Martin Wiesmann (* 1966 in Tiefenthal) ist ein deutscher Arzt und Hochschullehrer. Als Lehrstuhlinhaber und Universitätsprofessor für Neuroradiologie leitete er von 2010 bis 2026 die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Universitätsklinikum der RWTH Aachen. Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Wiesmann liegt auf der Diagnostik und interventionellen Katheterbehandlung des Schlaganfalls.
Leben Werdegang Wiesmann studierte von 1985 bis 1992 Humanmedizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Medical University of South Carolina in Charleston (USA) und der University of Texas in Houston (USA). 1994 promovierte er mit der Arbeit „Sensitivität des 5-Hydroxytryptamin-1a (5-HT1A-Rezeptors) bei der Panikstörung: Ipsapiron-induzierte Hypothermie und ACTH-und Cortisol-Sekretion bei Patienten und Kontrollpersonen“ an der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg.
Seine ärztliche Ausbildung begann Wiesmann 1992 in der Klinik für Neurologie und Neurotraumatologie der August-Bier-Klinik Malente. Von dort wechselte er 1993 in die Klinik für Neurochirurgie der Medizinischen Universität zu Lübeck. 1996 begann er seine Ausbildung in der Neuroradiologie in der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum München-Großhadern. Von 1998 bis Anfang 2003 war er wieder an der Medizinischen Universität zu Lübeck in den Instituten für Radiologie und Neuroradiologie tätig. Dort erwarb er im Jahr 2002 die Facharztanerkennung für Diagnostische Radiologie. 2003 wechselte er als Oberarzt wieder in die Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum München-Großhadern und übernahm die Leitung des von ihm gegründeten Forschungsbereichs Funktionelle Bildgebung und Magnetresonanztomographie. Im Jahr 2004 habilitierte er sich mit der Arbeit „Magnetresonanztomographischer Nachweis akuter intrakranieller Blutungen“ mit der Venia Legendi für das Fach Diagnostische Radiologie, speziell Neuroradiologie. Im Jahr 2006 erwarb er dann die Facharztanerkennung für den Schwerpunkt Neuroradiologie. Im Jahr 2008 beendete er seine Tätigkeit am Universitätsklinikum München-Großhadern und übernahm als Chefarzt die Leitung der von ihm gegründeten Neuroradiologie am Institut für Radiologie und Neuroradiologie der Helios Kliniken Schwerin. Zum 1. März 2010 erhielt er den Ruf auf die W3-Professur für Neuroradiologie an der RWTH Aachen (Nachfolge Armin Thron) und übernahm als Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor die Leitung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Universitätsklinikum RWTH Aachen. Zum 30. Juni 2010 beendete er seine Tätigkeit am Universitätsklinikum Aachen auf eigenen Wunsch.
Berufsleben Forschungsschwerpunkte von Wiesmann sind endovaskuläre Behandlungsverfahren, im Besonderen die mechanische Rekanalisation akuter Gefäßverschlüsse, Funktionelle Magnetresonanztomographie (FMRT) – Untersuchungen des olfaktorischen und gustatorischen Systems beim Menschen, die Optimierung von MRT-Verfahren zum Nachweis akuter intrazerebraler Blutungen und der Subarachnoidalblutung, sowie quantitative Verfahren zur Messung der Hirnperfusion.
Wiesmann ist Autor von mehr als 300 wissenschaftlichen Originalarbeiten und zahlreichen Fachbüchern. Die hohe Relevanz seiner Forschungsergebnisse zeigt sich auch daran, dass er nicht nur in radiologischen Fachzeitschriften publiziert hat, sondern auch in übergeordneten wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie dem The New England Journal of Medicine (NEJM), Lancet, Lancet Neurology und Science. Er gehört dadurch zu den international häufig zitierten Neuroradiologen (h-Index: 76, i10-Index: 244, Gesamtzahl Zitationen: 20.427).
Ein besonderer Schwerpunkt der Tätigkeit von Wiesmann war die ärztliche Weiterbildung. Als wissenschaftlicher Leiter veranstaltete er von 2010 bis 2026 eine Vielzahl von neuroradiologischen Fortbildungsveranstaltungen. Im Rahmen der von ihm begründeten interventionellen Kurse am Universitätsklinikum Aachen unterrichtete er Hunderte von Ärzten aus dem In- und Ausland in Katheterverfahren zur Behandlung intrakranieller Gefäßerkrankungen. Er ist Begründer des „Intensivkurs Neuroradiologie“ (DGNR) sowie der „German Stroke School“, die seit 2018 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) stattfindet. Fpr diesen Kongress, der 2018 in Frankfurt am Main stattfand, fungierte Wiesmann als Kongresspräsident."In Frankfurt werden wir vieles neu machen", Interview in der RöFo 2018, 190(05), Seite 470–471 In der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie war er von 2010 bis 2026 im Erweiterten Vorstand als Vorsitzender des Ausschusses für Fort- und Weiterbildung tätig.
Publikationen Mitherausgeber Atlas Klinische Neuroradiologie des Gehirns, Springer Medizin, Berlin 2011, ISBN 978-3540895688. Mitherausgeber Atlas Klinische Neuroradiologie Wirbelsäule und Spinalkanal, Springer Medizin Verlag, Berlin 2025 (2. Auflage, 1. Auflage 2013), ISBN 978 3662605653
Auszeichnungen Eugenie-und-Felix-Wachsmann-Preis, verliehen von der Deutschen Röntgengesellschaft, 2010 Preisträger im Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), 2010 Auszeichnung „Famos für Familie“, verliehen von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (RWTH Aachen) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Radiologe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann