 2023 774 2024 756 2025 744

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 22–25.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (Jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)., ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Temnitzquell besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe / Einzelbewerber Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergruppe Brandenburgische Gemeinde Temnitzquell 24,2 % 2 45,3 % 5 Einzelbewerberin Gabriela Wäbersky 11,6 % 1 11,3 % 1 Einzelbewerber Ulf Gentikow 7,3 % 1 9,5 % 1 Einzelbewerber Marianne Kramer – – 6,6 % 1 Einzelbewerber Harri Graf 8,3 % 1 6,4 % 1 Einzelbewerber Florian Schrader – – 5,2 % 1 Einzelbewerber Rico Schindler – – 5,1 % – Einzelbewerber Henrik Stamer 8,4 % 1 4,3 % – Einzelbewerber Tino Schulze-Brandies 5,5 % 1 3,6 % – BVB/Freie Wähler – – 2,6 % – Bürger für Temnitzquell 15,0 % 2 – – Einzelbewerber Rüdiger Rogge 5,4 % 1 – – Einzelbewerber in Charis Riemer 4,0 % – – – Einzelbewerber Martin Bülow 3,8 % – – – Wählergruppe Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin 3,2 % – – – Einzelbewerber Wolf-Peter Kageler 2,0 % – – – Einzelbewerber Remo Kohlhase 1,4 % – – – Insgesamt 100 % 10 100 % 10

Bürgermeister 1998–2014: Helmut BraunErgebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin. 2014–2019: Johannes Oblaski (SPD)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 seit 2019: Bernd Müller (Wählergruppe Brandenburgische Gemeinde Temnitzquell)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019.

Müller wurde bei der Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 81,2 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.6|„Parzival I“

Gutskapelle Darsikow, Waldkapelle, als Stiftung des bürgerlichen Gutsherrn C. J. H. Binder, von 1832 Temnitzkirche in Netzeband, als Zentrum für Kunst und Kultur genutzt Gedenkstein für die Opfer des Todesmarsches des KZ Sachsenhausen vom April 1945 an der Straße nach Frankendorf Parzival I, Stahlskulptur (1994) von Matthias Zágon Hohl-Stein vor der Temnitzkirche

Verkehr Die Gemeinde liegt an der Landesstraße L 18 zwischen Herzsprung und Neuruppin. Die Autobahn A 24 Berlin–Hamburg verläuft durch das Gemeindegebiet. Bis zur Anschlussstelle Herzsprung sind es etwa 10 km.

Der Haltepunkt Netzeband liegt an der Bahnstrecke Wittstock (Dosse)–Neuruppin. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 6 Wittenberge–Berlin-Charlottenburg, dem Prignitz-Express, bedient.

Weblinks

Gemeinde Temnitzquell beim Amt Temnitz

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1997